Sing to me
21.05.2002
Pro:
nix mit pro
Kontra:
Krug hat einen Sprung, saudoof gemacht
Empfehlenswert:
Nein
 Treesitter
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:132
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 92 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schon seit Jahren macht Manfred Krug Werbung für die Telekom, zuletzt ist er mit einer tuntigen Perücke über einen Laufsteg getigert und hat dem verdutzten Zuschauer ein neues Telefon unter die Nase gehalten. Seitdem bin ich überzeugt, dass der Krug einen Sprung in der Schüssel hat. Damals war auch der Co-Kommissar Charles Breuer mit dabei - er hat im Tatort dieselbe Funktion wie Harry bei Derrick, von daher stört es ihn wohl nicht, wenn er sich auch in diesem Spot zum Deppen macht. Doch was genau treiben die Tatort-Stars hier überhaupt...? Der Spot: ========Licht aus, Spot an. Die beiden Alt-Kommissare stehen auf einer Theaterbühne (wie man oben im ersten Bild gut sieht) und sammeln ihre Kräfte für ein Showereignis der Superlative. Wie schon in manchen Tatort-Folgen stimmen sie ein Volkslied an und singen sowas wie: "Sonntags sind wir frei, wieder eine Woche rum !" Schon die ersten schiefen Töne reichen aus, damit dem Publikum bewusst wird, dass sie jetzt viel lieber woanders wären. Hastig drängeln sie in Richtung Ausgang, einige werfen den "Sängern" auf der Bühne ärgerliche Blicke zu. Derweil blendet die Kamera um, man hört, wie Krug in gewohnt oberlehrerhaftem Tonfall seinem Anhängsel erläutert, dass man mit dem T-ISDN xxl Tarif der Telekom sonntags für lau telefonieren kann. Hätte man hier Schluss gemacht, wäre der Spot für mich einfach nur in die Kategorie "überflüssig" gerutscht. Doch leider stimmen die beiden ein weiteres Liedchen an, diesmal einen völlig bekloppten Gangsta-Rap mit einem Text, der in etwa dasselbe aussagt wie das, was Krug soeben erklärt hat, nur mit anderen Worten. Einfach grauenvoll, und das liegt nicht nur daran, dass ich von dieser "Musik" generell Ausschlag bekomme. Nein, sicher hätten sogar eingefleischte Fans bei diesem Hip-Hop-Hick-Hack Schwierigkeiten, dem etwas Gutes abzugewinnen. Nach diesem Attentat auf die Lauscherchen des Zuschauers senkt sich gnadenvoll Schwärze über den Bildschirm und der Spot ist zuende. Meine Meinung: ============ Also nee, ich weiss ja nicht. Sollte das nun witzig sein ? Irgendwie habe ich bei der Werbung der Telekom immer das Gefühl, als wolle man krampfhaft gute Laune verbreiten, auch wenn die Aktien weiter munter in den Keller purzeln. Manfred Krug und Charles Breuer sind ja nur zwei Zugpferde von der Firma mit dem lila T, Eeeenie und der computergenerierte Robert etwa sind zwei weitere Highlights des schlechten Geschmacks. Dabei kümmern sich Manni und Charles wohl um die ältere Generation, Jüngere werden angesichts dieser Fernseh-Dinosaurier nur mit den Schultern zucken ("Mami, wer´s n der Opa da ?"). Als Werbeträger sind die beiden also schonmal nur bedingt qualifiziert.Nun muss man wissen, dass die beiden schon im Tatort öfters mal gegen Ende ein Ständchen bringen. Anfangs nur als Gag gedacht, hat sich diese Masche inzwischen so festgefressen, dass sie sogar schon eine CD rausgebracht haben. Das allein sagt nun nicht viel darüber aus, ob sie singen können oder nicht - heutzutage sind Veröffentlichungen von CDs sowieso eher eine Frage des Marketings und weniger des musikalischen Talents. Daran fehlt es Krug und Breuer jedenfalls gänzlich, das merkt man auch in diesem Spot. Der Anfang ist ja schon schlimm, der Rap am Ende allerdings ist völlig daneben. Ich kann mir das nur so erklären, dass die beiden dabei weniger Informationen in Kunst verpacken als vielmehr witzig rüberkommen wollten (wie schon bei der Sache mit der Perücke). Mann, was habe ich gelacht - allerdings mehr aus Mitleid. Unterstützt wird diese doch ziemlich gewagte These vom "Witzigsein" von der Reaktion der Zuschauer, denn die verlassen ja doch recht zügig den Saal - und das liegt sehr wohl an den Sangeskünsten der Herren und NICHT an dem ach so günstigen Sonntags-Tarif. Denn wer bitteschön geht samstags aus, nur um gegen Mitternacht kehrt zu machen und sich zu Hause vor den Computer zu setzen...? Na ja, Logik war noch nie die Stärke von Werbeagenturen...Unterm Strich bleibt ein weiterer saudämlicher Telekom-Spot, der einem keinen, aber auch gar keinen Anlass gibt, beim nächsten Mal nicht umzuschalten. Jungs, wie wäre es, wenn ihr euch langsam zur Ruhe setzt, eure Riester-Rente geniesst und uns arme Zuschauer nicht mehr weiter mit solchem Unsinn behelligen würdet, hm ? Oh, fast hätte ich es vergessen: Ebenso nervig wie den Spot an sich finde ich die schnell laufende, winzig kleine Textzeile, die auf die Konditionen des T-ISDN xxl Vertrages hinweist, wieviel er kostet und wann man ihn beantragen kann. Firmen, die in ihrer Werbung mit solchen "Fussnoten" arbeiten, sei es im Fernsehen oder auf Plakaten, werden von mir generell ignoriert, zumal der Tarifdschungel der Telekom auch ohne die Dinger schon unübersichtlich genug ist...
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11.06.2002 19:05
sehr guter bericht, über den spot konnte ich bis heute nicht lachen....grins
07.06.2002 15:22
Die Aktion mit der Perücke fand ich im Gegensatz zu diesem Schwachsinn aber irgendwie noch lustig. Aber auch nur beim ersten Mal. Sieht man den Schwachsinn dann zu jeder Tages- und Nachtzeit ist auch das nicht mehr komisch. Liebe Grüße, Christiane
05.06.2002 18:18
Ich jedenfalls warte auf den Spot, bei dem Schimmi von Arcor reinkommt und die beiden anpöbelt und verprügelt. Aber- das kann wohl noch etwas dauern... Mit spochtlichen Grüßen