Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
super Geschichten, toll gezeichnet |
| Kontra: |
vielleicht etwas schwer erhältlich und recht teuer im Original |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Zur Abwechslung hab ich mir gedacht, stell ich euch mal wieder eines meiner Comics vor. Wieder eines, aus der Reihe „Tales from the crypt“, die Nummer 3. Auf Deutsch sind diese Hefte übrigens unter dem Titel „Phantastische Geschichten“ Ende der 70er oder Anfang der 80er veröffentlicht worden. Die englischen Originale sind bereits aus den 50ern, bei meiner Ausgabe handelt es sich allerdings wieder um einen Reprint aus dem Jahre 1990. Die Originale werden, je nach Ausgabe mittlerweile für zwischen 60 und 120€ oder gar noch höher gehandelt.
ZUM HEFT
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Jede Geschichte wird immer von einem der 3 Erzähler vorgetragen. Das wären: der „Crypt-Keeper“ (Grab-Wächter), der „Vault-Keeper“ (Gruft-Wächter) und der „Old Witch“, der alten Hexe.
Über den jeweiligen Bildern befindet sich immer ein Teil der Geschichte in Erzählform und in den Bildern selbst kann man in den Sprechblasen das lesen, was die jeweiligen Personen sagen. Alles ist rein in Großbuchstaben geschrieben, gut zu lesen und sehr übersichtlich, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht so scheint. Die einzelnen Bilder sind sehr schön gezeichnet, auch richtig gruselig und eben die Figuren im typischen 50er-Jahre-Stil, entsprechen eben auch diesem Schönheitsideal, was vor allem bei den Frauen stark auffällt. Dazu muss man aber sagen, dass die Schreibweise oder die Geschichten keinesfalls veraltet oder abgedroschen wirken. Im Gegenteil. Die Geschichten können einen heute noch genauso fesseln und überraschen wie sie es damals sicherlich getan haben.
„UNDERTAKING PALLOR“: so heißt die erste Geschichte, erzählt vom Crypt-Keeper, gezeichnet wurde die Geschichte von Jack Davis…
4 Jungs beobachten gespannt durch das Fenster eines Bestattungsunternehmers, wie er eine Leiche präpariert. Allerdings kommt bald der örtliche Apotheker zu besuch und die Jungen werden Zeuge von einer grausamen Vereinbarung. Der Apotheker mischt tödliche Medikamente für seine Kranken und der Bestattungsunternehmer schwatzt den Hinterbliebenen die teuersten Särege etc. auf und nimmt dann doch das billigste. Der daraus entstandene Gewinn wird geteilt. Dummerweise ist das nächste Opfer der Vater eines der Jungen, der es zum Glück nicht mitbekommen hatte, weil ihm vorher übel geworden ist. Die anderen Jungs wollen es ihm nicht sagen, beschließen sich aber zu rächen. Sie hetzen Apotheker und Bestattungsunternehmer gegeneinander auf…
Eine gute Geschichte, sehr intelligent gemacht und das Finale ist auch wirklich hervorragend. Vor allem, weil zu guter letzt die Taten der beiden gerecht gesühnt werden…
Die nächste Geschichte wird vo, Vault-Keeper erzählt und nennt sich: „THE CRAVING GRAVE“ (gezeichnet von Joe Orlando)
Auf einem Friedhof liegt ein einsames Grab. Alle Gräber drum herum sind belegt, nur dieses Grab steht seit Jahren leer. Schließlich bekommt das Grab doch eine „Einlage“. Eine alte Frau, aber das Grab merkt, dass die Dame noch keine Ruhe gefunden hat. Es stellt sich heraus, dass sie fast immer allein war, sie hatte nie geheiratet, nie eigene Kinder gehabt, hatte dann als ihre Schwester starb, übernahm sie die Aufzucht ihres Sohnes und war glücklich. Der Sohn zog aber früh weg, lies sie wieder allein. Nach Jahren kam er wieder mit seiner Frau. Die alte Dame dachte, dass sie nun endlich nicht mehr allein wäre, statt dessen wurde sie von den beiden getötet, damit diese ihr Vermögen erben konnten. Nun erhebt sich die unruhige Leiche wieder aus dem Grab und bringt bald darauf statt ihrer, die beiden verräterischen Kinder ins Grab.
