Tech Deck Fingerboards

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Tech Deck Fingerboards

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Finger bluten besser ohne Trucks ;)

3  05.10.2002 (04.11.2002)

Pro:
FAHRSPAß !  Stabiles Deck und Achsen, original Pro - Skater - Motive

Kontra:
Schlechtes Griptape und Wheels, extrem überteuert

Empfehlenswert: Ja 

Kaess_0177

Über sich: Howdy, dieses Profil liegt ein bisschen im Sterben... in case someone misses me: my music: http://ww...

Mitglied seit:18.04.2001

Erfahrungsberichte:112

Vertrauende:69

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Inhaltsübersicht:

1. Einleitung
2. Allgemeines zu Fingerboarding
3. Erfahrungen
4. Marke Eigenbau
5. Fazit


** 1. Einleitung **

Was macht eigentlich ein genervter Schüler mit Einser-Durchschnitt in Langweilerstunden wie etwa Latein, Physik, Mathe und bei Lehrern, die schlechte Augen oder einfach null Kontrolle über ihre Schüler haben? Jau, er boardet was das Zeug hält. An gestapelten Lehrbüchern sliden, an Tischkanten grinden, Flips und fette Gaps auf die Nachbartisch stehen und so weiter bis die Finger bluten.
Wie? Ihr habt etwa keinen blassen Schimmer wovon ich da rede? Also gut, es handelt sich beim Fingerboarden nicht gerade eine Trendsportart unter den Schülern und wird oft nur als dumme Spielerei abgetan, aber Fingerboarden ist mehr als nur das, lest selbst…


** 2. Allgemeines zu Fingerboarding **

Ein Fingerboard ist also ein Skateboard in Miniformat, misst im Normalfall etwa 9,5cm in der Länge und ist ca. 2,5cm breit, steht also ungefähr gleich im Verhältnis zu den herkömmlichen „großen“ Boards. Für gewöhnlich ist das Deck aus Plastik und darauf befindet sich eine Schicht aus Sandpapier, dem sogenannten Griptape. Man sollte auch dringend darauf achten, dass das Deck ein Concave besitzt, also an Vorder- und Rückseite (Nose und Tail) nach oben gebogen ist.
Man fährt entweder mit 3 Fingern oder 2 Finger. Ich nehme 3 und fahre mit links, wobei noch zu erwähnen wäre, dass diese 3 Finger Ring- und Mittelfinger im hinteren Teil des Boards und der Zeigefinger im vorderen Teil sind. Genau wie beim richtigen Skaten lernt man als ersten Trick natürlich den Ollie, ein einfacher Sprung mit dem Board, der als Grundlage für schwierigere Tricks dient. Fast alles kann man mit der Mini-Version machen, was mit dem realen Board auch möglich ist, manches entpuppt sich da als schwieriger, manches als nahezu unmöglich und anderes wiederum als kinderleicht (Der Anfänger legt zunächst meist unbewusst einen „Pop Shove It“ hin *g*)
Man unterscheidet in erster zwischen Billigfingerboard (Bsp. Simba) und den Markenboards wie die von Shorty’s oder Tech Deck.
Da die exquisiten Shorty’s-Teile fast gar nicht irgendwo in Deutschland zu kriegen sind, habe ich mich für ein Tech Deck Board bei Ebay entschieden.
Im Laden kosten die Tech Decks um die 10,- €, ich habe meines für 8,- € incl. Versand bekommen. Ein unverschämt hoher Preis könnte man meinen, aber Tech Deck preist seine Ware als top Qualität an und zudem gibt es als Motive noch original Decks der Pro Skater. Für mich war das jedoch nur nebensächlich und so schnappte ich mir wahllos eben das Deck Kung Fu Wolf von dem für Birdhouse fahrenden Brian Sumner.
Mitgeliefert werden 4 Ersatzräder mit schicken „Birdhouse“ Beschriftungen an den Seiten sowie ein Minischraubenzieher und –steckschlüssel zum Festziehen der Achsen. Nun kommen wir zum eigentlichen Aufbau des Gerätes und dem speziellen „Elchtest“ ;)


