Tattoos in Köln

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... Geburtstag ein Tattoostudio aufgemacht. Als ich auf meine Mum warten musste (war noch arbeiten) habe ich die Zeit genutzt um mir den Laden mal näher anzuschauen. Der erste Eindruck war das ich mich alleine gefühlt habe. Es war zwar kein weiterer Kunde im Laden, aber die 2 Mitarbeiter hatten ... Bericht lesen





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STIGMATA in Köln - Heumarkt
Erfahrungsbericht von DaPhazz über Tattoos in Köln
27.06.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: sauber & ordentlich; Mitarbeiter nehmen einem die Angst; tolle Beratung; "OP - Raum" liegt nicht auf der Verkaufsetage (vielleicht wegen den Schreien  * gg * )
Kontra: der Bericht wird lang  * g *   -  sonst nix

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

*** Vorwort ***
Seit dem ich 16 oder 17 bin stand für mich fest, dass ich mich irgendwann einmal tätowieren lassen würde. Die Frage war eigentlich nur wann und wo.

In der Nähe meiner Eltern hatte mit meinem 19. Geburtstag ein Tattoostudio aufgemacht. Als ich auf meine Mum warten musste (war noch arbeiten) habe ich die Zeit genutzt um mir den Laden mal näher anzuschauen. Der erste Eindruck war das ich mich alleine gefühlt habe. Es war zwar kein weiterer Kunde im Laden, aber die 2 Mitarbeiter hatten sichtbar was besseres zu tun. Nachdem mir dann auch mal 5 Minuten Aufmerksamkeit geschenkt wurden, durfte ich mitteilen, dass ich mich für eine Tätowierung interessiere. Meine Fragen nach der Vorgehensweise und „Nebenwirkungen“ und logischer Weise den „Schmerzen“ wurde mir lapidar ein Buch in die Hand gedrückt – „Gugg erstmal was Du gerne hättest“. Da ich die Beiden dann auch nicht weiter stören wollte, hab ich mich wieder von Dannen gemacht – sollen se sich mal fein Weiterunterhalten.

Bis zum Anfang letzten Jahres war der Wunsch zwar immer da, aber irgendwie hatte ich keine Lust mehr mich auf die Suche nach einem guten Studio zu machen, gerade weil die auf dem Land auch spärlich gesät sind. Zu Beginn 2002 habe ich aber einen neuen Job in Köln bekommen. Mein Arbeitgeber hatte seine Niederlassung 3 Häuser neben STIGMATA – einem Tätoostudio. Jedes Mal wenn ich an diesem Laden vorbeikam habe ich neugierig ins Fenster geschaut, bin aber doch immer wieder weitergegangen – bis zum Tage X.


*** STIGMATA / Meine Erfahrung ***
Mutig wie ich ja nun mal bin (*vorsichtig reinschleich*) habe ich mich an dem besagten Tag X in das Studio getraut. Ich wurde empfangen als wäre ich ein Stammkunde, der schon seit Ewigkeiten STIGMATA aufsucht. Aber genau diese Art war es, die mir ein sicheres Gefühl gab. Nachdem ich meinem Wunsch einer Tätowierung geäußert hatte wurde ich mit Zeitschriften, Büchern und selbsterstellten Zeichnungen zugeworfen (es waren bestimmt 14). Mir wurde, während ich mich durch das ganze Material geschlagen habe, immer wieder ans Herz gelegt mir Zeit zu lassen, immerhin müsste ich mit meiner neuen Verzierung ein Leben lang klar kommen. Ich glaube ich habe 3 Stunden hier verbracht und hatte mich auf 5 Motive beschränkt.

Als Entscheidungshilfe sollte ich mir überlegen, wo ich das Tattoo überhaupt hin haben wolle, manchmal würde die Stelle schon mitentscheiden. Ich als kleiner Angsthase wollte meine Stelle ein wenig nach den „schmerzen“ ausrichten, aber genau hiermit stieß ich auf taube Ohren – allerdings nicht im negativen Sinne. Er (Arnulf) sagte mir klipp und klar, das die Schmerzen an letzterer Stellen stehen sollten, da zwar Oberarm und Schulter recht unempfindlich wären, aber ich auch immerhin damit leben müsste. Unrecht hatte er nicht, Oberarm und Schulter war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Also überlegten wir gemeinsam nach einer hübschen Stelle. Ich hatte mich nachher für Brust oder Nacken entschieden – hier wurde mir dann noch gesagt, das ich auch ans Alter denken sollte, als 70 jährige eine Tätowierung auf der Brust, oder im Nacken ….; aber mir wurde auch gesagt, wo ich mit größer Empfindlichkeit rechnen müsste.
Bald war klar, dass ich das Tattoo im Nacken haben wollte auch wenn ich hier vielleicht den Missmut mancher Mitmenschen eher zu spüren bekommen würde. Meiner Oma z.B. – „Tätowierung habe nur a…… Menschen“ (ich schreibe es nicht aus, da es einfach nur ein albernes Vorurteil ist), aber es war mir egal. Entweder man akzeptiert meine Entscheidung oder nicht – davon würde ich mich aber nicht beeinflussen lassen.

