Moderner Klassiker - Oft kopiert, nie erreicht
03.06.2001
Pro:
brillante Atmosphäre, sehr gute Story, überzeugende Action, sehr gut besetzte Schauspieler
Kontra:
Spezialeffekte teilweise nicht ganz auf der Höhe
Empfehlenswert:
Ja
 ElPerverso
Über sich:
Mitglied seit:17.07.2000
Erfahrungsberichte:19
Vertrauende:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
1984 schuf ein damals noch unbekannter junger Regisseur namens James Cameron mit einem sehr niedrigen Budget ein kleines Wunderwerk: "Terminator". Bis heute ist der Film der Maßstab für alle actionorientierten Science-Fiction-Filme, die sich mit nicht allzu ferner Zukunft beschäftigen. Und nur wenige Filme konnten ihm in diesem Genre je das Wasser reichen. Obwohl "Terminator" in der Gegenwart, genauer im Jahre 1984 spielt, beginnt die Geschichte eigentlich in der Zukunft. Im Jahre 1997 fand ein Atomkrieg statt (wie wir heute wissen, war der Film glücklicherweise etwas pessimistischer als die Realität), der fast alle Menschen auslöschte. Die Maschinen hatten den Krieg angezettelt, um die Macht auf der Erde zu ergreifen. Die wenigen Überlebenden werden von den Maschinen als Sklaven gehalten, bis ein Mann ihnen zeigt, wie man kämpft. Der Name dieses Mannes ist John Connor. Die Maschinen ersinnen nun einen genialen Plan: Mittels einer Zeitmaschine schicken sie einen Terminator (Arnold Schwarzenegger), einen Cyborg, also einen mit lebendem Gewebe "überzogenen" Roboter, zurück in das Jahr 1984, damit dieser Sarah Connor (Linda Hamilton), die Mutter des noch ungeborenen John, tötet und John somit gar nicht existiert. Die Menschen jedoch schicken einen einsamen Kämpfer namens Kyle Reese (Michael Biehn) hinterher, damit dieser Sarah um jeden Preis vor dem Terminator beschützen kann.
Man kann sich in etwa vorstellen, wie der Film abläuft: Die vollkommen ahnungslose Sarah hat ein bißchen Glück, als sie zu Anfang dem Terminator noch entkommt. Zwar merkt sie irgendwann, daß sie jemand verfolgt, doch verdächtigt sie zunächst den falschen Mann. Kaum hat Reese ihr alles erklärt, befinden sich die beiden nur noch auf der Flucht vor der schier unaufhaltbaren Killermaschine. Schon in seinen jungen Jahren zeigte Cameron hier sein außergewöhnliches Talent für die Dynamik eines Films, er wechselt Actionpassagen in genau den richtigen Intervallen mit Szenen ab, in denen er die Story vorantreibt und die Charaktere sich weiter entwickeln. Geschickt wechselt er dabei auch Szenen, in denen sich der Terminator vorbereitet mit solchen, in denen Sarah zunächst ihrem normalen Leben nachgeht und sich später mit Reese auf den Kampf vorbereitet. Der Film ist seinen Protagonisten stets sehr nahe, egal, auf welcher Seite sie nun stehen mögen. Klugerweise läßt Cameron praktisch alle Actionszenen nachts spielen, und die Nachtlichter der Metropole Los Angeles mit ihren Straßenschluchten und Highways bieten das perfekte Ambiente für stimmungsvolle Action. Außerdem passen sie zu den flüchtigen Eindrücken aus der düsteren Zukunft, aus der Reese kommt, die zwar nur wenige Szenen einnehmen, aber glaubhaft und realistisch wirken. Gerade diese düstere Atmosphäre ist es, die den Film so auszeichnet und die Angst vor der schieren Unbesiegbarkeit des Terminators schürt und gleichzeitig die Zukunftsvision des Filmes umso erschreckender wirken läßt. "Terminator" macht zudem nicht den Fehler, die komplette Geschichte und finale Konstellation der Charaktere zu früh einzuführen und dann nur noch auf Action zu setzen, stattdessen läßt er der Handlung genügend Freiraum, sich zu entfalten und gibt den Charakteren auch gegen Ende immer noch die Chance, sich in Nuancen immer noch weiterzuentwickeln. Natürlich muß man das alles relativ sehen, ein einfühlsames Psychogramm der Helden darf man natürlich nicht erwarten, aber für einen Film dieses Genres sind die Charaktere sehr tief und absolut glaubwürdig.
