Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
wird von fast allen amerikanischen Unis akzeptiert, macht sich gut im Lebenslauf |
| Kontra: |
teuer, etwas zu streng reglementiert |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Weil ich im nächsten Herbst an einer amerikanischen Uni studieren möchte und mich gerade mitten in den Planungen befinde, habe ich am 16.10. den TOEFL gemacht.
-= Was? =-
Sehe ich da in ein paar fragende Gesichter? Dann lüften wir am besten schnell das Geheimnis: TOEFL steht für „Test of English as a Foreign Language“, es handelt sich also um ein Sprachzertifikat, das von Nicht-Muttersprachlern abgelegt wird. Durchgeführt wird der TOEFL von der amerikanischen Organisation College Board, die ihren Sitz in New York hat. Dort wird der Test auch ausgewertet.
Den TOEFL gibt es in zwei Ausführungen: Computer-Based und Paper-Based. Der Paper-Based Test ist im Auslaufen und wird zunehmend von dem Computer-Based Test abgelöst. Wegen einer Überarbeitung und „Verbesserung“ des TOEFLs wird es den PBT bald gar nicht mehr geben, aber dazu später mehr.
-= Wer? =-
Wer kann den TOEFL machen? Ganz einfach: jeder! Es gibt keine bestimmten Voraussetzungen für eine Teilnahme. Jeder der einen gültigen Pass irgendeiner Art hat, kann sich für den TOEFL anmelden und sein Glück versuchen. Dass man allerdings des Englischen einigermaßen mächtig sein sollte, um ein Sprachzertifikat abzulegen, sollte klar sein.
-= Warum? =-
Und warum macht man den TOEFL? Der wohl häufigste Grund ist ein Auslandsstudium. Die allermeisten Universitäten in den USA, zunehmend aber auch Institutionen in anderen englischsprachigen Ländern, akzeptieren generell nur non-native speakers, die ein TOEFL-Resultat vorweisen können, was im Idealfall natürlich noch sehr gut ausfällt.
Andere Leute legen den TOEFL ab, um ihren Lebenslauf etwas zu pushen, oder weil z.B. ihre Chefs den TOEFL für einen Auslandsjob oder eine bestimmte Position verlangen. Die Anforderungen sind hier natürlich im Allgemeinen nicht ganz so hoch wie die an amerikanischen Universitäten.
Da der TOEFL die Fähigkeiten der englischen Sprache attestiert, wird er natürlich in Bewerbungsschreiben sehr gerne gesehen, zumal er auch universeller ist als eine Englisch-Note an irgendeiner Schule.
-= Wo? =-
Wo kann man den TOEFL machen? Wie ich ja bereits erklärt habe, gibt es eine computerbasierte Version des Tests und eine traditionelle Version, d.h. mit Papier und Bleistift. Manche Testcenter bieten nur den CBT, andere nur den PBT und wieder andere bieten beide an. Der Test wird in so ziemlich allen Ländern der Welt durchgeführt, aber ich denke, es ist am sinnvollsten, sich hier auf die deutschen Testcenter zu konzentrieren. Diese sind in
Berlin, München und Frankfurt für den CBT und in
Bonn, Düsseldorf (zwei Centers), Hamburg (zwei Centers), Freiburg (zwei Centers), Hannover und Gueby für den PBT.
Ich habe den TOEFL in der Fachhochschule Hannover abgelegt, da das von der Entfernung her am praktischsten war.
-= Wann? =-
Die Paper-Based Tests finden im Allgemeinen im Januar, Mai, August, Oktober und November statt und die Computer-Based Tests finden das ganze Jahr über fast an jedem Wochentag statt. Termine können auf http://www.toefl.org nachgesehen und gebucht werden. Bei dem PBT ist zu beachten, dass die Plätze sehr schnell vergeben sind und dass man sich mind. 7 Wochen vor dem Testtag anmelden sollte. Beim CBT ist eine Anmeldung bis zu drei Tage vor Testtag möglich. PBTs können nicht verschoben werden; wer zu dem Termin nicht pünktlich erscheint, bekommt sein Geld nicht zurück und kann den Test auch nicht zu einem anderen Termin nachholen. CBTs hingegen können bis zu drei Tage vor Testtag verschoben werden.
Man kann den TOEFL so oft machen wie man möchte und Geld hat.
-= Wie? =-
Wie bereits erwähnt, kann man sich online für den TOEFL registrieren, wobei das den Besitz einer Kreditkarte voraussetzt. Ansonsten ist noch eine Registrierung per Telefon oder per Post möglich.
