The Bird People in China

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The Bird People in China

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... So wie, hier gerade exemplarisch mit „Dead or Alive“ dargestellt, die ruhigen Momente in den einzelnen Film von Miike untergehen, so geht auch „The bird people in china“ im Gesamtwerk von Miike oftmals unter. Völlig zu Unrecht, denn so bezaubernd wie dieser Film ist wohl kaum einer der ... Bericht lesen





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From tomorrow the mornings will be different!
Erfahrungsbericht von BillMaplewood über The Bird People in China
12.10.2004


Produktbewertung des Autors:   

Humor ziemlich humorvoll 
Spannung ziemlich spannend 
Anspruch anspruchsvoll 
Action: wenig 
Romantik: viel 

Pro: Darsteller, die fabelhafte Musik, die Kameraarbeit, Komik im ersten Teil, viel Gefühl im zweiten Teil
Kontra: wenige kleine Längen, eher untypisch für Miike

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

“Since my birth I’ve slept more than 10.000 time, but I’ve never had a dream of myself flying like a bird”


Im mittlerweile schon über sechzig Filme umfassenden Œuvre von Takashi Miike gibt es viel, vom Softporno über die harten blutigen Yakuza-Filme bis hin zum Horror-Film. Auch wenn fast alle Werke viele ruhige Szenen besitzen, es immer wieder Momente zur Besinnung gibt, so stehen doch zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung meist die blutigen Massaker und die Tabubrüche, sei es mit Sex oder mit Fäkalien im Vordergrund. Wenn man zum Beispiel jemanden über Takashi Miikes Film „Dead or Alive“ erzählen hört, dann redet derjenige fast immer über den Anfang, in dem Miike mit einem furiosen Stakkato von Bildschnipseln, zahlreiche blutige Massaker und viel Sex zeigt, oder er redet über das Ende, in dem Miike alle Grenzen des normalen Kinos hinter sich lässt, und in einer völlig irrealen und surrealen Szene das Schicksal der ganzen Welt mit dem seiner Protagonisten verknüpft. Kaum jemand redet über den eigentlichen Hauptteil des Films, in dem Miike sich in vielen ruhigen Momenten vor allem den Beziehungsgeflechten seiner beiden Protagonisten, einem Cop und einem Gangster, widmet.


So wie, hier gerade exemplarisch mit „Dead or Alive“ dargestellt, die ruhigen Momente in den einzelnen Film von Miike untergehen, so geht auch „The bird people in china“ im Gesamtwerk von Miike oftmals unter. Völlig zu Unrecht, denn so bezaubernd wie dieser Film ist wohl kaum einer der Filme des so kontroversen japanischen Regisseurs.


Im Mittelpunkt des Films steht der pedantische japanische Handelsvertreter Wada (Masahiro Motoki), der nach der Krankheit eines Kollegen, für seine Firma nach China reisen soll, um dort in einer entlegenen Provinz nach Jadevorkommen zu suchen. Die Firma will dort die Rohstoffe ausbeuten.

Kaum in China angekommen, macht Wada Bekanntschaft mit dem Yakuza Ujiie (Renji Ishibashi), der Wada von Anfang an, verfolgt hatte. Auch Ujiie hat einen Auftrag von seinem Boss, er soll Wada überwachen und Geld von ihm zurückholen. Wadas Firma ist nämlich selbst nicht so korrekt, wie ihr Angestellter. Für ein Projekt hat man sich Geld von der Mafia geliehen und bisher nicht zurückgezahlt. Von alldem weiß der ehrliche Wada natürlich nichts. Ziemlich rüde macht ihm Ujiie die Sachlage klar, und drängt sich Wada als Reisegefährte auf, was der schüchterne junge Mann in seiner Angst auch schnell akzeptiert. Gemeinsam mit ihrem Führer Shen (Mako), der das entlegene Dorf, welches ihr Ziel sein soll, kennt, machen sie sich auf eine strapaziöse Reise.