Eine wirklich geniale Geschichte!!! Nicht nur die Story an sich, vielmehr die Art, wie sie erzählt wird. Es wird nämlich alles aus der Sicht des Grabes geschildert. Das Grab erzählt, wie allein es ist, wie die anderen Gräber es zu verspotten scheinen und wie es sich freut, als es endlich eine Aufgabe hat etc. Selten habe ich eine so gut gemachte Story gelesen!
Es folgt wieder eine Geschichte vom Crypt-Keeper: „THE CRYPT-KEEPER´S GRIM FAIRY TALE“, diesmal „THE SLEEPING BEAUTY“, d. h. eine Umsetzung von Dornröschen der Brüder Grimm. Gezeichnet wurde das Ganze von Jack Kamen.
Das Märchen kennt ja sicher jeder. Hier etwas vereinfacht. Dornröschen schläft eben einfach ein an ihrem 18.Geburtstag, nachdem ihr das vom ungeladenen Gast bei ihrer Geburt prophezeit worden war. Eine riesige Dornenhecke war ums Schloss gewachsen und nun kommt ein holder Prinz um sie zu retten, wie es schon so viele vor ihm versucht haben, deren Leichen zum Teil auch noch in den Hecken zu sehen sind, während er sich durchkämpft. Als er schließlich ans Ziel kommt, muss er feststellen, dass die schlafende Schönheit nicht wirklich das ist, was er erwartet hatte….
Auch hier ganz nett erzählt, allerdings fand ich den Teil mit dem „Boyscout-Knife“, mit dem er sich durchs Gestrüpp kämpft doch etwas zu lächerlich und überzogen ;-). Die Auflösung allerdings ist doch eher überraschend und gut gemacht!
Als nächstes folgt eine Geschichte der alten Hexe: „SHADOW OF DEATH“ (gezeichnet von Graham Ingels)
Ein alter Mann, der im Rollstuhl sitzt und nicht mehr laufen kann, verdient sich seinen Lebensunterhalt dadurch, dass er täglich an einer Straßenecke Zeitungen verkauft. Er verdient gerade mal das nötigste zum Leben, aber er ist glücklich. Bis eines Tages ein gesunder Mann kommt und genau an seiner Stelle ebenfalls die Tageszeitung anpreist. Er ist natürlich schneller als der behinderte Mann und schnappt ihm alle Kunden weg. Die sind so in Eile, dass sie nicht merken, was da vor sich geht und von wem sie die Zeitung kaufen ist ihnen ohnehin egal. Als der alte Mann schon aufgeben will, passiert etwas Sonderbares. Sein Schatten löst sich unbemerkt von seinem Körper und sucht den jungen Zeitungsverkäufer heim. Dieser wird am nächsten Tag tot aufgefunden – Schlaganfall….
Eine Geschichte, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann, natürlich nicht mehr, ab dem Zeitpunkt, wo sich der Schatten löst, aber das ist dann der Horror, der das Ganze erst interessant macht. Und die Idee ist doch wirklich gut! Mittlerweile zwar schon in etlichen Horrorfilmen etc. durchgekaut, aber damals sicher noch recht innovativ.
An dieser Stelle wäre das ursprüngliche „Tales from the crypt“ Comic zu Ende, aber wie gesagt, bei mir handelt es sich um einen Reprint, eine Double Sized-Edition und nun folgt noch eine Reihe von „Crime Suspenstories“.
Hier trägt die erste Geschichte den Titel „MURDER MAY BOOMERANG“. Die Zeichnungen sind von Johnny Craig:
Ein alleinerziehender Vater tut wirklich alles für seinen Sohn, er arbeitet sich auf, nur um ihm ein Studium zu ermöglichen. Der Sohn möchte sich, nachdem er sein Studium mit Erfolg abgeschlossen hat revanchieren, für alles, was sein Vater ihm ermöglicht hat. Er unternimmt einen Ausflug mit ihm, sie mieten eine Jagdhütte in den Bergen. In der Nähe der Hütte ist allerdings ein Gefängnis mit Schwerverbrechern. Als der Sohn noch Vorräte in der Stadt holen muss und den Vater zurücklässt, hört er im Radio, dass gefährliche Mörder ausgebrochen sind. Als er zurückkommt findet er seinen Vater schwer verstört, er möchte denjenigen finden, der seinem Vater das angetan hat, fährt mit ihm herum, bis er auf einen Mann in Jagdklamotten deutet und ihn anklagt. Der Sohn bringt ihn um, bald darauf sieht der Vater wieder einen Mann in Jagdklamotten und sagt, dass er derjenige war, der ihn heimgesucht hat und dem Sohn wird klar, dass er einen großen Fehler gemacht hat….
