Feines Objektiv zum fairen Preis
10.04.2007
Pro:
Scharfe Abbildung, durchgehend Blende 2 . 8, Haptik
Kontra:
große Serienstreuung, kleiner Fokussierring
Empfehlenswert:
Ja
 Scott05
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dieser Bericht handelt von meinen Erfahrungen mit dem Tamron 17-50mm f2.8. Ich beziehe mich jeweils nur auf die Tamronversion für Nikon, andere Anschlüsse sollten jedoch vom optischen Aufbau her gleich sein. Bitte verzeiehen sie mir, wenn ich dieses Objektiv lediglich Tamron 17-50mm nenne und nicht beim vollen Namen (XR, Di, li, blabla), denn diese lustigen Kürzel kann sich zum einen niemand merken und zum anderen sagen sie nicht viel über ein Objektiv aus. Wenn Sie etwas über die technischen Details und Kompatibilitäten des Objektivs erfahren möchten, so erfahren dies sowohl auf der Homepage von Tamron als auch in verschiedenen Online-Shops. Ich werde nur von meinen Erfahrungen mit dem Objektiv mit Nikon-Anschluss an meiner Nikon D80 im Einsatz berichten. Das Objektiv an sich: Das Tamron 17-50mm wirkt hochwertig verarbeitet und macht einen soliden Eindruck. Der Zoomring dreht nicht zu hart und nicht zu weich, sondern arbeitet genau so wie er sollte. Auch nach mittlerweile sicherlich mehr als 3000 Aufnahmen (geschätzt, ich zähle nicht haarklein mit), welche ich mit dem Tamron gemacht habe, ist der Zoomring nicht "ausgelutscht" und weich geworden, sondern arbeitet wie am ersten Tag. Der Fokussierring hingegen ist etwas dünn geraten und wenn man manuell scharf stellt, wünscht man sich einen etwas breiteren Ring, denn es ist schon etwas fummelig an diesem kleinen Ring die Schärfe mit der Hand einzustellen. Dadurch, dass man immer den Autofokusantrieb beim manuellen scharfstellen mitdreht, hat man immer das Gefühl, als wenn man das Objektiv kaputt machen würde: beim drehen hört man ein leises surren und man merkt, dass man den Antrieb des Autofokus bewegt. Das ist aber konstruktionsbedingt normal (es sei denn man hat ein Objektiv mit Ultraschallantrieb) und mir ist kein Fall bekannt, bei dem manuelles Fokussieren dem Autofokus geschadet hätte. Es ist tatsächlich mehr ein psychisches Problem (ala "Sei bloß vorsichtig, du machst es noch kaputt"). Mein Tipp: Einfach mal einen Tag lang manuell fokussieren und schon macht man sich keine Gedanken mehr darüber. Aber sind wir mal ehrlich: man nutzt doch (fast) ausschließlich den Autofokus, denn schließlich hat man sich deshalb ja auch ein AF-Objektiv gekauft und nicht ein altes manuelles Objektiv, obwohl diese in vielen Fällen auch noch nutzbar wären an modernen DSLRs. Ansonsten ist die Haptik, also das Gefühl des Anfassens des Objektivs, sehr gut. Zwar nicht ganz so exzellent wie manch ein Canon- oder Nikonobjektiv der oberen Preisliga, aber für diese Schmuckstücke bezahlt man auch gut und gerne das x-fache.
Der Autofokus: Der Autofokus wird vom Motor der Kamera angetrieben, d.h. das Tamron hat keinen eigenen Motor zum Scharfstellen. Dadurch variiert allerdings auch die Geschwindigkeit des Autofokus, je nachdem an welcher Kamera das Objektiv verwandt wird. An meiner Nikon D80 und auch an der D70s arbeitet der Autofokus jedoch flink und auch zuverlässig. Zwar sind aktuelle Ultraschallobjektive tatsächlich noch schneller, allerdings kam in mir noch nie der Wunsch nach einem schnelleren AF auf, obwohl ich auch bewegte Motive fotografiere. Daher ist er für mich allemal ausreichend schnell.
