Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
etwas ganz besonderes, schmeckt gut zu Baguette oder zu Pasta anstelle von Parmesan |
| Kontra: |
sehr teuer |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Vor einiger Zeit hatte ich über den Girolle berichtet. Ein ganz spezielles Käsemesser oder besser ein Käseschaber verbirgt sich dahinter. Nun möchte ich über den dazugehörigen Käse berichten, den Tete de Moine.
Dieser Käse hat seine Wurzeln in der Schweiz. Und zwar wurde er als erstes in einem Kloster hergestellt, das den Namen Bellelay trägt. Die Mönche haben schon vor ewigen Zeiten ihren Zins beim Herrscher mit Käse bezahlt und eben dort wurde im Jahre 1790 zum ersten Mal die Erwähnung des Tete de Moine laut. Der Tete de Moine überdauerte die französische Revolution und wurde auch nachdem die Mönche aus ihrem Kloster vertrieben wurden, noch weiter hergestellt.
Später dann wurde der Käse professionell hergestellt und vermarktet. So sind Zahlen bekannt die besagen, dass 1950 sogar 27000kg Käse hergestellt wurden. Eine ganze Menge für einen Käse, der eigentlich seine Wurzeln in einem Kloster hat und als ein richtiges Produkt der Mönche von einst gilt. Diese Informationen habe ich von einer Dame an einer Käsetheke, die sich mit den Schweizer Käseprodukten befasst und recherchiert hat. Das möchte ich hier einmal lobenswert erwähnen, da das wirklich für einen mustergültigen Käseverkauf spricht und ich dort sicherlich wieder meinen Käse kaufen werde! Service am Kunden ist das Stichwort.
Der Käse besteht aus Rohmilch, sehr fetter Rohmilch und wird in einer traditionellen Form hergestellt, nämlich in einer zylindrischen Form. Er hat in seiner Mitte ein Loch, durch das der Stab des Girolle genau passt, dass der Käse damit bearbeitetet werden kann.
Doch nun einmal genauer zum Produkt
Der Käse aus Rohmilch in seiner zylindrischen Form hat eine raue Rinde. Diese Rinde muss oben vom Käse etwa ein bis zwei Zentimeter dick abgeschnitten werden, wenn man ihn auf den Girolle gibt.
Dann kann man mit dem Girollemesser über den Käse schaben und so kleine Rosetten des Käses gewinnen. Man kann ihn, wenn man keinen Girolle besitzen sollte, auch mit einem herkömmlichen Käsemesser bearbeiten, doch dann wäre es meiner Ansicht nach kein Tete de Moine mehr. Zumindest wäre es nicht mehr dasselbe und sicherlich würde einem der Geist auch einen Streich spielen, und den Käse anders schmecken lassen, wenn man ihn nicht mit einem Schaber bearbeitet.
Vom Geruch her ist der Käse nicht sonderlich auffällig. Er ist kein spezieller "Stinkekäse" wie der Volksmund sagt, aber auch nicht so milde, daß er keinen Geruch aussendet. Doch er ist nicht unangenehm zu riechen, sondern eher appetitanregend.
Zu kaufen gibt es den Käse eigentlich in jedem gut geführten Supermarkt in der Käsebedienung. Abgepackt habe ich den Tete de Moine noch nie gesehen, nur immer in der richtigen Käseabteilung, wo man den Käse frisch vom Laib bekommt.
Soweit ich von der Dame an der Käsetheke informiert wurde, gibt es den Käse in Laiben von 700g zu kaufen. Das ist ein ordentliches Stück, das lange für den Genuss sorgt. Doch man kann, wenn man möchte natürlich auch kleinere Stücke nehmen. Ich habe als ich mir den Tete de Moine vor einigen Wochen zugelegt habe, das Reststück von gut 500g in einem Supermarkt erworben. Ich empfehle auch, nicht allzu kleine Stücke des Käses zu nehmen, da diese sonst sehr schnell austrocknen und sich auch mit dem Girolle später schlechter bearbeiten lassen. Außerdem ist es alleine von der Optik her schon nicht so schön, seinen Gästen ein so kleines Stück Tete de Moine vorzusetzten. Er wirkt am besten, wenn man die Stücke recht groß wählt.