Ich habe mich online angemeldet und werde hier kurz den Prozess schildern. Wenige Wochen nachdem ich mich auf der TOEFL-Homepage für den Test angemeldet habe, bekam ich per Post eine Bestätigung, dass ich einen Platz für den Test am 16.10. habe. Ein wenig später wurde mir dann mein TOEFL practice tests Buch inklusive CD zugesandt. Dieses Buch enthält allgemeine Informationen zum TOEFL, sowie zum Ablauf am Testtag und, wie der Name schon sagt, zwei practice tests. Auf der mitgelieferten CD befinden sich die beiden Audiotracks für die Listening Comprehension Teile.
Ein paar Wochen bevor der TOEFL dann tatsächlich stattfand, bekam ich mein Admission Ticket und meinen Photo File Record. Hierbei handelt es sich um Dokumente, die man ausfüllen und mit einem bis zu sechs Monate alten Foto versehen muss, und ohne die man nicht zum TOEFL zugelassen wird.
Ich hatte mich zuvor schon einmal für den Test im Mai angemeldet, die practice tests bekommen und war daher davon ausgegangen, für den Termin angenommen zu sein. Zwei Wochen vor dem Testtag hatte ich allerdings mein Admission Ticket noch nicht erhalten, weshalb ich eine Email an das College Board schrieb. Man antwortete mir, dass alle Plätze bereits belegt wären und dass ich mich für einen späteren Termin erneut registrieren sollte! Dieses Vorgehen finde ich sehr unglücklich, da ich nach der Zusendung der Übungsmaterialen davon ausgegangen war, zu dem Termin zugelassen worden zu sein. Eine entsprechende Nachricht, dass meine Registrierung erfolglos geblieben war, bekam ich nicht!
-= Die Kosten =-
Der wohl größte Nachteil des TOEFLs ist sein Preis, welcher derzeit bei 130$ liegt. Wenn man bedenkt, dass die Materialkosten eigentlich gegen Null gehen und lediglich die Auswertung und Versendung der Tests Leistungen des College Boards sind, finde ich den Preis ganz schön happig. Zumal man die PBTs nicht verschieben oder von ihnen zurücktreten kann. Man liegt mit Fieber im Bett? So what? Die 130$ sind futsch…
Außerdem sollte man bedenken, dass es nicht in ganz Deutschland Testcenter gibt. Ich bin mit meiner Mutter nach Hannover gefahren (wir wohnen bei Bielefeld), und um eventuellen Staus und der Gefahr zu spät zu kommen zu entgehen, sind wir bereits am Vorabend losgefahren und haben eine Nacht in einem Hotel verbracht. Selbst wenn man sich früh morgens auf den Weg zu seinem Testcenter macht, so fallen Reisekosten in jedem Fall an, wenn man nicht gerade in einer der Städte wohnt, in denen der TOEFL angeboten wird.
-= Die Gültigkeit =-
Der nächste Nachteil des TOEFLs ist seine Gültigkeit von nur zwei Jahren. Aber ich denke, das ist bei jedem Sprachzertifikat so, zumindest sollte es so sein, denn Sprachkenntnisse können sich ja sehr schnell verändern, zum Positiven wie zum Negativen. Wie dem auch sei, ich nehme an, dass Firmen sich dieser Gültigkeitsproblematik nicht unbedingt bewusst sind. Und um es mal so zu formulieren: wer einmal sehr gute Englischkenntnisse bewiesen hat, der hat gute Möglichkeiten wieder in die Sprache reinzukommen, auch nach einer längeren „Pause“. Daher denke ich, dass Unternehmen den TOEFL auch nach mehr als zwei Jahren noch akzeptieren oder anerkennen. Schaden kann es ja sowieso nicht, den Test mal gemacht zu haben und das im Lebenslauf anzugeben.
-= Der Tag der Tage =-
Je näher der Testtag rückte, desto nervöser wurde ich. Ich habe eine Tendenz mich und meine Mitmenschen verrückt zu machen und ich erlebe die letzten Stunden vor einem Test oder einer Prüfung meistens wie in Trance… Es wird zwar immer etwas besser, dennoch war ich verdammt froh, als der Test endlich vorbei war.