Nachdem sie nach einer abenteuerreichen Reise das Dorf erreichen, vergessen beide schnell ihren eigentlichen Auftrag, denn eine Legende fasziniert sie. Der Großvater der blauäugigen Chinesin Yan Si-Chang (Li Li Wang) fiel vom Himmel und kannte angeblich das Geheimnis, wie Menschen den Vögeln gleich fliegen können. Seine Enkelin lehrt nun den Kindern des Dorfes das Fliegen, auch wenn sie selbst und niemand anderes bisher je richtig geflogen ist. Da Shen auf der Hinreise einen Unfall hatte, bei dem er seine Erinnerungen verlor, weswegen er den Rückweg nicht mehr weiß, und zudem die Riesenschildkröten, welche das Floß der Reisenden den letzten Teil des Weges gezogen haben, weg sind, müssen Wada und Ujiie länger als geplant in dem Dorf bleiben und erliegen so immer mehr dem Zauber der „Bird people“.

Obwohl beide recht schnell erkennen, dass Yan Si-Changs Großvater ein britischer Pilot war, dessen Maschine abgestürzt ist und der deswegen vom Himmel kam, hoffen beide, einmal selbst wie Vögel zu fliegen. Doch dann bekommt Shen seine Erinnerung wieder und die Schildkröten sind alle wieder eingefangen. Die Rückreise steht auf dem Programm. Aber Ujiie will nicht mehr zurück. Er ist durchgedreht und hält sich nun für den Beschützer des idyllischen Dorfes, der alles in seiner Macht stehende tun muss, um die Zivilisation, sprich Wadas Firma, von dem Dorf fernzuhalten. Deswegen will er Wada an der Abreise hindern. Dieser will selbst gar nicht mehr zurück, denn er hat sich verliebt: in Yan Si-Chang.


Takashi Miikes Film ist mehr als deutlich zweigeteilt. Zum einen gibt es die lange Reise der drei so unterschiedlichen Männer, die Miike mit sehr viel Humor erzählt. Die drei müssen aufgrund harter Wetterbedingungen zahlreiche kleinere Abenteuer bestehen und werden dabei fast zu Freunden. Miike beweist dabei einmal mehr, dass er sich auf eine sehr gute Charakterisierung von Menschen versteht. Man lernt während der Reise die drei Gefährten immer besser kennen und sie selbst verändern sich. Der dauernd fluchende und egoistische Yakuza lernt das erste Mal etwas Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, was später sogar noch in der gefühlten Verantwortung für das ganze Dorf gipfelt. Der junge Großstadtmensch Wada lernt langsam, dass seine Bücher und seine Arbeit nicht alles im Leben sind, dass es außerhalb der Großstadt noch etwas gibt wie Natur, dass es da Menschen gibt, die losgelöst von den ganzen beruflichen Zwängen ein anderes Leben haben, ein freies Leben. Der schüchterne junge Japaner lernt auch durch die ständige Unterdrückung von Seiten von Ujiie sich einmal durchzusetzen, zu widersprechen.

Im zweiten Teil des Films steht dagegen die Faszination der beiden Männer für das Fliegen im Vordergrund. Das Fliegen steht dabei leicht erkennbar symbolisch für die Freiheit, die beide bisher nicht kannten. Wada war eingebunden in das stereotype Leben des typischen japanischen Angestellten: Aufstehen, Arbeit, Fitnessstudio, Schlafen. Tag für Tag das gleiche Programm. Ujiie lebt im strengen Verhaltenskodex der Yakuza, wo es eigentlich auch keine Freiheit gibt. Es wird das gemacht, was der „Onkel“ oder der Pate sagt. Zusätzlich widmet Miike im zweiten Teil noch der wunderschön erzählten Liebesgeschichte zwischen Wada und Yan Si-Chang viel Platz.

