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Kein Krieg ohne Taschenwärmer!

5  11.11.2002

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Empfehlenswert: Ja 

OlliKrabbe

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 141 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Während meiner Zeit bei der Bundeswehr musste ich auch bei kaltem Wetter häufig raus. Mein Panzer hatte ja ne Standheizung an Bord so dass ich nur selten frieren musste aber man ist ja nicht immer mit dem Panzer unterwegs so dass man schon nach kleinen Hilfsmitteln suchen muss. Taschenwärmer sind da sehr verbreitet. So ziemlich alle Zeit- und Berufssoldaten dürften wohl so ein Ding besitzen und auch unter Wehrdienstleistenden sieht man sie häufiger.

Es gibt verschiedene Ausführungen, die sich heute einem Vergleichstest stellen müssen:

~~~~~~Wärmekissen~~~~~~

Diese Variante findet man auch schon mal in „normalen“ Kaufhäusern und Baumärkten. Es handelt sich dabei um einen kleinen Plastikbeutel der mit einer zähflüssigen Masse gefüllt ist. Außerdem befindet sich darin ein Metallplättchen. Wenn man von außen kräftig auf das Plättchen drückt beginnt im Inneren ein chemischer Prozess. Durch die Kristallisation des Beutelinhaltes entsteht Wärme.
Der Prozess dauert etwa eine gute Stunde. Danach muss man das Päckchen nicht wegwerfen sondern kann es wieder aufladen indem man das Päckchen in kochendes Wasser legt. Die Kristalle lösen sich auf und die Wärme wird in Form von chemischer Energie gespeichert.

~~~~~~Einweg-Wärmekissen~~~~~~

Sie sehen ähnlich aus wie die zuvor erwähnten Kissen. Sie enthalten normalerweise Aktivkohle, Holzkohle, Eisen, Wasser, Salz und einen Biokatalysator. Hier findet keine Kristallisation statt sondern eine katalytische Verbrennung ohne offene Flamme. Um die Reaktion zu starten muss man das Kissen also nur aus der luftdichten Verpackung nehmen in der es geliefert wird. Man kann die Reaktion anders als bei den Kristall-Kissen zwischendurch stoppen indem man das Päckchen wieder in einen luftdichten Beutel legt.
Die Gesamtwirkungsdauer beträgt bei solchen Produkten zwischen 4 und 24 Stunden. Danach muss man das Kissen wegwerfen – es ist nicht regenerierbar. Die Temperatur beträgt ähnlich wie bei den zuerst beschriebenen Kissen ca. 50 °C.

~~~~~~Kohle-Taschenwärmer~~~~~~~

Die sehen in etwa wie ein Brillenetui aus. In ihnen befindet sich ein spezieller Kohlestab der langsam abbrennt. Die Brenndauer beträgt mit einem Stab etwa 8 Stunden. Danach kann man einfach einen neuen Stab einlegen und schon hat man für weitere 8 Stunden Wärme. Umständliches Aufladen wie bei der chemischen Kissen gibt es nicht. Etwas störend wirkt sich aus, dass bei der Verbrennung der Kohle ein leichter Brandgeruch entsteht. Die Klamotten riechen schon unangenehm, aber wenn es richtig kalt ist interessiert das verdammt wenig! Einen solchen Taschenwärmer gibt es bei der Firma Räer (www.raeer.com) für 4 €.
12 Heizstäbe kosten dort 2,50€.