Aber fangen wir vorne an. Nachdem man seinen Testcenter erfolgreich aufgesucht hat (in meinem Fall um 8.30 Uhr), werden zunächst die Personalien und das Admission Ticket und der Photo File Record überprüft. Ist alles in Ordnung, wird der Photo File Record „eingezogen“ und man wird zum Test zugelassen, allerdings erst wenn man alle Dinge, die man während des Tests nicht braucht, irgendwo anders untergebracht hat. In der FH Hannover konnte man Jacken, Taschen, Portemonnaies, Handies etc. in einem Raum einschließen lassen. Zum Test mitnehmen darf man: Bleistifte (HB oder #2), Radiergummi, Anspitzer, Getränk und nicht vergessen: Admission Ticket und ein Identifikationsdokument (Personalausweis, Reisepass, Führerschein…) Wenn man letztere nicht hat, darf man während des Tests nicht den Raum verlassen, um zur Toilette zu gehen.
Der TOEFL wird vor Ort von einer kleinen Gruppe qualifizierter Menschen (z.B. Englischdozenten) durchgeführt, die auch ausschließlich Englisch sprechen müssen! Alle Anweisungen, Erklärungen und Fragen sind ausnahmslos auf Englisch.
Nachdem alle Teilnehmer endlich auf ihren Plätzen sitzen, die mittels Sitznummern zugewiesen werden, beginnen die Formalia. Die allermeisten Anweisungen kommen vom Band und somit direkt vom College Board. Schritt für Schritt wird (in langsamem und deutlichem Englisch) mitgeteilt, welchen Teil der personenbezogenen Daten es einzutragen gilt, was mitunter ganz schön langwierig ist, aber immerhin wird so das korrekte Ausfüllen des „Answer Sheets“ garantiert.
Jeder einzelne Schritt, also wann man das TOEFL test book ansehen darf, wann man das Siegel öffnen darf, wann man auf die nächste Seite blättern darf etc. wird vom Band angeordnet und wenn man sich nicht daran hält, wird man disqualifiziert. Ebenso wird man vom Test ausgeschlossen, wenn man Notizen jeglicher Art in seinem test book macht, wenn man versucht mit anderen während des Tests zu kommunizieren, wenn man ohne Erlaubnis den Raum verlässt etc. Das Prozedere und die Überwachung sind extrem streng und werden von den TOEFL-Officials auch sehr genau beachtet.
-= Der Test =-
Der eigentliche TOEFL besteht aus drei Teilen: Listening Comprehension (Hörverstehen), Structure and Written Expression (Grammatik) und Reading Comprehension (Leseverstehen). Außerdem muss zusätzlich der Test of Written English (TWE) abgelegt werden. Wenn man sich für den TOEFL anmeldet, muss man den TWE auch automatisch mit ablegen. Die Wertung für den TWE läuft jedoch gesondert und fließt nicht ins TOEFL-Resultat mit ein.
Bei mir sah der Ablauf des Tests wie folgt aus (es kann bei anderen Testcentern u.U. zu Abweichungen kommen):
- 1. TWE – Essay -
Der Test begann mit dem TWE, dessen Idee immer dieselbe ist. In 30 Minuten muss man zu einem vorgegebenen und allgemeinen Thema ein Essay schreiben. Hierzu darf man auf dem Aufgabenzettel Notizen machen und auf einem zusätzlichen zweiseitigen Bogen wird das eigentliche Essay dann verfasst. Es gibt drei verschiedene Themen (A, B, C), damit niemand während des Tests von seinem Nachbarn abgucken kann.
Mein Thema war z.B. „Jeder sollte nur Bücher über real existierende Personen oder Ereignisse oder andere realitätsbasierte Dinge lesen“. Im ersten Moment hatte ich keine Ahnung, was ich da schreiben könnte, aber innerhalb weniger Sekunden hatte ich mir eine Struktur zurechtgelegt und schrieb einfach so runter. Es lief sehr glatt, ich hatte keine Vokabelprobleme und zu dem Thema konnte ich auch genug schreiben.
Beim TWE kommt es darauf an, sich sicher auf Englisch ausdrücken zu können, ein möglichst umfangreiches und variables Vokabular aufzuweisen und sein Essay gut zu strukturieren. Amerikaner, wie die restliche englischsprachige Welt, lieben conciseness – kurz und prägnant: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Das gilt für die Struktur des Essays wie für die einzelnen Sätze. Daran habe ich mich auch gehalten.