Diese Liebesgeschichte kann man exemplarisch nehmen für alle Stärken, welche der Film in sich vereint. Da ist die von Drehbuch und Regie wunderbar erzählte und inszenierte Liebesgeschichte. Da sind die beiden Darsteller: Masahiro Motoki, der schon mit Miike in „Gonin“ zusammengearbeitet hat, und die Chinesin Li Li Wang, welche zusammen für wunderbare Gänsehautmomente sorgen. Dies wird vor allem von der Musik unterstützt. Yan Si-Chang singt mit ihrem starken chinesischen Akzent immer wieder ein Lied, welches ihr der englische Großvater beigebracht hat. In einigen der stärksten Momente des Films, wenn dieses Lied über die Berge der Inseln der Dorfbewohner erklingt und der für den Score verantwortliche Hauskomponist von Miike Kôji Endô dies mit Streichern noch unterlegt, dann bleibt das Auge nur schwer trocken und man wird einfach mitgenommen von dem Film. Dazu kommt die gewohnt brillante, auf Festivals sogar ausgezeichnete, Kameraarbeit von Hideo Yamamoto, die sowohl Natur als auch Darsteller wundervoll in Szene setzt.

Dieses Zusammenspiel zwischen Drehbuch, Regie, Darstellern, Kamera und Musik ist fast dauernd spürbar, wozu auch die anderen von Miike ausgewählten Darsteller beitragen. Dem erfahrenen Renji Ishibashi ist die Rolle des Yakuza wie auf den Leib geschrieben und der schon lange nach Hollywood emigrierte Mako beweist bei seiner Rückkehr nach Japan, dass er auch andere Rollen spielen kann, als die immer gleichen Stereotypen, die er in Hollywood angeboten bekommt.


So ist „The bird people in china“ sicher der untypischste Film von Takashi Miike, soweit man das bei einem Regisseur sagen kann, der sich in allen Filmbereichen betätigt und oftmals völlig Verschiedenes in seinen Film zusammenwürfelt. Es ist ein romantischer Film, mit vor allem im ersten Teil auch komischen Elementen. Es ist ein spannender Film trotz kleiner Längen und es ist ein zivilisationskritischer Film, der sich vor allem mit der in Japan herrschenden Auffassung von der Ausübung seiner Arbeit auseinandersetzt und dabei zum Nachdenken anregt. Es ist ein Film, der ein Hohelied auf die Freiheit singt, die den beiden Protagonisten am Ende so wichtig wird, dass Ujiie sogar bereit ist, einen Finger dafür zu verlieren (die Strafe, die einen Yakuza beim Ausstieg erwartet). Wie sagt Wada in einer Szene: „From tomorrow the mornings will be different!“ Er kennt nun die Freiheit und sein Leben ist ein Neues, ein Anderes. Ein wunderbarer Film!


Aktuell gibt es den Film in Deutschland noch nicht auf DVD. Allerdings ist vom Label AsianFilmNetwork eine DVD für das Jahr 2005 angekündigt. Nach den Erfahrungen mit bisherigen Veröffentlichungen des Labels, kann man auf eine gute Auswertung des Films in Deutschland hoffen. Wer nicht bis 2005 warten will (der genaue Termin ist auch noch ungewiss), kann zum Beispiel auf die HongKong-DVD des Labels Universe zurückgreifen, die über englische Untertitel verfügt und auch dieser Besprechung zugrunde lag.


Darsteller: Masahiro Motoki (Wada ), Renji Ishibashi (Ujiie), Mako (Shen), Li Li Wang (Yan Si-chang)

Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Masa Nakamura nach einer Vorlage von Makoto Shiina
Musik: Kôji Endô
Kamera: Hideo Yamamoto
Schnitt: Yasushi Shimamura

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=26478


http://german.imdb.com/title/tt0142181/


© Björn Becher 2004
   

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Bewertung für The Bird People in China von Realjackass

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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
sehr hilfreich

18.06.2007

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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich

sehr hilfreich
01.01.1970

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