Die Zeit ist reif
26.10.2009
Pro:
Die Zeit ist reif für einen neuen Kommissar
Kontra:
Es gibt zu viele langweilige Kommissare
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Kultstatus:
Action:
Spannung
Spaß
Romantik:
Dialoge:
mehr
 squarerigger
Über sich:
Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht me...
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Die Zeit ist reif für einen neuen Straßen-Bullen! Deshalb unterstütze ich Michael Jäger bei seiner „Bewerbung2.0.“ Bewerbung wie? Michael wer? Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie bei meinen Lesern jetzt die Hirnwindungen heißlaufen, deshalb folgt sofort die Aufklärung.Da gibt es zum einen den altehrwürdigen „Tatort“ im ARD. Seit 1970 schon läuft diese Reihe an vielen Sonntagen des Jahres. Da die einzelnen Rundfunkanstalten innerhalb der ARD alle ihre eigenen Folgen drehen, gibt es viele verschiedene Schauplätze und viele verschiedene Kommissare; manche sind besser, manche sind schlechter. Mitte September gab nun der Hessische Rundfunk bekannt, dass man einen Nachfolger für die derzeitigen Kommissare Dellwo (gespielt von Jörg Schüttauf) und Sänger (gespielt von Andrea Sawatzki) suchen würde. Und da gibt es zum anderen Michael Jäger. Die bekannteste Rolle dieses 1966 geborenen Schauspielers dürfte wohl die des Lehrers Matthias Kruse in der ARD-Vorabendreihe „Marienhof“ gewesen sein. Er hegt schon lange den Wunsch, „Tatort“-Kommissar zu werden (am besten, so sein Traum, bis spätestens zu seinem 45. Geburtstag, also bis 2011).Um seinen Wunsch zu erfüllen, beschloss Jäger, einen unkonventionellen Weg zu gehen und sich nicht einfach mit Bewerbungsschreiben, Referenz-DVD, etc. beim Hessischen Rundfunk zu bewerben. Stattdessen startete er seine „Bewerbung2.0“, eine Art private Werbekampagne im Internet, bei der es darum geht, ihn und seinen Wunsch bekannt zu machen. Auf seiner Website www.michaeljaeger.tv schreibt er dazu: „Der normale Weg für eine Schauspieler-Bewerbung führt über die Schreibtische der Entscheider. Dort stapeln sich nach jeder veröffentlichten Mitteilung über ein geplantes Projekt die Umschläge mit den DVDs, Viten, Bildern und freundlichen Anschreiben. Wenn im Mediennetzwerk crew-united ein neues Projekt eingetragen wird, stehen die Telefone der Caster und Produzenten nicht mehr still. Jeder, ob er passt oder nicht, will einen Platz in eben dieser Produktion. Ein paar Tage später trudeln die Bewerbungsmappen ein wie bei anderen die Werbung den Briefkasten flutet oder die Spam-Mails den Account zum Platzen bringt. Ich wollte aber keiner der zig Schauspieler sein, die ihren Brief abschicken, ihre Agentur beauftragen, den Hessischen Rundfunk anrufen, versuchen, bis zur Entscheiderin vorzudringen, und letztendlich doch nur Einer von Vielen sein, dem man sagt: “Danke für Ihre Bewerbung, wir melden uns dann bei Ihnen!”Also musste meine Bewerbung2.0 anders sein. Sie sollte die Augen und Ohren der Entscheider nicht über einen Briefumschlag erreichen, sondern durch das Internet und dann durch den Flurfunk. Menschen lesen über die Bewerbung2.0 . Der eine erzählt dem anderen etwas über meine Kampagne. Ob lobend oder verächtlich ist an diesem Punkt tatsächlich zweitrangig. Wichtig ist die Tatsache, dass mein Name und mein Ziel kommuniziert werden. Sei es im Büro, sei es auf dem Klo, sei es in der Kantine, sei es in der Strassenbahn oder sonstwo. Es muss anders sein, sonst redet keiner drüber.