<UPDATE> Jetzt wo ich meine Ergebnisse bekommen habe, kann ich sagen, dass man sich keine Gedanken um den Stil und das Vokabular machen sollte während man schreibt. Ein ganz gewöhnliches, strukturiertes und "einfaches" (im Sinne von nicht-wissenschaftliches) Essay ist perfekt!</UPDATE>
Bewertet wird das Essay auf einer Skala von 1.0 (sehr schlecht) bis 6.0 (exzellent), wobei Vokabular, Ausdrucksvermögen und Struktur berücksichtigt werden. Jedes Essay wird von drei Leuten gelesen und es wird ein Schnitt aus deren Noten gebildet.
<UPDATE> Ich habe eine schöne glatte 6.0 bekommen :)</UPDATE>
- 2. Listening Comprehension -
Vor dem ersten Teil des TOEFLs mussten noch die TOEFL-Formalia geregelt werden, was so ähnlich ablief wie oben beschrieben. Dann ging es ans Eingemachte. Der gesamte TOEFL besteht übrigens ausschließlich aus Multiple Choice-Fragen!
Es fing also an mit Listening Comprehension. Insgesamt gab es in unserem Fall 70 Fragen zu verschiedenen Arten von Dialogen, die (im normalen amerikanischen Englisch gesprochen) vom Band liefen. Es begann mit sehr kurzen Dialogen. Z.B.:
Frau: Ich würde gerne nach meinen Kursen in die Turnhalle gehen und noch ein bisschen Sport treiben, aber alleine ist das so langweilig, da kann ich mich nicht aufraffen.
Mann: Oh, ich habe gehört Ruth würde auch abends gerne etwas Sport machen. Frag sie doch einfach mal und schau, wie das mit ihrem Stundenplan aussieht.
Frage: Was rät der Mann der Frau?
Und dann gab es dazu vier Antwortmöglichkeiten. Im Allgemeinen war das nicht wirklich schwierig.
Als nächstes gab es dann ein paar längere Dialoge, wo sich z.B. Studenten über ihre Dozenten und Fächer unterhalten haben. Die dürften im Schnitt so ca. zwei Minuten lang gewesen sein. Entsprechend gab es zu diesen Dialogen dann mehrere Fragen.
Der letzte Teil von Listening Comprehension bestand dann aus Ausschnitten von beispielhaften Vorlesungen an amerikanischen Unis, so z.B. über amerikanische Ulmen, die durch von Käfern übertragene Pilze absterben.
Ich hatte mit dem Verstehen der Dialoge absolut kein Problem. American English ist sehr viel besser zu verstehen als British English (finde zumindest ich) und es wurden natürlich keine Dialekte aus den Südstaaten oder irgendwelchen Ghettos präsentiert. Einzig und allein habe ich zu bemängeln, dass einige Fragen und Antwortmöglichkeiten schlichtweg uneindeutig waren, was ich etwas schade finde. Manchmal hatte ich wirklich den Eindruck, dass die Antwort Interpretationssache ist…
Der Listening Comprehension Teil dauerte insgesamt 50 Minuten.
- 3. Structure and Written Expression -
Der Grammatikteil ist der kürzeste und meines Erachtens auch der einfachste Teil des TOEFLS. Hier gab es 40 Fragen, die in zwei Arten von Aufgaben unterteilt waren. Im ersten musste man Lückentexte vervollständigen (d.h. die richtige Multiple-Choice Antwort ankreuzen) und im zweiten wurden einem Sätze präsentiert, in denen jeweils vier Wörter und/oder Satzteile unterstrichen waren und man musste dasjenige auswählen, welches falsch ist.
Ein paar Aufgaben waren vielleicht ein wenig tricky, aber im Allgemeinen sollte dieser Teil zumindest für Anglistikstudenten kein großes Problem darstellen. Allerdings muss man aufpassen keine Flüchtigkeitsfehler zu machen, d.h. nicht richtig hinzusehen.
Structure and Written Expression dauerte 25 Minuten.
- 4. Reading Comprehension -
Der letzte und wohl schwierigste Teil. Zum einen ist man mit seiner Konzentration langsam aber sicher am Ende und zum anderen muss man hier sehr genau lesen, um die Fragen recht zügig beantworten zu können. Ich musste bei fast jeder Frage noch mal zurück in den Text gehen und nachlesen…
Die hier präsentierten Texte sind schon ein wenig anspruchsvoller als der Rest des Tests und auch sehr spezifisch. Spezielle Kenntnisse aus irgendwelchen Bereichen sind aber nicht notwendig! Die Texte in meinem Test handelten z.B. von den Appalachian Mountains, Earth Science und der Renaissance in Europa. Insgesamt dürften es fünf Texte gewesen sein, zu denen insgesamt 50 Fragen gestellt wurden. Hierbei gab es im Wesentlichen folgende Kategorien: 1. Was ist die Hauptidee des Texts/des Paragraphen xyz? 2. Das Wort xyz bedeutet so etwas wie…? 3. Auf welches Wort bezieht sich das „they“ in Zeile 7? und 4. allgemeine Fragen zum Inhalt.
