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Kinder-Taekwon-Do

5  24.05.2006 (02.06.2006)

Pro:
Förderung der Körperbeherrschung und der Konzentration

Kontra:
wenn überhaupt der Preis

Empfehlenswert: Ja 

bellanotte

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:56

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Kinder-Taekwon-Do

Seit zwei Jahren nimmt mein Kind regelmäßig am Taekwon-Do Training teil. . Selbstverständlich konnte ich in diesen beiden Jahren die Entwicklung meines Kindes sehr gut beobachten. Mit diesem Bericht maße ich mir an, diese Kampfsportart zu beschreiben, ohne sie selber auszuführen.

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Allgemeines zu Taekwon-Do

Übersetzung
" Weg des Fußes und der Hand "

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Geschichte
(In Kurzform)
Diese koreanische Kampfkunst wird unter dem Namen Taekwon-Do erst seit den fünfziger Jahren in der jetzigen Form betrieben. Die Grundgedanken sind jedoch in der Geschichte Koreas zu finden. Das Ziel ist die Erreichung des

Satoris " …ein unmittelbares Wissen um alle Dinge in der Weise, dass man völlig mit ihnen eins wird und sie nicht mehr von außen als ein Zweites betrachtet"

1965 beginnt Großmeister Kwon, Jae-Hwa Taekwon-Do in Europa bekannt zu machen. Er kommt nach Deutschland und bleibt acht Jahre hier. In dieser Zeit wird das Fundament für das heutige Taekwon-Do hier in Deutschland gelegt.

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Bestandteile des Taekwon-Do

Hyong : Formenlauf
Eine festgelegte Reihenfolge von Verteidigungs- und Angriffsaktionen im Bewegungsablauf. Das Schwergewicht liegt hier bei : Einüben von Bewegungsabläufen, Konzentration, Gleichgewicht, Atmung und Bewegungsrhythmus.

Kyep-Pa : Bruchtest
Regelmäßiger Bestandteil in Prüfungen, der aber nicht im Training praktiziert wird. Es zeigt sich dann in der Prüfung ob das Zusammenspiel von Technik und Konzentration gelungen ist.

Chayu Taeryon : Freikampf
Diese wird erst im fortgeschrittenen Stadium der Grundausbildung ( ab dem 6. Kup) als letzte Stufe der Partnerübung trainiert. Ziel ist hier in fließenden Bewegungsabläufen zielgerecht zu handeln und zu reagieren.

Ilbo-Taeryon : Ein Schritt-Kampf
Eine zwischen zwei Partnern abgesprochene Abfolge von Angriffs- und Verteidigungsaktion. Die bisher erworbenen Fähigkeiten werden in der Partnerübung ohne Körperberührung vertieft.

Hosinsul : Selbstverteidigung
Dies ist die Summe aller Elemente des Taekwon-Do und Ergebnis und Bestandteil des Trainings. Erfolgreiche Selbstverteidigung ist Konzentration, Einfühlungsvermögen und Schnelligkeit gleichermaßen.

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Kleidung
Der weiße Anzug, bestehend aus einer Jacke, einer Hose und einem Gürtel wird "Dobok" genannt. Die linke Brustseite der Jacke ist mit dem Verbandsabzeichen versehen, auf dem linken Ärmel ist ein Emblem der koreanischen Flagge.

Graduierung/Gürtelfarben

Weiß 10. und 9. Kup
Gelb 8. und 7. Kup
Grün 6. und 5. Kup
Blau 4. und 3. Kup
Rot 2. und 1. Kup
Schwarz ab 1. Dan

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Im Übungsraum
Beim Betreten des Raumes bleibt man erstmal stehen und verbeugt sich in Richtung Lehrer, dies wird ebenfalls beim Verlassen des Raumes so getan. Den Anweisungen des Lehrers wird immer gefolgt. Zu Beginn der Übungen wird sich in Reihen aufgestellt. Vorne stehen die am höchsten Graduierten ganz hinten die Neulinge.
Die Übungen werden immer mit sehr viel Respekt vor dem Partner und der Eigenentwicklung durchgeführt.