So, wir hatten mittlerweile die Stelle geklärt, aber immer noch 5 Motive zur Auswahl. Langsam aber sicher rutsche auch mein Ar*** auf Grundeis und ich musste kurzerhand meinen Freund zur Verstärkung anrufen *mal wieder zuwink* (was der arme Kerl alles mitmachen muss ….). Während dessen hat Arnulf mich mit seinen Piercings bekannt gemacht (Scheibe im Ohrläppchen, Kuhring durch die Nase, Kugel unter der Haut implantiert) und ich verlor immer weiter meine Angst vor so einem „lächerlichen“ Tattoo. Zwischenzeitlich war mein Freund auch eingetrudelt und wir haben gemeinsam die 5 Motive aussortiert. Da es sich ausschließlich um Chinesische Schriftzeichen handelte, kamen wir auf die Idee, ein bisschen die Bedeutung mitspielen zu lassen. Nach 20 Minuten Beratschlagung stand das gute Stück endlich fest.

Dann kam die Frage für den Termin auf. In dem Moment schneite (ich hab den Namen vergessen – nennen wir sie Miss X :o) rein. Eins von 3 oder 4 Mädels im Bunde, die in Ihrer Freizeit hier tätowiert. Arnulf fragte Miss X, ob sie vielleicht in der nächsten Zeit für mich einen Termin für ein Tattoo frei hätte. Die Antwort: „Klar, können wir gleich machen“. Ich dachte nur noch, ich sterbe - JETZT GLEICH, heute? *schwitz* - ein leichtes nicken von mir, „geht okay“. Als sie merkte, das ich am liebsten weglaufen würde, hat sie mich am Arm gepackt, mich auf die Couch gesetzt und mir ein Paar völlig „blöde“ Fragen zu stellen. Was ich beruflich mache, wielange ich schon mit meinem Freund zusammen wäre und ich antwortete brav. Schlagartig war die Anspannung verschwunden.

Als sie merkte, dass ich immer ruhiger wurde kam sie wieder auf den Punkt. Die Größe müsste auch noch festgelegt werden, sollte aber nicht kleiner als 3 cm werden, da sonst im Laufe der Zeit die „Spitzen“ des Motiv zusammenwachsen könnten. Die Größe war dann auch recht schnell geklärt (belegt jetzt fast den gesamten Nacken) und der Preis belief sich auf 75,- Euro für schwarz. Nachdem ich über die


Risiken und meine PFLICHTEN für einen guten HEILUNGSVERLAUF:

- die Schutzfolie nach ca. 2 Stunden entfernen

- Tätowierung mit kaltem Wasser abwaschen (ohne Seife), vorsichtig abtrocknen und ein wenig Heilsalbe auftragen, Duschen erst nach 2 Tagen, dann aber Haare kopfüber waschen und das Tattoo nicht mit Duschgel in Verbindung kommen lassen.

- Das Tattoo nicht abdecken. Keine Pflaster o.ä. mit Luft heilt es am besten.

- Damit die Wunde gut abheilen kann, min. morgens und abends mit Heilsalbe einreiben – ca. 3 Wochen.

-Anfassen der Tätowierung für schaulustige verboten! Es können Bakterien in die Wunde eindringen die den Heilungsprozess verlangsamen. Kratzen verboten – höchstens mit der frisch gewaschenen flachen Hand.

- Durch Sonnenlicht oder Solarien kann die Farbe verblassen. Mindesten LSF 25 auf die Hautstelle auftragen und auf die Wirkungszeit achten. Solarium die ersten 4 Wochen meiden.

- Schwimmbadbesuche und Wannenbäder bis auf weiteres verschieben (4 Wochen), die Hautpartie soll nicht aufquellen oder mit Chlor in Verbindung kommen


aufgeklärt wurde, musste ich noch einen Fragebogen ausfüllen und meinen Perso vorlegen, um meine Volljährigkeit zu überprüfen. Danach wurde ich was essen geschickt, aus Sorge das ich auf leeren Magen „überfordert“ wäre (ist auch so üblich, mit vollem Bauch ist mehr ertragbar).

