Tauchsicherheit -Tipps & Tricks

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Tauchen ohne Angst!

5  30.03.2007

Pro:
Man lernt seine Ängst kennen und so auch damit umzugehen

Kontra:
Eigentlich nichts

Empfehlenswert: Ja 

thewrittenword

Über sich:

Mitglied seit:26.02.2007

Erfahrungsberichte:33

Vertrauende:6

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Anlass
*************

Immer wieder passiert es, dass Leute dieses Buch in meinem Bücherregal stehen sehen und voller Verwunderung sagen: "Du? Du hast dieses Buch? Ganz offen in Deinem Bücherregalstehen? Aber Du kannst ja tauchen! Als "alter Hase" hast Du doch keine Angst!"

Stein des Anstoßes ist das folgende Buch, über das ich heute berichten möchte:

TAUCHEN OHNE ANGST
Mental-Tipps, Atemtechnik, Übungen

Von Monika Rahimi

Und gleichzeitig möchte ich die oben stehenden Fragen ein für alle mal beantworten:

1) Ja, ich habe dieses Buch in meinem Bücherregal stehen und nicht unterm Sofa versteckt, aus Angst, man könnte mich für einen Tauchanfänger oder für ein Weichei halten!
2) Ja ich kann tauchen, aber nicht seit meiner Geburt! Ich war auch mal ein blutiger Anfänger! Außerdem halte ich mich nicht gerade für den hellsten Stern am Taucherhimmel, nur weil ich schon ein paar Tauchgänge hab'.
3) Ja, ich habe Angst. Auch heute noch. Jedes Mal sogar! Weil eine gesunde Portion Angst und Respekt vor der Unterwasserwelt mich da unten am Leben hält!

So, nun aber zum Buch!


Das Buch
************

Keine Angst beim Tauchen!

Dieser Ratgeber analysiert, welche mentalen Blockaden es gibt und welches Fehlverhalten daraus resultiert. Mit vielen Praxisbeispielen werden Stressfaktoren und Situationen gezeigt, die Taucher in Panik versetzen können.

Dabei sind auch die Besonderheiten des Nacht-, Wrack- oder Höhlentauchens berücksichtigt.
Viele praktische Übungen ermöglichen es, natürlich zu atmen, das Verhalten zu korrigieren, Ängste zu überwinden und den Tauchpartner richtig einzuschätzen.
(Quelle: Klappentext)

Das Buch "Tauchen ohne Angst" ist in 19 einzelne Abschnitte eingeteilt.
Dies ermöglicht dem Leser es entweder als gesamtes Werk zu lesen, oder sich einfach die Kapitel rauszusuchen, die ihn besonders interessieren, oder die er in einer gewissen Situation als hilfreich erachtet.

In jedem Kapitel sind die wichtigsten Merksätze sind in einem umrandeten Textbaustein hervorgehoben - eine sehr praktische Idee!
Zudem erläutern viele genaue und klare Zeichnungen alle Übungsvorschläge.

• Einleitung: Zu diesem Buch

Monika Rahimi stellt hier die zwei Aspekte vor, auf die dieses Buch aufbaut: Atemtechnik und Angstbewältigung. "Die psychische Belastung, die aus dem Missverständnis zwischen Verstand und Unbewusstem resultiert, drückt sich im physischen Bereich in einem widernatürlichen Atemrhythmus und einer Verspannung des Körpers aus".

• Tauchen mit Leib, Seele und Verstand

Körper, Verstand und Gefühle sind eine Einheit. Als Ganzes machen sie den Menschen aus. Fügt man etwas Technik hinzu, wird aus dem Landlebewesen ein Taucher. "Sobald die Angst verstandesmäßig erkannt wird, lässt sich ihr entgegenwirken".

• Schutz und Gefahr zugleich: Angst

Hier stellt uns Monika Rahimi nun zwei verschiedene Angsttypen vor: Verstandesängste und Gefühlsängste.
"Unbewusst wird das Landverhalten mit ins Wasser genommen und führt zu Fehlreaktionen".
Sie gibt in diesem Kapitel auch mentale Tipps, wie man generell seine Ängste in den Griff bekommen kann.

• Denken unter Wasser

In größeren Tiefen lassen Denkvermögen und Urteilskraft eines Tauchers nach - egal wie viele Tauchgänge er bereits hat! Das kann bis zum Verlust des Wahrnehmungsvermögens führen.
Unerfahrene Taucher fürchten sich davor. Aber viel gefährlicher ist dieser Zustand für erfahrene Taucher, weil die nämlich oft meinen, ihre Erfahrung könnte sich vor dem so genannten Tiefenrausch beschützen!

