Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
häufige Sichtung von Walhaien und Mantas, schöne Riffe, interessante Tauchplätze |
| Kontra: |
gesundheitliche Risiken, Preis |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich gebe zu, es ist schon recht lange her, aber mein erstes Mal ist mir noch wie heute in Erinnerung. Na, nicht was ihr denkt! Es geht ums Tauchen.
Nach der Wende ging es für mich ja das erste Mal auch in wärmere Gefilde mit Wasseranschluß. Als absoluter Wasserfan habe ich dann natürlich auch mal das Schnorcheln ausprobiert und nach meinem zweiten Mal Schnorcheln in Ägypten stand für mich fest: Wasser, Fische – Tauchen.
Und als wir mit Freunden einen dreiwöchigen Keniaurlaub geplant hatten, wusste ich schon vorher, dort würde ich tauchen lernen. Und hab mir den notwendigen Gesundheitstest vorher schon besorgt.
** Die Basis **
Am Diani Beach gibt es inzwischen zahlreiche Tauchbasen, die in den verschiedenen Hotels beheimatet sind. In unserem Hotel (Southern Palms) machte damals die Tauchbasis Diving the Crab einen Schnuppertauchgang, bei dem man mit einer Ausrüstung eine Runde im warmen Pool drehen durfte. Das klappte besser als gedacht – schließlich hatte ich ja schon gelernt, nur durch den Mund zu atmen. Und danach meldete ich mich gleich für einen Kurs an.
Irgendwie hatte ich Glück. Der zweite Teilnehmer, der sich noch angemeldet hatte, wollte wegen Ohrenproblemen den Kurs nicht weitermachen. Und so konnte sich die Instructorin ganz auf mich konzentrieren, was unglaublich effektiv war.
Die Theorie fand in unserem Hotel statt, direkt neben der Strandbar. Ein Raum stand nicht explizit zur Verfügung, aber das wäre wohl im Nachbarhotel gut möglich gewesen. Zur Poolausbildung mußte ich dann aber wirklich immer ins Jadini Beach Resort, wo die Basis ihren Hauptsitz hat.
Die Basis existiert schon seit 1985, und der Wahlspruch lautet: Diving is our religion.
Inzwischen gibt es entlang des Diani Beach bereits 7 Basen, eine davon auch im Southern Palms, wo wir damals wohnten.
Da das vor den vielen Jahren meine erste Begegnung mit einer Tauchbasis war, konnte ich natürlich nicht vergleichen – aber ich kann mich auf jeden Fall erinnern, dass sie sehr professionell geführt wurde und ich den Eindruck einer wirklich guten Ausbildung hatte.
Equipment und Ausstattung waren ebenfalls gut, zumindest hatte ich nichts zu beanstanden.
** Tauchkurs **
Ich hab meine Ausbildung nach PADI gemacht und – im Einzelunterricht – in fünf Tagen abgeschlossen. Vormittags war Theorie, nachmittags dann die Praxis entweder im Pool oder dann später im Freiwasser.
Nun ist eine Einzelbetreuung bei einem Tauchkurs ja absoluter Glücksfall und dem ist es wohl auch zu verdanken, dass ich alles so gut verstanden hab bzw. es auch gut erklärt bekommen habe.
Gekostet hat er mich damals 695 DM, was ehrlich gesagt eine enorme Stange Geld war. Heute ist der Kurs mit 480 USD sogar noch teurer. Deshalb würde ich keinem empfehlen, in Kenia einen Kurs zu machen, sondern dazu eher nach Thailand oder in die Türkei zu fliegen, wenn es denn gleich im Urlaub sein soll.
** Tauchen **
Was ist nun so reizvoll am Tauchen in Kenia?
Abgesehen davon, dass es ein perfektes Urlaubsland ist mit Naturerlebnissen, Wärme, Sonne und eben dem Meer vor der Haustür bietet Kenia besonders für Taucher allerhand.
Für mich war damals ja alles neu, exotisch und aufregend. Vermutlich würde ich heute nicht mehr im Quadrat springen wegen jeder Muräne oder jedes Blaupunktrochens. Aber für die ersten Tauchgänge war das eben ein Highlight, in einem Gewässer zu tauchen, wo es bunt und warm und spannend war.
