Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
vierstelliges Display - Umschaltezeiten - Videotext |
| Kontra: |
Kartenslot hinten |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Technisat Digital PR-K
Der Technisat PR-K ist eines der wenigen Geräte, die zur Zeit nach einem Update im Netz von KabelBW noch mit Pay-TV betrieben werden können. Die neue Verschlüsselung heißt NDS Videoguard. Und auch wenn Premiere wohl überlegt, die selbe Verschlüsselung für Sat einzuführen, bleibt es im Kabel wohl vorerst bei den wenigen Geräten.
Ich musste zusätzlich zu 2 meiner dBoxen, die gratis gegen den Humax ND-Fox getauscht wurden (siehe andere Berichte), noch eine dritte auf eigene Kosten tauschen. Das hat KBW nicht durchgeführt, da ich nur 2 Smartcards besaß. Nach ein paar Testberichten habe ich mich für den PR-K entschieden. Die verfügbaren Alternativen waren nicht so überragend:
- Humax PR-Fox C: kein Display, häufiger Softwareprobleme, immerhin verdeckter Kartenschlitz
- Humax ND-Fox: Zu der Zeit nicht im öffentlichen Handel erhältlich
- Samsung DCB-I560 G: kein Videotext, kein Display, sehr schwacher Fernbedienungssensor
- Thomson DCI 1500G: extra Netzteil, schlechte Berichte, auch kein Display, aber immerhin viele Tasten am Gerät
Das Display und die guten Meinungen waren die Hauptgründe für den PR-K. Der hinten angebrachte Kartenschlitz stört mich nicht besonders, da ich genug Platz über dem Gerät habe, um hinzukommen. Und bisher habe ich auch noch nicht danebengetroffen.
Inbetriebnahme
Da ich ein gebrauchtes Angebot wahrnahm, kenne ich den originalen Lieferumfang nicht - Handbuch gibt's im Netz, Kabel verwende ich ohnehin bessere (Goldkontakte, bessere Schirmung).
Wie beim ND-Fox sollte man den PR-K als erstes Gerät nach der Antennendose stecken. Das sichert die maximale Signalstärke, die am Anschluss möglich ist. Kommt dennoch bei einigen Sendern Klötzchensalat heraus oder sind bestimmte Sender nicht empfangbar, so muss die hausinstallation und/oder der Kabelanschluss netzseitig überprüft werden. Hilfreich ist es, eine neuere Antennendose zu haben (ältere filtern den Bereich knapp über 108 MHz heraus, dort liegt das ARD-Paket) und die verbauten Verstärker zu prüfen (viele sind nur bis 450 MHz geprüft; das heißt zwar nicht zwingend, dass die Pro7-Gruppe dadurch unterschlagen wird, aber es kann vorkommen).
Die Erstinstallation war bei mir bereits erledigt. Für das notwendige Softwareupdate und die Sendersuche brauchte ich etwa 35 Minuten.
Anschlüsse
Der PR-K besitzt 2 Scart-Anschlüsse, davon kann einer RGB-Signale senden. Dazu kommen ein separater Audioausgang (Cinch), 2 Antennenanschlüsse, ein optischer und ein koaxialer Digital-Audio-Ausgang. Das Netzkabel ist steckbar. HDMI, DVI oder S-Video gibt es nicht.
Die Smartcard wird, wie schon betont, hinten eingeschoben. Die Bedienelemente am Gerät sind sparsam (Power, P+, P-).
Jugendschutz
Die Jugendschutzabfrage ist, wie bei allen zertifizierten Geräten, nicht abschaltbar. Sie ist entweder automatisch aktiv (wenn ein Film zu einer Zeit kommt, die nicht mit seiner FSK-Einstufung vereinbar ist laut deutschen Gesetzen) oder immer (Gerätesperre sozusagen).
Handbuch
54 Seiten, und fast keine ist unnütz. Es wird zwar nicht auf alles eingegangen, aber immerhin werden einem die Wahlmöglichkeiten genauer nahegebracht.
Einstellungen/Menü
Zum 16:9 Format kann man im Premiere-Menü und im Audio/Video-Menü Einstellungen vornehmen... die im Premiere Menü sind umfangreicher.
An einem 16:9 konnte ich keine Unterschiede zwischen auto, Letterbox und Pan&Scan feststellen und habe daher auto gelassen. Ich erhalte damit eine anamorphe Darstellung, die der TV bei Verbindung über Scart automatisch richtig und unverzerrt darstellt.
Beim 4:3 empfehle ich ebenfalls Auto - vorausgesetzt, der TV schaltet selbsttätig die Balken oben und unten dazu (->Letterbox). Der im Receiver eingebaute Letterbox-Modus macht keinen Spaß (Treppenstufenbildung).
Sofern das angeschlossene Gerät am TV-Ausgang (TV, Videorecorder, DVD/Festplattenrecorder) RGB-Signale verarbeiten kann, sollten beide auf diese Signalart gestellt werden. Beim normalen (FBAS) Video Signal kommt es immer wieder zu unruhigen Stellen, auch bei Standbildern, also leichtem Grieseln und Bildrauschen. Man hat dann ein digitales Bild, das durch die schlechtestmögliche analoge Übertragungsart wieder versaut wird, und kann unter Umständen nicht einmal einen Unterschied zum normalen Analogempfang feststellen.
