Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Soundqualität, Gerätegröße, uPnP - kompatibel, Preis |
| Kontra: |
Gehäuse, Display, Handbuch, wenig Formate, endloses Scrollen, ggf . Netzwerkprobleme |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Dieser Bericht schildert ausführlich meinen Eindruck über den Audio-Streaming-Client "Noxon Audio" von Terratec. Features, Erfahrungen, und so manches was nicht im offiziellen Datenblatt steht, solltet Ihr hier finden.
Hallo, liebe Leserinnen und Leser!
Ich hoffe, dieser Beitrag erzählt Euch alles, was Ihr wissen wollt. Mich persönlich überzeugt der Noxon v.a. von der Tonqualität her, das Gerät funktioniert und liefert einen tollen Sound. Die Kernfunktionalität ist also vorhanden. Ansonsten ist mein Eindruck eher ernüchternd, so dass ich durchaus empfehlen würde, Konkurrenzprodukte wie den Netgear MP101 zumindest mal in Augenschein zu nehmen. Alle Details lest Ihr hier. Viel Spaß!
++++ Fazit ++++
+ Sound: spitze
- Anschlüsse: nur Cinch, kein digitaler Ausgang
- Billig wirkendes Gehäuse und Display
- Gehäuseform passt nicht in HiFi-Anlage
+ großes Display mit allen wesentlichen Angaben
- Display sehr schlecht zu lesen
o spielt MP3, WMA-9, MP3-Streams sowie Playlists M3U, PLS, nicht aber OggVorbis, RealAudio, mp3pro
- Bedienung sehr, sehr unpraktikabel bis frusterzeugend
- Lustiges, aber unzureichendes Handbuch
- Einrichtung mit Glück super einfach, mit Pech schwierig und nächtewälzend
++++ Einordnung des Geräts ++++
Da die sogenannten Streaming-Clients noch nicht allzu bekannt sind (immerhin haben einige Zeitschriften wie die c't öfter berichtet und für einen kleinen Hype gesorgt), zunächst eine Einordnung des Geräts.
Mit Streaming-Clients kann man je nach Gerät Video-, Audio- und/oder Bild-Ströme von einem Server empfangen und an ein angeschlossenes Gerät wiedergeben. Man empfängt also z.B. einen Musikstrom vom PC, der als MP3-Musik-Server dient (oder den Musikstrom von einem Internetradio bezieht), und gibt diesen über die HiFi-Anlage aus. Oder man empfängt Videos von der PC- oder Laptop-Festplatte und gibt sie auf dem Fernseher aus. Man nutzt die Streaming-Clients also typischerweise im Wohnzimmer am Fernseher oder der HiFi-Anlage, um Multimedia-Formate von einem entfernten PC oder Laptop (z.B. im Arbeitszimmer) zu empfangen und wiederzugeben.
Die Übertragung kann dabei per Kabel (i.d.R: Ethernet) erfolgen oder kabellos / drahtlos per WLAN (WiFi). Typischerweise wird man WLAN nutzen, denn wer hat schon gerne ein Kabel vom Arbeitszimmer ins Wohnzimmer liegen?
Der Client empfängt dabei nicht die Datei ansich, sondern einen Datenstrom, den eine Serversoftware auf dem PC aus der Originaldatei erzeugt und sendet. Auch speichert der Client i.d.R. keine Dateien lokal ab, sondern gibt sie einfach nur aus.
Es gibt Clients, die nur Audio-Streams empfangen können. Hierzu gehört der hier vorgestellte Noxon. Damit empfieht es sich, diesen an der HiFi-Anlage zu platzieren. Andere Clients können auch Bilder und/oder Video-Ströme empfangen und ausgeben. Diese würden typsicherweise beim Fernseher platziert werden; sollen sie auch für den MP3-Empfang genutzt werden, muss und kann auch ein Kabel zur HiFi-Anlage gelegt werden.
Hier muss man sich also fragen, welchen Zweck man verfolgen will. Video oder Audio oder beides? An Fernseher anschließen oder an der HiFi-Anlage oder an beiden. Streaming-Clients für beides, Video und Audio, zu verwenden, wird eher selten sein. Denn nicht nur, dass man zu beiden Ausgabegeräte Kabel legen muss (nicht jeder hat dabei ja seine Audioanlage und seinen TV in der gleichen Ecke stehen), auch haben die A/V-Kombigeräte i.d.R. kein eigenes Display, sondern nutzen den Fernseher als Display. Wer aber nur Musik hören möchte, wird kaum seinen Fernseher zwingend anmachen müssen, um Album oder Playlist auszuwählen oder den Songnamen nachzulesen...
