Tales of Destiny

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Süßes Fantasyabenteuer
Erfahrungsbericht von juni79 über Tales of Destiny
7. November 2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Zuckersüße Animationen, witzige Dialoge, bunte Grafik, niedliche Helden, schöner Soundtrack, inetressanter Mix aus Rollenspiel und Beat´em - Up, viele Kämpfe
Kontra: Eventuelle zuviele (Zufalls - )Kämpfe, streng linearer Spielverlauf, eindeutig zu leicht, nur als Importversion erhältlich

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Jetzt komme ich auf ein in Deutschland wahrscheinlich eher unbekanntes Rollenspiel für die Sony Playstation zu sprechen, welches im Jahr 1999 den Weg in unsere Videospielsammlung gefunden hatte. Unbekannt dürfte dieses RPG zumindest für diejenigen unter den Videospieler(innen) sein, die nichts mit Importspielen aus den USA oder Fernost zu tun haben wollen, denn leider Gottes ist dieses wirklich bemerkenswerte Abenteuer namens „Tales of Destiny“ nicht als europäische Pal-Version erschienen, zumindest soweit ich dies weiß. Sollte es wider Erwarten mittlerweile doch eine solche Version geben, lasst es mich bitte unbedingt wissen, ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass dem leider nicht so ist. Den echten Rollenspielfans (und dies sind ja in der Regel nicht die ganz jungen Videospieler) dürfte dies aber ziemlich egal sein, denn „immerhin“ erschien Tales of Destiny ja in einer lupenreinen englischen Sprache. Allerdings muss außerdem Eure Playstation (oder auch Playstation 2) entsprechend umgebaut sein, darauf müsst Ihr natürlich auch achten, was wahrscheinlich für viele einen größeren Kaufhinderungsgrund darstellen dürfte. Wie dem auch sei, für diejenigen, für die das Ganze kein Hindernis darstellt, stellt Tales of Destiny ein hochinteressantes und weit überdurchschnittliches RPG-Abenteuer dar. Wieso das der Fall ist, versuche ich Euch nun zu erklären.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht zunächst einmal das Königreich Phandaria, welches zwar einen mittelalterlichen Touch zu haben scheint, jedoch trotzdem „einen guten Draht“ zu den unendlichen Weiten des Alls zu haben scheint. Aus weiter Ferne scheinen nämlich Einflüsse hochentwickelter technologischer Art dem Königreich seinen Stempel aufzudrücken. Genau genommen war es einst so, dass ein riesiger Meteor auf den Planeten herabgestürzt war und leider einen Großteil der gesamten Bevölkerung auslöschte. Einige wenige Überlebende gab es dennoch, die sich dann die magischen Eigenschaften des Meteorgesteins zunutze machen konnten. Dieses Gestein stellte für die Überlebenden eine Art unermesslich großen Energievorrats dar, welche (wen wundert dies) in erster Linie dazu benutzt wurden, hochentwickelte Waffen zu kreieren. Dieses Gesteinsmaterial wird „Lens“ genannt, aus dem in der Folgezeit legendäre Schwerter gefertigt wurden, die ganz speziell auserwählten Personen dann zur Verfügung standen. Doch nach und nach geriet dieses Wissen rund um das magische Material und die Schwerter in Vergessenheit, als unsere eigentliche Geschichte beginnt, sind es eigentlich nur noch die Forscher am Hofe des Königs, welche verhindern, dass dieses Wissen völlig in Vergessenheit gerät, nur sie sind es noch, welche die mächtigen Waffen weiterhin fertigen. Damit die Rohstoffe weiterhin verarbeitet werden können und somit der Nachschub für die Waffenproduktion weiterhin rollen kann, existiert eine Gruppe der sogenannten „Lens-Hunter“, womit schließlich auch unsere Hauptfigur ins Spiel kommt.

