... Um solche „Verlage“ sollte man aber lieber einen großen Bogen herum machen!
Das im Verlag videel erschienene Taschenbuch „Tastengeflüster“ wurde herausgeben vom Verlag-Lindow, bekannter unter der Internet-Adresse www.kurzgeschichten.biz
Gesucht wurden zuvor Kurzgeschichten, deren Länge ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Lambertus über Tastengeflüster / Helga Lindow 28.03.2005
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Stil
neutral
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Pro:
Abwechslung pur auf 140 Seiten
Kontra:
Nichts .
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
So manches Buch mit Kurzgeschichten enthält oft auch kleine Mini-Romane, also Texte, die dem Kurzgeschichten-Leser einfach zu lang sind. Dem Kurzgeschichten-Leser ... Gibt es den? Gibt es ein typisches Kurzgeschichten-Leser-Verhalten? – Leider kenne ich keine Studie darüber, obwohl eine solche sicherlich interessant und für Verlage von Interesse wäre. Denn welche Art gedruckter Prosa verkauft sich anerkannt am wenigsten gut? – Genau, Anthologien! Das Wort allein wirkt bei einigen Buchhändlern daher wie ein rotes Tuch.
Eine Kurzgeschichte in einer Anthologie zu veröffentlichen, das ist für viele Autorinnen und Autoren oft der Einstieg ins Print-Medium; zahlreiche Wettbewerbe laden dazu ein, und mit Glück und Können ist es sogar zu schaffen. Als Anfänger einen Verlag für einen ganzen Roman zu finden, gleicht hingegen einem Sechser im Lotto, - es sei denn, der Autor bezahlt die Herstellungskosten selber und kümmert sich anschließend auch um den Vertrieb. Um solche „Verlage“ sollte man aber lieber einen großen Bogen herum machen!
Das im Verlag videel erschienene Taschenbuch „Tastengeflüster“ wurde herausgeben vom Verlag-Lindow, bekannter unter der Internet-Adresse www.kurzgeschichten.biz
Gesucht wurden zuvor Kurzgeschichten, deren Länge limitiert war. Und so finden wir hier wirklich auch nur kurze Geschichten, immerhin 44 Texte auf 140 Seiten. Auf die oft übliche Themenvorgabe wurde verzichtet, was der Vielschichtigkeit der zahlreichen Beiträge zugute kommt. Positiv zu vermerken ist auch, dass die der Jury eingereichten Texte zwar unveröffentlicht sein sollten, aber unveröffentlicht eben nur in Print-Medien. D.h., wer schon mal bei ciao oder sonstwo im Internet eine Geschichte gepostet hatte, konnte damit am Wettbewerb trotzdem teilnehmen. Meinen Text „Spurlos“ konnte ich also auch in diesem Buch in gedruckter Form veröffentlichen. Danke!
Alle Geschichten und Autoren zu nennen, würde hier zu weit führen. Die breit gefächerte Themenvielfalt reicht von der anrührend-altmodischen und doch so interessant geschilderten Geschichte „Kaspar“ (Gaby Kern) über Märchenhaftes wie „Kinderseelen wohnen auf dem Regenbogen“ (Margit Richert) und Fantasy mit Hintersinn wie „Dazwischen“ (Stephanie Wirth) bis zum bedrohlich Unheimlichen wie „Das Opfer“ (Thomas Melerowicz). Auch Sportliches, bis zur Farce übertrieben, wird geboten: „Bestzeit“ (Alexander Böhm). Gegen die Qualität der Beiträge ist objektiv nichts einzuwenden; wegen ihrer formalen wie inhaltlichen großen Unterschiede dürften die Leser subjektiv vermutlich zu recht abweichenden Urteilen kommen. So haben mir viele Geschichten gefallen, einige nicht, - aber eben ganz subjektiv gewertet. -
Die Aufmachung ist o.k. Das Cover zeigt die Tastatur einer uralten Schreibmaschine und stellt so den bildlichen Bezug zum Titel her. Eine Kurzvita am Ende jeder Geschichte verrät uns etwas über die Autoren/Autorinnen.