Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Tauchen auf eine nicht alltägliche Art, angenehme Arbeit * gg * |
| Kontra: |
absolut nicht für Anfänger geeignet |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Ganz überraschend erhielt ich letzte Woche (es war Montag, der 25.11.) eine Einladung aus Hurghada, an einer Rifferkundung teilzunehmen.
Hoppla, wie denn das ? Was hat der Dietmar denn verbrochen, wie kommt er zu so einer Ehre ??
Gemach, gemach, alles der Reihe nach........
Wie gesagt, ich erhielt per Mail eine Einladung, musste aber innerhalb 24 Stunden zusagen, da das „Projekt“ schon am Freitag vormittag starten sollte.
Da ich aber nicht wusste, wie ich zu solch einer Ehre komme und mich auch die Kosten und alles weitere schon interessierte, mailte ich zurück und erfuhr ein ganz klein wenig mehr.
Ich hatte mich im Sommer 2001 in eine Liste, die beim Jasmin Diving Center ausgelegen hatte, eingetragen. Da gings um Vermessen und Kartografieren von Riffen. Das also hierzu.
Kosten würden mir auch keine entstehen, nur müsste ich äußerst flexibel sein, da der Flug ja erst nach Zusage gebucht werden konnte.
Also, Dietmar geht zu seinem Chef, teilt ihm mit dass er ab Donnerstag für einen Kurztripp nach Ägypten Urlaub braucht. Dieser lacht erstmal schallend, weil er dieses für einen meiner berühmten „Jokes“ hielt.
Leute, ich hatte unheimlich Mühe, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Als er mir endlich meine Gründe (ausschlaggebend war wohl, dass ich ihn die Mail lesen lies..*ggg* ) abnahm, genehmigte er mir mit einem weinenden Auge Urlaub auf unbestimmte Zeit.....stark, gell
O.K. Nachdem dies geklärt war, mailte ich meine Zusage sofort nach Hurghada und harrte der Dinge die da kommen sollten....
Ich werde jetzt alles etwas zusammenfassen, da ich noch unheimlich viel zu erzählen habe.....
Gut, am Dienstag erhielt ich dann wiederum eine Mail, in der lediglich der Flug bestätigt wurde. Ich sollte am Donnerstag früh um 6.00 Uhr ab Stuttgart mit der Shouruk fliegen..(Shouruk...oh Gott, dachte ich..da ich diese Kamikazeflieger *lach* kenne). Die Tickets würden am Schalter hinterlegt sein...
Mal schnell nachrechnen...6.00 Uhr in der Früh...igitt, das heisst dann sowas wie um 2.00 Uhr aufstehn, normalerweise gehe ich um diese Zeit erst ins Bettchen...aber naja, was macht man nicht alles...
Donnerstag, 28. November 2002
Stuttgart Flughafen, gegen 6.00 Uhr. Die Maschine der Shouruk Air hat einen Fluggast namens Dietmar, der sich seinen Platz nach belieben aussuchen kann. Die Kiste ist nicht mal zur Hälfte gefüllt. Start. In der Luft erfahre ich, daß wir in München zwischenlanden um weitere Fluggäste nach Hurghada aufzunehmen.
Als wir dann endlich von München aus in Richtung Afrika starten entschließt sich der liebe Duffy ein kleines Nickerchen zu machen.
Irgendwann gibt´s dann so etwas ähnliches wie ein Frühstück und dann stelle ich fest, die Ägypter haben was gelernt. Bekanntlich braucht man für dieses Land ein Einreisevisum, wofür man ein bestimmtes Formular ausfüllen musste. Dies war in den vergangenen Jahren immer nach der Landung in Hurghada der Fall und war dermaßen zeitaufwändig, da sich ja jeder drängelte.
Diese Formulare gabs jetzt schon im Flugzeug und man hatte genügend Zeit, diese auszufüllen. Also in Hurghada war dann nur noch ein kleines Märkchen (sieht aus wie ne Briefmarke) nötig, das man gegen entsprechendes Entgeld bekam und abgestempelt werden musste. Gespannt war ich wie diese Gebühr diesesmal aussah, in den Vorjahren wurde einem je nach Lust und Laune so zwischen 20 und 40 DM abgenommen.
