Da geht die Sonne auf

5  10.06.2009

Pro:
schmeckt lecker und sieht gut aus, nicht zu aufwendig

Kontra:
evtl .  der morgen danach .  .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Nuschelbert

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Dieses Rezept wurde von 123 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich mal wieder über einen meiner Lieblingscocktails berichten, den Tequila Sunrise, der ja bekanntermaßen ein Klassiker unter den Cocktails, bzw. den Longdrinks ist.

An dieser Stelle möchte ich gerne ein bisschen in die Begrifflichkeit des Cocktails eingehen. Oft hört man ja so Sätze, wie: „Das ist kein Cocktail, das ist ein……“ und hier fallen dann Begriffe wie Longdrink, Shooter, Sour usw.
Ein Cocktail ist in erster Linie ein Mischgetränk aus mindestens zwei Zutaten besteht. Im Grunde genommen kann man getrost Apfelschorle oder KiBa als Cocktails bezeichnen. So auch Dinge, wie Asbach-Cola, Wodka-Kirsch oder was einem sonst noch so alles einfällt.
Cocktails sind dann in weitere Arten bzw. Unterarten gegliedert.
Grundlegend erfolgt die Gliederung von Cocktails in die Arten:
Shortdrinks, Cocktails, die nur eine geringe Flüssigkeitsmenge haben, wie z.B. B52
Longdrinks, Cocktails, die eine größere Flüssigkeitsmenge haben, wie z.B. Teauila Sunrise oder Pina Colada
Bowle, Wein- und Sektgemische mit Früchten
Hot-Drinks, warme Cocktails, wie Irish Coffee
Fancy-Drinks, das sind Cocktail-Kreationen, die nicht in die oberen Kategorien passen

Diese fünf Arten sind dann in weitere Unterarten gegliedert, sie Shooter (Shortdrink, der auf „Ex“ getrunken wird) oder ein Corpse Reviver (aufbauender Shortdrink, wie Bloody Mary, die den „Tag danach“ besser machen sollen).

Zum anderen möchte ich heute noch auf den Namen eingehen. Cocktail heißt zu deutsch Hahnenschwanz und man kann bis heute nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wo der begriff wirklich her kommt. Abenteuerliche Geschichten gibt es einige, jedoch möchte ich hier kurz die drei Geschichten schildern, die als am wahrscheinlichsten gelten (Reihenfolge ohne Wertung).

Früher waren in den USA Hahnenkämpfe sehr populär. Der Besitzer des Siegers bekam die Schwanzfedern des Verlierers. Beim anschließenden Umtrunk wurde diese Trophäe mit einem Drink und dem Spruch „On the Cock’s tail“ begossen. Dieses „Abschlussgetränk“ nannte man dann in der Kurzform Cocktail.

Eine weitere Erklärung besagt, dass der Name aus nicht gemixten, sondern „geschichteten“ Getränken entstanden ist (ähnlich, wie beim B52, wo die Zutaten sehr vorsichtig eingegossen werden, so dass jede zutat für sich bleibt und mehrere verschiedenfarbige Schichten erkennbar sind). Diese Drinks ähneln, von der Seite betrachtet, einem bunten Hahnenschwanz.

Noch eine Erklärung besagt, dass in einer Bar in den USA ein großer, hohler Hahn aus Keramik stand. Der Barkeeper schüttete, am Ende des Tages, alle übrig gebliebenen Getränke in den Hahn. Das hochprozentige Gemisch, das daraus entstand, wurde aus dem Schwanz des Hahns gezapft und zum Sonderpreis angeboten. Dies sprach sich schnell herum, und immer mehr Leute bestellten das Mixgetränk aus dem „Schwanz des Hahnes“, Cocktail.

Letztere Erklärung klingt für uns heute ziemlich eklig und unwahrscheinlich. Fakt ist jedoch, dass früher solche Gemische an ärmere Schichten günstig verkauft wurden. Und das nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Nur, dass der findige Wirt aus den USA eben mit einem spezielle Gefäß gemacht hat. Plausibel klingen eigentlich fast alle Varianten und wahrscheinlich gibt es in der Tat mehrere Ursprünge.