Eine wirklich gut gemachte Geschichte, deren Ausgang auch wieder sehr überraschend ist. Hat mir sehr gut gefallen, auch von den Zeichnungen wieder toll gemacht.
„DEATHS DOUBLE-CROSS“ nennt sich die nächste Geschichte (Zeichnungen von Wally Wood):
Ruth ist seit 2 Jahren mit ihrem Mann John Drakely verheiratet. Die Ehe verlief aber äußerst langweilig für sie, ihr Mann ist nur am Geschäft interessiert und sie ist für ihn nur ein Vorzeigepüppchen. Da steht eines Tages sein Zwillingsbruder Ronnie wieder vor der Tür. In ihn war Ruth ursprünglich verliebt, aber er war ein Abenteurer, der in die Ferne gezogen ist und sie wollte nicht länger auf ihn warten. Nun verspricht sie ihm, sich scheiden zu lassen, aber er hat einen anderen Plan. Er will an das Geld seines Bruders. Ein kleiner Unfall im See sollte ihm dabei helfen. Alles scheint nach Plan zu verlaufen, aber bald nach dem „Unfall“ wird Ronnie immer mehr wie John, selbst die kleinen äußerlichen Merkmale verändern sich und Ruth ist sich bald sicher, dass nicht John, sonder ihr geliebter Ronnie damals im See ertrunken ist…
Ein nettes Verwirrspiel, bei dem man sich stellenweise selbst nicht mehr sicher ist, wer denn nun wer ist und auch wie sich zum Ende hin alles entwickelt ist gut ausgedacht!
Unterbrochen wird die Geschichte von einer kleinen Kurzgeschichte, nur Text ohne Comics. Finde ich etwas unpassend angeordnet – warum durchbricht man das Comic damit? Die Geschichte an sich ist ganz nett zu lesen, wäre aber in meinen Augen zwischen 2 Comics besser angebracht als mitten in einem Comic…
Nun folgt „SNAPSHOT OF DEATH“ (Zeichnungen von Graham Ingels)
Eine Frau engagiert einen Auftragskiller, sie gibt ihm ein Foto des Opfers. Zum Erstaunen des Mannes ist es ein Bild von ihr selbst. De Rätsels Lösung: sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Natürlich hat der Killer seine Leute und erledigt es nicht selbst. Zuhause angekommen, erfährt die Frau von ihrem Mann, dass dieser glücklicherweise einen Arzt gefunden hat, der sie heilen kann! Sie erreicht allerdings den Mann nicht, dem sie den Auftrag gegeben hat, sie töten zu lassen…
Auch eine sehr interessante Geschichte. Am Ende mit richtigem Schockeffekt, aber ich verrate mal nicht, wie es ausgeht…auf jeden Fall mal wieder sehr überraschend!
„HIGH TIDE“ nennt sich die letzte Geschichte aus dem Heft (Zeichnungen von Harvey Kurtzman):
Eine Fähre mit 3 Mann und dem Fahrer an Bord, fährt von einer Gefängnisinsel zurück zum Festland. Da hören sie in den Meldungen, dass ein Sträfling entkommen ist und vermutlich mit auf der Fähre ist. Nun beschuldigen sich alle 3 Passagiere gegenseitig, keiner traut dem anderen und letztendlich gibt es die ersten Toten…
Wer denn nun der entflohene Sträfling war und ob er entkommen kann müsst ihr schon selbst lesen! Hätte man sicher nicht gleich vermutet und das Ende ist natürlich wieder sehr tragisch ;-)
Ich finde die „Tales from the Cryp“ Comics immer wieder gut, vor allem, weil das Ende der Geschichten immer so schön überraschend ist! Auch die Zeichnungen finde ich immer besonders gelungen und so schön realistisch, ich mag diesen typischen 50er Jahre Stil. Etwas problematisch ist es immer mit der Beschaffung dieser Comics, da sie nicht mehr nachgedruckt werden und die Originale zum Teil schon für sehr hohe Preise gehandelt werden. Wer die Comics auf Deutsch mag, der kann nach den „Phantastischen Geschichten“ suchen, die in den 90ern Nachgedruckt worden sind.
HERSTELLER
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Gladstone Publishing
Box 2079
Prescott, Arizona 86302
FAZIT
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Ein wirklich lesenswertes Comic aus der Reihe, haltet mal die Augen offen ;-)
Liebe Grüße vom Comic-Wuschel!!!
Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!