See ya at the bar....
03.02.2006
Pro:
Eine der besten Live - DVD's die ich kenne, die Stimmung
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
 kentbrockmann
Über sich:
Ich bin so wild auf Deinen Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund, nach Deinem weißen Lei...
Mitglied seit:07.09.2000
Erfahrungsberichte:253
Vertrauende:77
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich im letzten Jahr die Jungs von BossHoss für mich entdeckt habe, war es einfach nur konsequent nach der Anschaffung des grandiosen Albums "Internashville Urban Hymns" und dem Besuch zweier Hammerkonzerte nun auch die Live DVD anzuschaffen, die im Oktober 2005 auf den Markt kam. Bosshoss hat es sich zur Aufgabe gemacht, vergangene legendäre Hymnen unter dem Gewand der Countrymusic neu aufzupäppeln. Entstanden sind dabei neue legendäre Hymnen, die den alten Songs in nichts nachstehen. Kurz gesagt Bosshoss covert vor allem alte Songs im Trash-Country-Style. Neben Helden wie Elvis Presley oder Jimmy Hendrix kommen auch Sternchen wie Britney Spears oder Tatoo in den Genuss, ihre Songs in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Hierbei ist allerdings fraglich, ob die neuen Versionen nicht weitaus besser gelungen sind, als die Vorgängerprojekte.
Bosshoss stammen aus Berlin (Missisippi) und setzen sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Boss Burns: Gesang, Waschbrett Hoss Power: Gesang, Gitarre Guss Brooks: Kontrabass, Fiedel Russ T. Nail: Lead-Gitarre Hank Doodle: Harp, Mandoline, Waschbrett Frank Doe: Drums Ernesto Escobar D.T.: Percussions, Melodica
Dass die Jungs fast alle aus Deutschland kommen, Berlin nicht in Missisippi liegt und alle Sieben mehr oder weniger bürgerliche Namen haben, lasse ich diskret unter den Tisch fallen. Für die ganz hartgesottenen Technikfreaks noch einige Details, bevor ich zum Eigentlichen übergehe.
Apect Ratio: 4:3 Disc-Format: 1 *DVD 9 Audio Formats : 5.1. Dolby Digital Preis ca. 20 Euro Running Time : 145 Minutes approx Freigegeben ab 12 Jahre Das Booklett ************ Schon auf dem Cover ist deutlich, dass sich die Band allen möglichen Klischees einer hartgesottenen Cowboyband bedient. Neben Knallengen Jeans, Cowboystiefeln und Hüten, weißen Unterhemden und einer coolen Kippe in der Hand, sind die besonders coolen Mimiken Zeichen dafür, dass wir es nicht mit irgendwelchen Hanswürsten zu tun haben, hier steht eben The Bosshoss. Sonst ist das Booklet nicht sonderlich aufregend, einige Tourfotos gepaart mit der Songlist sind lediglich noch enthalten. Dafür das manche Music-DVD's überhaupt kein Booklet haben, ist es schon ganz ordentlich.
Das Menü und das Zusatzmaterial Ein dunkelhäutiger Cowboy in einem Saloon begrüßt uns mit einem freundlichen Spruch in tiefstem Cowboyslang, im Hintergrund dröhnen natürlich die Klänge von Bosshoos. Dieser liebenswerte leicht betuchte Cowboy führt uns auch durch das gesamte Menü, dass sehr übersichtlich aufgebaut ist. Neben dem Konzert haben wir noch die Möglichkeit uns das Zusatzmaterial der DVD anzuschauen. Die Videos der bisherigen Singles "Hey ya", "Hot in herre" "Word up" und "Like ice in the sunshine", eine Slideshow sowie die Specials. Die Specials selbst beinhalten noch ein Interview, ein Torreport, die Portraits der Bandmitglieder Sowie die Karaokeversionen von "Hey Ya", "Hot in Here" und "Word up". Insgesamt ist das Zusatzmaterial auf jeden Fall sehenswert, wenn man sich ein wenig näher mit der Band beschäftigen möchte. Vor allem die Interviews geben über viele Dinge sehr viel Aufschluss. So ist Elvis zum Beispiel gar nicht tot, sondern lebt mit Jimmy Hendrix und Janis Joplin auf einer einsamen Insel und lässt es sich richtig gut gehen. Wer hätte das gedacht. Über die sehr einfache Menüführung kommt man schnell zum eigentlichen Hauptact dieser DVD, nämlich zum ultimativen Bosshoss Konzert.
