Taormina Altstadt, Taormina

Bilder der Ciao Community

Taormina Altstadt, Taormina

> Detaillierte Produktbeschreibung

100% positiv

1 Erfahrungsberichte der Community

Es gibt leider keine Angebote

Erfahrungsbericht über "Taormina Altstadt, Taormina"

veröffentlicht 20.02.2017 | Leo56
Mitglied seit : 06.02.2006
Erfahrungsberichte : 152
Vertrauende : 132
Über sich :
Leute, momentan habe ich wenig Zeit für ciao, aber ich bin bald zurück
Ausgezeichnet
Pro wunderschön, nett zum Einkaufen, mit tollem Ausblick und viel Kunst
Kontra alles ist sehr teuer
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

"ein Kleinod weit oben mit Blick aufs Meer und den Ätna"

Der Dom in Taormina

Der Dom in Taormina

Taormina ist bekannt als Touristenort. Es liegt an der östlichen Meeresküste, zwischen Catania im Süden und Messina im Norden. Durch die Lage weit oben, in mehr als 200 Metern über dem Meeresspiegel, ist der Blick natürlich grandios.

Wie kommen wir hin?

Wir wohnen etwa 5 km südlich davon in einem Hotel in Giardini Naxos. Taormina können wir von der Straße vor unserem Hotel gut sehen, die Häuser ganz oben auf einem Bergplateau des Monte Tauro locken zu einem Besuch. Der Ort ist laut Reiseführer über einen guten Wanderweg von Giardini-Naxos aus in 5,2 km erreichbar. Da wir aber noch weitere Ziele auf dem Plan haben, fahren wir mit einem Leihwagen hin. Es geht bergan und bergab, zumindest ehe wir endlich einen Parkplatz für die Altstadt finden. Zu Fuß wäre es nicht machbar gewesen, jedenfalls nicht, wenn man sich nicht auskennt.

Und dann liegen die Altstadt mit ihren Kirchen und Palazzi aus dem 14. und 15. Jahrhundert sehr weit oben. Eine Seilbahn (Foto 10) verkehrt zwar zwischen Strand und Altstadt, aber zu Fuß ist es uns zu unsicher, diese auch zu finden. Nun, wie auch immer, insbesondere Gerd ist froh, als wir endlich einen Parkplatz finden.

Etwas aus der früheren Geschichte Taorminas

Das gesamte östliche Gebiet Siziliens wurde etwa 300 Jahre vor der Kolonialisierung durch die Griechen, von den Sikelern besiedelt, die vom italienischen Festland kamen.
Sie hatten wohl das Glück, dass die Sikaner (lateinisch Siculi), die ursprünglichen Bewohner, nach mehreren die Felder verwüstenden Vulkanausbrüchen nach Westen weitergezogen waren. Später wurde die gesamte Insel, die früher Sikanien hieß, nach den Sikelern umbenannt.

Und dann kamen die Griechen und machten Sizilien zu ihrer Kolonie. Das geschah ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. bis etwa Mitte des 6. Jahrhunderts vor Chr. und hat zur Folge, dass wir auch heute noch etliche griechische Zeugnisse bewundern können.

Auf der durch einen Vulkanausbruch entstandenen Landzunge südlich von Taormina hatten sich Griechen angesiedelt, in Giardini Naxos. Dieser Ort wurde später von Dionysios I. von Syrakus zerstört und da die Griechen mit den Bewohnern von Taormina ein gutes Verhältnis aufgebaut hatten, wurden sie danach in Taormina aufgenommen. Sie nannten diese Stadt „Tauromenion“. Im 3. Jahrhundert vor Christus kamen die Römer und nun wurde der Ort umbenannt in „Tauromenium“. Die Römer zogen ein und errichteten typische römische Stadtvillen und ihre großen Wasserreservoirs, die den Bewohnern über lange Belagerungszeiten hinweghelfen konnten.

Dennoch kamen Anfang des 10. Jahrhunderts (nach Christus) wieder neue Herren. Die Streitmacht des aghlabidischen Emirs AbÅ« IshÄq IbrÄhÄ«m II. eroberte die Stadt und weitere 70 Jahre später wurde sie zerstört. Die Bewohner hatten sich in Aufständen gegen die arabische Herrschaft gewehrt. Das Castello oberhalb von Taormina zeugt noch heute von dieser maurischen Zeit.

Erst im 13.Jahrhundert wurde die Stadt neu besiedelt. Aus dieser Zeit stammt beispielsweise die Kathedrale des Heiligen Nikolò, es kamen Paläste und Villen sowie weitere kirchliche Einrichtungen dazu. Das Stadtbild wird weitestgehend durch diese Bauten bestimmt, ergänzt durch Straßencafes und Restaurants im mediterranen Charme.