Kommen wir nach diesem Ausflug nun endlich mal zum Wesentlichen dieses Berichts.


Das Rezept
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Das Rezept des Tequila Sunrise ist denkbar einfach, man sollte nur bei der Zubereitung das eine oder andere beachten. Für einen, nicht allzu starken, Tequila Sunrise benötigt man:
10 cl Orangensaft
4 cl Tequila (weiß)
2 cl Zitronensaft
1 cl Grenadine

Den Tequila, den Zitronensaft und den Orangensaft in ein Glas geben. Umrühren ist eigentlich nicht notwendig, da wenn man in dieser Reihenfolge eingießt, sich alles von selbst vermischt. Wer allerdings die Show liebt, kann aber gerne auch schütteln. Nun das Glas mit Eiswürfeln oder Crushed Ice auffüllen.
Nun die Grenadine langsam und vorsichtig am Rand eingießen. Da die Grenadine einen deutlich größeren Zuckergehalt und Konsistenz hat, vermischt sie sich nicht sofort mit den anderen Zutaten und sinkt aufgrund des höheren Eigengewichts auf den Boden ab.
So erreicht Ihr ein bilderbuchmäßiges Ergebnis. Unten ist der Drink schön rot und oben orange. Klar wird der Drink dann vor dem Verzehr gerührt, aber beim Ausgaben sieht das halt viel besser aus.
Zum Abschluss dann noch eine Orangenscheibe und/oder Cocktailkirsche samt Schirmchen oder ähnlichem als Deko an das Glas und einen Strohhalm hinein, fertig.

Wer eine extra schöne Dekoration haben möchte, kann noch einen Zuckerrand an das Glas machen. Dazu einfach Zucker auf einem Teller möglichst eben verteilen (wer einen roten Zuckerrand möchte, sollte diesen mit Lebensmittelfarbe oder Grenadine einfärben).
Einen zweiten Teller mit Wasser oder Zitronensaft füllen (der Rand soll ja nur ein paar Millimeter breit sein). Das Glas nun (logischerweise mit dem Rand nach unten) in dem Teller mit Wasser/Zitronensaft anfeuchten). Dann das angefeuchtete Glas auf den Teller mit dem Zucker stellen und das Glas etwas nach links und rechts drehen. Und schon habt Ihr einen dekorativen Zuckerrand. Bei diesem Drink würde es sich grundlegend anbieten, wirklich Zitronensaft und Grenadine zu benutzen, denn das habt Ihr ja dann ohnehin schon im Haus.


Die Zutaten
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Tequila
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Tequila ist eine Sonderform des Mezcal, einem mexikanischen Agaven-Schnaps. Tequila dürfen sich die Mezcals nennen, die aus der Umgebung der Stadt Tequila stammen.
Natürlich differieren die Mezcals/Tequilas je nach Lage und Agavenart (normalerweise wird nur das herz der „Blauen Agave“ verwendet). Grundlegend unterscheidet man jedoch nach weißem/silbernen und braunem/goldenen (blanco/silver und marron/oro). Die weißen/silbernen sind frische Destillate, die braunen/goldenen werden in Eichenfässern gelagert und bekommen so noch eine deutliche braune/goldene Farbgebung. Braune/Goldene Tequilas/Mezcals sind durch die Lagerung etwas milder im Geschmack. Bei dunklen Agaven-Schnäpsen wird zudem in der Bezeichnung noch nach länge der Lagerung unterschieden, was jetzt aber zu weit führen würde, da wir für den Tequila Sunrise ohnehin nur den weißen/silberen brauchen.

