TSG Hoffenheim - das "deutsche Chelsea"...!?
30.12.2008
Pro:
Junge, hungrige Mannschaft
Kontra:
Tradition?, Jugendarbeit?
 Cybermike1202
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Seit der Saison 20078/2009 spielt ein Verein in der höchsten deutschen Spielklasse, der die Fußballfans in Deutschland in zwei Lager spaltet: Die Einen (Bayern-Hasser) finden ihn sympatisch, die Anderen lehnen Ihn ab ( "Retortenclub" ). Es geht dabei um die SG 1899 Hoffenheim. Der kleine "Dorfverein" aus dem Stadtteil Hoffenheim der badischen Gemeinde Sinsheim schaffte innerhalb von drei Jahren den "Durchmarsch" von der Regionalliga in die 1. Fußball-Bundesliga. Dieser kometenhafte Aufstieg ist vor allem dem Mäzen Dietmar Hopp zu verdanken, Multimillionär und Mitbegründer des Softwareriesen SAP, der in seiner Jugend selbst aktiv für die TSG Hoffenheim Fußball spielte. Der kleine Dorfverein aus Baden spielte bis 1999 noch in der Oberliga. Trainer war damals Alfred Schön, ein ehemaliger Fußballprofi (u. a. SV Waldhof Mannheim). Ihm folgte ein weiterer ehemaliger Fußballprofi, Hans-Dieter Flick (spielte bei Bayern München und dem 1. FC Köln), auf dem Trainerposten in Hoffenheim. Beide Trainer pflegten einen attraktiven und offensiven Fußball, wobei man in erster Linie auf Nachwuchsspieler aus der eigenen Region setzte. Mit Trainer Hans-Dieter Flick gelang der Aufstieg von der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga. Im ersten Jahr Regionalliga belegte man noch einen bescheidenen 13. Platz. Seit dem Jahr 2002 war man jedoch immer in der Spitzengruppe vertreten. Dann gelang der TSG Hoffenheim ein "Kunststück", das zuvor nur wenigen anderen Clubs, u. a. dem TSV 1860 München, Arminia Bielefeld und SSV Ulm 1846 gelungen war - der "Durchmarsch" von Liga 3 bis in Liga 1. 2006 belegte die TSG Hoffenheim Platz 2 in der Regionalliga Süd, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigte. Die Saison 2006/2007 beendete man als Tabellenzweiter hinter Borussia Mönchengladbach. Das bedeutete den direkten Bundesliga-Aufstieg. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1899 als Turnverien Hoffenheim. Der Verein in seiner heutigen Form existiert aber erst seit 1945, als der TV Hoffenheim und der Fußballverein fusionierten. Der Verein wird - wegen der finanziellen Abhängigkeit von Mäzen Dietmar Hopp - häufig auch als "Hoppenheim" verspottet. Man wirft dem Verein vor, daß dieser sportliche Erfolg ohne die großzügigen Investitionen des Herrn Hopp niemals möglich gewesen sei, und daß der Verein ein "Retortenclub",
Bilder von TSG 1899 Hoffenheim
eine "Söldnertruppe", eine "widerliche Bande" ohne eigene Tradition sei. Aus diesem Grund sieht sich Dietmar Hopp, der dieses "Wunder" erst möglich machte, den Aggressionen und Anfeindungen von Fußball-Fans aus ganz Deutschland ausgesetzt.Was jedoch erstaunlich ist, ist die Tatsache, daß man keine großen "Stars" einkaufte, wie dies bspw. in England beim FC Chelsea London gang und gäbe ist, wo Olmillliardär und Klubbesitzer Roman Abramowich mit Millionen um sich wirft. Abramowich machte aus einem durchschnittlichen, englischen Club einen Verein, der ständig um den Meistertitel mitspielt, hat viele hundert Millionen Euros in die Mannschaft "gepumpt". Bekanntester Spieler der TSG Hoffenheim ist der neue Torwart Timo Hildebrand, der nach einem mißglückten Ausflug nach Spanien (FC Valencia) wieder nach Deutschland zurückkehrte, und zur Rückrunde der Saison das Hoffenheimer Tor hüten wird. In Valencia konnte er sich nicht durchsetzen