Für diesen Teil muss man sich wie gesagt sehr gut konzentrieren und die Texte sehr aufmerksam lesen. Auch hier sind ein paar Fragen nicht ganz einfach, aber es soll ja auch nicht jeder die Höchstpunktzahl erreichen können, nicht wahr?
Der Reading Comprehension Teil dauerte 55 Minuten.
- Das Ausfüllen der Answer Sheets -
Hierzu sollte ich vielleicht noch ein paar Worte sagen. Wie bereits erwähnt, darf man in das eigentliche Testbook, in dem die Fragen und Antwortmöglichkeiten stehen, nichts reinschreiben. Die richtigen Antworten muss man auf einem separaten Answer Sheet eintragen, wobei man das richtige Oval (A, B, C oder D) der jeweiligen Frage ganz ausmalen muss. Dazu sollen Bleistifte der Stärker HB oder #2 (medium soft) verwendet werden, da diese gut radierbar sind und zugleich stark genug, um von Computern erkannt zu werden. Denn der Test wird nicht etwa „von Hand“ korrigiert, sondern von einer Maschine eingelesen und ausgewertet. Uneindeutige (z.B. wenn eine falsche Antwort nicht richtig ausradiert wurde) Antworten sind dabei ungültig. Man muss also auch beim Ausfüllen des Answer Sheets sehr konzentriert arbeiten, sonst kann man sich schnell ein paar Fehler einhandeln.
-= Die Bewertung =-
Beim TOEFL gibt es kein Bestehen und Durchfallen! Es gibt Punkte von 320 bis 676 (wobei ich keine Ahnung habe, wieso die Skala nicht bei 0 anfängt sondern bei 320) und jede Uni setzt für nicht-Muttersprachler eine bestimmte Punktzahl voraus. An den meisten Unis liegt diese bei 550, bei nicht ganz so selektiven bei 500, bei selektiveren bei 575 oder gar 600. Punkte von 600 bis 676 bescheinigen exzellente Englischkenntnisse.
Die Ergebnisse des TOEFLs bekommt man nach fünf Wochen per Post zugesandt. Eine Woche vorher kann man eine telefonische Auskunft einholen, wobei man dazu allerdings das College Board in New York anrufen muss. Dieser Service kostet zusätzlich 10$, ist daher wohl nur in sehr dringenden Fällen zu empfehlen.
-= Die Schwierigkeit =-
Den TOEFL als wirklich schwierig zu bezeichnen, wäre sicherlich übertrieben. Allerdings muss man bedenken, dass ich Anglistikstudentin bin, wenn auch erst im zweiten Semester. Wie auch immer, für das geübte Ohr sollte es kein Problem sein den Dialogen im Listening Comprehension Teil zu folgen, allerdings sind die Fragen und Antwortmöglichkeiten hier und da uneindeutig und verwirrend. Structure and Written Expression sollte auch jedem, der der Sprache mächtig ist, recht leicht fallen, auch wenn ich mir bei ein oder zwei Aufgaben nicht ganz sicher war. Reading Comprehension ist der anspruchsvollste Teil und wer nicht regelmäßig englische Bücher oder sonstige Texte liest, sollte dies vor dem TOEFL test dringlichst tun.
Noch ein Hinweis: leider verführt der TOEFL zu Flüchtigkeitsfehlern, weshalb man sehr sorgfältig arbeiten muss.
-= Die Vorbereitung =-
Es gibt viele offizielle und inoffizielle practice packs, die man für viel Geld käuflich erwerben kann. Ich habe kein solches Training in Anspruch genommen, sondern darauf vertraut, dass meine Kenntnisse ausreichen würden. Ich habe einen der mir zugeschickten practice tests, die genauso aufgebaut sind wie die tatsächlichen TOEFLs, zu Hause gemacht und da 660 Punkte erreicht. Ein solches Resultat hatte ich von dem richtigen TOEFL allerdings definitiv nicht erwartet, da der Test doch ein wenig schwerer war als der, den ich zu Hause gemacht habe und weil ich mir bei ein paar Antworten auch einfach unsicher war.