Sehr praktisch beim Tauchen hier ist vor allem, dass man zu jedem Riff nur sehr kurze Anfahrten hat. Die Zeiten betragen zwischen 5 und maximal 20 Minuten, je nach Abfahrtsort.
Dafür ist es ziemlich umständlich, zum Tauchen zu kommen. Durch die Höhenunterschiede bei der Flut gibt es keine Stege oder Kais, an denen die Boote anlegen können. Und so muß man sein Zeug über Korallen tragen und läuft dabei Gefahr, sich einen der vielen Seeigel in den Fuß zu rammen. Hier muß man wirklich tierisch aufpassen und immer Schuhe im Wasser tragen.
** Tauchplätze **
Ich war nicht so exzessiv tauchen, wie jetzt in den letzten Jahren, doch einige interessante Tauchplätze hab ich trotzdem gesehen.
Waa - Hier liegt das Wrack der H.M.S. Hildasay, die 1945 sank und nun in einer Tiefe von 22 Meter im Sand liegt. Hier tummeln sich immer mal interessante Fische wie große Drücker, Napoleonfische und glegentlich auch Delphine, die ich bei meinem dritten Tauchgang sah. Was für ein Ereignis. Leider kamen wir nicht nah genug heran, da die Tiere sehr scheu sind.
Msambweni - ist der östlichste Teil des Riffes und geht bis zu 25 m Tiefe. Hier tummeln sich riesige Schwärme von verschiedenen bunten Korallenfischen.
Gazi – obwohl das Riff nicht tief ist, kann man hier oft Kingfische, Mantas und sogar Weißspitzenriffhaie beobachten. Die Korallenwelt ist allerdings nicht ganz so schön wie an anderen Stellen.
Shimo La Samaki – ist eher was für Makro-interessierte Taucher. Das kleine Riff bietet Höhlen, Überhänge und Canyons, in denen sich Rochen, Muränen und riesige Wolken von Glasfischen tummeln.
Mtumbawe – zeichnet sich durch große Fischpopulationen und eine reiche Korallenvielfalt aus. Die südliche Ecke des Riffs geht bis auf 28 m und hat viele Überhänge und Ecken, an denen es oft Strömung gibt.
Papa Mshilingi – ist ideal für Drift dives. Doch die Hauptattraktion hier sind die oft gesichteten Wahlhaie und Mantas, die vor allem zwischen Oktober und März zu sehen sind. Ein echter Glückstreffer für jeden Taucher.
Chale Corner – bildet die Nordseite des Hauptriffs und hat eine moderate Tiefe von durchschnittlich 14 m. Hier trifft man oft auf Weißspitzenriffhaie, Stachelrochen und Gitarrenrochen.
Mkurumuji – ist vor allem durch ein schönes Riffdach interessant.
** Preise **
(alle Preise aktuell und in USD)
2 Tauchgänge – 90 USD
4 Tauchgänge – 175
6 Tauchgänge – 260
8 Tauchgänge – 315
10 Tauchgänge – 390
jeder weitere nach dem 10. TG – 35
Non Limit Diving 1 Woche - 370
Non Limit Diving 2 Wochen – 590
Nitrox: 1 TG – 60, 3 TG – 155, 6 TG – 285 USD
Kurse:
Open Water Diver – 480 USD
Nitrox Diving – 285 USD
Kiddy Discover Scuba – 55 USD
** Daten **
Diving the Crab by Blue Wave Ltd S-1857
Po Box 5011
Diani Beach (via Mombasa)
KENYA
Tel.: (00254) 127 2003
Fax: (00254) 127 2003
thecrab@africaonline.co.ke
** Meine Meinung **
Mal abgesehen davon, daß Kenia an sich schon eine Reise wert ist, kann ich auch das Tauchen hier vollstens empfehlen. Die Korallenwelt ist nicht ganz so prächtig wie in Indonesien oder Thailand zum Beispiel, aber hier sind vor allem die häufigen Begegnungen mit Wahlhaien und Mantas von Interesse.
In der Zeitschrift „tauchen“ gibt es Angebote mit Walhai-oder-Geld zurück-Garantie, die ich schon interessant finde.
Lediglich die gesundheitlichen Risiken in Bezug auf Malaria und Gelbfieber sowie die Preise fürs Tauchen könnten abschreckend sein.
Dennoch kann ich Kenias Ostküste als Tauchgebiet sehr empfehlen.
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hilfreich
20.12.1999
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