Also wie gesagt, der Terratec Noxon Audio ist ein reiner Audio-Streaming-Client. Er empfängt keine Videos oder Bilder, sondern "nur" Musik, und zwar aus MP3- und WMA-Dateien, und nur per WLAN; dafür hat er auch ein großes Display. Witzigerweise wird Noxon hier bei Ciao als "AV-Kombi" geführt, was eben falsch ist, denn Video hat es eben nicht...
Dank der mittlerweile umfassenden Verbeitung von WLAN und MP3 bzw. DivX erhalten die Streaming-Clients nun zunehmend Einzug ins Wohnzimmer. Konsequenterweise werden sie zumeist auch als Consumer-, HiFi- oder Home-Entertainment-Produkte geführt. Gleichwohl muss einem bewusst sein: Das ganze funktioniert nur mit einem "Server", sprich einem PC oder Laptop und einem funktionierendem WLAN. Hier kann der Teufel im Detail stecken, so dass durchaus PC- bzw. WLAN-Kenntnisse erforderlich sind.
Noxon ist zurzeit wohl der günstigste Audio-Streaming-Client, jedenfalls ist mir kein anderes bekannt.
++++ Audioqualität ++++
Das wichtigste vorweg: Die Soundqualität. Und die ist bestechend. Hier merkt man die Herkunft des Herstellers, seines Zeichen renommierter Hersteller von PC-Soundkarten. Die Musik kommt klar und satt, sehr rauscharm und ohne Verzerrungen aus dem Gerät.
Die MP3-Dateien können mit bis zu 320 kBit/s codiert sein.
++++ Lieferumfang ++++
Neben dem Noxon Audio befindet sich eine Infrarot-Fernbedienung mitsamt zwei AAA-Batterien im Karton, ein Audiokabel (Mini-Cinch - Cinch) für den Anschluss an die HiFi-Anlage, sowie das Netzteil, eine Software CD-ROM und ein Handbuch.
Alles was man braucht, ist also dabei.
++++ Anschluss ++++
Der Anschluss des Geräts ist denkbar einfach. Netzteil am Noxon anschließen und den Noxon mit dem Audiokabel mit der Musikanlage verbinden. Fertig.
Interessanterweise verwendet Terratec für den Line-Out des Noxon eine Mini-Klinken-Buchse anstatt der üblichen normalen Klinke. Das andere Ende für den Anschluss an die HiFi hingegen hat natürlich eine klassische Cinch-Buchse. Das ganze verwundert zwar zunächst etwas, ist aber letztlich egal, da Terratec das Kabel ja mitliefert.
Weitere Anschlussmöglichkeiten / Aus- oder Eingänge hat Noxon nicht.
Es ist also auch kein optischer bzw. digitaler Ausgang vorhanden!
++++ Design, Verarbeitung ++++
Das Noxon Audio passt nun eigentlich so gar nicht in mein Wohnzimmer. Es kann nicht als Baustein in die HiFi-Anlage integriert werden, sondern muss irgendwo separat stehen, also z.B. auf der Musikanlage oder in dessen Nähe im Regal. Das Gehäuse ist aus Plastik und wirkt auf mich ziemlich billig. Schick ist es also wahrlich nicht.
Das Gerät misst ca. 9 x 16 x 4 cm (H x B x T).
Das grafische Display ist zwar schön groß (5 Zeilen á ca. 18 Zeichen bzw. 88x39 mm), hat jedoch ein paar wesentliche Schwächen:
Es leuchtet blau, was im ersten Moment vielleicht noch cool erscheinen mag, aber nicht sehr stimmungsvoll im Wohnzimmer aussiehen muss. Außerdem führt dies dazu, dass man ein 1,5 Meter herangehen muss, um die ansich große Schrift lesen zu können. Letztendlich stehe ich nun so immer wieder auf, um zum Noxon zu laufen, um den Titel zu lesen oder mit der "Fern"-Bedienung zu navigieren... Das Display wirkt dazu ähnlich wie das Gehäuse sehr billig auf mich, die Linien werden tlw. nicht sauber dargestellt.
In all diesen Punkten hat das wichtigste Konkurrenzprodukt, der Netgear MP101 klar die Oberhand, kann ich nur empfehlen, mal anzugucken (die Empfehlung gilt auch für die Terratec-Ingenieure... ;-)
Immerhin ist das Gerät von der Breite und Tiefe her klein, so dass es womöglich leicht im Regal seinen Platz finden kann. Auch leicht ist es, ca. 200 Gramm.
