Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
tut was es soll |
| Kontra: |
eigenwillige Form, Display zu hell und klein |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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HiFi-Geräte ("braune Ware") und Computertechnik verschmelzen immer mehr miteinander. Dabei werden ganz unterschiedliche Konzepte verfolgt. Die Computerindustrie bietet sogenannte Multimedia-PCs fürs Wohnzimmer an, die HiFi-Industrie macht ihre Receiver netzwerkfähig. Irgendwo dazwischen siedeln sich die Streaming-Clients an, welche eine Verbindung zwischen HiFi-Anlage und Netzwerk herstellen. Bei diesen Clients unterscheidet man Geräte mit Anschluss an einen Fernseher, die auch Videos und Bilder abspielen können, und Geräte mit eingebautem Display, die in der Regel nur für Tonwiedergabe ausgerüstet sind. Es gibt noch weitere Hybride z. B. aus DVD-Player und Streaming-Client, auf die ich aber in diesem Zusammenhang nicht weiter eingehen möchte.
Anforderungen
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Der Haushalt des Autors und seiner Herzdame ist bereits netzwerktechnisch vorbereitet. Im Keller summt ein Linux-Server, der nicht nur als Mail- und File-Server für die vier angeschlossenen Laptops der Familie fungiert, sondern auch für zwei angeschlossene Siemens Gigaset M740AV Plattenplatz bereithält. Inzwischen kam im Wohnzimmer auch ein netzwerkfähiger Digitalreceiver hinzu. Im Schlafzimmer steht jedoch eine nicht mehr ganz taufrische, aber klangmäßig ordentliche Yamaha-Stereoanlage. Die CDs ins Schlafzimmer zu tragen ist natürlich unzumutbar unbequem. Was also tun ?
Die Lösung: Noxon 2
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Ein Gigaset M740AV kann ebenfalls als Streaming Client arbeiten, benötigt aber einen Fernseher, auf den wir im Schlafzimmer verzichten wollen. Ich suchte also nach einem kleinen Audio-Client, der ein eigenes Display mitbringen sollte. Terratec bietet die beiden Audio-Clients Noxon und Noxon 2 an. Da ich die Möglichkeit eines kabelgebundenen Netzwerk-Anschlusses vorsehen wollte, kam nur der Noxon 2 in Frage.
Das Gerät
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Der Noxon 2 steckt in einem etwas eigenwilligen Kunststoffgehäuse, das aber durchaus eine gewisse Wertigkeit ausstrahlt. Das Gerät ist schwerer als es aussieht. Ein recht großes blau-weißes Grafikdisplay dient gleichzeitig als Fuß, so dass das Gerät leicht schräg steht. Mir persönlich wäre eine klassische Box-Lösung lieber gewesen, aber sei es drum. An Anschlüssen gibt es den Anschluss für die WLAN - Antenne, einen Ethernet-Anschluss, einen Line-Out-Anschluss mit RCA-Buchsen und einen digitalen TosLink-Ausgang. An der Seite befinden sich hinter einer Klappe eine Kopfhörerbuchse und ein USB-Anschluss. Beide habe ich nicht ausprobiert. Auf der Unterseite befindet sich unter einem leicht zu verlierenden Gummideckel eine Steckverbindung zum Anschluss eines speziellen Lautsprechersystems, was das Gerät zum autarken Musikabspieler macht.
Installation
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Auspacken, WLAN-Antenne anschrauben, Netzteil anstecken und (nicht mitgeliefertes) RCA-Kabel am Noxon und der Anlage anschließen, fertig. Gespannt schalte ich das Gerät ein: nichts passiert. Ich ziehe den Netzstecker, stecke ihn wieder hinein und schalte wieder ein: wieder nichts. Es braucht etwa 10 Sekunden, bis sich das Display einschaltet. Bis dahin wird man über die Funktion des Gerätes im Unklaren gelassen. Wenn man eher wissen möchte, ob das Gerät schon läuft, muss man die LEDs am Netzwerk-Anschluss beobachten, die kurz nach dem Einschalten (bei WLAN-Betrieb) für etwa eine halbe Sekunde aufleuchten.
Beim ersten Einschalten gelangt man sofort in das Netzwerk-Einstellmenü, in dem man die für einen TCP/IP-Knoten erforderlichen Angaben machen muss. Ich betreibe alle Geräte am DHCP-Server der Linux-Maschine, wobei ich dem Noxon eine feste Adresse zuweisen lasse. Da unser Accesspoint unverschüsselt arbeitet, lässt sich problemlos das Netzwerk auswählen. Nach dem Neustart erscheint sofort in der Anzeige "Favorites" und "Internet Radio".