Und ich wurde nochmals überrascht. Sofort nach der Landung in Hurghada wurde mein Name ausgerufen und mitgeteilt, wo ich mich einzufinden hatte. Hoppla, war ich denn so eine Berühmtheit ?? * grins *
Die „HEPCA“ hatte alles organisiert und schon alles erledigt, ich bekam mein Märkchen, den Stempel und ruckzuck war ich durch...keine 10 Minuten hat das gedauert. Nicht zu glauben...
....die HEPCA, was ist denn das ? Was habe ich damit zu tun ?
HEPCA heisst „Hurghada Environmental Protection und Conservation Association“, was soviel bedeutet wie „Vereinigung zum Schutz und zur Erhaltung der Umwelt, Hurghada“. Aha, schon wieder was gelernt...
Die HEPCA war für das Ganze verantwortlich, das heisst sie hat eingeladen und auch alle Kosten übernommen.
Vom Flughafen wurde ich dann in mein Hotel gebracht, das ich ja auch noch nicht kannte. Also die nächste Überraschung war angesagt. Ich hatte allerdings eine gewisse Vorahnung...
...und ich lag richtig.
Untergebracht war ich im Jasmin Village, etwa 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Und von dort aus sollten unsere Touren beginnen. Im Jasmin Village befindet sich das wohl doch recht bekannte Jasmin Divin Center.
Zum Hotel will ich jetzt nicht viel sagen, das wäre einen eigenen Bericht wert. Da ich aber das Hotel eh nur abends ab und zu gesehen habe werde ich dies wahrscheinlich nicht tun.
Insgesamt waren von der HEPCA 12 Leute eingeladen, an diesem Projekt teilzunehmen. Wir trafen uns dann am späten Nachmittag im Diving Center und beschnupperten uns gegenseitig, tauschten Erfahrungen aus und hörten uns unsere Aufgaben an.
Das dabei natürlich auch das obligatorische Monopolbier der Marke „Stella“ in einer gewissen Dosis zu sich genommen wurde dürfte wohl klar sein. Übrigens, von Einheimischen wird das Bier auch liebevoll „Kamelpisse“ genannt...tssss, was die wohl alle haben
Nachdem jetzt soweit alles klar war, Ihr Bescheid wisst und darauf wartet, was eigentlich weiter passierte kann ich endlich mit dem eigentlichen Bericht loslegen
Ich werde versuchen, zu jedem Riff, das von uns angefahren wurde etwas zu erzählen. Sollte relativ allgemein gehalten sein und auch für Laien verständlich rüberkommen. Wenn es besondere Highlights, wie zum Beispiel beim Panoramriff, gab werde ich besonders darauf hinweisen. Solltet Ihr Fragen haben, Gästebuch und Kommentarspalte sind dafür da.......
Freitag, 29. November 2002
//_/ Careless Reef \_\_\_
Von Hurghada aus erreichen wir nach etwa einer Stunde Fahrt in nordöstliche Richtung das Carless Riff. Dieses Riff kann nicht immer betaucht werden, da oftmals stürmische Winde ein Festmachen verhindern.
Wir hatten allerdings Glück, und die See war total glatt..ist für den ersten Tauchgang von besonderem Vorteil.
Dieses Riff ist eigentlich eines der Highlights für jeden Hurghada-Urlaubstaucher.
Man sollte allerdings schon etwas „fortgeschritten als Taucher“ sein, da es die Strömungen, die hier teilweise herrschen, in sich haben.
Selbst wenn die Wasseroberfläche ruhig ist kann sich das in der Tiefe schlagartig ändern, dann kommt man sich oftmals vor als sei man ein „Spielball“ der Meere..*lach*
Das Riffplateau ist in etwa 10 – 13 Metern Tiefe und fällt zur Seeseite langsam ab. Bei etwa 25 Metern erreicht man dann den ersten „Drop-Off“.
Wer nicht unbedingt zu den Tiefenjägern gehört hat auf dem Plateau zwei Ergs (ein Erg ist ein großer Korallenblock, meist in Form eines Kegels....unten breit...nach oben sich verengend), wunderschön mit Korallen bewachsen und Fischen satt. Da gibts genügend zu sehen.