“ Soweit das Zitat aus Jägers Website.Auch ich gehöre zu Jägers Unterstützern. Warum das? Nun, das will ich nachstehend erklären. Die meisten „Tatort“-Kommissare sind eher die geschniegelten und gebügelten Typen. Echte Straßen-Bullen findet man eher selten. An das große Vorbild dieses Genres, Götz George als Schimanski, kommt von denen sowieso keiner ran. Dabei sind es doch gerade diese Typen mit Ecken und Kanten, die einen „Tatort“ zu etwas Besonderem machen. Ich (und vermutlich nicht nur ich) will keine austauschbaren Kommissar-Darsteller, sondern echte Charaktertypen. Die Zeit ist reif für einen Bullen, der auch bereit ist, seinen Job nicht nur vom Schreibtisch aus zu erledigen, sondern auch, um ein Bild aus der Fußball-Sprache zu verwenden, dort reinzugehen, wo es weh tut. Und dafür ist Michael Jäger doch wohl wie geschaffen. Er kommt von ganz unten, er weiß, wie es auf der Straße zugeht. Als Kind wurde er missbraucht, später ging er auf dem Strich anschaffen, wurde einer der übelsten Hooligans des 1. FC Kaiserslautern, verkehrte in der rechtsextremistischen Szene. Kurz gesagt: Sein Leben ging steil bergab. Aber er schaffte es mit der Unterstützung des damaligen Chefdramaturgen des Kaiserslauterer Pfalztheaters, von der schiefen Bahn abzukommen und Schauspieler zu werden. Dann, 2005, ein weiterer Tiefpunkt. Die Trennung von seiner damaligen Frau führte auch dazu, dass er seine Kinder nicht mehr sehen kann. Er ertränkte seinen Frust nicht nur in Arbeit, sondern auch in Alkohol und Drogen, erlitt einen Zusammenbruch. Es folgte ein Aufenthalt in der Psychiatrie. Die Liebe zu einer Frau half ihm, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Seitdem arbeitet er wieder als Schauspieler, engagiert sich aber auch politisch, vor allem gegen die Beschneidung von Bürgerrechten, u.a. im Zuge der Zensurpläne von Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen.Kurz gesagt: Jäger kennt nicht nur die schönen Seiten des Lebens, sondern auch die wirklich, wirklich üblen. Prädestiniert ihn das nicht förmlich für den „Tatort“, wo die Motive der Täter ja immer wieder in die Abgründe der menschlichen Psyche führen? Ich glaube schon, und genau deshalb unterstütze ich seine „Bewerbung2.0“! Okay, ein weiter Grund ist der, dass wir beide durch eine gemeinsame Leidenschaft verbunden sind. Zwar kennen wir uns nicht persönlich, aber dennoch sind wir beide leidenschaftliche Anhänger des 1. FC Kaiserslautern. Uns eint das Herzblut für unseren Verein (auch wenn ich mit mancher Leidenschaft, die Jäger in jungen Jahren gezeigt hat – Stichtwort: Hooligan – nichts anzufangen weiß). Und auch deshalb würde ich diesem Verwandten im Fußball-Geiste wünschen, dass sein Traum in Erfüllung geht.Deshalb meine Bitte: Unterstützt Michael Jägers „Bewerbung 2.0“! Verbreitet sie weiter, sorgt dafür, dass er in aller Munde ist, damit die Verantwortlichen beim Hessischen Rundfunk merken, dass an ihm kein Weg vorbeiführt. Informiert Euch auf seiner Website www.michaeljaeger.tv oder auf www.tatort-kommissar.de. Schaut Euch sein dort verlinktes Bewerbungsvideo auf YouTube an.Ich drück Dir die Daumen, Michael! (P.S.: Sollte jemand der Meinung sein, dass dieser Bericht nicht in diese Kategorie gehört, dann soll er mich dafür halt mit einer negativen Bewerbung abstrafen. Damit kann ich leben.)
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27.10.2009 22:15
ich meine, mal einen Bericht über ihn gesehen zu haben...
27.10.2009 20:51
Michael Jäger könnte ein Grund für mich sein, den Tatort dann doch mal wieder anzuschauen - du hast einen Unterstützer gewonnen ;-)
27.10.2009 10:28
Seit Brauer und Krug nicht mehr ermitteln ist für mich der Tatort langweilig geworden, da war wenigstens noch ein wenig Pfiff drin....lG Chrissy