** 3. Erfahrungen **

Der erste Teil des Testes besteht aus einem Sprung von etwa einem Meter Höhe, in meinem Fall also vom Tisch aus direkt auf den Boden. Das testet die Stabilität der Achsen…
Im Gegensatz zu meinem alten Fantaboard hält das Tech Deck Board hier stand, die Metal-Trucks an sich halten schon etwas aus. (Bei meinem alten Board ging doch tatsächlich die Achsenmutter ab und das Gewinde der zugehörigen Schraube (Kingpin) war total im Ar***)
Auch beim Grinden an scharfen Kanten, trägt das Metall keinerlei Schäden, nicht einmal Kratzer davon. Auch die kleinen Schräubchen, die die Achsen am deck halten musste ich noch nie nachziehen und so halten die Trucks wie eine 1 und sitzen bombenfest am Deck.
Bei den Achsen wäre jedoch zu bemängeln, dass die Lenkgummis (Doh-Dohs) in Wirklichkeit gar keine Gummis sind, sondern aus Plastik bestehen, was im Prinzip nicht das Lenkverhalten unterstützt. Wie dem vorzubeugen ist, erfahrt ihr in Punkt 4, Marke Eigenbau. Bei Besonders harten Sprüngen muss man jedoch ab und zu mit dem Steckschlüssel die Achsen wieder festziehen (Achtung: Nach ganz fest kommt ganz locker *zwinker*)
Hierbei komme ich also in der Bewertung dieses Teils auf Folgendes:

Achsen: 3,5/5 Punkte

Kommen wir zu den Wheels, die ja auch für die Lenkung von großer Bedeutung sind. Man muss schon sagen, dass die etwas dürftig gearbeitet sind. Ich hätte mir als Material vielleicht Hartgummi vorgestellt, die es bei den echten Rädern auch der fall ist, aber das einfache Plastik ist nicht so der Hit. Zudem eiern die Räder an den Achsen beträchtlich und beim einfachen Anschubsen geradeaus, fährt das Board dann meist auch nicht in die gewünschte Richtung. Mir ist sogar mal ein Rad während des Fahrens einfach so abgefallen, Sauerei. Da können auch die schönen blauen Ersatzräder mit dem Birdhouse Print nicht mehr viel hochreißen, zumal der Print auch noch ganz leicht abgeht und nach wenigen Tagen schon nicht mehr zu sehen ist. Hier war ja auch nicht eine sonderlich hohe Bewertung zu erwarten.

Wheels: 1,5/5 Punkte

Der nächste Gesichtspunkt betrifft das Deck. Positiv zu bewerten ist hierbei der Print auf der Unterseite: Satte Farben, gute Lackierung, die genau wie die Achsen auch scharfe Kanten überlebt. Lediglich an den Rändern des Boards blättert die Farbe beim Knubbeln ein wenig ab, aber man soll ja auch nicht alles willkürlich abknubbern ;)
Das Plastik des Decks ist jedoch von besonders hoher Qualität, es ist recht elastisch, wenn man das mal so sagen darf, aber dennoch sehr stabil. Das Concave hat eine schöne Schwingung und so lässt es sich einwandfrei beim Ollie hochpushen, indem man hinten auf das Teil drückt.
Recht schwierig gestaltet sich dann aber das Hochziehen des Boards beim Ollie (wenn das Board fast senkrecht zur ebene steht), denn das Griptape ist äußerst glatt geraten, wenn auch mit einem recht schönen Tech Deck Aufdruck oben drauf. Und wenn das Griptape so glatt ist, lässt sich das Board in der Luft wieder schlechter fangen und die Kontrolle leidet darunter. Desweiteren löst sich das Griptape an den Seiten recht schnell. Wenn ich wollte, könnte ich es spurlos und einfach abziehen. Ja, eigentlich will ich das auch, denn ich zeige euch im Punkt 4, Marke Eigenbau, wie man sich ein besseres Griptape zimmert :) Aufgrund des schlechten Griptapes gibt es bei der Bewertung auch Einbuße:

Deck: 4/5 Punkte

GESAMT: 9/15 Punkte
Entspricht also einer Bewertung von 3/5 Punkten


** 4. Marke Eigenbau **

Wie man sieht, kann man also viele Fingerboards in die Tonne kloppen und so ist man wohl oder übel doch gezwungen, selbst Hand anzulegen.
Ich sprach das Problem mit den Lenkgummis an, die in Wirklichkeit auch gar keine sind. Ziemliche Verarschung, wie ich finde.
Um aber standesgemäß lenkend und unfallfrei durch den Schulalltag rollen zu können brauchen wir ordentliche Gummi-Doh-Dohs. Man besorgt sich zunächst einmal eine Schere, Nadel und ein dickes Schnipsegummi oder ein noch viel fetteres von einem Einmachglas… Dann schraubt man seine Achsen auseinander und löst die künstlichen Plastik-Doh-Dohs ab und legt sie als Schablone auf das Einmachglasgummi. Am besten umrandet man das ganze noch mit Kuli, damit man weiß, wo man das Gummi dann ausschneiden soll. Jetzt müsste man theoretisch 4 kleine Gummischeibchen vor sich liegen haben, für jede Achse 2. Jedes Scheibachen wir djetzt noch in der Mitte mit einem Loch per Nadel versehen und kann dann schließlich so auf die Achsen montiert werden, wie auch die alten Lenk“gummis“ angebracht waren. Man werfe weg: Die alten Doh-Dohs
Resultat: Eine schöne und präzise Lenkung :)

Die andere Sache war das unzureichende Griptape. Um sich ein besseres zu schneidern, benötigt man raues, seeeehr raues Sandpapier, auch Schmirgelpapier genannt, eine Schere, Stift sowie einen Titscher Flüssigkleber.
Zunächst einmal löst man das alte Griptape vom Board, was sich bei dem von Tech Deck nun wirklich nicht als schwierig herausstellt. Dann legt man es wie schon beim vorangehenden Beispiel als Schablone auf sein neues Objekt, in diesem Falle auf die Rückseite des rauen, seeeehr rauen Sandpapiers, und umrandet die Schablone mit dem Stift. Nach dem Ausschneiden legt man das neue Griptape auf das Deck. Da das deck für die 4 Schrauben Löcher hat, sollte man auch die Achsen vom Deck lösen und in das neue, auf dem Deck aufliegende Tape, pro Achse mit einer Nadel 4 Löcher für die Schrauben machen. Hört sich kompliziert an, ist aber wesentlich einfacher nachzuvollziehen, wenn man an der Arbeit ist. Anschließend kann man mit dem Titscher Kleber das neue Griptape befestigen, und eventuell überstehende Reste vom Griptape abschneiden und Kleberreste an den Rändern entfernen. Man werfe weg: Das alte Griptape
Resultat: Ein bessere Kontrolle des Fingerboards durch rauere Oberfläche, je rauer das Sandpapier, desto besser :)

Wer sein Deck noch richtig aufmotzen will, der sollte es hingegen mal mit folgenden Kniffen versuchen:
Die Achsen schraubt man zunächst ab, damit das ganze Deck problemlos bearbeitet werden kann.
Nun benötigt man eine Grundfarbe für die Unterseite seines Decks. Das kann man entweder mit Edding machen oder mit farbigen Klebestreifen, IsoTape, Panzertape welches man möglichst der Länge nach über das Brett klebt. Überstehende Reste werden abgeschnitten. Es eignet sich natürlich auch eine Sprühgrundierung. Nun haben wir erstmal ein einfarbiges Deck. Ein Motiv käme nun nicht schlecht: Ein Sticker, Schnippsel aus Zeitungen oder auch aufgemalte Motive sehen echt stark aus. Nachdem unser Motiv auf das Brett gebracht worden ist, muss das ganze noch haltbar gemacht werden. Dabei verwendet man am besten Klebestreifen, überstehende Reste abschneiden, ihr kennt das ja bereits. Bei gemalten Motiven eignet sich auch Sprühlack ganz prima.
Nun ist die Oberfläche schön glatt und hält auch starke Grinds aus.
Resultat: Ein schönes individuelles Deck :)

