Teletubbies (Film)

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Hilfe, Teletubbie-Mania!

3  29.08.2001

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Empfehlenswert: Ja 

Schneeglocke

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Wer hätte gedacht, daß ausgerechnet ich einmal etwas über die Teletubbies schreibe. Ich, die immer gegen diese Sendung war, obwohl ich sie gar nicht kannte.
Ich, die immer gesagt hat, daß mein Kind vor dem 3. Lebensjahr kein Fernsehen guckt.
Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Diejenigen von Euch, die Kinder haben, werden davon wohl ein Lied singen können.

Grund für die Teletubbie-Mania bei uns war der einwöchige Besuch meines knapp vierjährigen Patenkindes Katharina.
Schon am ersten Morgen erklärte sie mir kurz nach dem Aufstehen sehr eindringlich, sie würde jetzt gerne die Teletubbies sehen. Wie bitte? Teletubbies!
Zunächst war ich dagegen, stellte aber dann fest, daß Katharina offensichtlich jeden Tag diese Sendung sieht, und ich ihr sie einfach nicht vorenthalten konnte.
Aber was sollte ich mit meinem 21 Monate alten Töchterchen machen. Aussperren, bis die Sendung vorbei war, ging ja wohl nicht!

Zähneknirschend begleitete ich die beiden jungen Damen ins Wohnzimmer und mußte mich erst mal schlau machen, wann diese Sendung denn überhaupt läuft. Katharina gab mir den Hinweis "Kika"das sollte wohl der Kinderkanal sein. Und tatsächlich, morgens um 9.00 Uhr bei Kika gibt es Teletubbies.
Na dann, mal ran.

Und somit konnte ich mir bald einen Überblick über die wohl umstrittenste Kindersendungen überhaupt machen, die ja, wie ich inzwischen erfahren habe, auch nicht mehr produziert wird. Trotzdem läuft sie aber noch täglich im Fernsehen, und wer weiß, wie lange noch?

Wie ist diese Sendung aufgebaut?
Ich habe die Sendung inzwischen ca. 15mal gesehen.
Der Ablauf der Teletubbies ist immer derselbe:
Zunächst geht die Sonne auf. Ein neuer Tag beginnt. Den Mittelteil der Sonne bildet ein total süßer Kinderkopf. Man hat da wirklich ein Prachtbaby gewählt, das jauchzt, lacht, so wie es richtige Babys halt machen. Bald darauf erklingt Musik und die Teletubbies erscheinen. Die Musik ist sehr eingängig, so daß meine Tochter schon nach zwei Tagen zumindest im Takt mitschwingen kann.
In diesem Lied stellen sich die 4 Teletubbies vor, Tinky-Winky ist blau, Dipsy grün, Lala gelb und Poe ist rot.
Die Namen sind ebenfalls eingängig und schon für kleine Kinder leicht zu merken.
Lea –meine Tochter- kann nach 2 Sendungen 2 Teletubbies benennen.
Das Lied wird zweimal wiederholt.

Dann beginnt die eigentliche Sendung, die aus drei Teilen besteht. Zunächst kommen die Teletubbies, dann wird ein Film gezeigt, der zweimal wiederholt wird, danach kommen nochmal die Teletubbies.
Durch die gesamte Sendung führt ein Sprecher mit einer sehr angenehmen Stimme.

Wer sind die Teletubbies, wo leben und wie sprechen sie?
Es sei angemerkt, daß die Teletubbies im sogenannten Teletubbie-Land leben. Ein Land, bestehend aus einen grünen Wiese mit Blumen und Bäumen. Die Teletubbies wohnen im sogenannten "Hausberg" eine Art Hügelhaus, das mit Gras überwachsen ist.
Das Teletubbie-Land ist bunt, ansprechend, farbenfroh und einfach strukturiert, so daß sich auch kleine Kinder schnell dort orientieren können und alles wiedererkennen.
Die Teletubbies sind unterschiedlich groß und repräsentieren somit auch Kinder in verschiedenen Altersstufen.
Tinky-Winky ist das älteste Teletubbie, Dipsy ist etwas jünger, Lala ist das zweitjüngste Tubbie und Poe ist das Baby.
Entsprechend der Altersstufe ist auch die Sprachentwicklung fortgeschritten. Tinky-Winky spricht deutlich und meist fehlerfrei, bei Dipsy gibt es schon mehr Aussprachefehler und Lala und Poe haben halt die berühmte Teletubbiesprache, für die die Sendung besonders in die Kritik geraten ist.