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Das Training besteht aus folgenden Teilen

- Aufwärmgymnastik und Dehnungsübungen
- Einzelübungen
- Partnerübungen
- Selbstverteidigungsüb ungen

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Auf die einzelnen Techniken werde ich hier in diesem Bericht nicht näher eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde und der Teil über Kinder-Taekwon-Do, im Speziellen, auch noch seinen Platz finden soll.
....Obwohl sämtliche Übungen und Techniken sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gelten.

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Eignung
Grundsätzlich ist Taekwon-Do für Kinder ab 5 - 6 Jahren geeignet. Da nach oben fast keine Altersgrenze gesetzt ist, können Eltern als auch Großeltern gemeinsam mit den Kindern trainieren. Bei älteren Menschen, die bisher wenig Sport betrieben, ist die Sporttauglichkeit von einem Arzt zu bestätigen.

Taekwon-Do beansprucht den gesamten Körper sowie den Geist und den Willen. Ein wesentlicher Bestandteil ist die regelmäßige, am besten tägliche Übung.

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Kindertraining
Aufgrund der bestehenden Disziplin und der streng geregelten Abläufe während des Training lernen viele Kinder hier das erste Mal, dass es in dieser Welt auch Grenzen und Regeln gibt, die einzuhalten sind, da ansonsten Konsequenzen folgen (z.B. Ausschluss).
Der Lehrer meines Kindes ist sehr streng aber auch sehr beliebt .

Es wird nicht nur auf Einhaltung der Regeln während des Trainings geachtet. Es beginnt tatsächlich mit Betreten des Raumes. Die Schuhe müssen ordentlich an ihren Platz gestellt werden. In der Umkleide herrscht ebenfalls Ordnung. Beschimpfungen oder Auslachen werden nicht geduldet. Selbstverständlich ist jegliche Art von körperlicher Gewalt absolut untersagt. In einem solchen Fall wird das Kind vom Training für mindestens eine Stunde ausgeschlossen.
Neulinge werden sofort integriert und respektiert, egal wie holprig die ersten Versuche im Training aussehen.

Die Vielzahl der Übungen entsprechen dem natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang der Kinder. Ich beobachtete Kinder, die zunächst aufgrund ihres Bewegungsmangel müde und abgeschlappt daher krabbelten, jetzt aber richtig aufgeblüht und strahlend- schwitzend das Übungsgebäude verlassen.
Auch für Kinder mit Koordinationsproblemen ist diese Sportart aufgrund des Lernens der Körperbeherrschung absolut geeignet.
Auf Kinder mit Problemen in der Koordination wird äußerst individuell eingegangen. Da sie auch von anderen Kindern nicht gehänselt werden, kann man das Selbstvertrauen förmlich wachsen sehen.

Es wird in jeder Trainingseinheit dafür Sorge getragen, dass selbst der Schwächste ein Erfolgerlebnis mit nach Hause nehmen kann.

Andere, zunächst verhaltensauffällige Kinder können hier schnell lernen sich in einer Gruppe einzufügen und den Vorteil des geschützten Raumes zu schätzen.
Haudegen haben hier keine Chance, da hier strenge Verhaltensregeln herrschen. Ist ein Kind schwerer von einer Verhaltensstörung betroffen, muss es leider nach einer gewissen Zeit ausgeschlossen werden, da das Gesamtgruppenkonzept ansonsten stark gestört wird. Hier spricht der Übungsleiter sehr direkte, freundliche und auch hilfreiche Worte mit den Eltern. Es werden Alternativen (evtl. spezielle Therapiemöglichkeiten) mit auf den Weg gegeben. Dies ist aber im Lauf der zwei Jahre nur einmal der Fall gewesen und wurde äußerst diskret behandelt.

Insgesamt trägt diese Sportart zur Förderung des Sozialverhaltens bei.

Mein Kind nimmt wöchentlich an 2 - 4 Trainingsstunden teil. Das ist immer abhängig davon wie viel Hausaufgaben zu erledigen sind. Das Training findet in der Zeit von 16.30Uhr bis 17.30 Uhr statt. Da zwei Trainingseinheiten pro Woche das Minimum für einen Trainingserfolg darstellen, ist mein Sohn bei keinen anderen Freizeit- oder Sportaktivitäten angemeldet. Er soll ja auch noch Zeit zum Freispiel haben.