Dieses Riff bietet eigentlich an Bewohnern alles, was Rang und Namen hat. Angefangen von Schildkröten über Oktopusse, vielen Muränen und die obligatorischen Rotmeerfische wie Zackenbarsche und Papageienfische in allen Farben und Größen.
Irgendwie hatte ich es im Gefühl, heute muss was passieren. Und meine Gefühle haben mich, zumindest was das tauchen angeht, selten im Stich gelassen.
In rund 35 Meter war es da !! Das Gefühl !! Draußen im tiefen Blau sehe ich ihn, erst einen großen Schatten...und dann, wie aus dem Nichts......ein Hammerhai.
Das beim ersten Tauchgang...das ist ja ein gutes Omen.
Das Männchen, da gibts untrügliche Erkennungsmerkmale und bei Haien gleich doppelt, nähert sich uns neugierig. Wird immer größer. Muss wohl ausgewachsen sein...ich schätze das Tierchen war um die 5 Meter groß...
...und es kommt näher, immer näher. Majestätisch sieht er aus wenn er sich mit dem ganzen Körper bewegt. Er gleitet wunderschön, den Blick fest auf uns gerichtet, durchs Wasser. Immer näher.....
...der Adrenalinspiegel steigt...und steigt. Dietmar bringt seine rechte Hand schon mal Richtung rechtes Bein, da steckt so ein kleines, rostfreies Messer...
Zwischenzeitlich befindet sich „unser“ Hai vielleicht noch 7, 8 Meter von uns entfernt...und kommt näher. Ich hatte am Sinai schon Hammerhai Begegnungen, aber näher als 10 Meter war noch keiner, denke ich mal.
Der Kerl scheint von einer unsäglichen Neugier besessen....aber dann, bei vielleicht 3 Meter lässt diese aber schlagartig nach und er dreht ab....IRRE...
Das war also der Anfang....... und weiter gehts zum....
//_/ Erg Somaya \_\_\_
Östlich der Giftun-Soraya Insel liegt dieser Tauchplatz. Eigentlich nichts besonderes. Die einzigen Highlights an diesem Platz sind zwei Höhleneingänge in etwa 25 und 30 Metern Tiefe.
Wer sich als erfahrener Taucher zählt kann vom unteren Eingang durch den aufsteigenden Kamin nach oben tauchen und am oberen Höhleneingang wieder aussteigen.
Auch hier gibt´s zwei Ergs, die wunderbar mit Korallen bewachsen sind. Dazwischen die schönsten Rifffische. Besonders erwähnenswert ist noch die Höhle, die von tausenden von Glasfischen bewohnt wird. Hier taucht man wie durch eine Wolke. Stark. Mit etwas Glück können hier auch „Spanische Tänzerinen“ gesichtet werden...
//_/ Small Giftun \_\_\_
Gleich nebenan ist dieser Tauchplatz, an den ich keine besonders guten Erinnerungen habe. Aufmerksame Leser meiner Berichte werden sich an die Geschichte mit meinen Kids in 33 Metern Tiefe erinnern.
Eigentlich ein reiner Tauchplatz für sogenannte „Drift-Dives“. Wobei die Strömung, die normalerweise von Norden her kommen sollte, nicht immer sehr zuverlässig ist.
Linker Schulter gleitet die Riffwand, die unendlich in die Tiefe zu gehen scheint, mal recht gemütlich vorbei, manchmal rast sie im D-Zug Tempo vorrüber.
Tja, typisch für soche Plätze sind im oberen Teil, wo das Riffdach in die Steilwand übergeht, Rochen und Muränen, sowie die üblichen Rotmeerfische.
Unten, in der Strömung jagen Barrakudas und Riffhaie.
Samstag, 30. November 2002
//_/ Abu Ramada I \_\_\_
Heute fuhren wir zu den Ramadas, von Hurghada etwa eine Stunde entfernt und während der Saison häufig total überlaufen. Oftmals ist da Schiff an Schiff, alle untereinander festgezurrt.
Wieder ein Strömungstauchgang, wir steigen im Norden aus und lassen uns nach Süden treiben. Tief unten in der Wand ist ein Kamin, irgendwo so im Bereich um die 30 Meter.