Unser Held hört auf den Namen Aileron und weist auf den ersten Blick keine besonders charakteristischen Merkmale eines großen Helden auf. Als vagabundierender Jugendlicher geraten wir vielmehr rein zufällig an Bord eines Luftschiffes an ein solch legendäres Schwert, welches uns völlig überraschend zu seinem Herrn und Meister ernennt. Sehr erstaunt aber natürlich nicht gerade unwesentlich geschmeichelt startet somit eine nicht alltägliche Karriere des jungen Abenteurers Aileron, dessen Führung wir fortan übernehmen. Im Laufe unseres Abenteuers gesellen sich dann nicht nur weitere Kameraden hinzu, sondern unser junger Held perfektioniert den Umgang mit seinem Schwert und erwirbt individuelle Spezialfähigkeiten. Dabei gewährt uns das legendäre Schwert namens Dymlos auch immer wieder zwischendurch einen kurzen Einblick in die Geschehnisse einer längst vergangenen Epoche, nach und nach wird uns klar, dass unser Held mehr als nur ein herumstreunender Teenager ist. Was mir auf Anhieb besonders am Spielverlauf auffiel, war dabei die Tatsache, dass Tales of Destiny ein Rollenspiel darstellt, welches erstaunlich viele Elemente aus Prügelspielen beinhaltet, so kommen doch ziemlich viele Schlag- und Trittkombinationen in den zahlreichen Kämpfen zur Geltung. Gerade in diesem Punkt unterscheidet es sich doch deutlich von dem üblichen Rollenspiel-Einheitsbrei, was auch für willkommene Abwechslung beim Aufeinandertreffen mit den Feinden sorgt. Es gibt aber noch weitere auffällige Punkte, die dieses Fantasyabenteuer so reizvoll machen.

Zunächst einmal wird Euch die Geschichte in der seinerzeit üblichen (und nach heutigen Maßstäben eventuell doch etwas zu unspektakulären) Ansicht präsentiert. Befinden wir uns beispielsweise auf der Übersichtskarte, wird in eine Art 3D-Oberwelt umgeblendet, auf der Ihr Euren augenblicklichen Standort erkennen könnt. Kommt es dann in einem Gebiet zum Kampf wird in eine seitliche Perspektive umgeblendet, in welcher Ihr die einzelnen Manöver (speziell die besonderen Spezialfähigkeiten wie Zaubersprüche, Trittkombinationen und Superschläge) Eurer Heldentruppe und jene des Feindes sehr gut betrachten könnt. Die Hintergründe sind dabei überwiegend Wald-, Wiesen-, Eis-, Schnee- und Gebirgslandschaften, düstere Höhlen, alte Tempelstätten und natürlich auch zahlreiche Dörfer, in welchen Ihr Euch stundenlang mit den jeweiligen Bewohnern unterhalten könnt. Nachdem Euch diese oft nützliche Hinweise gegeben haben, macht Ihr Euch schnurstracks auf in ein Euch bis dahin unbekanntes Gebiet, woraufhin Ihr auch in aller Regel „nett“ von Euren Feinden empfangen werdet. Auffallend ist dabei, dass Euch die Monster und feindlichen Soldaten nahezu unentwegt angreifen, den ein oder anderen von Euch mag dies sicher nerven. Nachdem Ihr die Feinde zum x-ten Mal mit Feuerball, Blitzschlag, Sprengsatz, Sprintattacke, Fußfeger und Superschlägen in die Flucht geschlagen habt, erreicht Eure Heldentruppe (bis zu fünf Kameraden kommen hinzu) dann endlich Euer vorläufiges Ziel. In solchen Zielgebieten werdet Ihr dann des öfteren vor kleinere Rätsel (Verschieben von Kisten, Ziehen von Statuen) gestellt, besonders schwer sind diese jedoch nicht, sorgen aber immerhin für etwas Abwechslung. Übrigens steuert Ihr nur die Hauptfigur selber, den anderen Figuren (Mary, Stahn, Leon, Bruiser, Karyl) könnt Ihr lediglich bestimmte Grundbefehle erteilen (zum Beispiel das Heilen in brenzligen Situationen), aber das war schon okay so für mich. Immerhin könnt Ihr dadurch viele taktische Elemente in die Kämpfe miteinbringen, so greift ein Charakter unentwegt an, der andere lässt einen Zauberspruch nach dem anderen los, der nächste heilt wie verrückt und der andere stärkt beispielsweise Angriff und Verteidigung einzelner Kämpfer(innen). Mir hat diese interessante Kombinationsmöglichkeit immer sehr viel Spaß gemacht, wenn auch manchmal in der Hektik der Kämpfe die Übersicht etwas verloren ging.