Natürlich ist diese Sprache einfach ein sehr schlechtes Vorbild für die Kleinen.
Wenn man bedenkt, daß meine 21 Monate alte Tochter nach zwei Tagen vor mir stand und Tubbie-Pudding sagte, sieht man nämlich, wieviel die Kinder von der Sendung übernehmen.
Immerhin wiederholt der Sprecher aber die fehlerhaften Sätze richtig und wenn man als Erwachsener mitschaut, kann man ebenfalls sofort eine Sprachkorrektur einleiten.
Aber sinnvoll ist der Einsatz dieser "Babysprache" nicht, die Sendung hätte auch funktioniert, ohne daß man die Sprache so verunstaltet! Und dann wäre die Sendung garantiert nicht so kritisiert worden, denn grundsätzlich ist sie nicht schlecht.

Was machen die Teletubbies?
Die Teletubbies singen, tanzen und schmusen viel. Gleichzeitig werden den Kindern Lerninhalte vermittelt.
Beispielsweise gab es eine Sendung, in der man versucht hat, den Kinder die Zahl drei darzustellen und zu erklären.
Ein Teletubbie stellte sich dazu neben drei Bäume. Und der Sprecher erklärte: "Dipsy steht in der Nähe von 3 Bäumen." Deutlich waren 3 Bäume zu sehen.
Dann war ein anderes Teletubbie zu sehen, das neben 3 Blumen stand. Wiederum erklärte der Sprecher: "Lala steht in der Nähe von 3 Blumen". Und so ging das weiter.
In einer anderen Sendung "schwebte" ein Geschenk ins Teletubbie-Land.
Lala fand das Geschenk und versuchte nun herauszufinden, für welches Teletubbie dieses Geschenk wohl bestimmt sei. Der Sprecher fragte: "Lala, ist dieses Geschenk für Tinky-Winky?" Und Lala sah nach. Nein! Es war nicht für Tinky-Winky. Dann fragte der Sprecher weiter: "Ist das Geschenk für Poe?" Und dann versuchten sie gemeinsam herauszufinden, für wen das Geschenk wohl bestimmt sei.

Die Teletubbies vermitteln also immer sehr, sehr einfache Lerninhalte, die Kinder schnell und gut verstehen können. Aber ich kann mir gut vorstellen, daß diese Lerninhalte für viele Kinder schon bald zu langweilig sind, weil wirklich absolutes Basiswissen vermittelt wird.

Der Film!
Anders dagegen der Film. Nach ca. einem Drittel Sendezeit "öffnen"“ sich in den Bäuchen der Teletubbies kleine Fernseher, was den jeweiligen Film ankündigt. Die Teletubbies sind ganz aufgeregt und können den Beginn des Films kaum erwarten.
Im Film werden Kinder gezeigt, die Alltagssituationen darstellen. Da sind z.B. Kinder, die Sandburgen bauen, die den Tierpark besuchen oder einen Eisbecher herstellen.
Viele Situationen also, die kleine Kinder bereits aus ihrem eigenen Alltag kennen.
Um Brücken zu überschreiten, werden im Film meist Kinder aus unterschiedlichen Ländern und oft auch mit unterschiedlicher Hautfarbe gezeigt. Das finde ich sehr gut, somit lernen Kinder, daß auch das "andere" normal ist.