Gigantische Fächerkorallen wiegen sich quer zur Strömung in den Fluten. Korallenfische sind hier relativ wenige zu sehen, dafür ist dies wiederum der optimale Platz für Barrakudas, Thunfische und Makrelen. Bekannt ist dieses Revier dafür, dass man mit fast 100%-iger Sicherheit Segelfische antrifft.
//_/ Abu Ramada II, auch Erg Abu Ramada \_\_\_
Südöstlich von Abu Ramada I, nicht weit entfernt, liegt unser Ziel für den 2. Tauchgang des Tages.
Drei mächtige Ergs, die bis kurz unter die Wasseroberfläche reichen sind das „Wahrzeichen“ dieses Platzes.
Eine Besonderheit gibt´s hier, der Tauchplatz kann nämlich nur dann betaucht werden, wenn keine Strömung herrscht...für ägyptische Verhältnisse ist so eine Verordnung sehr selten.
Dies hat aber einen sehr großen Vorteil: das Riff ist relativ unberührt und blüht in voller Pracht auf. Intakte Korallenbänke und sehr viele Anemonen mit den dazugehörigen Bewohnern.
Im Prinzip besteht der Tauchplatz aus zwei verschiedenen Teilen, den erwähnten Ergs und einer Steilwand. Diese kann man aber getrost vergessen, kaum Bewuchs und fast nur Steinkorallen.
Hier halten sich unzählige kleine Fahnenbarsche auf
//_/ Gota Abu Ramada \_\_\_
Endlich !! Einer meiner absoluten Lieblingstauchplätze. Im Volksmund wird dieses kleine, flache und ovale Riff auch „Aquarium“ genannt. Und dies zurecht.
Dieses schnuckelige Riff ist die Topadresse für Anfänger, der Sandgrund ist maximal 15 Meter tief und Strömung gibt´s hier so gut wie keine. Drei wunderschöne Ergs können unzählige Male umrundet werden, immer wieder entdeckt man was neues. Hier gibts in unglaublicher Vielfalt die roten Weichkorallen, die ursprünglich diesem Meer den Namen gegeben haben sollen...
Auch hier, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Fischsuppe ohne Ende. Hier gibt´s so ziemlich alles, außer Großfischen (klar, da die Strömung fehlt)
So viele Krokodil- und Steinfische wie an diesem Platz habe ich sonst noch nirgends gesehen. Und natürlich ist dieser Platz auch optimal für die beliebten und nett anzuschauenden Blaupunktrochen.
Sonntag, 01. Dezember 2002
//_/ Panoramariff \_\_\_
Tja, nun sind wir schon am letzten Tauchtag unseres Kurztripps angekommen. Leider. Es sollte ein ganz besonderer Tag werden. Ziemlich früh am Morgen gings los, Richtung Safaga und daran vorbei. Das Ziel hieß „Panoramariff“.
Fahrzeit runde 3 Stunden, aber es sollte sich lohnen !!
Das Panoramariff, ein „Muss“ im Roten Meer. Einer der spektakulärsten Tauchgründe überhaupt, sieht man mal von den „Brothers“ und den „St. John´s“ tief im Süden, an der Grenze zum Sudan ab.
Ja, und wer meint, er kennt alle Strömungen der Meere...der wird hier eines Besseren belehrt. Hier pfeift es nicht nur „orkanartig“, sondern hier gibt´s auch stellenweise „Auf- und Abwärtsströmungen“. Ihr seht also, absolut nichts für Anfänger !
Hier gibt´s eigentlich alles zu sehen, was irgendwie spektulär ist. Das Riff selbst ist eigentlich nicht mal mehr besonders interessant, da sich nur noch wenige Gorgonien und Fächerkorallen hier befinden. Aber die Steilwand in Richtung Blauwasser....die hat´s in sich.
Wegen der weiten und langen Anfahrt machten wir hier 2 Tauchgänge. Es waren Tauchgänge der besonderen Art. Unsere „Arbeit“ war recht schnell erledigt, es gab nur die Aufgabe der „Sichtprüfung“...
...der Rest war pures Vergnügen, zumindest aus meiner Sicht..*lach*
Der erste Tauchgang begann vielversprechend. Abgetaucht auf etwa 15 Meter sehen wir 2 ausgewachsene Delfine, die vor unseren Augen minutenlang ihre Kunststückchen vollführten. Sie waren immerhin so nett und liesen sich solange Zeit, bis sie fotografiert waren...