Der Spielverlauf ist dabei streng linear, was unter anderem dafür spricht, dass sich gerade Einsteiger(innen) in das Rollenspielgenre von Beginn an wohlfühlen sollen. Eure Mission ist immer eindeutig und Ihr dürftet auch eigentlich so gut wie nie vom Weg abkommen, Euch zu keinem Zeitpunkt irgendwann einmal so richtig „verfransen“. Den erfahrenen Rollenspieler wird dies eventuell dann doch etwas langweilen, mir machte es jedenfalls nichts aus. Überhaupt muss ich allerdings sagen, dass der Schwierigkeitsgrad auffallend niedrig ist, mir ging das Ganze dann doch etwas „zu glatt durch“, was die Spannung dann leider doch etwas geringer macht. Zumindest kann ganz sicher von einem „einsteigerfreundlichen“ Rollenspiel gesprochen werden. Was aber dafür verantwortlich war, dass ich praktisch jede Stunde dieses Rollenspielabenteuers genoss, waren die sehr witzigen Dialoge, die zuckersüßen Animationen gerade der Helden und die abwechslungsreichen Missionen, wenn diese auch viel zu leicht zu erledigen sind. Einsteiger knabbern möglicherweise an die 50 Stunden an diesem Abenteuer (schließlich werden sie auch Schritt für Schritt an den Umgang mit allen möglichen Funktionen herangeführt), erfahrene Videospieler(innen) auf diesem Gebiet sind dann aller Voraussicht nach in 25 bis 30 Stunden schon durch, was für meinen Geschmack dann doch zu kurz für ein Rollenspiel ist.

Eine besonderes positives Merkmal ist für mich die niedliche und im Grunde fehlerlose Grafik, welche Ihr in Tales of Destiny bestaunen dürft. Natürlich ist die Präsentation ist dieser Hinsicht nach heutigen Maßstäben schon veraltet, aber das macht meiner Meinung nach überhaupt nichts. Überall könnt Ihr knallige bunte Farben ausmachen, sowohl was die Charaktere als auch die Hintergründe angeht. Besonders hervorzuheben sind die (schon erwähnten) sehr gelungenen Animationen im Kampf, die teilweise richtig niedlich aussehen und immer für einen Lacher gut sind. Die Figuren sind relativ klein, zumindest was den Körper angeht, Kopf und speziell die Haare sind jedoch sehr groß, eben im typischen japanischen Anime-Look. Zwar ist ein solches Design sicherlich nicht für jeden etwas, aber irgendwie denke ich, dass man die Aufmachung der Heldentruppe einfach lieb haben muss. Außerdem gibt es aber auch schöne Licht-, Spiegel- und Feuereffekte zu betrachten und auch die Schneeflocken in den Winterlandschaften sind einfach sehr schön anzuschauen. Doch speziell die wilden Frisuren der kleinen Helden sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben, doch das ist sicher Geschmackssache, ich bin auf jeden Fall mit der süßen Grafik sehr zufrieden. Erfreulicherweise ist auch der Soundtrack sehr gut gelungen, der ja gerade bei einem Rollenspiel eine besondere Bedeutung hat und phasenweise für eine fantastische mitreißende Spielatmosphäre sorgen kann. Genau das ist hier der Fall, es wechseln sich sehr stimmungsvolle Melodien andauernd ab, ob schwere traurige Gitarrenklänge oder fröhlich-heitere Töne, die jeweilige Spielsituation wird immer sehr gut untermalt.

Für jeden von Euch, der etwas für Rollenspiele übrig hat und zumindest etwas der englischen Sprache mächtig ist (na ja, im Grunde müsst Ihr schon fortgeschrittene Kenntnisse haben, ehrlich gesagt), stellt Tales of Destiny ein echtes „must-have“ dar. Auch aus der heutigen Sicht weiß dieses Abenteuer vol und ganz zu überzeugen, die positiven Aspekte überwiegen ganz eindeutig. Zugegebenermaßen ist der Schwierigkeitsgrad viel zu niedrig, was sich dann auch auf eine etwas zu geringe Spiellänge auswirkt, was allerdings dann wiederum auch zunächst einmal ideal für Einsteiger in dieses Genre ist. Die Perspektive mag etwas veraltet erscheinen, ebenso die Aufmachung der doch recht kleinen Figuren, trotzdem versprüht Tales of Destiny gerade durch die grafische Aufmachung einen fast schon unwiderstehlichen Charme, so war es jedenfalls bei mir. Die Animationen sind wie überhaupt die gesamte bunte Grafik einfach zuckersüß, die Spezialeffekte im Kampf durchaus sehenswert, die Steuerung kinderleicht, der Soundtrack sehr gelungen und die Dialoge sehr interessant und oft auch richtig witzig. Etwas getrübt wird der Spielspaß dann leider dadurch, dass der Spielverlauf an sich im Grunde streng linear verläuft und dieses hochinteressante Fantasyabenteuer eben nur als Importversion zu haben ist, was ich natürlich extrem schade finde. Somit sind sehr gute Englischkenntnisse und eine entsprechend umgebaute Playstation leider Pflicht. Für wen diese beiden letztgenannten Negativpunkte kein Hindernis darstellen, ja der muss einfach zugreifen, am Besten heute noch.


 

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06.09.2006


Tales of Eternia (PSP)

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Genre1: Rollenspiel

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