Der Geschmack dieses Käses ist recht würzig. Er erinnert mich von seiner Konsistenz her immer ein wenig an Parmesan, da er recht fest ins ich ist, was er auch sein muss, wenn man ihn mit dem Girolle schaben möchte. Geschmacklich kann man diesen Käse mit nichts vergleichen, denn er hat mit mir bekannten Käsesorten nichts gemein. Er ist einfach würzig und der hauchzarte Schnitt durch den Girolle, gibt ihm das gewisse etwas. Wenn man einmal angefangen ist, von diesem Käse zu naschen, dann hört man so schnell nicht mehr damit auf. Und dazu ist der Tete de Moine auch da, er soll mit dem Girolle bearbeitet werden und dann am besten zu einem guten Wein und einem Stück Baguette genossen werden. Er ist mit nichten der klassische Käse, den man auf einem Stück Brot isst.
Eine weitere Möglichkeit, wie man den Tete de Moine genießen kann, ist ihn über Pastagerichte wie einen Parmesan zu streuen. Da gibt er dem Gericht eine herzhafte und würzige Note. Er verläuft auf der Pasta recht schwach und rundet sie einfach perfekt ab. Wenn ich keinen Parmesan im Hause habe, greife ich gerne auf den Tete de Moine zurück in dieser Angelegenheit. Zu Nudeln mit Pesto ist er einfach ein Genuss, den sogar schon meine Kinder zu schätzen wissen.
Ansonsten kommt der Girolle mit dem Käse eigentlich meist in geselliger Runde auf den Tisch an stelle von anderen Knabbersachen. Das Ganze ist dann ein Knabbern und Genießen auf einer etwas luxuriöseren Ebene, die man sich nicht alle Tage gönnt.
Der Käse stammt wie gesagt aus der Schweiz, ist hier zu lande aber in den Käsetheken gut zu bekommen und dort meistens auch mit dem dazugehörigen Girolle zu sehen.
Auch im Internet habe ich schon bei einigen Auktionshäusern den Girolle mitsamt Käse zu versteigern gesehen. So kann man ihn also auch beziehen. Doch ich bin da ehrlich gesagt mehr für die Anschaffung im Lebensmittelladen als über das Netz, wenn es um essbare Dinge geht.
Preislich ist der Tete de Moine nicht gerade günstig angesiedelt. Ich habe ihn schon mit einer ziemlichen Preisspanne in etlichen Supermärkten gesehen. Die Preise können zwischen 16,90 Euro das Kilo bis zu über 25Euro das Kilo schwanken. Es ist somit ein Genuss, den man sich nicht täglich gönnen kann. Mit Sicherheit nicht.
Doch wenn man ein Stück Tete de Moine gekauft hat, hat man auch lange gut davon. Ich habe meinen Girolle zu meinem Geburtstag vor etwas mehr als einem Monat bekommen und solange habe ich auch den Tete de Moine auf dem Girolle gesteckt im Kühlschrank stehen. Er wird abgedeckt mit einer Frischhaltefolie und auch der Girollekäseglocke, die man im Fachgeschäft oder Internet bekommen kann. So bleibt der Tete de Moine frisch und kann langsam aufgebraucht werden. Das einzige, was mir aufgefallen ist, ist dass er zum Ende hin etwas trockener geworden ist, doch das geschieht ja mit allen Käsesorten, wenn die Laibe dünner werden. Ansonsten kann man ihn wirklich wochenlang gekühlt unter Folie und Glocke lagern. Und wenn man ihn dann nach einer Weile wieder anschneidet, dann nimmt man das erste Bisschen eben ab, wenn er zu trocken schmecken sollte und danach ist der Käse dann wieder etwas „saftiger“, auch wenn das für einen Käse nicht unbedingt der richtige Ausdruck ist. Doch er ist dann eben nicht mehr so trocken.
Ich kann den Tete de Moine sehr empfehlen und ihn mitsamt dem Girolle, also dem Käsemesser zum Schaben für schöne Käserosetten, die sich dabei bilden, einfach als ein ganz tolles Produkt bezeichnen. Es ist eine Superidee als Geschenk, wenn man etwas mehr ausgeben möchte, denn auch der Girolle und die Käseglocken sind nicht unbedingt billig, doch in Verbindung mit diesem Käse eben eine tolle Sache, die nicht jeder hat. Und eben ein kleines bisschen Luxus pur, Luxus, der sogar auf eine wer weiß wie alte Geschichte zurückblicken kann und sogar die französische Revolution überdauerte.