Mit vollem Bauch wieder zurück ging es auch direkt los. Miss X und ich gingen durch den Verkaufs- / Empfangsraum die Treppe runter in das eigentliche Studio. Da hier nicht Hinz & Kunz rumläuft und oben Rauchverbot herrscht, machte die Hygiene einen weiteren positiven Eindruck – ich fühlte mich gut aufgehoben. Falsch herum sollte ich mich auf eine Art Bürostuhl setzen, meinen Kopf soweit wie möglich in Richtung Kinn drücken und mich entspannen (die ersten beiden Punkte waren ja nicht das Problem aber ENTSPANNEN … ) ich tat also mein möglichstest ruhig und gelassen zu wirken.

Zuerst wurden mir meine Haare im Nacken wegrasiert, damit das kein Infektionsherd wird. Damit fertig wurde ich so gründlich desinfiziert, dass man auch eine Operation hätte durchführen können. Dann wurde gemalt – mit einem sterilen Stift wurden die Konturen meiner Tätowierung vorgezeichnet, die ich später im Spiegel begutachtet und mich einverstanden erklärt habe.

Jetzt wurde es ernst, ich wurde noch mal gründlich desinfiziert (spätestens jetzt gabs in meinem Nacken keine Bakterien mehr …) und sie zeigte mir kurz das Gerät, das eine halbe Stunde eins mit mir werden sollte. Bevor es dann aber richtig losging wurde mein Nacken mit Vasiline eingerieben, damit das Gerät gut gleiten kann und es nicht heiß wird. Damit fertig testete sie erst noch meine Schmerzempfindlichkeit an einer Stelle, die im Fall das ich es nicht aushalten würde, nicht weiter aufgefallen wäre. Zu meiner großen Überraschung habe ich nichts ausser einem kribbeln gemerkt. Als ich dann das Startzeichen gegeben habe ging es endlich richtig los. Je nach Stelle wurde dieses kribbeln schon mal zu einem unangenehmen pieken, aber eigentlich konnte man es gut aushalten. Währenddessen erzählte sie mir munter ihre Lebensgeschichte um mich einfach ein bisschen abzulenken. Zwischendurch wurden mir mal diverse Frage gestellt um zu sehen, ob ich noch „okay“ bin (wielange ich zum antworten brauche, etc.). Hätte ich auch nur einen „Piep“ von mir gegeben, hätte sie sofort aufgehört und sich meinem Wunsch, z.B. das Tattoo an einem anderen Tag fertigzustellen, oder eine kurze Pause zu machen, gebeugt.

Nach 35 Minuten war ich fertig. Bevor mir die „Wunde“ versorgt wurde durfte ich schon mal meine Neugier im Spiegel befriedigen. Nach dem Bestaunen wurde mir das Tattoo noch mal reichlich mit Vasiline eingerieben und eine Folie drübergeklebt. Als dann alles gut verpackt war, wurden mir noch mal alle wichtigen Regeln erklärt und sie gab mir ihre Visitenkarte mit H-Nummer, unter der ich mich immer melden könnte, wenn ich Fragen oder Probleme hätte.

Nach einem halben Tag im Studio war ich also endlich fertig.


*** Heilung ***
Wie schon oben beschrieben, gibt es diverse Regeln an die man sich im eigenen Interesse halten sollte. Das abheilen meiner Tätowierung ging überraschend schnell. Nach knapp zwei Wochen war die angekündigte Silberschicht schon da und sogut wie weg. Eigentlich liegt der Zeitraum dieser Ereignisse bei ca. 4 Wochen. Nach diesen 4 Wochen war noch mal Kontrolltermin im Studio, der sich als „alles bestens gelaufen und verheilt“ rausstellte. Einmal Nachstechen ist übrigens im Preis inbegriffen!


*** Meine Meinung ***
Ich glaube zur „Entjungferung“ hätte mir nichts besseres als STIGMATA passieren können – aber ich glaube das habt ihr jetzt auch schon selber seit 5 Minuten gelesen :o))

Ihr findet Stigmata direkt am Heumarkt in Köln. Ihr seht, wenn ihr aussteigt, auf der Ecke einen Friseur – ein bisschen weiter rechts runter findet ihr auch schon STIGMATA. Sobald ich die Adresse & Telefonnummer gefunden habe, werde ich noch nachposten.


*** Schluss ***
Mir die Angst zu nehmen ist die eine Sache, aber mein nerviges Gefrage und Geplapper auch noch auszuhalten und mir jede Frage ausführlich zu beantworten verdient

5 STERNE!


   
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