Taormina Altstadt

Wir haben unser Auto auf dem großen Parkplatz unterhalb der Altstadt abgestellt und betreten diese , in demwir ein Stadttor durchqueren. Es ist das Gate Catania. Damals wurde Taormina durch eine dreifache Rundum-Mauer geschützt.

Spuren davon sieht man heute noch am Uhrenturm mitten in der Altstadt, aber auch an den noch vorhandenen Stadttoren. Das Tor Catania führt nach Süden. Die letzte Veränderung am Tor wurde 1440 von den Aragoniern vorgenommen, die dort ihr Wappen anbrachten. Es ist oberhalb des Rundbogens zu sehen.

Taorminas Hauptstraße heißt Corso Umberto I. Sie führt durch die gesamte Altstadt, rechts und links gehen kleinere und größere Gassen ab, manchmal sehr steil nach oben oder unten führend. Es macht Spaß, hier von Geschäft zu Geschäft zu schlendern und nebenbei auch hinter die Kulissen, also in die Gassen hinein zu schauen.

Wir kommen auf eine Piazza, auf der der Dom aus dem 13. Jh. steht und davor ein hübscher weißer Brunnen. Der Dom San Nicolò, auch Festungskathedrale genannt, liegt im Zentrum Taorminas und wurde auf den Ruinen einer kleineren Kirche aus dem frühen Mittelalter erbaut.

Auf dem Platz vor dem Dom steht ein 1635 erbauter Barockbrunnen mit zwei übereinander liegenden Wasserbecken. Darüber thront eine Figur, die Centauressa, sie ähnelt den griechischen Kentauren. Der Stierkörper symbolisiert den Berg Monte Tauro, der Frauenkörper mit Zepter und Erdkugel die Stadt Tauromenion.

Die Centauressa ist das offizielle Wahrzeichen der Stadt und wird auch im Stadtwappen abgebildet.

Unter den Wasserbecken finden sich drei Rundumstufen aus demselben Stein, die sichim Sommer hervorragend zum Rasten eignen. Zwei Wasserspenderan den Seiten der Stufen ergänzen den wunderschönen Brunnen.

Mich zieht es zum Dom. Das Hauptportal und die darüber gemeißelte Rosette wurden 1638 im Stil der Renaissance erneuert. Die Türen bestehen aus Metall und beinhalten beeindruckende Figuren als Reliefs. Der Bau besteht aus einem Haupt- und zwei Seitenschiffen, in denen sich jeweils drei kleine Altäre befinden. Die Seitenschiffe werden durch Arkadenartige Abteilungen abgetrennt, die von Säulen getragen werden.

Beachtenswert sind laut Reiseführer eine Byzantinische Madonna, ein Gemälde von Antonio Giuffrè, das die Heimsuchung Marias darstellt und ein Polyptychon von Antonello de Saliba. Insgesamt ist der Dom sehr beeindruckend und unbedingt sehenswert.

Gegenüber trinken wir einen Kaffee bei Billy & Billy.

Ein nächstes auffälliges Bauwerk ist ein Uhrenturm, der Torre dell’Orologio, aus dem 12. Jh., der als Durchgangstor in die Vorstadt diente. Bei einer Restaurierung im 17. Jh wurde eine große Uhr angebracht, die dem Turm seinen Namen gibt.

Unweit davon kommen wir wieder auf eine Piazza. Hier stehen gleich zwei Kirchen und hier gibt es auch einen schönen und breit angelegten Aussichtspunkt mit Terrasse und Blick hinunter aufs Meer, aber auch zum Ätna. Ein Ort für besondere Fotos und unzählige Selfies.

Die Kirche Sant’Agostino wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Anlass waren die Erleichterung und Dankbarkeit der Bevölkerung, da Taormina vor einer Pestepidemie verschont geblieben war. Durch einen größeren Umbau um 1700 ging der spätgotische Stil verloren. Von der alten Fassade blieben nur das Portal und die Rosette erhalten. Heute ist in dem Gebäude die Gemeindebibliothek von Taormina untergebracht. Deshalb können wir sie nicht besichtigen.