Das Konzert Aufgenommen wurde die DVD am 16.09.2006 in der good old Kalkscheune in Berlin (Mississippi). Ein absolutes Heimspiel der glorreichen Westernhelden. Nach einem kurzen Intro erscheint die Combo in dämmrigen Licht und ziehen die Zuschauerschar mit den Songs "A little less Conversation (Elvis)" und "Hey Joe (Jimmy Hendrix)" sofort in ihren Bann. Damit auch die jüngeren Fans mitreden können wird im Anschluss ein recht ruhiges "All the things she said (Tatoo)" ins Micro geschmettert. Spätestens beim nächsten Song, ihrem wohl bisher bekanntestem "Hey Ya (Outcast) wird schnell klar, wer hier Herr in der Scheune ist. Die ungezwungene Art zu spielen und die eingeworfenen "yeah's und yee haw's" lassen den Funken sofort auf das Publikum überspringen. Im Vordergrund stehen auf jeden Fall Boss und Hoss, die von ihren Barhockern aus eine erstaunlich gute Stimmharmonie zustandebringen. Kleine gesangliche oder musikalische Fehler tauchen einfach aufgrund der Atmosphäre völlig unter. Der Western-Sound ist satt und laut, die Instrumente aber wirklich gut auszumachen. Als kleiner Höhepunkt bis zu diesem Zeitpunkt ist auf jeden Fall der nächste Song "Toxic (Britney Spears) zu nennen, der auf dem Album doch relativ dröge wirkt, auf diesem Konzert aber ganz andere Dimensionen erreicht. Die Resonanz der Fans spricht dabei für sich. Mit "Remedy" wird eine der wenigen Eigenkompositionen vorgestellt, was der Qualität des Konzertes aber kaum schadet. Nur der Einsatz eines Lautsprechers in der Hand von Boss Burns lenkt ein bisschen vom Cowboyflair ab. Mit "Seven Nation Army (White stripes)", "Hot in Herre (Nelly) und "Sabotage (Beasty Boys)" wird eine kurze Verschnaufpause eingeleitet. Wenigstens hier ist etwas Zeit, um Luft zu holen oder ein Zigarettchen zu rauchen. Die Songs sind allesamt okay und hör- und tanzbar, aber nicht mehr und nicht weniger. Schön anzusehen ist auf jeden Fall, dass bei "Sabotage" zwei weibliche Fans auf die Bühe geholt werden, um mit den Hüften zu wackeln. Der Schlussspurt dieses Konzertes hat es aber noch mal mehr als in sich. "Yee haw" ist die zweite Eigenkomposition von Hosspower und gilt bei den Fans als DIE Hymne der Boys. Mit einer Anleitung zum Squaredance im Refrain, werden die Fans in einem extrem schnellen Trashcountry-Tempo durch die Halle gescheucht (Move your ass and raise your hands). Wer hier noch still stehen bleiben kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Es ist herrlich auf der DVD mitanzusehen, wie die Zuhörer diesen Song genießen und leben. "Yee haw" wäre der letzte Song gewesen, jedoch lässt sich Bosshoss nicht lang bitten und betritt die Bühne nach kurzer Zeit wieder. Die beiden Zugaben "Unbelievable (EMA) und "Word up (Cameo/Korn)" sind noch mal richtige Kracher. Die Geschwindigkeit ist enorm, die Stimmung bei Band und Publikum auf dem absoluten Siedepunkt, beide Songs haben extreme Überlänge, da jedes Bandmitglied natürlich noch sein ultimatives Solo spielen muss und die Jungs verstehen ihr Handwerk. Schließlich verabschiedet sich Bosshoss mit ihrem obligatorischen "See ya at the bar" on ihrem Publikum und von der Bühne.
Fazit Diese DVD rockt, dieses Konzert rockt, diese Band rockt. Bisher hatte ich bei Live-DVD's nie das Gefühl wirklich mittendrinn zu sein. Bei Bosshoss eigentlich von der ersten Minute an. Die Songs sind allesamt mindestens eine Sequenz schneller als auf dem Album. Es ist eigentlich unmöglich beim Anschauen dieses Konzertes still zu sein. Reflexartig beginne ich oftmals relativ wild und unkoordiniert drauf loszutanzen. Es ist nahezu unmöglich, sich von diesem Feeling, dass auf diesem Konzert vorherrschte, nicht mitreissen zu lassen. Besser ist eigentlich nur, ein Konzert selbst besucht zu haben. Bild und Tonqualität sind in meinen Augen okay, wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass Bosshoss in einer kleinen Location spielte, die sonst als Disco dient und nicht mit überzähligen Lichteffekten dienen kann, aber genau das macht die Atmosphäre auf diesem Konzert aus. Man muss nicht einmal ein begnadeter Country-Fan sein, um ordentlich abzugehen, denn Country ist hier wohl nur das Klischee. Passender ist hier ein Zitat vom Sänger Boss Burns "Wir spielen Rock n'roll mit Hut". The Bosshoss hat mit dieser DVD, dass sie eine absolute Live-Band ist. Dies bezeugen wohl auch unzählige Auftritte im Jahre 2005. Ich kann diese DVD Euch auf jeden Fall nur ans Herz legen, egal ob ein gepflegter Squaredance auf einer Scheunenparty, einen Stimmungsmacher für Sylvester oder eine Unterstützung zum hemmungslosen zappeln. Bosshoss sollte dabei sein. Ich habe bisher noch keinen erlebt, der von den Live-Qualitäten der Cowboys nicht absolut überzeugt war. Einzige Wehrmutstropfen ist eigentlich, dass der Gründungssong "The Corrosion (Sisters of Mercy) nicht auf der DVD gespielt wird.
5 Sterne erscheinen mir hier noch zu wenig. Absolute Lieblingssongs sind hier "Toxic" "Hey ya", "Yee Haw", Word up". See ya at the bar
Jens
Bilder von The Bosshoss - Internashville Urban Hymns (DVD)
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie interessieren
|
|
08.01.2010 13:26
die habe ich mal live erlebt :-)
11.04.2006 09:48
Sehr schöner Bericht, auch wenn das nicht ganz mein Geschmack ist. Ein SH ist es aber dennoch wert! LG Marco
07.04.2006 23:21
... Habe noch nie etwas von dieser Band gehört ... aber ein sehr schöner Bericht! ^^ LG