Die Antenne ist eingebaut, so dass sie nicht unangenehm auffällt.
++++ Abspielformate ++++
Noxon spielt letztendlich
- MP3 (bis zu 320 kBit/s, CBR/VBR) und
- WMA-9 (bis zu 320 kBit/s)
MP3 schließt entsprechend auch Internet-Radio (Streaming MP3) ein, sofern es eben als MP3-Stream daherkommt.
Noxon versteht sich mit Playlisten in den Formaten
- M3U
- PLS
MP3s können Tags im Format ID3 V1.0 / V2.0 haben, die Tags werden von der Serversoftware gelesen und vom Noxon für die Auswahl und Anzeige genutzt. Das bedeutet (wie wohl aber für jeden Streaming-Client): Eine schlecht getaggte MP3-Sammlung führt zwangsläufig zu Frust bei der Dateisuche.
Im Umkehrschluss heißt das aber auch:
Der Noxon kann z.B. NICHT spielen:
- Real-Audio-Streams (von vielen Internetradios verwendet)
- mp3pro
- Ogg-Vorbis
- alle weiteren Musikformate
++++ Bedienung ++++
Am Gerät sind keinerlei Tasten vorhanden, d.h. die Bedienung erfolgt ausschließlich über die Fernbedienung (wehe, sie geht mal nicht mehr...). Aufgrund der schlechten Lesbarkeit des Displays aus Entfernung (s.o. "Design"), muss man nahe an das Gerät treten.
Noxon startet schnell, nach wenigen Sekunden kann es los gehen, wenn er denn den Musikserver findet. Dies kann jedoch ein Problem sein: Bei mir ist es so (und wie man den einschlägigen Foren entnehmen kann, bin ich damit nicht allein), dass Noxon nach dem Anschalten den TwonkyVision nicht findet (egal, ob ich erst Twonky oder Noxon starte). Selbst wenn ich Musik höre und dann auf die "Home"-Taste drücke, verliert er den Twonky. Dann hilft immer nur ein Trick: Durchstarten des Noxon, indem die An-/Austaste ca. 3 Sek. gedrückt wird (es reicht also nicht, das Gerät aus- und dann wieder anzuschalten, es muss tatsächlich ein "Neustart" herbeigeführt werden!). Das muss mir ein Terratec-Techniker auch mal erklären... Leider scheint es nirgends einen Hinweis zu geben, woran das liegt bzw. ob oder wie das umgangen werden kann.
Das Navigieren im Menü ist grundsätzlich einfach und verständlich. Mit den gut erreichbaren Pfeiltasten der Fernbedienung kommt man recht zügig und durchschaubar durch die verständlich bezeichneten Menüeinträge. Ich setze als Serversoftware den kleinen, freien und von Terratec mitempfohlenen TwonkyVision MusicServer ein. Zumindest mit diesem gelingt das Navigieren auch bei umfänglichen Musiksammlungen mit nur geringer Trägheit (hier fand ich den Netgear MP101 etwas träge).
Die Fernbedienung (Standard-AAA-Batterien lagen bei) hat ein schlichtes, schwarzes Plastikdesign, nicht sonderlich schmuck, aber dezent und okay. Sie ist nicht ergonomisch geformt, aber die Tasten selbst sind recht passabel angeordnet und für mich ziemlich einfach erreichbar. Mit den Tasten kann man alle Funktionen des Noxon bedienen, d.h. vor allem die Navigation, Play/Stop, Titelvor- und rücksprung, Lautstärke, Shortcuts, sowie Tasten für Menü, Internetradio, Einstellungen, Favouriten, Ein-/Ausschalter.
Was fehlt ist v.a. der Schnellvorlauf bzw. -rücklauf, d.h. man kann nicht innerhalb eines Titels "spulen".
Um sich die gewünschte Musik auszusuchen und abzuspielen, bekommt man über "Albums" alle Albennamen angezeigt, über "Artists" alle Interpreten, bei "Artists/Album" zunächst die Interpreten, dann dessen Alben, und entsprechend für "Genres", "Genres/Artists", "All Tracks", "Folders" sowie "Playlists" für die Anzeige der Playlisten. Dabei zeigt er die aufgeführten Optionen nur an, wenn der uPnP-Musikserver wie MusicMatch sie auch unterstützt. TwonkyVision z.B. hat die Kombilisten nicht (dafür aber noch einen Punkt "Internet-Radio"). Hat man dann so z.B. ein Album oder eine Playlist gefunden, drückt man "Play", und los geht's.
