Takeshi Kitanos Dolls (2002)

Takeshi Kitanos Dolls (2002)

Gesamtbewertung Takeshi Kitanos Dolls (2002) 3 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

... Takeshi Kitano ist mittlerweile zum japanischen Lieblingsregisseur vieler Europäer avanciert. Nach Ozu und Kurosawa ein weiterer Vertreter dieser rätselhaften Kultur, die zu verstehen man nicht in der Lage scheint, die aber genau daraus ihre Faszination speist. Natürlich birgt eine solche ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 
1 von 1 ähnlichen Angeboten für Takeshi Kitanos Dolls (2002)  
Takeshi Kitanos Dolls (Collector's Editon, 2 DVDs) [Collector's Edition] Takeshi Kitanos Dolls (Collector's Editon, 2 DVDs) [Collector's Edition]
Obwohl sich der japanische Filmemacher Takeshi Kitano von Anfang an nicht auf ein einziges ... mehr
Genre hat festlegen lassen, ist er zumindest im
Westen vor allem als Regisseur von sehr modernen
und sehr eigenwilligen Yakuza-Filmen bekannt. Doch
das ist nur eine Fassette seines weit gefächerten
Schaffens. Eine ganz andere offenbart sich in
Dolls, einem durch und durch stilisierten
Episodenfilm, der von den Dramen und Tragödien des
traditionellen Bunraku-Theaters inspiriert worden
ist. Dolls beginnt mit einer Aufführung von
Monzaemon Chikamatsus berühmten Stück "Der Bote
der Unterwelt", einem aus dem 18. Jahrhundert
stammenden Klassiker dieser extrem stilisierten
Theaterform. Die Puppen im Bunraku-Theater sind
mehr als einen Meter groß und werden von drei die
ganze Zeit sichtbaren Spielern bewegt. Am Rand der
Bühne sitzen neben dem Erzähler, der das Geschehen
kommentiert und sämtliche Rollen spricht, auch
noch die ihn begleitenden Musiker. Eine Illusion
von Realismus ist ganz und gar ausgeschlossen, und
doch provozieren Aufführungen wie diese oft
stärkere Emotionen im Publikum als die meisten von
Menschen gespielten Stücke. Das mag zunächst wie
ein Widerspruch erscheinen. Doch die Kunst des
Bunraku-Theaters liegt in einer Stilisierung, die
im tiefsten Innern verschüttete Gefühle zurück ins
Bewusstsein bringt. Einen ähnlichen Effekt strebt
Kitano mit den drei tragischen Liebesgeschichten
an, die er hier ineinander verwoben hat. Schon
nach kurzer Zeit führt Kitano die Puppen aus dem
Theater heraus in einen imaginären schwarzen Raum,
in dem sie beginnen, sich drei Geschichten zu
erzählen, deren Protagonisten Menschen unserer
Zeit sind. Die erste Geschichte, die auch den
größten Raum für sich einnimmt und in die die
anderen beiden Tragödien eingebettet sind, handelt
von den "aneinander gebundenen Bettlern". Für alle
stand fest, dass Matsumoto und Sawako das ideale
Paar sind. Doch dann haben Matsumotos Eltern ihren
Sohn gedrängt, er solle in die Familie seines
Chefs einheiraten und so Karriere machen.
Daraufhin hat Sawako versucht, sich umzubringen,
und dabei einen schweren Hirnschaden erlitten. Als
Matsumoto davon erfährt, lässt er die Hochzeit mit
der Tochter des Chefs platzen und kehrt zu Sawako
zurück, die sich nicht mehr an ihn erinnern kann.
Fortan laufen die beiden durch ein rotes Seil
aneinander gebunden durch die Straßen und Parks
der Stadt. Die zweite Geschichte erzählt von einem
Yakuza-Boss, der vor 30 Jahren seine Geliebte
verlassen hat. Wie früher wartet sie immer noch
jeden Samstag in einem Park auf ihn. Nun ist er
alt geworden und sehnt sich nach seiner früheren
Liebe. Für einen Moment scheint sogar ein neuer
Anfang möglich, nur holt ihn schließlich seine
Yakuza-Vergangenheit ein. In der dritten
Geschichte versucht Nukui, ein Fan, der Sängerin
Haruna, deren Gesicht nach einem schrecklichen
Autounfall entstellt ist, näher zu kommen. Da sie
niemanden an sich heranlässt, blendet Nukui sich
selbst. So einfach und klar diese Geschichten auf
den ersten Blick auch erscheinen mögen, Takeshi
Kitano inszeniert so distanziert und stilisiert,
dass sie einem zunächst ganz fremd erscheinen.
Anders als etwa europäische und amerikanische
Melodramen setzt Dolls nur indirekt auf das
Mitgefühl des Zuschauers. Es sind nicht so sehr
die Geschichten, die einen berühren. Es sind
vielmehr die Farben, in denen Takeshi Kitano sie
erzählt. Bisher wirkten seine Filme immer etwas
monochrom, Blau- und Grautöne herrschten vor, hier
nutzt er nun zum ersten Mal die ganze Palette der
Primärfarben. Die Bilder strahlen regelrecht und
treffen einen mit ihrer beinahe schon
überirdischen Schönheit direkt ins Herz. Wie die
Stilisierungen des Puppentheaters provozieren sie
Emotionen, die viel tiefer reichen als die
Gefühle, die einzig und allein aus der
Identifikation mit den Figuren erwachsen. --Sascha
Westphal
€ 59,95*

Händler kann Preis
erhöht haben


VersandkostenKostenlose Lieferung
VerfügbarkeitGewöhnlich versandfertig in 24 Stunden...
Amazon.de Marketplace DVD
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein,
da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.


