Sym Mio 100

Sym Mio 100

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Sym Mio 100 Nach gut einem Jahr fast täglicher Nutzung des Fahrzeugs gebe ich hier meinen Testbericht zum besten; für Eilige gleich zu Begin eine Auflistung der wichtigsten Fakten; für Leute, die mehr wissen und lesen möchten, schließe ich meinen ausführlichen Bericht an. Fakten: 100 ... Bericht lesen





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Sym Mio 100
Erfahrungsbericht von dtrsthr über Sym Mio 100
5. November 2007


Produktbewertung des Autors:   

Fahreigenschaften: ausgezeichnet 
Bremsleistung, Trockenheit: gut 
Fahrwerk: gut 
Komfort: mittelmäßig 
Verarbeitung: ausgezeichnet 
Zuverlässigkeit: ausgezeichnet 

Pro: Preis, Unterhaltskosten, Verbrauch, Handlichkeit, Zuverlässigkeit
Kontra: Federung, Platzangebot im 2 - Mann - Betrieb, Motorleistung

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Sym Mio 100

Nach gut einem Jahr fast täglicher Nutzung des Fahrzeugs gebe ich hier meinen Testbericht zum besten; für Eilige gleich zu Begin eine Auflistung der wichtigsten Fakten; für Leute, die mehr wissen und lesen möchten, schließe ich meinen ausführlichen Bericht an.

Fakten:

100 ccm
4-Takt
6 kW / 7,8 PS
Gebläsekühlung
Vergaser
2 Ventile
10'' Räder
ca. 73 cm Sitzhöhe
4,8 l Tankinhalt
2,6 - 3,4 l Verbrauch (Normalbenzin)
Euro 2/3 (Angabe aus Verkaufsprospekt)
90 kg Leergewicht
160 kg Zuladung
ca. 1.800 Euro Kaufpreis
ca. 84 km/h Höchstgeschwindigkeit
derzeit in Deutschland steuerfrei
ca. 65,- Euro Versicherung im Jahr (Haftpflicht)
Testfazit:

Günstig in Anschaffung und Unterhalt; niedriger Verbrauch; sehr gute Handlichkeit; sehr gute Zuverlässigkeit und gute Verarbeitung; gute Beschleunigung bis ca. 40 km/h
mittelmäßiger Wetterschutz; ausreichendes Helmfach; ausreichende Grundausstattung; mäßige Federung
wenig Kraft über 60 km/h; wenig Platz im Soziusbetrieb

Ausführlicher Bericht:

Der Mio ist hübsch; geschwungene klassische Vespa-Form. Als Mio 100 in Deutschland leider nur in schwarz zu haben, als 50er in orange-weiß. Schade - in anderen Ländern (siehe Internet) gibt es eine große Palette netter Farbkombinationen.

Der Mio ist ein sehr sympathischer Roller für kleine Leute. Ich selbst bin knapp 1,70 m und reiche nicht nur mit den Füßen flach auf den Boden, sondern habe dabei sogar die Knie noch leicht angewinkelt. - Also sicherer Stand, auch an Schrägen.
Wenn meine Frau (sie ist etwas kleiner als ich, beide zusammen wiegen wir ca. 120 kg) mitfährt, was erfreulicherweise oft geschieht, wird es für uns beide knapp auf der kurzen, aber bequemen Sitzbank. Aber so kommt man sich nach vielen Ehejahren mal wieder näher!
Wir haben dann noch 40 kg für Gepäck, bis zur höchst zulässigen Beladung.
Der Roller eignet sich dank niedrigem Trittbrett auch für Größere, wenn kein Sozius mitgenommen werden soll, denn die Sitzbank ist nicht gestuft und der Fahrer kann einfach nach hinten rücken.
Haupt- und Seitenständer sind ohne Kraftaufwand zu bedienen.

Der Mio ist trotz geringer Größe ein kleiner Lastenesel: Er hat einen Gepäckhaken vorne im Beinschild für Aktentasche oder Einkaufsbeutel, er hat einen flachen Boden, wo man für kurze Strecken etwas zwischen den Füßen abstellen kann (es passt alles bis zur Größe einer Wasserkiste hin) und er hat ein kleines Helmfach; ein Jethelm oder ein nicht zu hoher Integralhelm und Kleinkram passen hinein. An 2 Haken im Helmfach kann man Helme aufhängen, die bei geschlossenem Sitz dann gegen Diebstahl gesichert sind.
Für etwa 70 Euro kaufte ich einen hübschen verchromten Gepäckträger für alle möglichen Transportaufgaben.

Der Mio ist gutmütig. Er ist wirklich kinderleicht zu handeln. Sein sehr niedriger Schwerpunkt und ein narrensicherer Geradeauslauf werden ergänzt durch große Wendigkeit und gut dosierbare Bremsen - vorne Scheibe, hinten Trommel.
Er verfügt über ein gutes Abblendlicht; das Fernlicht ist leider zerfasert und kaum zu gebrauchen.
Die Federung würde ich als ausreichend bezeichnen. Sie ist nach den ersten 5000 km weicher geworden, schlägt aber wegen kurzer Federwege auch schon mal durch, wenn eine Parkplatzauffahrt nicht gut genug abgeschrägt ist.