Leider leider muss man bei Suche nach Titeln bzw. Alben, Interpreten etc. durch die angezeigten Interpreten, Alben, Tracks etc. scrollen. D.h. schon bei halbwegs großen Musiksammlungen ist man am scrollen, scrollen, scrollen, bis man z.B. bei "Midnight Oil" angelangt ist. Es ist mir vollkommen unverständlich, wieso es nicht wie bei den Telefonbüchern in aktuellen Handys möglich ist, die ersten Buchstaben einzugeben, um dorthin zu springen. Die Tasten dafür wären auf der Fernbedienung ja bereits vorhanden. So führt das Suchen von bestimmten Alben etc. schnell und zwangsläufig zu großen Frust!
Auch eine explizite Suchfunktion ist nicht vorhanden, etwa Eingabe von "Spaß", um Tracks wie "Ein bißchen Spaß muss sein" zu finden. Das alles rechtfertigt meiner unbedeutenen Meinung nach nicht, Noxon als "Home-Entertainment" zu betiteln.
Unschön ist zudem, dass man nach einem Wechsel der Menüebene nicht zum laufenen Song zurückkehrt, sondern wieder beim ersten Song in der Liste landet. Das Scrollen beginnt von vorn...
Die Scrolllisten werden dabei noch um einiges länger, wenn die MP3-Sammlung nicht vollständig, nicht umfassend oder nicht übereinstimmend mit ID3-Tags versehen ist. So tauchen die Ärzte in der Interpretensuche in der Scrollliste als "Ärzte", "Aerzte", "Ärzte, Die" und "Die Ärzte" auf... wobei man dann jeweis "hinein"gucken muss, ob die gesuchten Tracks in dem jeweiligen Ordner sind.
Das A&O ist also unbedingt 1. ein möglichst perfekt getaggter Musikbestand und 2. ein möglichst gut sortierter/organisierter Musikbestand. Hat man eine sinnvolle, wohlüberlegte Ordnerstruktur angelegt, kann es helfen, über die "Folders" zu navigieren. Und hat man eine überschaubare Zahl von Alben oder Musikzusammenstellungen, die man regelmäßig hört, dann sollten diese als Playlisten angelegt sein und dort zügiger ausgewählt werden.
Letztendlich habe ich den Eindruck, Terratec macht als Hersteller ursprünglich von Soundkarten einen klasse Sound und ist technikorientiert, gar "Bastler" für Bastler, hat aber nie gelernt, bediener- und anwenderfreundliche (Consumer-) Produkte herzustellen... aber das ist nur eine persönliche Einschätzung.
Zurück zur Fernbedienung. Diese ist exakt auf den Noxon zu richten, sonst passiert gar nix... auch das macht keinen guten Eindruck auf mich.
Ansonsten lassen sic die initialen (oder späteren) Einstellungen einfach und halbwegs verständlich mit der Fernbedienung vornehmen.
Im übrigen hat Noxon keinen Netzschalter. D.h., auch wenn er "aus" ist, ist er auf "Stand-by" und verbraucht Strom.
++++ Handbuch und Einrichtung ++++
Vom Handbuch war ich zunächst begeistert. Ich habe noch nie bei einer Bedienungsanleitung so gelacht. Die Texte sind super locker geschrieben, mit reichlich Sprüchen, Witz und Ironie. Da macht es doch Spaß, sich durch die Anleitung zu arbeiten... Alle Achtung.
Die Ernüchterung stellte sich bald ein.
Das Handbuch ist gut, soweit bei der Einrichtung alles entsprechend klappt. Wehe aber, etwas funktioniert nicht, z.B. dass der MusicServer nicht im Noxon-Display erscheint. Dann ist man verloren. Das Handbuch gibt keinerlei Tipps, wie man typischen Fehlern auf die Schliche kommt. Auch auf der Homepage von Terratec finden sich keine Fehler/Lösungsseiten. Irgendwann habe ich sehr versteckt ein PDF gefunden, das mir in einem der Problemfälle tatsächlich geholfen hat.
Aber eben nur in dem einen. Ansonsten habe ich einige Nächte mit der Einrichtung um die Ohren gebracht.
