Teuflische Schwester / Saul, John

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Teuflische Schwester / Saul, John

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Dem Grauen ausgeliefert ...

5 14. Jul 2001

Pro:
spannend, teuflisch gut

Kontra:
nicht unbedingt realistisch, aber das macht nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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nahue

Über sich: wie war das? brave mädchen kommen in den himmel, böse überall hin...???? ---> pranger und klagema...

Mitglied seit:20.05.2001

Erfahrungsberichte:120

Vertrauende:90

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 78 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

ja, genau so hab ich mich in der Mitte des Buches gefühlt. Ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, daß mir ein Buch einen Gänseschauer über den Rücken zaubern konnte, daß ich mich vorsichtig nach allen Seiten umschaute und doch in aller Schmach beschloß, wieder ins Haus zu gehen. Ich möchte es euch eben kurz erzählen:

Es war letzte Woche wohl so um kurz vor Mitternacht, als ich beschloß noch ein Zubettgehzigarette zu genießen, ich ging also vor die Tür ( im Haus rauche ich nicht), setzte mich auf die Stufen der Treppe, zog mein Büchlein unterm Arm hervor, schlug die Seite auf und begannt weiter in der Geschichte zu lesen. Das war ein Fehler. Ich las von einem Strand und einen Wald, plötzlicher Nebel der aufzog, zwei Mädchen, die von einer Party nach Hause stapften und kaum die Hand vor Augen sahen. Zuvor wurde am Lagerfeuer ein eklige und traurige Gespenstergeschichte erzählt. Geräusche wurden laut, Schatten bildeten sich, Schemen bewegten sich und das Gespenst erschien.

John Saul ist ein Meister des Schreckens. Mit einer simplen, aber verdammt guten Geistergeschichte spinnt er einen Umhang um den Leser. Ich saß also draußen auf der Treppe, kein Mensch zu sehen und plötzlich hörte ich auch Geräusche, sah Bewegungen, sah Schatten, die vorher noch nicht da waren. Mein Gott wurde mir mulmig, und ich gestehe, daß ich, trotz der schönen Nacht, rein und ins Bett ging.

So, meine Lieben genug der Rede, kommen wir langsam mal zum Sinn und vor allem zum Inhalt, bevor mir die ersten Leser ungeduldig wegklicken :-).

Auf dem ersten Blick ist Secret Cove eine Familienidylle, ein kleines verschlafenes Örtchen an der Ostküste. In Wahrheit ist es die Sommerresidenz der reichen und versnobten Städter, die bereist seit Generationen ihre Sommervilla in dem kleinem Ort bewohnen.

In eines der größten Häuser wohnen Phyllis und Charles Holloway mit ihrer Tochter Melissa. Die Ehe zwischen den Eltern steht nicht zum besten, Charles, in reicher Familie geboren, versteht den Unmut seiner Frau Phyllis, vorheriges Kindermädchen, nicht. Für Phyllis gibt es nur eines: Anerkennung im Kreis der Erlauchten. Dies will ihr jedoch nicht gelingen. Sie wird geschnitten und gedemütigt, hinter ihrem Rücken wird getuschelt, Freundschaft und Achtung sucht sie vergeblich. Dafür gibt sie ihrer Tocher Melissa die Schuld. Melissa ist ein interovertiertes Mädchen, ein wenig linkisch und eine kleine Träumerin. Mit den anderen Jugendlichen in Secret Cove versteht sie sich nicht, sie ist die Außenseiterin. Ihr einziger Freund ist Todd, der Enkel der Haushälterin Cora, sowie der Hund Blackie.

Das ist die Grundlage, auf dem der Roman aufgebaut ist. Ohne endlose Phrasen und Einleitungen. Den ganzen Roman über erfährt man ein paar Kleinigkeiten hier, ein paar Kleinigkeiten dort, so das man am Ende das letzte Puzzlestück in der Hand hält und den Kreis schließen kann.