Wenn wir schon an dieser Stelle sind, möchte ich hier gerne noch mit der Legende des „Tequila-Wurms“ aufräumen. Die Produzenten aus der Umgebung Tequilas sind sehr stolz auf ihre Qualität und ihren Status. Kein Produzent hätte es gewagt, einen Wurm in seinen guten Tequila zu tun.
Etwas anderes ist das mit bestimmten Mezcal-Sorten. Hier wird der, fälschlich, so genannte Maguay-Wurm verwendet, der jedoch eine Mottenraupe ist (sprich eine Raupe, aus der später eine Motte wird). Die Idee entstammt einem PR-Gag aus den 1950er Jahren, als sich die US-amerikanischen Touristen vor allem auf den Tequila stürzten und Mezcal verschmähten. Grundlegend stammt die Idee von Schwarzbrennern, die so feststellten, ob der Mezcal genießbar war oder nicht (konservierte die Raupe war er ok, wenn er sie zersetzte, dann nicht). Ein findiger Produzent machte zudem die Entdeckung, dass von den Raupen befallene Agaven anders schmecken, als unbefallene. So brachte er einen Mezcal mit Raupe auf den Markt.


Grenadine
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Grenadine ist ein alkoholfreier Sirup, ursprünglich aus Granatapfel. Häufig gibt es aber auch Varianten aus Beerenfrüchten, wie Him-, Brom-, Johannisbeere und/oder Holunder. Federführend, wie bei den meisten Likören oder Sirupen dieser Art ist mal wieder die Firma Bols.


Zitronensaft
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Dazu muss man ja eigentlich nicht viel sagen, oder? Aber die Mühe des selbst gepressten Zitronensafts kann man sich sparen. Je nachdem, wie groß Euer Verbrauch an dem Abend ist, könnt Ihr diese netten Plastikzitronen oder 0,7-Liter-Flaschen kaufen.


Orangensaft
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Am Orangensaft würde ich ganz ehrlich nicht sparen, denn er macht den Hauptgeschmack des Drinks aus. Natürlich muss man jetzt auch keinen für fünf Euro die Flasche nehmen, aber von den ganz billigen Konzentraten sollte man doch etwas Abstand nehmen.
Um ehrlich zu sein ist es aber so, dass der allerbeste Tequila Sunrise aus frisch gepresstem Orangensaft besteht, was allerdings leider sehr mühevoll ist, außer man reicht es nur als Begrüßungscocktail bei einem gemütlichen Abendessen zu viert oder so. wenn Ihr das macht, achtet darauf, dass die Strohhalme einen möglichst großen Durchmesser haben, sonst bekommt Ihr Probleme mit dem Fruchtfleisch.


Variation
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Ich persönlich würde mit den Zutaten an sich nicht spielen, denn der Tequila Sunrise ist so gut, wie er ist. Ich überlasse es aber gerne jedem, mal eine Mischung mit Rum oder anderen Säften zu testen (eine Nachricht an mich mit dem Ergebnis wäre nett).
Etwas anderes ist es mit der Menge. Je nachdem, wie Ihr es haben möchtet, könnt Ihr mit mehr Grenadine mehr Süße erreichen, mit mehr Zitrone mehr Säure usw. Viele möchten Ihren Cocktail auch liebre etwas stärker, dann muss logischerweise mehr Tequila rein.
Damit muss man eben mal ein bisschen spielen, um „sein“ Rezept zu finden.
Für einen guten Tequila Sunrise muss es nicht unbedingt der teure Sierra Tequila sein, hier kann man gut günstigere Produkte aus dem Supermarkt kaufen.
Sehr gut möglich ist dann auch eine alkoholfreie Variante. Einfach nur den Tequila weg lassen und schon habt Ihr einen gut schmeckenden und gutaussehenden alkoholfreien Cocktail. Einen offiziellen Namen gibt es dafür meines Wissens nach nicht. Ich nenne ihn immer gerne „Driver’s Sunrise“.


Fazit
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Was soll ich jetzt zum Abschluss noch groß sagen? Der Tequila Sunrise ist ein fruchtig-frischer Klassiker und passt eigentlich zu jeder Gelegenheit. Da er nicht so aufwendig wie andere Cocktails ist, dafür aber schmuck aussieht, bietet er sich eigentlich für eine schöne Party sehr gut an.

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Kommentare zu diesem Rezept
hochsauerlaender

hochsauerlaender

17.09.2009 13:40

Prost, oder Skol.

Cybersyssy

Cybersyssy

12.09.2009 23:21

Cheers! Liebe Grüße, Elena

sunrise67

sunrise67

07.07.2009 22:14

bin schon fast besoffen! LG

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