und versucht nun im beschaulichen, badischen Hoffenheim einen Neuanfang. Hildebrand war beim spanischen Pokalsieger zuletzt nur dritte Wahl. Hoffenheim hatte ein Torwart-Problem. Weder Ramazan Özcan noch Daniel Haas konnten überzeugen. Ralf Rangnick erinnerte sich an seinen ehemaligen Schützling aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten, und holte ihn nach Hoffenheim. In Stuttgart wurde Hildebrand unter Trainer Ralf Rangnick zur "Nummer 1" befördert. Hoffenheim war bisher eine Mannschaft ohne große Stars. Man versuchte es bisher mit jungen, talentierten Spielern, die kaum einer kannte. Hat sich die Hoffenheimer Personalpolitik mit der Verpflichtung des Ex-Nationalspielers etwa geändert!? Wird man in Zukunft noch weitere "fertige" Stars verpflichten...!? Wollen Geldgeber Dietmar Hopp und sein Trainer Ralf Rangnick etwa "nach den Sternen greifen" (Meisterschaft, Champions League)!? Mit Trainer Ralf Rangnick schaffte man den Bundesliga-Aufstieg. den "Grundstein" dafür legten jedoch andere: Alfred Schön, Hans-Dieter Flick und der ehemalige Manager Karlheinz Förster, die bis Ende 2005 / Anfang 2006 für die sportliche Leitung zuständig waren.Die Torschützenliste der Bundesliga wird ebenfalls von einem Hoffenheimer Spieler angeführt - von dem Bosnier Vedad Ibisevic. In der Hinrunde der Bundesligasaison 2008/2009 traf Vedad Ibisevic 18 mal das Tor. Wenn der Bosnier so weitermacht, ist vielleicht sogar der Rekord von Bayern-Bomber Gerd Müller in Gefahr. Der Münchener traf in der Saison 1971/72 gleich 40 mal. Vedad Ibisevic kam über Umwege nach Hoffenheim. Der Bosnier ist Bürgerkriegsflüchtling. Aus Bosnien kam er in die Schweiz zum FC Baden. Von dort siedelte seine Familie in die USA über, nach St. Louis. Durch gute Leistungen in der bosnischen Juniorenauswahl wurde Ex-Fußballstar Michel Platini auf ihn aufmerksam und vermittelte ihn nach Frankreich zu Paris St. Germain. Im Jahr 2006 wechselte Ibisevic nach Deutschland zu Alemannia Aachen. Ein Jahr später ging er nach Hoffenheim. Und hier traf er er plötzlich wie am Fließband. Zunächst hatte er Probleme., kam nicht an Chinedu Obasi und Demba Ba vorbei, und war häufig nur Reserve. Als der Nigerinaer Chinedu Obasi aber für Nigeria bei den Olympischen Spielen antrat, kam Ibisevic`s große Chance - und die hat er genutzt.Hier wurde also gezielt auf das Ziel Profi-Fußball hingearbeitet. Dabei wurde aber nicht auf Talente aus dem eigenen "Stall" gesetzt, sondern auf "fertige" Spieler. Wer sich einmal den Kader der TSG Hoffenheim genauer betrachtet wird feststellen, daß seit etwa 2004 kontinuierlich Spieler hinzugekauft wurden, um den Kader "profitauglich" zu machen. die TSG Hoffenheim hat zwar eine Jugend- und Amateurabteilung, doch eigene Talente findet man in der Profi-Mannschaft (noch) keine. Auch deshalb hat die TSG Hoffenheim wohl den Ruf, ein "Retortenclub" zu sein. Will man dieses Image irgendwann einmal ablegen, sollte man vermehrt dem eigenen Nachwuchs Beachtung schenken und ihn an den Profi-Fußball heranführen. Es genügt meiner Ansicht nach nicht, bei anderen Vereinen zu "wildern" und diesen die Talente "wegzukaufen". Der Profi-Kader der TSG Hoffenheim ist durchsetzt mit vielen bekannten Namen, u. a. Jochen Seitz (vormals 1. FC Kaiserslautern, VfB Stuttgart), Andreas Beck, Tobias Weis, (VfB Stuttgart), Andreas Ibertsberger (SC Freiburg), Kapitän Selim Teber (Waldhof Mannheim / 1. FC Kaiserslautern), Zsolt Löw (Energie Cottbus / Hansa Rostock), Vedad Ibisevic (Alemannia Aachen), Sejad Salihovic, (Hertha