Gegenüber steht die Kirche San Guiseppe, die im 17. Jh. erbaut wurde. In ihrer Fassade befindet sich ein großes Portal, das aus verschiedenfarbigem Marmor gefertigt wurde, der aus der Nähe von Taormina stammt. Die Kirche ist durch dieses Portal zugänglich oder durch zwei kleinere Seitentüren. Allerdings nur dann, wenn sie auch geöffnet ist. Jetzt im Wiinter sind alle Türen verschlossen, schade. Ich schaue im Reiseführer nach und dort steht, dass im Inneren auch die menschlichen Figuren, die von Flammen umzingelt werden, zu sehen sind. In der Fassade entdecke ich sie auch. Das ist sehr interessant, schade dass sie verschlossen ist. Diese Darstellungen sollen die Reinigung von Sünden im Fegefeuer symbolisieren. Der Kirchengrundriss besteht aus einem Haupt- und einem Querschiff mit Kuppel. Ein Fresko zeigt San Giovanni Bosco zwischen Madonna und Jesuskind. Rechts neben der Kirchenfassade befindet sich der zwiebelförmige Glockenturm, dessen unterer Teil aus großen taorminischen Steinblöcken besteht.

Die Kirche San Giuseppe war ehemals der Sitz der "Bruderschaft zum Troste armer Seelen im Fegefeuer". Oh jeh, manchmal bin ich doch sehr froh, im 20. Jh. zu leben.

Taorminas ältestes und wohl auch teuerstes Caffè Wunderbar grenzt unmittelbar an die Kirche San Giuseppe. Die Aussicht von der hoch über dem Meer gelegenen Terrasse ist spektakulär. Von der Piazza aus kann man auch einen Blick auf die Luxusherberge San Domenico, Siziliens exklusivstes Hotel, erhaschen.

Wir haben nur Kaffee getrunken, aber selbst der Kaffee ist hier doppelt so teuer wie im Ort Giadini Naxos. Auch ein Blick in die Geschäfte bestätigt, dass Taormina "ein teures Pflaster ist. Italienische Spezialitäten, Weine, Olivenöl und Schinken haben sehr hohe Preise, verglichen zu den Preisen in Südspanien. Aber Taormina ist nicht umsonst ein sehr beliebter Touristenort. Das Flair und dazu die grandiose Aussicht auf das Meer mit der Bucht von Giardini Naxos und den riesigen Ätna haben eben auch ihren Preis.

Die Piazza IX. Aprile ist der Mittelpunkt und inoffizielle Versammlungsort von Taormina. Einheimische und Touristen treffen sich hier. Der große Platz mit seinen Restaurants und Cafes ist wunderbar dazu geeignet.

Am anderen Ende der langgezogenen Hauptstraße finden wir ein weiteres Stadttor. Die Porta Messina wurde am Anfang des 19. Jh restauriert und im Jahr 1808 von Ferdinand IV von Bourbon wieder geöffnet. Damals wurde es auch Porta Ferdin genannt. Dieses Tor zeigt nach Norden.

Wir biegen aber eine Straße zuvor nach Osten hin ab und besichtigen das Griechische Theater (ich werde darüber gesondert berichten). Der Rückweg durch die Altstadt wird dann nicht minder interessant. Etliche Palazzos wie das auf Resten eines griechischen Tempels erbauten Palazzo Corvaia oder das Palazzo Badia Vecchia mit gotischen und arabischen Elementen begegnen uns. Und unser Auto ist dann auch nicht abgeschleppt.

Um viele neue Eindrücke reicher fahren wir heim.

Was wir im Januar nicht besucht haben, ist der Strand unterhalb Taorminas. Das blaue Wasser am Strand der geschützten Naturoase Isola Bella ist bekannt. Die Insel ist über eine Sandbank mit dem Strand verbunden.

Fazit:

Taormina ist einen Besuch wert. Wer etwas Geld sparen möchte, sollte lieber ein Hotel in der Nähe beziehen, beispielsweise in Giardini Naxos, aber der Ort Taormina ist unbedingt mindestens einen Besuch wert. Auch jetzt im Winter ist die Stadt gut besucht, im Hochsommer könnte es allerdings sehr voll werden, was den Genuss sicherlich mindert. Der Blick hinunter zum Meer und auch zum Ätna ist grandios und ich bin froh, dass wir hier hinauf gefahren sind. Besucher sollten sich auch mindestens den Dom aus dem 13.Jh. von Innen anschauen, er ist täglich geöffnet. Kulturinteressierte werden jedoch mit einem einzigen Tag nicht auskommen.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 648 mal gelesen und wie folgt bewertet:
96% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
besonders hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • elguwi veröffentlicht 02.10.2017
    Beeindruckend vom Text und den Fotos. BG euwi
  • ClaraFall veröffentlicht 01.10.2017
    bh. lg. clara
  • MadderSky87 veröffentlicht 07.09.2017
    Grüßle, Flo.
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

beliebteste ähnlich Produkte

Produktdaten : Taormina Altstadt, Taormina

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 17/02/2017