• Druckausgleich

Wohl das bekannteste Problem unter den Tauchern.
Hier nun listet die Autorin die 5 Regeln für den Druckausgleich auf. Zudem gibt sie Tipps was zu tun ist, wenn es mal nicht gleich funktioniert.
Verschiedene spezielle Situationen werden erläutert: Druckausgleichprobleme beim Aufstieg, Trommelfellverletzungen, Druckausgleich im Maskeninnenraum.

• Die Atmung

"Unsere Atmung ist der beste und einfachste Regler unserer Psyche".
Viele Taucher halten die ganz einfache Grundregel "Einatmen - Ausatmen - Stopp" für eine Binsenweisheit, oder sie vergessen sie ganz einfach anzuwenden.

• Die Tarierung

Ein weiteres großes Thema wird hier angesprochen.
Monika Rahimi erklärt die verschiedenen Methoden anhand von Beispielen und Zeichnungen.

• Sind Frauen bessere Taucher?

Ich persönlich sag' natürlich "Ja" *grins* (und auch die Autorin), aber darüber lässt sich jetzt streiten.
Sie gibt jedenfalls verschiedene Gründe dafür an (z.B. Luftverbrauch) und zeigt ausreichend Beispiele.

• Wasserscheue Taucher - kein Paradox

"Wasserscheu ist eine grundsätzliche Lebenseinstellung und kein unabänderliches, genetisch festgelegtes Verhaltensmuster. Hast du dich einmal für den Tauchsport entschieden, solltest du auch eine positive Einstellung zum Element Wasser gewinnen."
Den letzten Satz finde ich persönlich jetzt nicht so gelungen, weil sich eine wasserscheue Person wohl kaum für den Tauchsport entscheiden wird.
Dennoch - auch hier gibt die Autorin Tipps und Tricks, wie man seine Angst vor dem nassen Element überwinden kann (z.B. Wassergewöhnung).

• Panik und wie man sie vermeidet

Es gibt verschiedene Arten von Panik: Panik während der Ausbildung, Panik durch Überatmen, Panik vor dem Abtauchen, Panik, weil wir keine Fische sind, Panik in der Tiefe.
Die Autorin erklärt die einzelnen Panikverhalten und wie man am besten damit umgehen kann.
Allgemein gilt: Partnerschaftliches Tauchen ist die beste Waffe gegen Panik. "Ein guter Taucher ist nicht der, der das Riff am schnellsten umrundet oder am tiefsten taucht. Ein guter Taucher ist der, der sowohl für sich, wie für seinen Partner verantwortungsbewusst handelt".

• Techniken, die jeder Taucher beherrschen muss

Es gibt drei lebensnotwendige Grundübungen, die jeder Taucher beherrschen muss: Wechselatmung, Maske ausblasen, Aufstieg ohne Geräteatmung.

Monika Rahimi stellt eine Reihe von Übungen vor, anhand von denen wir diese drei Fertigkeiten üben können.
Ein sehr wichtiges Kapitel, das sich auch viele Tauchlehrer noch mal durchlesen sollten.

• Tauchen mit ABC-Ausrüstung

Hier geht es nun um Streckentauchen und Freitauchen in die Tiefe. Wichtig vor allem: dosiert atmen statt hyperventilieren!

• Der Taucher ist immer auch ein Tauchpartner

Die Autorin greift wiederum das Thema des partnerschaftlichen Tauchens auf. In den Abschnitten "Mensch und Technik", "Das Tauchteam" und "Tauchen mit Frischlingen" unterstreicht sie die Wichtigkeit (und die Merkmale) eines guten Buddy.

• Die Tiefe

Hier kommt die ganz klare Ansage: "Tieftauchen ist nur für Könner!"
Fragt sich nun nur, ab wann ist man ein Könner? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden!
"Bedenken wie - Was sollen denn die anderen von mir denken! - oder - Ich will den anderen den Tauchgang nicht verderben; ich halte schon durch! - haben nichts mit Rücksichtnahme oder Mut zu tun, sondern sind verantwortungslos und rühren von einem mangelnden Selbstwertgefühl her."

• Tauchen unter besonderen Bedingungen

Hier gibt es nun einzelne Unterkapitel zu den folgenden Themen: Nachttauchen, Höhlen- und Wracktauchen, Strömungstauchen, Eistauchen.

• Ausbildung: Süßwasser contra Meer

Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausbildungswege werden aufgelistet.

• Lebewesen unter Wasser

Viele Menschen sind zwar nicht wasserscheu, haben aber unglaubliche Angst vor den oh so gefährlichen Bewohnern der Unterwasserwelt (vor allem nachdem Filme wie "Der weiße Hai" oder "Open Water" raus kamen).
Monika Rahimi gibt eine kurze Einweisung zum Umgang mit all den großen und kleinen Wesen, die uns unter Wasser erwarten: Haie, Muränen, Giftfische, Stachelrochen, Drückerfische, passive Gefahren.