BSC Berlin) und eben Timo Hildebrand (VfB Stuttgart / Valencia). Auffallend ist dabei, daß in den letzten zwei, drei Jahren sehr viele neue Spieler kamen. Kaum ein Spieler ist länger als zwei Jahre dabei. Womit wir wieder bei dem Stichwort "Retortenclub" angelangt sind, das weiter oben schon erwähnt wurde.Trainer Ralf Rangnick , seit Juni 2006 in Hoffenheim, hat seiner Mannschaft ein schnelles offensives Spiel verordnet. Die Angriffe der Hoffenheimer werden schnell und überfallartig vorgetragen. Seine erste Station als Cheftrainer war der SSV Ulm, von 1999 bis 2001 trainierte er den VfB Stuttgart. Von 2001 bis 2004 war er Cheftrainer bei Hannover 96 und von 2004 bis 2006 bei Schalke 04. Seit 2006 ist er Trainer in Hoffenheim. Seine größen Erfolge waren zwei Bundesliga-Aufstiege (2002 mit Hannover 96 und 2008 mit TSG Hoffenheim), Pokalfinalist und deutscher Vizemeister 2005 mit Schalke 04. Wird er mit der TSG Hoffenheim seinen ersten (Meister-) Titel als Trainer gewinnen!? Ralf Rangnick hat seit einem Auftritt im ZDF-Sportstudio (noch als Trainer des SSV Ulm 1846) den Ruf, ein "Fußball-Professor" zu sein, weil er in dieser Sendung an einer "Taktik-Tafel" die Grundsätze modernen Fußballspiels erklärte.Trainer-Urgestein Otto Rehagel meinte einmal (Zitat: ) "Geld schießt keine Tore". Der Hoffenheimer Erfolg beweist das Gegenteil. Mäzen Dietmar Hopp hat schon einige Millionen in den Verein investiert, weshalb man die TSG Hoffenheim auch "das deutsche Chelsea" nennt. Das Geld wird jedoch nicht nur in die Mannschaft investiert, sondern vor allem auch in das Umfeld (Stadion, Infrastruktur). Teure Millionen-Transfers, wie sie in Chelsea an der Tagesordnung sind, gibt es in Hoffenheim aber (noch) nicht. Der bis dato teuerste Einkauf ist der Brasilianer Carlos Eduardo, der 8 Mio. € kostete. Dies ist aber eine geradezu bescheidene Summe, wenn man sich mal betrachtet, wieviel Kohle der Herr Abramowich Jahr für Jahr in den FC Chelsea London investiert. Mein Fazit: Die TSG Hoffenheim bringt "frischen Wind" in den deutschen Fußball. Die Mannschaft spielt attraktiven Offensiv-Fußball, und wurde völlig zu recht "Herbstmeister" 2008/2009. Wenn die Mannschaft dieses Niveau halten kann und vielleicht sogar Deutscher Meister wird, dann wäre das eine Sensation. Ähnliches hat in Deutschland nur der 1. FC Kaiserslautern geschafft, als man in den 1990er Jahren erst aus der Bundesliga abstieg, den sofortigen Wiederaufstieg schaffte und 1998 Deutscher Meister wurde. International wurde das nur noch durch Nottingham Forrest in England "getoppt". Das Team stieg 1977 in die erste englische Liga auf, wurde auf Anhieb Meister und siegte 1979 und 1980 auch im Europapokal der Landesmeister. Ich bin jedenfalls mal sehr neugierig, wie das "Wunder Hoffenheim" wohl weitergeht. Wird der Verein eine ähnliche Entwicklung nehmen wie andere, etablierte Bundesligaclubs - oder ist Hoffenheims Erfolg vielleicht doch nur ein "Strohfeuer"...!?TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH Silbergasse 45 74889 Sinsheim-Hoffenheim Telefon: (0 72 61) 40 22 0 Internet: http://www.tsg-hoffenheim.de E-Mail: info@tsg-hoffenheim.de © LittleGiant für Yopi, Dooyoo und PV, Cybermike1202 für Ciao!
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13.03.2010 22:17
Interessant. Liebe Grüße, Elena
11.02.2009 14:10
ich bin Bayern und Hoffenheim-Hasser....Das Projekt Hoffenheim ist Gift für den Fussball
20.01.2009 16:42
Du hast mich richtig kategorisiert - ich bin Bayern-Hasser und finde Hoffenheim gut ;-) LG 777queen