Für alle die suchen: Über die Topnavigation "Support" auf der Internetseite von Terratec kommt man zu einem Link zum FTP-Bereich. Dort kommt man bei Noxon zu FAQs, die vielleicht ein paar Hinweise geben können. Und unter Antwort 23 ist letztendlich noch ein Link zum "Troubleshooting"-PDF gesetzt.
Das Handbuch setzt letztendlich voraus, dass man sein WLAN und ggf. Internetanschluss passend konfiguriert hat bzw. es passend macht und dass man hierzu in der Lage ist. Ohne das Troubleshooting-Dokument und Hinweise in Foren hätte ich wohl noch ewig gesucht - und das obwohl ich von mir behaupten kann, einigermaßen etwas "von PCs" zu verstehen...
Auf mich scheint es so, dass sich Terratec also strikt auf ihr Produkt beschränkt und den Kunden mit den Problemen, es mit dem PC und der Musiksoftware zum Fliegen zu bringen, allein lässt .
Man muss sich echt im Klaren darüber sein, dass man bei Streaming Clients nicht einfach ein Entertainmentprodukt kauft, sondern dieses mit einer Software auf dem PC über ein Netzwerk und über das Betriebssystem des PCs kommunizieren muss. PC- und Netzwerkkenntnisse sind daher unerlässlich, wenn nicht alles auf Anhieb wie am Schnürchen klappt.
Noxon gibt z.B. als WLAN-Standards "IEEE 802.11b" und "IEEE 802.11g kompatibel" an; dabei verrät das Handbuch allerdings nicht, dass Noxon trotz der angeblichen Kombaitbilität zum Standard IEEE 802.11g nur mit einer Geschwindigkeit von maximal 11 Mbps arbeitet. Die Netzwerkkarte ist zwingend auf IEEE 802.11b bzw. die entsprechenden Geschwindigkeiten (Rates, max. 11 Mbps) einzustellen!
Ein paar weitere Tipps in aller Kürze (betrifft hier Ad-hoc-Netzwerk, nicht Infrastruktur-Netzwerk!):
- drahtlosen Netzwerkeigenschaften auf Ad-hoc-Verbindung einstellen, wenn Ad-hoc-Netzwerk verwendet wird.
- SSID in Netzwerkkarte und den drahtlosen Netzwerkeigenschaften einheitlich vergeben
- Key für die WEP-Verschlüsselung drahtlosen Netzwerkeigenschaften und im Noxon gleich vergeben (zum Ausprobieren erst einen einfachen, wenn alles klappt einen zufälligen 128bit-Key); WEP ggf. im Netzwerkadapter aktivieren.
- Shared Authentification im Netzwerkadapter auswählen.
- IP-Adressen fest vergeben, Versuchen, den Noxon mit dessen IP-Adresse vom PC aus anzupingen.
- IP-Adresse des Noxon ggf. in Firewall freigeben
- Wenn Noxon aufs Internet zugreifen soll: Je nach Betriebssystem-Version muss eine Netzwerkbrücke eingerichtet werden und/oder bestimmte IP-Adressen für PC (wie 192.168.0.1) und Noxon (wie 192.168.0.2) gewählt werden,
- Noxon ggf. durchstarten, damit er des Musikserver erkennt
Auch geht das Handbuch nur auf ein Betriebssystem ein (wohl Win2000), hat man z.B. XP muss man etwas mitdenken oder wissen, an welcher Stelle man in XP die entsprechende Einstellung findet.
Dazu ist die Reihenfolge der Kapitel nicht immer logisch bzw. aufeinander aufbauend.
Des Weiteren werden nicht alle Menüpunkte/Funktionen beschrieben.
Wie geschildert, ging die Einrichtung bei mir nicht ruck-zuck, sondern hat ein paar Abende/Nächte in Anspruch genommen.
Und wie gesagt, beschränkt sich TerraTec allein auf den Noxon. Das Besorgen und die Installation des empfohlenen MusicMatch oder alternativ empfohlenen TwonkyVision obliegt wieder dem Kunden. D.h., dem Link folgen, Download suchen, etc. und letztlich Installieren. Auch hier lohnt es sich mitunter, mehr Zeit zu investieren. TwonkyVision legt im Windows-Ordner eine INI-Datei ab, die man durchaus noch etwas bearbeiten kann. Insbesondere z.B., um eine "Datenbankdatei" anzugeben, in der Twonky seine gefundenen Musikdateien sich merken kann. Ansonsten rödelt Twonky nach jedem Start erstmal über die Platte, um sich die Musik wieder zusammen zu suchen...