Leute, die mit ihrem Concave nicht zufrieden sind, sollten mal folgendes ausprobieren. Ich muss dazu sagen, dass diese Technik noch nicht von mir erprobt ist, sondern dass ich nur einmal davon gehört habe:
Mit einem Feuerzeug die Unterseite an Tail oder Nose anzünden. (möglichst bei einem Deck ohne selbstgemachten Motiv) Dadurch wird das Plastik flexibel und man kann das Deck in gewünschte Form biegen. Riecht wahrscheinlich nicht so angenehm und man sollte auch aufpassen, dass man sein Deck nicht „verbiegt“, daher habe ich das noch nicht getestet.
Das Biegen sollte am besten an einer Tischkante geschehen, wenn das Plastik noch warm ist, da wird es sicherlich gleichmäßiger.
Resultat: Ein geschwungeneres Concave, steileres Tail für höhere Ollies :)

Tipps zum Fahren und diverse Beschreibungen von Tricks möchte ich euch an dieser Stelle nicht geben, das ist letztendlich eine Sache der Übung. Übung macht bekanntlich den Meister, und das gilt auch für das Fingerboarding :)


** 5. Fazit **

Zu Tech Deck Boards sei letzten Endes folgendes gesagt: Für solch ein kleines Gerät sind 10,- € Ladenpreis viel zu viel. Ich hätte es verstanden, wenn das Griptape griffig gewesen wäre, ordentliche Lenkgummis und Hartgummiwheels vorhanden wären, doch stattdessen lässt das Material an einigen Stellen zu wünschen übrig. Schön ist zwar, dass die Deckmotive die gleichen wie bei den Profi-Skatern sind, aber das gerechtfertigt nicht den hohen Preis.
Eigentlich benötigt man nur stabile Metallachsen und ein Deck, den Rest kann man mit ein wenig gutem Willen und handwerklichen Geschick selber basteln. Kauft euch also lieber ein Billigboard für etwa 2 € und gestaltet es euch dann nach Vorstellungen.

Hat man erst einmal sein Traumboard, so macht das Skaten gleich umso mehr Spaß. So ein kleines Board ist ja wohl für jeden Pflicht, ob Groß oder Klein, es passt in jede Federmappe (oder Aktentasche) und macht einen tierischen Spaß (und Krach *g*)
Lasst euch also nicht vom Lehrer (oder Boss) erwischen! ;)

UPDATE:
-------
Kennt eigentlich jemand diese fetten Winterskates, auch Snowdecks genannt. Absolute Spaßbretter, fahren sich ähnlich wie richtige Skateboards, man kann auch im großen und ganzen das gleiche anstellen. Nur dass sie keine Achsen haben und statt Griptape eine Moosgummischicht. Coole Sache, warum nicht in Miniatur auch sowas machen, dachte sich mein Banknachbar und Fingerboard-Comrade, der mich gestern mit einem getunten Deck überraschte. Die Achsen waren abgeschraubt, die Nose und Tail schon nahezu extrem zwischen 45 und 60° mithilfe eines Feuerzeugs nach oben gebogen, sauraues Sandpapier (leider kein Moosgummi) aufgezogen und ein super Spaß war garantiert. Also könnt ihr gleich eure Fingerboards wegschmeißen, ihr habt keine Probleme mehr mit qualitätsarmen Wheels und Trucks, sondern fahrt nur auf dem reinen Deck. Es lassen sich in der tat die gleichen Sachen damit anstellen. Wenn man direkt danach zum Fingerboard greift, ist das Fahrverhalten zwar anders, aber es fühlt sich an, als wäre es besser als sonst. Hängt eure techdecks an den Nagel!


Keep your childishness!
Und lasst die Finger bluten >:)


Kaess


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Moira79

Moira79

12.02.2003 03:30

solche teile waren damals in island auch mal in in den spielzeugläden... ich habs dann aber beim bestaunen gelassen :) lg moira79

BFXsmoke

BFXsmoke

26.01.2003 20:37

Hab ich noch net probiert, bin aber auch kein Skaterfan... greetz Smoke

smalljoe

smalljoe

01.12.2002 22:11

Danke für die Aufklärung! Gruß

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