• Ein Wort an den Tauchlehrer

Ich bin kein Tauchlehrer (und will auch keiner sein), also habe ich dieses Kapitel einfach übersprungen.

• Anhang

- Das Gesetz von Boyle-Mariotte
- Barotraumen
- Dekompressionskra nkheit
- Internationale Handsignale


Fazit
*******

Ich besitze dieses Buch schon ziemlich lange, und ich würde es auch nicht mehr hergeben wollen!

Das Buch erhebt keineswegs einen Anspruch darauf, eine unersetzliche "Taucherbibel" zu sein. Dennoch ist es ein sehr gutes Nachschlagewerk, das ich immer wieder sehr gerne zu Rat ziehe.
Auf jeden Fall ist es keineswegs ein Buch, das ausschließlich für Tauchanfänger geeignet ist.
Auch "alte Hasen" können hier noch die eine oder andere "Perle" entdecken, oder einfach mal nachsehen, wie viel sie von ihrer Grundausbildung noch im Gedächtnis behalten haben… es ist ja so so so lange her!

Eines ist sicher:
Man lernt nie aus! Hoffentlich!

Über die Autorin
********************

Monika Rahimi, geboren 1955, interessierte sich schon in ihrer Jugend für Sport und Psychologie. Als sie mit 20 Jahren tauchen lernte, wusste sie, dass sie ihren Traumberuf gefunden hatte.
1977 nahm sie an einem Tauchlehrer-Assistentenkurs in Calella de Palafrugell an der Costa Brava teil. Dort blieb sie 1977 und 1978 als Assistentin, bevor sie 1979 Tauchlehrerin wurde.

Als hauptberufliche Tauchlehrerin führte ihr Weg in den Sudan, auf die Malediven, die Philippinen, nach Kuba und in die Dominikanische Republik. 1994/95 organisierte und leitete sie für einen deutschen Tauchreiseveranstalter Sonderreisen in Nord-, Mittel- und Südamerika. Ab 1996 war sie für zwei Jahre im indonesischen Raum unterwegs.

Seit 1998 leitet Monika Rahimi ein Tauchzentrum auf Tonga und zeigt Besuchern aus aller Welt die Schönheit des südlichen Pazifiks. Mittlerweile kann die Autorin auf etwas 10.000 Tauchgänge zurückblicken.


Eckdaten zum Buch
**********************

Taschenbuch: 143 Seiten
Verlag: BLV Verlagsgesellschaft mbH; Auflage: 3., durchgesehene Aufl. (Februar 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3405161193
ISBN-13: 978-3405161194
Produktmaße: 20,6 x 15,6 x 1,2 cm
Preis: neu bei amazon.de ab 9.95 Euro


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DarkShadowTB

DarkShadowTB

10.04.2007 22:27

Ich habe keine Ahnung vom Tauchen, fand den Bericht aber gerade deswegen interessant zu lesen. Besonders hervorheben möchte ich die Stelle "Ja, ich habe Angst. Auch heute noch. Jedes Mal sogar! Weil eine gesunde Portion Angst und Respekt vor der Unterwasserwelt mich da unten am Leben hält!" Man kann jetzt darüber streiten, inwiefern der Bericht in der falschen Kategorie steht, da du hier schließlich über ein Buch und nicht allgemein übers Tauchen schreibst. Überbewerten will ich das jetzt aber nicht. Zum Einen, weil dein Bericht tatsächlich sehr nützliche Tipps zum Thema Tauchen enthält. Zum Anderen, weil dein Bericht einfach gut gelungen ist. Nur eine Frage habe ich noch: Was ist Tarierung?

Trisa

Trisa

01.04.2007 16:26

Kenne das Buch nicht, obwohl ich selbst tauchen (wenn auch noch auf Anfängerniveau) und schon einige Bücher in den Händen hatte. Dein Bericht ist gut, ich finds ein bisschen schade, dass du für das Buch keine eigene Rubrik beantragt hast (Produkt vorschlagen), wäre doch schön wenn hier Tauchzubehör und Literatur etwas mehr ausgebaut wird. Hier würde man auch eher Tipps und Tricks erwarten als einen Bericht über ein Buch. Aber für ein TV ist dein Bericht zu gut. /// " Ja ich kann tauchen, aber nicht seit meiner Geburt!" Und ich dachte immer alle Babys können tauchen?

Mundi1

Mundi1

31.03.2007 14:57

Tauchen ist schön, besonders ohne Tauchgerät. Bis zur einer Tiefe von ca 6m ,schaffe ich es auch nur mit einer Schwimmbrille. Tauchen mit Atemgeräten ist m.E. nur etwas für Profis. lg Mundi

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