   
Von Puppenspielern und anderen Menschen...
Erfahrungsbericht von Oleanna über Takeshi Kitanos Dolls (2002)
21.06.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: die Bildkompositionen
Kontra: etwas sperrig

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Weil ein junger Mann sich den Konventionen seiner Eltern hingibt und die Tochter seines Bosses heiratet, statt seine große Liebe, begeht die Verschmähte einen Selbstmordversuch. Reuevoll kehrt der Mann zu seiner mittlerweile geistig umnachteten Liebe zurück. Aneinandergebunden werden sie durch die Landschaft laufen, um nie wieder getrennt und füreinander da zu sein.

Ein ehemaliger Yakuza-Boss kehrt nach dreißig Jahren in den Park zurück, in dem er sich damals von seiner Freundin verabschiedete. Auf der Suche nach dem beruflichen Erfolg vergass er, dass die Frau jeden Samstag auf einer Bank auf seine Rückkehr wartete, was er noch in Liebe zu ihr versprach. Nun aber, als er an den Ort seiner Jugend zurückkehrt, erkennt sie ihn nicht mehr.

Ein aufstrebender Popstar ist ständig umlagert von ihren Fans. Der Erfolg wird jedoch abrupt beendet, als sie durch einen Unfall im Gesicht entstellt wird. Aus Angst jemand könne sie so sehen, schottet sie sich von der Öffentlichkeit ab. Ihr größter Fan kann ihr Leid nicht ertragen und blendet sich selbst, so dass er erblindet vor sie treten kann...

Takeshi Kitano ist mittlerweile zum japanischen Lieblingsregisseur vieler Europäer avanciert. Nach Ozu und Kurosawa ein weiterer Vertreter dieser rätselhaften Kultur, die zu verstehen man nicht in der Lage scheint, die aber genau daraus ihre Faszination speist. Natürlich birgt eine solche Bewertung immer auch Gefahren. Das Wort Kitsch mag einem dabei in Gedanken zufliegen oder die Überbewertung der Chiffren, die Kitano in seinen Filmen zu verstecken scheint. Wenig Spielraum also sich objektiv einem Film wie 'Dolls' zu nähern.

Eines wird gleich zu Beginn augenscheinlich. Kitano verlässt offenbar seine zum Markenzeichen gewordene kühle und starre Darstellung der Gewalt. Zwar findet auch in 'Dolls' ein Yakuza Boss Eingang, doch dient auch diese Figur nur zur Einordnung in ein großes Ganzes, in ein Spiel, dessen Botschaft dann doch wieder in bedrohlicher Gewalt ertrinkt. Das Sichtbare wird zum Minimum reduziert, um einer Liebe Platz zu machen, die dann doch wieder vor kaum erkennbarer Gewalt, vor Verzweiflung und Egoismus strotzt. Somit schließt sich der Kreis zu Kitanos Oeuvre und findet nur in der Ästhetik ihren Ausbruch.

Der Rahmen dieses Filmes wird uns schon in den ersten Momenten vorgegeben. Man bekommt eine Aufführung eines Bunraku-Theaterstückes, Chikamatsus 'Bote zur Unterwelt', geboten. Die Puppen sind etwa ein Meter groß und mit schweren Kiminos bekleidet. Geführt werden sie von in schwarz gekleideten Männern, die auf der Bühne sichtbar bleiben und somit scheinbar selbst agieren. Die Grenze zwischen den Puppen und denen, die sie zu führen scheinen, wird ein ums andere Mal aufgehoben.

Ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen wird. Auch hier sind zwei der Hauptfiguren durch ein rotes Seil aneinander gekettet. Am einen Ende ein junger Mann (Hidetoshi Nishijima), am anderen seine frühere Verlobte (Miho Kanno). Was sie vereint ist ihre gemeinsame Geschichte, die sie nun aneinanderkettet und sich gegenseitig führen lässt. Wohin, weis keiner von beiden, weshalb, scheint unwichtig, angesichts der Bürde ihrer vergangenen Liebe. Sie wandern mit starren, ausdruckslosen Gesichtern in immer eindrucksvoller werdenden Kostümen (Yohji Yamamoto) durch die wechselnden Jahreszeiten, durch traumwandlerisch komponierte Bilder.