Er hatte schon sehr früh einen starken Bewegungsdrang und zeigte sich sehr geschickt in den Bewegungsabläufen. Diese Fähigkeit ist in den letzten beiden Jahren sehr gut gefördert worden. Sein Selbstbewusstsein ist gestiegen.Sein Lehrer hat ihn in den Zeiten der Motivationstiefs immer wieder aufbauen können. Ein Tief hatte er z.B. nach 3 Wochen Abwesenheit durch Krankheit. Er wollte nicht mehr! Ich habe mich mit seinem Lehrer unterhalten und mitgeteilt, dass ich dem Wunsch meines Sohnes auch stattgeben möchte, zumindest in Form einer Pause. Nach einer einzigen Trainingseinheit wollte mein Sohn nie, auch nur ansatzweise, so etwas geäußert haben, er war wieder voll dabei.

Seine Konzentrationsfähigkeit hat zugenommen. Ich weiß nicht, ob das alleine auf Taekwon-Do zurückzuführen ist. Ist halt so !!!

Er zeigt viel mehr Verständnis für Schwächere und ist darauf bedacht Konflikte verbal zu lösen. …und dies als Ergebnis von Kampfsport!! Ich denke, er lernt einfach, wie gefährlich die unbedachte Anwendung von körperlicher Kraft ist.

Er geht sehr gerne zu diesem Training und hat auch Freunde dort gefunden. Verletzt hat er sich bisher noch nicht (toi-toi-toi), die Verletzungsgefahr ist im Allgemeinen als gering einzustufen, da die Übungen aufbauend wirken und die Körperbeherrschung stetig zunimmt.

In regelmäßigen Abständen finden Sonderveranstaltungen statt, wie z.B.
- Kinderturniere
- Zeltlager
- Weihnachtsfeier
.....immer in Verbindung mit viel Training.

Ich, @bellanotte, zahle für mein Kind einen Monatsbeitrag von ca. 40.--Euro, das ist im Verhältnis zu anderen Sportvereinen sehr viel. Es ist allerdings für diesen Preis möglich, bis zu 5 mal in der Woche am Training teilzunehmen......und es fällt auch kein Waschen von Fußballtrikots an. :-)) Ich zahle diesen Beitrag gerne, die Begründungen stehen oben.

Diese Sportart ist meiner Erfahrung nach für Kinder sehr empfehlenswert. Erfahrungen im Erwachsenenbereich kann ich nicht aufweisen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Trisa

Trisa

04.03.2008 03:29

Nenene, wird nichts mitm Nachmachen.....

Manuo

Manuo

31.10.2007 20:10

Die Aufwärm- und Dehnungsübungen sind der Hammer.... als Elternteil mache ich auch mit und bemerke jedes Mal, das ich Muskelkater an den verschiedensten Stellen habe :O) Für Kinder optimal - ein Sport den ich auch nur empfehlen kann, obwohl meine Kleine erst seit einem Jahr dabei ist und "nur" 2 Stunden in der Woche hat. Es macht ihr jede Menge Spaß - obwohl der "Meister" auch immer mal wieder meckert ... LG Manuela!

chinook_1

chinook_1

19.09.2007 16:59

Sehr interessanter Bericht! Bei meiner Joggingrunde sehe ich im Sommer auch immer eine kleine Zwergen-Budo-Truppe, sehr diszipliniert und engagiert. Ein Kumpel versucht mich auch immer für Aikido zu begeistern. Okay, wäre ein paar Jahre jünger - gerne. So eher nach einer Trainingseinheit ein Fall für den Chiropraktiker. Obwohl viele im hohen Alter diese Sportart noch erfolgreich und effizient betreiben, wenn auch mit einem etwas eingeschränkteren Bewegungsradius. Die von Dir erwähnten Vorteile habe ich schon von vielen Eltern gehört - und gerade durch den Erwerb der Gürtel wächst jeder Knirps gleich noch um ein paar Zentimeter mehr ... ;-)

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