Dietmar, das fängt ja klasse an, dachte ich.....aber wo Delfine sind, sind doch auch.....
...ja, genau !! Da sind normalerweise auch Haie. Hmm, Haie lieben eigentlich kälteres Gewässer, immerhin war in 15 Metern die Wassertemperatur noch um die 20 Grad. Also, nichts wie ab in die Tiefe....
...20 Meter, 25 Meter, 30 Meter....weit und breit nichts zu sehen....
Endlich, in einer Tiefe, die ein Sporttaucher eigentlich nicht unbedingt erwähnen sollte (ich sag hier nur..es waren weit über 40 Meter)....da waren sie...
Haie in großer Anzahl. Einfach geil, nicht nur Weißspitzenriffhaie und nicht nur graue Riffhaie...nein, da waren zwei ausgewachsene, ca 4 Meter lange Longimanus (das sind Hochseehaie), die sich uns bis auf wenige Meter näherten...absolut irre.
Da ist es dann wieder, dieses unbeschreibliche Gefühl wenn der Adrenalinspiegel und der Luftverbrauch unweigerlich steigt ...
Nach unserem ersten Tauchgang mit der Hammerhaibegegnung war dieses der bisher aufregendste Tauchgang.
Der 2. Tauchgang an diesem Riff wird einer der unvergesslichsten meines Lebens bleiben. Hatte ich in diesen 3 Tagen schon dermaßen viele unbeschreibliche Begegnungen mit Großfischen gehabt, andere Taucher haben dies ein Leben lang nicht, es sollte noch getoppt werden.
Wir waren seit etwa einer halben Stunde wieder unter Wasser, wir „begnügten“ uns, da der erste Tauchgang ja recht tief war, mit bescheidenen 20 Metern als es auf einen Schlag richtig dunkel wurde...
Keiner von uns hatte bemerkt, dass sich das Wasser aufgrund der recht starken Strömung eingetrübt hatte.
Plankton !!
Whow, und da war er über uns !!! Nix wie nach oben auf 10 Meter !! Unbeschreibliche Gefühle, ein unheimliches Kribbeln lief mein Rückrat hinunter....
... WALHAI gesichtet !!
Ich weiß nicht mehr genau, ich hatte das Gefühl dass mir Tränen der Freude in meine Maske liefen, kurzfristig blieb mir die Luft weg. Ich hatte zwar schon Walhai Begegnungen gehabt, aber noch keine in so einer Nähe und noch keine mit so einem großen Kerl.
Ich schätze, das Tier war bestimmt 9-10 Meter groß.
Ich denke, die Bilder, die ich gemacht habe sprechen für sich...
Und jetzt kommt das eigentlich „Größte“. Wir spielten mit dem Walhai bestimmt 15 Minuten lang, schossen Fotos, streichelten ihn, hängten uns an seine Rückenflosse und ließen uns ziehen.
Hier fehlen einfach die Worte, so etwas zu beschreiben, es ist einfach der Wahnsinn !!
Wer einmal so ein majestätisches Tier irgendwo im Fernsehen gesehen hat kann sich in etwa unsere Gefühle vorstellen.
Ganz begeistert und sprachlos tauchten wir dann wieder auf und das Schiff machte sich auf die Rückfahrt in Richtung Hurghada
//_/ Ras Abu Soma \_\_\_
Immer noch teilweise sprachlos fuhren wir Richtung Safaga, welches wir am späten Nachmittag dann erreichten. Quasi als Abschluß machten wir dann am Ras Abu Soma halt.
Es sollte unser letzter Tauchgang werden. Eigentlich überhaupt nicht mehr bei der Sache ließen wir uns ins Wasser gleiten und ab gings nochmals nach unten.
Dieses Riff befindet sich unterhalb der Landzunge von Safaga und ist ein sogenanntes Saumriff, wunderschön übersäät von verschiedenen Korallenarten. Seeseitig fällt dieses Riff steil ins unendliche ab.
Auf 35 Metern findet man eine kleine Grotte, die von Tausenden von Glasfischen bewohnt ist. Taucht man um das Eck der Landzunge in Richtung „Safagaer Bucht“ hört die Strömung schlagartig auf.