Software
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Die Verwaltung des Internet Radios geschieht über den Premium-Dienst vTuner, den ich bereits vom Denon-Receiver kenne. Die Lieblingssender werden auf der Web-Site vorgehört und ausgewählt, nach der nächsten Senderaktualisierung werden die Lieblingssender in einzelnen Gruppen auf dem Noxon angezeigt. Daneben lässt sich (natürlich mühsamer) eine Vorauswahl nach Genre treffen und danach die Station aus der Liste auswählen. Dabei spielt der Noxon sowohl MP3- als auch WMA-Stationen.
Mindestens ebenso wichtig wie das Internet Radio ist natürlich der Zugriff auf die MP3-Sammlung auf dem Server. Deshalb wird zunächst der bekannte UPnP-Server TwonkyMusic für die drei Platformen Windows, Mac OS X und Linux mitgeliefert. Die eigentliche Linux-Installation verläuft äußerst einfach: Files auf ein den Musik-Dateien übergeordnetes Directory kopieren. Anschließend muss aber eine Shell-Kommandofile noch modifiziert werden, um den Server zu starten.
Der Server liest nach dem Start die Musikdateien ein und ordnet sie anhand der MP3-Tags. Nun steht auch eine Konfigurationsseite zur Verfügung, über die der Server bequem weiter konfiguriert werden kann. So lassen sich die Menüeinträge (wie sie dann auf dem Noxon dargestellt werden) konfigurieren und eindeutschen. Auch lassen sich Alben oder Interpreten alfabetisch in Gruppen aufteilen, um zu lange Scrolllisten zu vermeiden. Anzumerken ist, dass es mir nicht gelungen ist, den Server per "ini"-Datei zu konfigurieren. Lediglich per Web-Browser ließ sich Twonky in die gewünschte Konfiguration bringen. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass anstelle der "ini"-Datei eine Datei ohne Dateiendung angelegt wird, in der man die Parameter ändern kann, um den Server zu konfigurieren.
Für dem Mac wird zusätzlich die Software Elgato Eye Connect mitgeliefert, die Mac-typisch einfach installiert und konfiguriert werden kann. Keine Shelldateien, stattdessen Install klicken und schließlich in einem Kontrollfeld den Server starten und stoppen. Die von Eye Connect auf dem Noxon präsentierten Menüs sind aber m. E. schwerer zu nutzen als die konfigurierbaren Twonky-Menüs.
Die Bedienungsanleitung
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Diese ist einem äußerst lockeren Ton formuliert, ohne dass wirklich wichtige Details außen vor bleiben. Ich empfinde es aber als Zumutung, dass in einer Bedienungsanleitung die Anrede "Sie" durchgängig klein geschrieben wird. Rechtschreibreform hin oder her, so etwas darf nicht sein.
Das Gerät in der Praxis
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Derartig vorbereitet wurde das Gerät schließlich im Schlafzimmer auf der Stereoanlage platziert und in Betrieb genommen. Am Sound gibt es nichts zu meckern. Das Display zeigt bei Scrolllisten immer vier Einträge gleichzeitig an. Das könnte besser sein, ist aber noch akzeptabel. Die Fernbedienung erlaubt die Bedienung des Gerätes aus vier Metern Entfernung, allerdings habe ich dann einige Probleme, auf dem DIsplay so viel sinnvolles zu erkennen, dass eine Navigation möglich ist. Die Helligkeit des Displays lässt sich nicht ändern.
Die Fernbedienung besitzt für mein Empfinden zuviele Tasten. Möchte man nachts im Bett noch einmal die Lautstärke korrigieren, hat man Schwierigkeiten sich auf der unbeleuchteten und nicht markierten Tastatur zurecht zu finden. Aber gut, vielleicht gibt sich das noch mit zunehmender Benutzung.
Fazit:
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Der Noxon 2 tut was er soll, und ist im Wesentlichen für seine Aufgabe der Schlafzimmerbeschallung gut geeignet. Hat man sich an die längere EInschaltzeit gewöhnt, ist die Bedienung kein Problem. Wie gesagt, ein anderes Gehäuse hätte mir besser gefallen, aber das bleibt Geschmackssache.
Die mitgelieferte Software von Twonkymedia ist in jedem Falle empfehlenswert und läuft auf unserem Linux-Server problemlos. Die Elgato-Software wäre mir zu mager.
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