Ich selbst halte die Filme für gut durchdacht und geeignet, Wissen zu vermitteln. Der Film hat für kleinere Kinder gerade die richtige Länge von ca. 3-4 Minuten und wird nochmal wiederholt, damit der Inhalt sich besser einprägt.

Der Schluß:
Ist der Film zu Ende, machen die Teletubbies weiter wie zuvor beschrieben. Sie hüpfen in ihrem bunten Land herum, essen Tubbie-Pudding oder Tubbie-Keks und entdecken die Welt, bis ein Lautsprecher das "Zeit für Teletubbie-Winke-Winke" verkündet.

Das "Sonnenbaby", das auch im Verlauf der Sendung immer wieder eingeblendet wird und jauchzt und quiekt, erscheint ein letztes Mal. Die Teletubbies winken, ein Lied wird angestimmt und dann geht das Sonnenbaby unter. Der Sprecher sagt: "Die Sonne wird gleich untergehen. Die Teletubbies sagen auf Wiedersehen."

Fazit:
Wie schon am Anfang erwähnt, war ich immer dagegen, daß kleine Kinder fernsehen und auch viele Pädagogen sprechen sich dagegen aus. Wenn Kinder aber sehen, wie andere fernsehen, ist es schwer, den Kleinen dann eine logische Erklärung zu geben, warum gerade sie es nicht sollen.

Ich denke, es ist nicht dramatisch, wenn ein 3jähriges Kind ca. 25 Minuten am Tag eine geeignete Sendung schaut. Aber wichtig ist vor allem, daß die Eltern mitschauen, und daß das Fernsehen nicht als elektrische Oma verwendet wird. Sicher gibt es "wertvollere" Sendungen als die Telebubbies. Trotzdem halte ich die Sendung pädagogisch eigentlich nicht für bedenklich.
Die Sendung vermittelt Kindern eine friedliche, bunte, absolut gewaltfreie Welt. Vieles, was gezeigt wird, kennen die Kinder aus ihrem Alltag wieder.
Nur weiß ich nicht so recht, für welche Altersstufe die Teletubbies sein sollen. Den Film nämlich halte ich für die Altersstufe 3-6 Jahre durchaus für angemessen. Aber was die Teletubbies so machen, ist von der Stuktur her sehr einfach und unterfordert meiner Meinung nach bereits ein vierjähriges Kind.
Sehr schön finde ich in der Sendung, daß sie einen ganz festen Ablauf hat, der sich nicht ändert. Kleine Kinder brauchen eine solche Orientierungshilfe, sie brauchen in ihrem Leben Punkte, an denen sie sich orientieren, auch wenn es sich in diesem Fall nur um eine Kindersendung handelt.

Wie gesagt, mein Patenkind ist wieder fort, aber Lea möchte jeden Morgen die Teletubbies sehen und inzwischen verweigere ich ihr sie nicht mehr, sondern schaue die Sendung mit ihr zusammen und erzähle ihr im Lauf der Sendung noch einiges Wissenswerte.
Ich beschäftige mich so viel mit meinem Kind und sie ist sprachlich für ihr Alter schon sehr weit, da mache ich mir keine Sorgen, daß ihr die Sendung schaden könnte.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
antjeeule

antjeeule

27.11.2001 01:14

Diesen Bericht hatte ich schon bei dooyoo gelesen. Ich finde ihn Klasse, obwohl ich von den Teletubbies nur wenig halte. Herzliche Grüße, Antje :o))

altkuh

altkuh

29.08.2001 09:55

ja, die Sprache finde ich auch schrecklich- ich habe Glück: auf meiner Satellitenanlage kann ich KIKA nicht empfangen- und ab und zu bei der Oma sind die Tubbies kein Problem...Gruß von der Altkuh

steven.manu

steven.manu

29.08.2001 09:35

Guten Morgen, mein Sohn liebt auch die Tubbies...leider. Aber so langsam baut es sich zum Glück wieder ab und lasse mich überraschen was als nächstes kommt! ;o) LG von Manu :o)

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