Im Freiwasser vor der Steilwand gibts wieder alles zu sehen, was zur High Society der Fischgesellschaft zählt:
Haie in allen Arten, Adlerrochen, große Thunas, Barrakudas etc.
Unbedingt empfehlenswert ist die Grotte mit den Glasfischen.
Dort, wo die Wand zum Hang übergeht kann man Dutzende von riesigen Tischkorallen entdecken, die gerne als Heimat und Brutstätte von großen Zackis bevorzugt werden. Außerdem gibts wieder die typischen Rifffische....
//_/ Das Ende \_\_\_
Tja, das wars dann. Dies war der schöne Abschluß meines Kurztripps nach Hurghada, zu dem ich so überraschend gekommen bin.
Als kleines Fazit möchte ich noch folgendes von mir geben:
Die Tauchplätze rund um Hurghada sind nach wie vor sehenswert. Sicher gibt es das eine oder andere Riff, das nicht mehr so gut erhalten ist, wie es eigentlich sein sollte. Wer die Möglichkeit hat, und nicht an die Saison gebunden ist wird auch Großfische zu sehen bekommen. Und zwar in einer Anzahl, die beinahe unglaublich ist.
Im Sommer allerdings, wenn alles was Urlaub hat hier taucht, dann werden sich diese Tiere ins offene Meer verziehen und es dürfte eher selten sein, einen dieser Prachtexemplare zu sehen.
Ich bedanke mich bei Euch, dass Ihr bis hierher durchgehalten habt um mein kleines Berichtchen zu lesen und würde mich über Kommentare sehr freuen.
Zu den Punkten da unten:
Preise kann ich nichts zu sagen, da ich nichts bezahlt habe und es außerdem ein von der HEPCA gefördertes und bezahltes Projekt war.
Ich habe einfach mal einen Durchschnittspreis angenommen.
Empfehlenswert, klar, logisch..
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© Duffy_2000 im Dezember 2002
P.S. Ich habe diesesmal bestimmt an die 4 Stunden an diesem Bericht gesessen und ich bin mir sicher, dass es einige Rechtschreib- und Grammatikfehler geben wird. Diesesmal ist es mir aber piepegal, was damit passiert...hihihi...Ihr könnt sie ja den Großfischen zum Fressen geben.
P.P.S. Sollte Interesse bestehen, würde ich ein paar Bilder vom Walhai und den Delfinen auf meinen Server stellen. Ihr könnt das ja in den Kommentaren hinterlassen. Ebenso wäre es bestimmt für einige interessant, mal zu sehen, wie so ein Tauchplatz „kartografisch“ aussieht. Sollte dies der Fall sein, werde ich diesen Bericht mit der Adresse der Bilder updaten (falls dies erlaubt ist...aber ich denke schon, oder nicht?)
P.P.P.S. Wer irgendwas von diesem Bericht klauen will hat keine Chance, da im Hintergrund ein ausgewachsener „Hammerhead-Shark“ aufpasst und bei Gefahr ohne Vorwarnung zuschnappt...<wechlach>
P.P.P.P.S. Und bevor doch noch Fragen bezüglich des Wetters kommen. Wir hatten eine Lufttemperatur immer zwischen 26 und 28 Grad, die Wassertemperatur betrug an der Oberfläche etwa 24 Grad. Wenn ich da aus dem Fenster schaue....brrrr...
Und da ich kein „Warmduscher“ bin habe ich meinen ersten Tauchgang im Shorty getätigt (3 mm Neopren, kurze Arme, kurze Beine), allerdings bin ich dann nach einer dreiviertel Stunde leicht ausgekühlt.....
Ich habe dann den Anzug gewechselt und bin mit einem normalen 5 mm Anzug getaucht, habe dafür aber 2 kg mehr Blei an Ballast tragen müssen. Für die Taucher unter Euch, im Salzwasser brauch ich mit Shorty normalerweise 4 kg Blei....
P.P.P.P.P.S. Bilder sind zu sehen unter der Adresse:
http://www.dietmar-keicher.de.vu/hurghada...
...vielleicht gefällt Euch ja das eine oder andere Bildchen..;)
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