Der Anfang des Buches ist erschreckend, ein Feuer spielt die Hauptrolle. Einzige Überlebende ist Terrie, die Erstgeborene von Charles. Nach dessen Scheidung von seiner ersten Frau Polly, hat diese die zweijährige Terrie in den Westen mitgenommen und Charles sieht sie nach gut fünfzehn Jahren zum ersten mal wieder.

Mit dem Einzug von Terrie in die Villa von Secret Cove kommt das Böse. Terrie, ein abgrundtief gestörtes und neidisches Mädchen, fängt mit ihrer Halbschwester Melissa ein teuflisches Spiel an. Phyllis und Terrie können sich die Hand geben, beide ergänzen sich vortrefflich. Für Melissa beginnt ein Leben voller Qual und Selbstzweifel. Niemand bemerkt anscheinend ihre Not, ihre Flucht in sich selber wird mit schlafwandeln abgetan, die imaginäre Freundin D‘ Arcy wird verboten. Doch wer oder was ist D‘ Arcy? Diese Frage wird Euch das ganze Buch über beschäftigen.

Einfach faszinierend geschrieben, es kommt keine Langeweile auf. Die Schocker kommen unerwartet und man denkt, das darf doch nicht wahr sein!

Es ist von allem was dabei, ein wenig Horror, etwas Thriller, ein bißchen Psychologie und vor allem jedemenge Spannung. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es läßt sich auch wunderbar lesen, die Handlung ist nicht zu schwer, die Personen schön sortiert, mit einfachen Namen, herrlich beschrieben, so das sich automatisch Bilder im Kopf formen. Ein roter Faden deutlich erkennbar.

Das einzige Manko an dem Buch ist, daß das Ende absehbar ist. Allerdings ist es aufregend herauszufinden, wie der Autor sein Ziel erreichen will. Von daher wird mich das in der Wertung nicht beeinflussen.

Mein Fazit: ein lohnenswertes Buch, dessen Seite jeden Buchstaben wert ist. Für den Preis müßt ihr es unbedingt lesen. Ideal für den Urlaub, weniger geeignet für die Mittagspause, denn bei der Spannung kommt ihr garantiert zu spät zurück zur Arbeit. Es ist genau das, was ich von dem Namen Saul erwartet habe, vielleicht noch ein Stückchen mehr.

Weiter bekannte Bücher von John Saul sind:
- die Blackstone Chroniken
- Bestien
- Die Blitze des Bösen

Der Einband des Buches ist sehr schön gestaltet. Schwarzbrauner Hintergrund, einfarbig, flieder –und weißer Schriftzug, darunter ein gezeichnetes kleines blondes Mädchen mit einer bösartig aussehenden Katze.

Titel der Originalausgabe: „Second Child“

Aus dem Amerikanischen von Peter Pfaffinger

Meine Buchvorlage: Pavillion Verlag, München (Heyne), DM 8,00; ISBN3-453-17645-6
Dieses Buch habe ich bei Amazon bestellt. Meine regelmäßigen Leser wissen bereits, das ich auf diesen günstigen Verlag aufmerksam gemacht habe, denn alle Bücher liegen zwischen sechs und zehn Mark. Gebt bei Amazon als Suchbegriff „Pavillion“ ein und ihr bekommt eine entsprechende Auflistung. Es sind ungefähr 15 bis 20 Bücher aus sämtlichen Sparten. Viel Spaß beim stöbern.
 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Annettchen0108

Annettchen0108

30.06.2002 00:10

Hört sich ja super spannend an. Werde ich auf jeden Fall mal lesen.

Annettchen0108

Annettchen0108

30.06.2002 00:10

Hört sich ja super spannend an. Werde ich auf jeden Fall mal lesen.

Pinkifant

Pinkifant

28.12.2001 21:51

das finde ich übrigens auch tierisch spannend :-)

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