Das automatische Updaten des EPG und der Software nachts (sofern vorhanden) kann man hier abstellen. Dadurch kann man unerwünschte Updates verhindern (wer den Receiver ohne Pay-TV betreibt und die Videoguard-Software nicht will, da noch niemand weiß, ob sie sich - für den Rest von Deutschland - wieder überschreiben lässt) oder die störende Wartezeit, wenn man während der EPG-Aktualisierung doch mal das Gerät benutzen will. Man kann, für Nachtschichtler praktisch, die EPG-Updatezeit auch verlegen
Die Sendersortierung der Favoriten ist OK - es geht bestimmt noch besser, aber der Humax ND-Fox zeigt auch, dass es umständlicher geht. Um Sender von der Gesamtliste in die Favoriten (0-99) zu übernehmen, benutzt man die Farbtasten. Deren Bedeutung wird einem am unteren Rand angezeigt. Wenn ich links einen Sender markiere (oder auch mehrere), kann ich mit der gelben Taste eine Aktion ausführen, die ich vorher mit der blauen ausgewählt habe (Hinzufügen, Entfernen, Sortieren...). Gleiches gilt, wenn ich mich in der rechten Liste (Favoriten) befinde. Immerhin kann man mehrere Sender gleichzeitig markieren und bewegen, aber nur zusammenhängende. Und es können Nummern leer bleiben.
Man kann wohl auch die Sender ab Platz 200 sortieren, aber das macht keinen Sinn. Lieber ab und zu durchschauen und neue brauchbare Sender in die Favoriten übernehmen. Die 100-199 sind fest vorbelegt und werden durch Premiere gesteuert. Die komplette Liste ab 200 wird automatisch aktualisiert, man braucht also keinen Suchlauf machen, um neue Sender zu finden. Alles neue wird nach der letzten Nummer angehängt.
Bedienung
Die Tasten auf der Fernbedienung sind recht logisch angeordnet. In der Senderliste kann ich mit links/rechts eine Seite weiterblättern, beim Humax brauche ich dafür die Doppelpfeile ganz unten links.
Im Einstellungs-Menü läuft das aktuelle Programm im Hintergrund weiter, auch im EPG und bei der Timerprogrammierung.
Umschaltezeiten: Man kann sehr schnell zappen (nicht wie bei manchen LCD-TVs oder der dBox 1, die erst wieder reagieren, wenn das Bild da ist). Der Bildaufbau dauert 1 bis 1,5 Sekunden. Zum Vergleich: Humax ND-Fox 2 Sekunden, dBox 1,5-3 Sekunden.
Der Empfang ist nicht zu bemängeln, auch bei Sendern, die die dBox schon ins Schwimmen bringen. MPEG-Fehler kann der PR-K ganz gut überspielen. Empfangsnote gut.
Die Menüs sind sauber dargestellt und klar lesbar - sie lassen aber optischen Pep vermissen. Man kann aber die Farbgebung umschalten (4 Möglichkeiten).
Der EPG ist vorbildlich gestaltet und durch die Bedienung mit den Farbtasten auch ohne Hilfe oder Anleitung vorzunehmen.
Sonstige interessante Features
Das Display war für mich das beste Argument, und ich finde es immer noch toll. Ich nehme häufig Filme auf, die ich vorher nicht programmieren konnte, oder Radiosendungen, und will nicht jedesmal zum Umschalten den Fernseher anschalten. Im Standby habe ich eine (gedimmte) Digitaluhr.
Videotext ist gar kein Problem beim PR-K. Man kann den internen Decoder verwenden, der dann in einem Rahmen dargestellt wird (drumherum läuft das Programm weiter!), oder die TV-Fernbedienung nutzen. Je nach Geschmack also. Dadurch kann man den PR-K auch als Empfänger an einen PC-Monitor mit Video In anschließen, oder sogar ganz auf die TV-Fernbedienung verzichten (die Lautstärke kann man ja auch noch verstellen). Zum Vergleich: Die dBox 1 stellte den Videotext ausschließlich selbst dar (mit langer Ladezeit), der ND-Fox kann es nur an den TV durchgeben, und der Samsung Interaktiv DCB-I560G kann gar keinen VT.
Fazit
Von allen derzeit bei KBW einsetzbaren Standard-Receivern (ohne Festplatte oder HDTV) für mich der Beste. Der ND-Fox kommt auf Rang 2. Ich trauere meinen dBoxen nicht nach - höchstens der Displayanzeige im Klartext.
Leider hat es KabelBW bisher nicht geschafft, ein komplett fehlerfreies Softwareupdate zu verteilen. Man hört manchmal ein Leiern wie bei Bandsalat, was besonders gern bei SWR3 auftritt, aber manchmal auch bei SF1/SF2 und anderen.
Außerdem sollte man den PR-K nach dem Update eine Viertelstunde ausstecken. Das behebt sporadische "Fehler 310" Einblendungen oder einen fehlenden bzw. veralteten EPG. Ein Werksreset war aber nicht erforderlich, auch wenn einem das die Hotline bei fast allen Problemen zuerst einreden will.
Dieser Bericht wurde von mir auch bei Yopi veröffentlicht.
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