<UPDATE> Aber ich habe sage und schreibe 667 Punkte erreicht! Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, aber ihr könnt euch denken, wie happy ich bin! *bounces*</UPDATE>
Anglistikstudenten oder Leute, die mal längere Zeit im englischsprachigen Ausland waren, sollten mit dem TOEFL ohne Vorbereitung keine Probleme haben. Allerdings sind die von mir angesprochenen Uneindeutigkeiten vielleicht Dinge, die beim vielfachen Üben und Trainieren irgendwie durchschaut werden können…
Allgemein kann ich jedem raten, einen practice TOEFL zu Hause zu machen, um sich selbst einzuschätzen. Schneidet man gut ab, dann weiß man, dass man das Potenzial hat und weitere TOEFL practices kann man sich dann eigentlich sparen. Das Endresultat kann zwar um einige Punkte abweichen, aber wenn man das Englische wirklich beherrscht, dann kann das nicht die Welt ausmachen.
-= Der neue TOEFL =-
Der TOEFL wie ich ihn gemacht habe ist gerade dabei abgeschafft zu werden. Er wird/wurde runderneuert und soll jetzt bald in neuer Fassung eingeführt werden. Dann soll es nur noch den CBT geben und neben Multiple Choice soll es auch einige Aufgaben geben, wo man selbst ein paar Sätze schreiben soll, Texte sollen universitätsspezifischer sein und es wird einen Speaking-Teil geben! Hier deutet sich schon an, dass der TOEFL in Zukunft wohl mehr auf Studenten ausgerichtet wird als auf alle anderen Leute, was ich persönlich nicht so vorteilhaft finde. Man hätte einfach einen zweiten Test einführen können und den jetzigen TOEFL so beibehalten können.
Außerdem stehe ich der Einführung eines Speaking-Teils sehr kritisch gegenüber. Ich habe ja vor zwei Jahren den APIEL gemacht, wo es auch schon solch eine Speaking-Komponente gab und da habe ich absolut versagt. Zum einen bin ich ein Mensch, der im Schriftlichen ohnehin besser ist als im Mündlichen, was aber hier nicht als Argument zählt. Zum anderen war die Organisation miserabel. Man bekam ein Thema, hatte 45 Sekunden Zeit sich was zu überlegen und Notizen zu machen und musste dann 30 Sekunden mit einem Diktiergerät sprechen. Erstens sind 45 Sekunden zu kurz, zweitens waren die Themen zum Teil so schlecht gewählt, dass ich dazu fast gar nichts sagen konnte und zuguterletzt: wer redet schon gerne mit einem Kassettenrekorder? Und das wenn noch mehrere andere Leute im Raum sitzen, die ebenfalls vor sich hinmurmeln. Wenn schon eine Speaking-Komponente, dann doch bitte schön face-to-face! Ich habe gehört, dass das bei anderen Zertifikaten so üblich ist und mal ehrlich: es reflektiert wohl eher das wahre Leben echten Menschen gegenüberzusitzen als auf Band zu sprechen. Außerdem kann einem ein aufmunterndes Lächeln sehr schnell die Nervosität nehmen. Und habt ihr schon mal einen Kassettenrekorder lächeln sehen?
Naja, wie dem auch sei, ich habe den neuen TOEFL nicht gemacht, deshalb sind meine Worte mit Vorsicht zu genießen. Allerdings finde ich diese Innovation nicht ganz so Erfolg versprechend.
-= Fazit =-
Take the TOEFL and test your proficiency! Aber nur wenn’s sich wirklich für euch lohnt, d.h. wenn ihr ein Ziel habt, wofür ihr den TOEFL in den nächsten zwei Jahren braucht, denn sonst ist es rausgeschmissenes Geld.
Allgemein ist es nicht schlecht, dass der TOEFL sehr reglementiert ist, da so das Schummeln doch sehr stark eingeschränkt wird. Andererseits sollte es jedoch auch im PBT eine Pause geben, denn es ist sicher nicht ganz und gar ungewöhnlich, wenn man in vier Stunden mal zur Toilette muss oder das Gehirn einfach nur eine Pause braucht. Und bisher geht das eben von der eigenen Zeit runter.
Der Preis von 130$ plus X ist auch nicht ganz ohne… vor allem wenn man bedenkt, dass nichts ist mit Verschieben oder Canceln.
Insgesamt vergebe ich daher 4 Sterne und eine Empfehlung.
naranja, Oktober 04
PS: Vielen Dank für die tollen Bewertungen, die mir zum Brilli verholfen haben! :D
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