Ansonsten lässt sich das Noxon-Gerät für sich alleine theoretisch schnell einrichten. Ein Assistent fragt die einzelnen Punkte nacheinander ab, die Eingaben sind schnell gemacht, wie z.B. der WEP-Key.
++++ Display ++++
Zum Aussehen und Lesbarkeit s. oben "Design".
Das große Display umfasst 5 Zeilen á ca. 18 Zeichen.
Angezeigt werden
- Infobereich über Titel (bzw. Radiostation), Interpret, Album und Laufzeit
- Bitrate des aktuellen Streams
- Signalstärke des aktuellen Netzes
- Bufferstatuts des aktuellen Streams
- Playback-Infobereich. Hier werden Informationen wie Play, Shuffle oder Repeat angezeig
Leider ist es nicht möglich, die Restlaufzeit, die Stelle in der Playlist/im Album und andere ID3-Tag-Elemente wie Genre anzuzeigen.
Umlaute und Sonderzeichen zeigt Noxon an, wenn denn der verwendete Musikserver diese extra für Noxon geeignet bereitstellt bzw. der Musikserver entsprechend konfiguriert wird (siehe z.B. INI-Datei des TwonkyVision!). Noxon kann nämlich nicht korrekt mit UTF-8 umgehen, dieses Textformat wird allerdings von den uPnP-Servern verwendet, so dass diese für den Noxon z.B. mit einem erweiterten ASCII-Zeichensatz arbeiten müssen.
++++ Technische Angaben, Voraussetzungen ++++
Soweit nicht oben schon im Text enthalten. noch ein paar technische Daten:
Netz-Standards
IEEE 802.11b
IEEE 802.11g kompatibel, was aber heißt: Datentransfer-Raten 1 / 2 / 5.5 / 11 Mbit/s.
Auto Fallback
Serversoftware:
UPnP-kompatibel, z.B. MusicMatch, TwonkyVision
Netzwerk-Sicherheit :
WEP Verschlüsselung
64/128 Bit Schlüssel
(keine WPA Verschlüsselung)
Konnektivität
- Wireless Access Point oder
- Ad-hoc (peer to peer)
Anschlüsse
Line Out (3.5 mm Klinke)
Stromversorgung
Voraussetzungen
802.11b oder 802.11g WLAN-Netzwerkkarte (Voraussetzung) oder
802.11b or 802.11g WLAN Access Point (Empfehlung)
PC mit Windows 2000 oder Windows XP
Mindestens 500 MHz Prozessorleistung
64 MB RAM Speicher
UPnP Server Applikation: z.B. Musicmatch Jukebox 9.0 Freeware (Empfehlung)
DSL Internetverbindung (Empfehlung)
++++ Support, Updates ++++
Im Support-Bereich der Terratec-Internetseite finden sich
- Häufig gestellte Fragen zum NOXON Audio
- NOXON Audio - Handbuch im PDF-Format
- NOXON Audio - mit MAC / Linux
- NOXON Audio - Technische Daten
Im Produktbereich gibt es noch einige weitere Informationen wie Technische Daten, Beschreibung der Wiedergabemöglichkeiten.
Theoretisch kann man sich auch ein neue, aktuelle Versionen der Firmware des Players herunterladen. Gleichwohl lief mein Player auch ohne Update schon problemlos. Eine neue Firmware-Version steht allerdings zuzeit noch nicht auf dem Server bereit. Das Firmware-Upgrade würde via WLAN erfolgen.
++++ Empfehlung ++++
Aufgrund der gemachten Erfahrungen bei der Einrichtung und Bedienung sowie hinsichtlich des Displays kann ich den Noxon eigentlich nicht wirklich empfehlen. Als Home-Entertainment-Produkt würde ich persönlich das Gerät nicht bezeichnen.
Gleichwohl liefert Noxon fantastischen Sound. Wenn man seine Musiksammlung gut organisiert hat und Shortcuts und Playlists gut nutzt, kann man das Gerät prima nutzen. Wenn man also mit den Schwächen leben kann, ist es durchaus empfehlenswert, wobei ich einen Preis von über 100 Euro nicht für gerechtfertigt halte.
Ich habe nun den Noxon, würde mir aber vor einem Neukauf den Netgear genau unter die Lupe nehmen, ob ich mit dem besser oder schlechter fahre. Ansonsten gibt es nicht viele reine Audio-Clients....
So das war's. Ich hoffe, ich konnte bei Eurer Produktentscheidung helfen. Viele Grüße
Euer OH
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