Die Besetzung ist exzellent. Arnold Schwarzenegger feierte 3 Jahre zuvor mit "Conan - Der Barbar" seinen ersten Kassenerfolg in Hollywood, doch mit diesem Film wurde er zum Megastar, obwohl (oder gerade weil?) er nur wenige Sätze Text hat. Mit seinem kantigen Körper und dem unnachahmlich stoisch-entschlossenen Gesichtsausdruck ist er die perfekte Verkörperung eines zielstrebigen, skrupel- und gefühllosen Killers, und seine Schweigsamkeit trägt eindeutig zu der unheimlichen Aura, die er um sich herum aufbaut, bei. Linda Hamilton als etwas naives, verängstigtes Opfer spielt ihre Rolle ebenfalls sehr gut, genauso wie Michael Biehn als leidenschaftlicher, verzweifelter Beschützer, der seine toll geschriebenen Dialoge besonders eindringlich hervorbringt. Dennoch werden die beiden ein wenig von Arnold an die Wand gespielt, der gar nicht viel tun muß außer möglichst bedrohlich auszusehen. Es ist Schwarzeneggers beste Rolle, ihm auf den beeindruckenden Leib geschrieben wie keine andere in seiner Karriere. "Terminator" ist für einen Actionfilm erstaunlich anspruchsvoll, nicht nur die kluge, logische und beängstigende Geschichte, sondern auch die tiefen Charaktere rechtfertigen diese Aussage. Zum Glück hat die Action darunter aber keineswegs zu leiden, Schnitt und Kamera sind hervorragend, und Cameron versteht es meisterhaft, die Action im Laufe des Filmes immer weiter zu steigern, und der Showdown ist wahrlich furios. Die akustische Untermalung stimmt auch, das Hauptthema ist mittlerweile schon zum Klassiker geworden, und die Musik unterstützt die Atmosphäre und die Stimmung sehr gut. Die Musik verleiht außerdem der unheilverkündenden Schlußszene eine beeindruckende Intensität. Die Spezialeffekte sind größtenteils überzeugend, nur am Ende in einer Szene sieht man dem Film leider recht deutlich sein niedriges Budget an.
Da die komplette Fassung von "Terminator" erst ab 18 Jahren freigegeben ist, findet man meistens nur eine gekürzte Fassung in Kaufhäusern oder eben auch im Fernsehen. Von dieser ist stark abzuraten, nicht etwa, weil die eigentlich einzige wirklich heftige Szene (Arnold fummelt mit einem Skalpell an seinem beschädigten Auge herum) so entscheidend wäre, sondern weil in vielen anderen Szenen nicht notwendige Schnitte vorgenommen wurden, die einfach nur häßlich sind und die Atmosphäre des Filmes mit seiner ausgeklügelten Schnittfolge und seinem stimmigen Soundtrack stören. Es ist nicht verwunderlich, daß "Terminator" zum Klassiker wurde. Kaum ein anderer Science-Fiction-Film bietet so eine gute Hintergrundgeschichte und so gute Schauspieler, die Actionszenen sind erstklassig, und die Spannung riesengroß. Die Atmosphäre ist so einvernehmend, daß man sich den Film auch mehrmals ansehen kann, ohne daß er viel von seiner Faszination einbüßt, was bei solchen Actionspektakeln ja eher ungewöhnlich ist. Eigentlich sind die etwas schwachen Spezialeffekte am Ende das einzige, was man an diesem Film kritisieren kann. Wer angesichts von Science-Fiction-Geschichten und viel Action nicht schreiend aus dem Fenster springt und diesen Film trotzdem noch nicht kennt, sollte sich schnellstens in die nächste Videothek aufmachen.
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12.06.2001 12:05
ich mag den film/spiel nicht! keine ahnung warum! trotzdem klasse bericht! mach weiter so *anfeuer* GreeZ *Zero*
09.06.2001 07:41
T1 würde ich fast als Kultfilm bezeichnen.... :-)
06.06.2001 23:18
Ebenfalls fein geschrieben! Gruß! ^v^Vamp^v^