Die Abblidungsleistung: Das Tamron 17-50mm hat eine sehr gute Abbildungsleistung, welche sich selbst hinter viel teureren Zoomobjektiven und Festbrennweiten nicht verstecken muss! Ich hatte mir vor dem Kauf des Tamrons das Nikon AFS 17-55mm f2.8 ausgeliehen und Testaufnahmen gemacht, später verglich ich diese Aufnahmen mit denen des Tamrons. Ergebnis: Selbst in der 100-Prozent-Ansicht sehe ich keinen Unterschied in der Schärfe, welche bei beiden Objektiven ausgezeichnet ist. Die höchste Schärfeleistung hat das Tamron meiner Erfahrung nach bei Blende 4-5.6, welche selbst die aktuellen 10 Megapixelsensor (egal ob Nikon, Pentax oder Sony: gebaut werden diese Sensoren alle von Sony; lediglich Canon baut eigene aber in der Auflösungsleistung absolut vergleichbare Sensoren) ausreizt. Doch auch die Anfangsöffnung von Blende 2.8 ist bereits sehr gut, steigert sich wie erwähnt nochmals bis Blende 5.6 und bleibt bis 8 kosntant, fällt anschließend jedoch wieder ab (ist jedoch normal: jedes Objektiv arbeitet in einem bestimmten Blendenbereich am Besten). Mit anderen Worten: viel schärfer wird es nicht! Das Tamron 17-50mm musste sich in meinen Tests lediglich dem 50mm-Nikkor geschlagen geben, welches noch einen Tick schärfer auflöst. Dieser Tick ist aber im fotografischen Alltag unsichtbar und niemand könnte diesen Unterschied sehen. Außerdem halte ich es an sich auch für unfair, eine Festbrennweite gegen ein Zoom antreten zu lassen, da ein Zoom immer ein Kompromiss darstellt, da ja jede "zoombare" Brennweite gute Ergebnisse bringen soll. Aber: das Tamron schlägt sich erstaunlich gut, ich möchte fast sagen super. Die Verzeichnung und auch die Vignettierung des Tamrons ist weder bei 17mm noch bei 50mm störend und jeweils nur leicht ausgeprägt bei f2.8, bei Blende 4 bereits konnte ich keine Vignettierung mehr sehen. Auch sind mir bei meinen vielen Aufnahmen noch keine starken Farbsäume durch Chromatische Abberation untergekommen, allerdings sind diese kurz CAs genannten Bildfehler zum einen auch vom Sensor abhängig und zum anderen leicht am PC korrigierbar. Fazit: Die Abbildungsleistung ist wirklich top und nur wer noch den letzten Tick Schärfe benötigt sollte zu dem noch besseren (und x-fach teureren) Objektiv mit Blende 2.8 von Nikon greifen. Dem anspruchsvollen Amateur und vielleicht auch dem Profi wird das Tamron voll zufrieden stellen.Auf die Auswahl achten: Eins muss man jedoch anmerken: nicht jedes Tamron ist gleich! Ich musste das selbst feststellen: mein erstes Tamron 17-50mm f2.8 fokussierte nicht sauber und war in der Abbildungsleistung nicht gut. Beim Händler meines Vertrauens probierte ich anschließend zwei weitere Objektive aus, doch auch deren Ergebnisse waren unterdurchschnittlich. Daraufhin wurde mein Objektiv zum Service von Tamron geschickt und nach nur zwei Wochen (!) war es wieder da, repariert und seit dem ist es absolut top. Wer sich dieses Prozedere gleich ersparen möchte, sollte im Fachhandel gleich mehrere Objektive ausprobieren. Leider ist die Serienstreuung bei Tamron anscheinend sehr groß, denn ähnliche Berichte finden sich viele im Internet. Wer allerdings ein gutes bekommt, kann sich über ein wirklich scharfes Objektiv freuen.
Gesamtwertung: Ich bin mit meinem Tamron 17-50mm f2.8 sehr zufrieden. Meine 50mm-Festbrennweite habe ich anschließend verkauft, da die 50mm des Tamrons wirklich so überzeugend waren, dass die Festbrennweite nur zu Hause blieb. Wer ein solides und scharfes Objektiv für aktuelle DSLRs sucht, sollte zu einem handverlesenen, d.h. selbst beim Händler getesteten, Tamron greifen. Von mir daher: 5 Sterne. Ich hoffe, dass dieser kleine Bericht Ihnen helfen konnte und freue mich, dass sie Ihn gelesen haben.
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11.04.2007 12:34
bei nicht durchgehend gleicher Qualität und schlechter Fokkussierung verstehe ich Deine Wertung 5* nicht so ganz. Gruß Edgar
11.04.2007 09:33
Das klingt nach einem sehr interessanten Objektiv. Allerdings weiß ich nciht was ich denn nun davon halten soll, wenn es so schlecht fokussiert. Ich würde da bei einem Neukauf schon ein tadellos funktionierendes erwarten ohne mehrere durchprobieren zu müssen. Gruß aswie.
11.04.2007 00:58
Tamron.....?..........Es gibt doch auch Orginalscherben mit Glaslinsen! Spaß beiseite....Guter Bericht........Gruß.....fargot