Erfahrungsbericht über "Techno Lexikon / Schäfers & Waldmann"

veröffentlicht 06.07.2002 | TheRoof
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"ThRoof lernt dazu..."

Manchen von euch mag es kleinlich erscheinen – andere werden darauf bestehen, Techno ist nicht gleich Techno. Im Grunde kann man mit diesem in den letzten Jahren immer populärer gewordenen Begriff zwei Dinge beschreiben. Zum einen wäre das jeder Track, jede Art von Musik die mit technischen Hilfsmitteln also elektronisch erstellt worden ist. Innerhalb dieses Pools von extrem unterschiedlichen Musikrichtungen taucht der gleiche Begriff noch einmal auf, hier beschreibt er jedoch eine konkrete Musikrichtung im Gegensatz zu House, Trance etc. Es gibt Musikliebhaber geben, die der Meinung sind, man dürfe nur einige, ganz bestimmte Tracks ausgewählter DJs mit „Techno“ beschreiben, andere hören Madhouse, Brooklyn Bounce etc. und behaupten von sich sie wären dem Techno verfallen...
In Bezug auf diese Diskussion kann ich nur sagen: Jedem das seine! Im Endeffekt kommt es eh nicht darauf an, wie man seine Musik beschreibt, sondern dass man Spaß daran hat, sie zu hören und zu genießen.

Aufgrund oben genannter Überlegungen stellen die drei Autoren des Buches „Techno Lexikon“ direkt zu Anfang einmal klar, dass sie den Begriff „Techno“ in ihrem Werk der Einfachheit halber „stellvertretend für seine musikalischen Brüder und Schwestern, Onkel, Kinder, Tanten, Enkel und Neffen“ verwenden „ohne damit die gleichzeitige Stilbezeichnung Techno den anderen Richtungen gegenüber hervorheben zu wollen.“

| Eindruck & Erwartungen |

Bevor ich mir dieses 350-seitige Nachschlagewerk zu meiner Lieblingsmusik schenken lies, informierte ich mich selbstverständlich zunächst ein wenig und schaute mir Fotos des Buches an. Es ist in gelb gebunden und trägt als Titelfoto die Siegessäule zur Loveparade 1997.
Ich las mir den Umschlagrücken schon vor dem Kauf einmal durch und Erfuhr somit, dass das „Techno Lexikon“ 1500 Stichworte aus der Szene erklärt und zusätzlich einiges zu den wichtigsten Stilen der elektronischen Musik parat hat. Wunderbar, dachte ich mir und zweifelte nicht mehr, zuzugreifen, bzw. zugreifen zu lassen (da ich es ja wie gesagt geschenkt bekam). Ich erhoffte mir daraus, in der Zukunft ein wenig mehr des fachchinesisch der Produzenten und DJs zu verstehen, in dem ich einfach eben nachschlagen könnte. Außerdem erhoffte ich mir, eine schriftlich fixierte Antwort zu finden, auf die Fragen die man als Liebhaber der elektronischen Musik fast täglich gefragt wird: „Du sag mal, was ist eigentlich der Unterschied von Trance und House“ oder „Ist die Musik die DJ X macht eigentlich mehr Y oder Z?“.

| Erfahrungen |

Schnell wurde mir klar, auf solche Fragen gibt es keine pauschal Antwort, worauf ich in meinem Fazit noch genauer eingehen werde.
Der abgetrennte Bereicht der verschiedenen Stile informiert den Leser nicht wirklich darüber was die bestimmten Richtungen ausmacht, sondern eher über ihre Entstehung, die Anfänge etc.
Der Hauptteil, der Lexikonbereicht, ist wirklich absolut hilfreich und bietet zu den verschiedensten Kategorien innerhalb des weitreichenden Begriffes „Techno“ alles, was man wissen möchte. Nicht nur die Geschichte der verschiedensten Richtungen, DJs, Produzenten, Raves und relevanten Städten wird hier geboten, man bekommt zusätzlich die wichtigsten Szene-Begriffe einfach erklärt und es wird sogar auf Themen wie Drogen sprich XTC, LSD etc. eingegangen – Wie gesagt, alles, was mit der „Techno-Szene“ ich Verbindung gebracht werden kann und auch gebracht wird. Die besten nationalen aber auch internationalen Clubs werden in vollem Umfang beschrieben und auch in Sachen Technik wie Turntables, Mixern, Effektgeräten u.s.w. hat das Techno-Lexikon einiges parat.

| Fazit |

Ich habe durch dieses Buch sehr viel dazugelernt, was mich dazubringt unangefochtene fünf Sterne zu verleihen. Um noch einmal auf die Diskussion zurückzukommen, ich habe auch durch das Techno-Lexikon gemerkt, dass man nicht alles immer ganz genau in Worte fassen kann, jedoch auch nicht muss. Stilbezeichnungen sind dazu da, um in Plattenläden eine gewisse Ordnung herzustellen, kein DJ sollte sich darüber aufregen wenn er seiner Meinung nach House Musik macht und von irgendjemand als Techno DJ tituliert wird. Musik ist etwas was wir hören und es ist meiner Meinung nach wirklich nicht wichtig, alles genauestens bis ins kleinste Detail zu definieren...

© by TheRoof @ Ciao / 06.07.02

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Credi_X veröffentlicht 06.07.2002
    Moin! Bei den Begriffen, die heute im Techno verwendet werden braucht man wirklich schon ein Lexikon, ich denke ein sinnvolles Buch für alle Techno-Fans! Lieben Gruß und danke für den schönen Bericht, Credi! :o)
  • EManson82 veröffentlicht 06.07.2002
    Noch nie etwas davon gehört. MFG EManson
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Produktdaten : Techno Lexikon / Schäfers & Waldmann

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Verlag: Schäfers & Waldmann

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