Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Tauchgründe, Unterhaltungsangebot auf der Insel |
| Kontra: |
viele Touristen, hohes Preisniveau |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Meine Freundin und ich waren im Oktober '99 in nach einer Yucatan Rundreise noch 10 Tage auf Cozumel zum Tauchen.
Zur Insel:
Cozumel ist (da nur ca. 2 Flugstunden von Texas entfernt) fest in amerikanischer Hand- für mich eine Art "Ballermann der Amis". Es ist alles ca. 20-30% teurer als auf dem mex. Festland, alle Preise werden in US$ angegeben. Cozumel ist ein Anlegepunkt für int. Kreuzfahrtschiffe. Entsprechend gibt es auf der Insel alles, was das Urlauberherz begehrt (fast alles, denn MCDonalds gibt's nicht).
Es gibt Unterkünfte aller Preiskategorien. Die Hotels ziehen sich über die gesamte Westseite der Insel. Bei der Hotelauswahl sollte man einkalkulieren ob man Zentrumsnähe wünschst (bzw. bei Buchung von nur Ü/F,
braucht). Von unserem Hotel (villa blanca) war es ein Fußmarsch von ca. einer halben Stunde ins Zentrum - Taxi kostet je nach Entfernung 3-10 US$ (Preise sind fix, handeln ist nicht). Mexikanische "Kultur" gibt's auf der
Insel (ausser einer eher unbedeutenden, kleinen Maya-Ruine) nicht.
Tauchen:
Es gibt auf Cozumel "unzählige" Dive-Shops, verteilt über die ganze Westküste. Qualität von "sehr gut" bis "na ja". Teilweise sah es mir sehr nach Massenabfertigung aus.
Tauchen auf Cozumel bedeutet "amerikanisch" Tauchen. D.h. in der Regel sind es Tabellentauchgänge, sog. Computer-Dives also TG nach Computer kosten (ja nach Basis bis zu 10 US$) extra - hier kann man aber handeln. D.h. der Dive-"guide" springt mit der Gruppe ins Wasser und alle tauchen (recht schnell) gemeinsam wieder auf.
Bei uns war computer-diving inklusive. D.h. alle gemeinsam ins Wasser und dann, je nach Luftverbrauch mit dem Buddy wieder rauf. Maximale Grundzeit waren 60 min.
Wir tauchten bei "Dive with Martin", einer relativ kleinen und nicht gerade leicht zu findenden Basis. Obwohl es dort lateinamerikanisch also ein wenig chaotisch zuging war der Service und das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Martin hat auch neuestes Mares-Leihequipment, von dem wir allerdings (da eigene Ausrüstung) keinen Gebrauch machten.
Grundsätzlich sind alle TG für Taucher aller Leistungstufen geführt.
"Amerikanisch" Tauchen heißt auch easy-diving. Man wird am Hotel-Pier abgeholt, die Ausrüstung ist schon auf dem Boot, die Ausrüstung wird einem sogar angelegt, man läßt sich auf Kommando ins Wasser fallen und muß sich nur
noch "treiben" lassen - alles andere "macht" der Dive-Guide.
I. d. Regel wird man um 8.00 Uhr abgeholt, macht den ersten Tauchgang schon um 9.00, dann eine Stunde Pause, dann der zweite TG um ca. 11.00 Uhr und man ist Mittags schon "fertig". Das Boot bringt einen zurück zum Hotel,
die Ausrüstung geht zur Basis, wird dort gespült und zum Trocknen weggesperrt.
Tauchgebiet:
Das vor Cozumel liegende Palancar-Riff ist das zweitgrößte Bareer-Riff der Welt. Es gibt mehrere hervorragende Tauchplätze. I. d. Regel sind alle TG Strömungstauchgänge (von leicht bis heftigst). Es ist alles wunderschön
bewachsen, kein erkennbares Korallensterben - allerdings auch keine "Fischsuppe" ala Malediven.
Wir hatten in 10 Tagen dreimal "Haikontakt", ansonsten sahen wir weniger Großfische.
Es gibt auch viele kleine Höhlen und "Canyons" die betaucht werden können, wer noch keine großen Lobster gesehen hat, findet vor Gozumel reichlich. Mit etwas Glück sichtet man auch den bunten "Splendid Toad Fish" eine kleine Welsart, die nur vor Cozumel endemisch ist.
Fazit:
Für mich waren es mitunter die schönsten TG überhaupt (subjektiv besser als in Hurghada oder auf den Malediven). Die vielen Amis haben uns über und vor allem auch unter Wasser genervt. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man unbedingt einen Abstecher nach Tulum (ca. 1,5h Fahrzeit) auf dem Festland machen. Dort kann man Cenoten-Tauchen (das sind Süßwasser-Grotten) und das ist ein "Muss"!
Alles in allem ist Cozumel vor allem für Taucher eine Reise wert. Wären nicht die 10 Stunden Flug und die Zeitverschiebung sowie der zur Zeit ungünstige Dollarkurs würde es mich dort öfters hinziehen.