~~~~~~Benzin-Taschenwärmer~~~~~~

So einen besitze ich. Er ist ebenfalls von Räer und hat mich 5 Euro gekostet. Dieses Gerät hat etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und besteht aus einem verchromten Metallgehäuse das die Wärme sehr gleichmäßig abgibt. Nachdem man eine Gehäusehälfte abgezogen hat wird der Blick auf die Brennereinheit frei. Der Brenner nimmt man ab um Benzin in den Tank zu füllen. Hierzu sollte man Feuerzeugbenzin nehmen. Von der Verwendung von normalem Autobenzin oder Diesel wird gewarnt. Angezündet wird nun mit einem Streichholz oder einem Feuerzeug. Die andere Gehäusehälfte aufstecken und schon hat man angenehme Wärme. Und zwar bis zu 12 Stunden lang mit einer Benzinfüllung!
Die Wärmeabgabe kann man gut regulieren indem man den Taschenwärmer in den mitgelieferten Stoffbeutel steckt. Ohne den Beutel gibt der kleine Ofen ganz schön Stoff! Wenn man ihn offen liegen lässt wird er so heiß dass man ihn kaum noch anfassen kann. Im Beutel oder in der Hosentasche bringt er angenehme 50 bis 60 ° C. Wem das zu heiß wird der kann die Temperatur senken indem er dafür sorgt dass weniger Sauerstoff rankommt.
Probleme mit unangenehmen Gerüchen wie beim Kohletaschenwärmer hat man nicht. Hochwertiges Feuerzeugbenzin vorausgesetzt.
Der Vorteil gegenüber den Kissen ist die lange Brenndauer und die Tatsache dass der Ofen nicht umständlich aufgeladen werden muss sondern nach dem Tanken sofort wieder einsatzbereit ist. Wer hat schon auf ner Manöverübung ständig kochendes Wasser zu Verfügung?

~~~~~~Lightning-Pak~~~~~~

Diese Dinger gibt’s bei der Bundeswehr dienstlich geliefert. Allerdings nicht für jeden dem ab und zu mal kalt ist. Sie sind ausschließlich für Sanitäter die damit Patienten mit Unterkühlung, Erfrierungen usw. behandeln. Um da ranzukommen sollte man gute Kontakte zu den Sanis haben und außerdem noch Tauschmaterial mitbringen.

Das Lightning-Pak ist ein amerikanisches Produkt und ich vermute mal dass wir es der U.S. Army zu verdanken haben dass wir darüber verfügen. Es handelt sich dabei um einen Stoffbeutel der mit einem Metallpulver gefüllt ist. Der Beutel ist ca 20 x 20 cm groß und wiegt auch ein bisschen was, so dass er eher für den Einsatz im Schlafsack in Frage kommt als in der Hosentasche. Es geht aber auch!
Um es zu aktivieren gibt man 2 Löffel Wasser in die kleine Öffnung des Beutels und schüttelt die ganze Sache kurz durch damit sich der Inhalt vermischt. Danach hat man ca 8 Stunden lange ein prima warmes Paket dabei. Durch die Größe des Beutels ist die Wärmeabgabe ganz beträchtlich. Wenn man so wie ich zwei davon besitzt wird es richtig angenehm warm und durch die Kälte lässt man sich den Spaß am Manöver nicht verderben.
Das ganze lässt sich angeblich bis zu 12 mal benutzen (12 mal 8 Stunden also). Meine habe ich aber erst selten benutzt weil ich ja fast immer meinen Panzer dabei hatte und den ebenfalls ausreichenden Benzinwärmer.


Fazit:

Sieger des Vergleichstestes ist der Benzinwärmer. Es punktet durch seine einfache Handhabung und die gute Wärmeleistung. Die Wirtschaftlichkeit dürfte bei ihm wohl am vorteilhaftesten sein. Den größten Komfort bieten die Lightning-Paks, die dürften aber normalerweise nicht billig sein. Außerdem kommt man als Zivilist wohl kaum ran.

Der Bewertung unten bitte keine Beachtung schenken. Ichspreche hier über unterschiedliche Konzepte mit individuellen Vor- und Nachteilen. Daher kann es keine zusammenfassende Bewertung geben.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Schattenrose

Schattenrose

24.02.2003 22:05

ich kenn nur die von Tschibo, und frage mich, wie die wirklich funktionieren!

mailman19

mailman19

16.01.2003 13:43

schöner bericht, aber es wird ja schon wieder wärmer :)

Aldi-Frau

Aldi-Frau

04.12.2002 10:06

Panzer mit Standheizung???Wirklich?Mein Seat hat sowas nicht :-( VG Petra!

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