'Dolls' speist seine Faszination aus diesen farbgewaltigen Einstellungen, denen eine gewisse Symbolik inne zu wohnen scheint. Leider ist sie oft so verschlüsselt, dass es dem nicht-japanischen Zuschauer kaum möglich ist, hinter die Geheimnisse einiger dieser Gesten oder Symbole zu blicken. Dadurch sperrt sich der Film unnötig gegenüber dem Publikum, das zwangsläufig ausweichen muss in die Bewunderung dieser Kompositionen. Nur so liegt es viel näher, der Exotik die ein japanischer Film hat, zu erliegen, ohne ihn als Kunstwerk richtig würdigen zu können. Takeshi Kitano schaffte es leider nicht immer dieser Gefahr, nur an der Oberfläche zu bleiben, zu widerstehen. Er fordert einen mitdenkendes Gegenüber, doch vergisst er dabei, diese Aufforderung in seinen Film zu integrieren. Oder sollte dies nicht die Aufgabe eines Künstlers, eines Filmemachers sein?

Trotz allem ist 'Dolls' einer seiner besten Filme. Dabei scheint sich seine formale Bildsprache langsam zu verändern (vielleicht ist er aber endlich auch dort angekommen, wohin seine Suche nach seiner eigenen Ästhetik ihn führen könnte). Jedenfalls ist sein aktueller Film, der diese Woche in die deutschen Kinos kommt, ähnlich komponiert.

Die DVD-Veröffentlichung besticht durch eine Liebe zum Detail, die alle Kitano-Fans begeistern dürfte. Neben der Originalversion in japanischer Sprache, gibt es erstmals auch eine synchronisierte Fassung, die extra für diese DVD produziert wurde. Die Aufmachung ist neben den umfangreichen Extras das große Highlight. Die Doppel-DVD erscheint als Collector's Edition in einer Sonderverpackung mit wunderschönem Falzbooklet. Bild und Tonqualität sind von guter Qualität und die Extras sprechen für sich:

- Biografien
- Filmografien
- Interviews (dt. untertitelt) mit Regisseur TAKESHI KITANO, Modeguru YOHJI YAMAMOTO, den Hauptdarstellern Miho Kanno und Hidetoshi Nishijima
- Scenes from the shoot
- Venice Film Festival 2002
- Original Trailer
- Trailer   

weitere Erfahrungsberichte
Liebe – Schicksal – Erlösung – Tod – Liebe ...
Bewertung für Takeshi Kitanos Dolls (2002) von Posdole

Pro: Bezaubernd, erschreckend, visuell einzigartig
Kontra: Nichts

Ein kleiner rosafarbener Plastikball, angetrieben durch den Atem Sawakos, die in ein Kinderspielzeug, eine Art Pfeife, bläst, kann bis zum Mond springen. Eines der schönsten Bilder in „Dolls“: der kleine rosa Ball und der Vollmond. Ein anderes Bild zeig ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

20.11.2003
Dolls
Bewertung für Takeshi Kitanos Dolls (2002) von Pussy101

Pro: ein wunderschöner Film
Kontra: Eigentlich nichts

...Heute möchte ich euch den japanischen Film „Dolls“ von Takeshi Kitano vorstellen. Ich interessiere mich sehr für Japan und also auch für Filme aus diesem Land. Leider werden nicht viele japanische Filme im Fernsehen, geschweige denn im Kino ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
hilfreich

17.03.2004

Vergleichen Sie ähnliche Produkte mit Takeshi Kitanos Dolls (2002)

  • Trainspotting
  • Twilight - Breaking Dawn: Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1
    (+) Hübsche Schauspieler, etwas rasanter als der Vorgänger (-) schlechte Story, schauspielerisch nicht besonders begabte Figuren , unglaubwürdig & anspruchslos (*)
  • Tag des Falken, Der (Film)
    (+) Teils recht schöne Landschaftsaufnahmen in einem unaufgeregten Film (-) Mit einer Laufzeit von rund zwei Stunden nimmt sich der Film m . E . ein bisschen zu viel Zeit (*)
  • The Ring
    (+) Geniale Story, genialer Aufbau, wunderschöne Bilder, hammer Soundtrack, geiler Sound (-) Kontra? lol .. der war gut ;) (*)
  • Time Bandits
    (+) sehr lustig, gute Darsteller, nette Idee (-) FSK6 ist hier wohl etwas niedrig angesetzt (*)
  • Tomcats
    (+) unterhaltsam, will humorvoll sein (-) geistig minderbemittelt, lahme Gags (*)
  • Tanz der Teufel 2 - Evil dead 2
    (+) Kettensäge *G*, Splatterszenen (-) Story und der Rest (*)
  • Tigerland
    (+) Geniale Geschichte / unverbrauchtes Thema (-) in vielen Kinos nicht mehr erhältlich aölso nix wie hin zur Videothek. (*)
  • Taking Lives (2004)
    (+) düstere und spannende Atmosphäre, anfangs guter Spannungsbogen, gelungener Soundtrack (-) eher durchschnittliche schauspielerische Leistungen, Spannung lässt am Ende stark nach, Ende ist vorhersehbar, nur Durchschnitts-Thrill erkost (*)
  • Turbulence
    (+) Action,Spannung,GIRL POWER (-) Werbung zwischendurch (*)
(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


Sind Sie Hersteller/Anbieter von Takeshi Kitanos Dolls (2002) ? Klicken Sie hier