Der Mio ist dein Freund im Nahbereich. Wieselflink geht es durch enge Gassen und an Autoschlangen vorbei. Niemand stört sich daran, wenn man ihn am Fahrradständer parkt, denn er nimmt kaum mehr Platz in Anspruch als ein Drahtesel.
Spurtstark an der Ampel, für den Notfall mit lauter Hupe ausgerüstet, ein gut hörbarer Blinkertacker; was will man mehr.
Langstrecke ist aber nur was für Geduldige. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 82 km/h (ich habe ca. 84 km/h erreicht - nach Navi; Tacho geht bei 50 km/h ein bis zwei km vor) reicht nicht aus, um im Verkehr außerorts mitzuschwimmen. Denn es gibt viele Feinde für die Leistungsentfaltung: Gegenwind, Steigungen, kalte Temperaturen, Beladung. Kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen, ist bei 60 km/h Schluss. Bergab mit Rückenwind habe ich einmal nach Tacho 99 km/h geschafft. Das fühlte sich aber auch nicht mehr sicher an.
Der 4,8 l Tank ist nach 150 km leer. Aber weil zumindest bei meinem Roller die Tankanzeige falsch eingestellt ist - sie zeigt bei randvollem Tank nur 3/4 an und folglich ruht sie schon am unteren Anschlag, wenn noch gut ein Liter drin ist - tanke ich in der Regel alle 100 km. Das bedeutet auf der längeren Strecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55-60 km/h einen Zwangsstopp nach gut 1 1/2 Stunden. Aber dann verlangt der Rücken sowieso nach einer Pause.

Der Mio ist eine Spardose. Im Anschaffungspreis schon ein Schnäppchen, spielt er seine Knauserqualitäten im täglichen Betrieb erst richtig aus. Bisher keine Reparaturen oder Ausfälle (km-Stand 11.000 nach 14 Monaten). Verbrauch von durchschnittlich 3 l Normalbenzin (2,6 l bei Langstrecke mit Tempo 50; 3,4 l im Winter bei häufigem Vollgas).
Die Wartungsintervalle liegen nach Herstellervorschrift bei 4000 km; dann war jedes Mal auch ein Nachstellen der Ventile erforderlich.

Der Mio für alle Wetter. Ich habe für 193 Euro incl. Versand aus der Schweiz (www.velos-motos-keller.ch) eine Windschutzscheibe bezogen. Sie ist wirklich genial! Breit und hoch schützt sie meinen Oberkörper vor Regen und kaltem Wind. Sogar die Hände werden abgedeckt. Bauartbedingt gibt es bei stärkerem Regen aber einen Wassereinbruch zwischen Windschutzscheibe und Beinschild Richtung Knie.
Ausgerüstet mit serienmäßigen Maxxisreifen für den Sommer und Heidenau Snowtex für den Winter bin ich, nicht zuletzt dank des milden Wetters, den ganzen Winter über (06/07) durchgefahren. Der Snowtex bietet eine Menge Grip auf Schnee, ist aber am Hinterrad leider nach 3500 km alle. Dieses Jahr probiere ich es hinten mit einem Heidenau Ganzjahresreifen.

Der Mio ist treu. Er will nicht mit Fremden abhauen. Das Zündschloss hat einen Deckel, der ohne weiteres nicht zu öffnen ist (nur mit der Griffseite des Zündschlüssels) und es gibt einen versteckten Zündungsschalter, der die gesamte Elektrik lahm legt. Das Helmfach ist selbstverständlich automatisch abgeschlossen, sobald man es zu fallen lässt. Zu öffnen ist es mit dem Schlüssel oder per Knopfdruck bei eingeschalteter Zündung.
Bei Herrchen oder Frauchen springt er aber immer zuverlässig an (elektrisch und im Notfall per Kickstarter) und nimmt nach wenigen Sekunden willig Gas an.

Der Mio - zuletzt. Der Importeur, nachdem die Firma Sachs seit 2006 ausgestiegen ist, ist ein Ein- bis Zwei-Mann-Betrieb. Trotzdem gibt es aber nach Aussage meines Händlers, der verschiedene Fabrikate anbietet, bei der Ersatzteilbeschaffung keine längeren Wartezeiten als bei größeren und bekannteren Marken. Eine deutsche Internetseite sucht man bis dato (11/07) vergebens.
Sym kommt übrigens nicht von ,sympathisch' sondern ist eine Abkürzung des Firmennamens ,San Yang Motors'. Und obwohl eher kurzstreckengeeignet kommt der Mio doch von ganz weit her: aus Taiwan. 


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