"Chrrrrr…"
29.08.2005
Pro:
Schockmomente, einigermaßen spannend, gruselig, nicht so blutig/eklig
Kontra:
Fehlende Handlung, zu viele Parallelen zu "The Ring", komische Reihenfolge der Szenen, ansonsten das Übliche nach dem Sehen eines Horrofilms : Verfolgungswahn und Halluzinationen * hihi *
Empfehlenswert:
Ja
 Pampashase
Über sich:
+++ Kein Interesse an Leserunden +++ Liegengebliebene CIS-Mails werden langsam, aber sicher nachgeho...
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Gestern war mal wieder ein Videoabend mit Freunden angesagt und diesmal wollten wir nur Horrorfilme gucken. Da wir öfter solche Abende machen, war die Auswahl in der Videothek nicht mehr allzu groß. Die Entscheidung fiel schließlich auf zwei neuere Filme: "The Ring 2" und "The Grudge". Von Letzterem will ich euch heute berichten. Im Vorfeld wusste ich nicht viel über den Film, einzig und allein, dass es um Geister in einem Haus in Japan geht und dass Sarah Michelle Gellar mitspielt. Diese mochte ich schon in "Buffy" (hab ja auch alle Folgen gesehen ;) und daher störte es mich nicht - wie viele hier - dass sie bei "The Grudge" mitspielen würde. Von einer Freundin wusste ich bereits, dass der Film gruselig sein sollte und dann versuchte sie mir am Telefon auch noch so ein Geräusch nachzumachen, das im Film angeblich ständig zu hören sei ("Chrrrrrrrrrrrrrrr" oder so, daher der Bericht-Titel ;). Im Vorfeld ein bisschen eingeschüchtert schaute ich mir den Film aber trotzdem an und meine Meinung dazu gibt's hier… Zum Film: *~*~*~*~*~* "The Grudge - Der Fluch" kam in Deutschland zu Beginn dieses Jahres in die Kinos. Das Drehbuch wurde nach dem japanischem Original "Ju-On" verfasst und auch der Regisseur, Takashi Shimizu, ist derselbe wie beim Original. Das merkt man auch, die Kameraführung unterscheidet sich an der ein- oder anderen Stelle schon sehr von amerikanischen Einheitsbrei. Hier noch ein paar Infos:
Daten: -------- "The Grudge - Der Fluch" Horrorthriller Japan/USA 2004 Regie: Takashi Shimizu Laufzeit: 91 Minuten FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Kinostart in Deutschland war der 3. März 2005. Seit dem 4. August gibt es die Verleih-DVD. Die Handlung: *~*~*~*~*~*~* … ist schnell erzählt, da der Film kaum Handlung hat. Zu Beginn des Filmes sieht man einen Mann (Bill Pullman), der Selbstmord begeht, in dem er sich über ein Hochhausgeländer stürzt. Schnitt. Die junge Karen (Sarah Michelle Gellar) ist mit ihrem Freund gerade erst nach Tokio gezogen und noch ist für sie alles neu und ungewohnt. Neben der Uni bemüht sie sich um einen Job als Pflegerin und bekommt auch bald ihren ersten Auftrag. Da eine andere Pflegerin nicht zur Arbeit erschienen ist, soll Karen sie für einen Tag vertreten und muss dazu in ein etwas abgelegenes Haus, um sich dort um eine hilfebedürftige, fast vollkommen bewegungsunfähige Frau zu kümmern. Doch in dem Haus gehen seltsame Dinge vor: nachdem Karen Geräusche gehört hat, findet sie in dem großen Haus schließlich einen Wandschrank, dessen Tür zugeklebt ist. Sie öffnet ihn und findet einen kleinen Jungen, woraufhin sie ihren Chef um Rat bittet. Doch als die anderen in dem Haus eintreffen, gibt es von einem Kind keine Spur, die ältere Frau ist tot und Karen steht unter Schock. Was ist geschehen?
Die Antwort auf diese Frage bekommt man relativ schnell und in Rückblenden kann man dann sehen, was hinter diesem Vorfall steckt. (bzw. wenn ihr den Film nicht sehen wollt, scrollt einfach ganz runter zu meinem Bericht, da verrate ich das Ende ;) Meine Meinung: *~*~*~*~*~*~*~* Wie gesagt, es war diesmal ein bisschen schwerer als sonst, eine Inhaltsangabe hinzubekommen, die nicht zu viel verrät. Grund dafür ist einfach, dass "The Grudge" kaum Handlung hat. In den ersten 20 Minuten ist eigentlich alles gesagt und auch im restlichen Filmverlauf werden lediglich ein paar Infos ergänzt. Zugegeben, der Anfang ist noch ganz vielversprechend. Man sieht den Selbstmord von dem Professor, den Bill Pullman spielt und bleibt erstmal ratlos zurück. Gleich danach werden im Rückblick dann Karen und ihr Freund vorgestellt und der Zuschauer kann sich ein wenig ein Bild vom Leben der beiden in Tokio machen. Doch schon, nachdem Karen den Jungen im Schrank gefunden hat und sie später unter Schock ins Krankenhaus kommt, nimmt die Spannung rapide ab. Nach und nach werden in Rückblenden die Tode der vorherigen Bewohner des Hauses geschildert - letztendlich ist es bei allen dasselbe. Seltsame Geräusche, dunkle Räume und SCHNAPP!! - weg sind sie. Nach der 3. Person wird das langweilig. Erschrecken kann man sich trotzdem mehr als genug, obwohl mich am meisten die Szene erschreckte, als eine Katze durchs Bild sprang ^^ Und das Positive bei diesem Film ist auch noch, dass an ankündigender Musik weitgehend gespart wurde, soll heißen: es ist ganz ruhig und ganz plötzlich hüpft wer aus der Dunkelheit hervor, es ertönt das komische Geräusch und dazu geht plötzlich laute Musik los … zudem muss man bei "The Grudge" häufiger auf den Hintergrund der Bilder achten. So sieht man in einer Szene im Fahrstuhl beispielsweise in der Fahrstuhltür immer wieder den kleinen Jungen. Da das jedoch die Frau im Fahrstuhl nicht merkt und auch keinerlei Musik darauf hinweist, haben meine Freunde und ich erstmal dagesessen und uns angeschaut, ob wir da alle dasselbe sehen oder ob wir halluzinieren. Das ist echt abartig ^^ Zudem ist auch die ganze Atmosphäre des Films wirklich gelungen: düster und unheimlich; einzig und allein das Haus - indem sich fast die ganze Handlung des Films abspielt - hätte meiner Meinung nach etwas älter sein können. Es wirkte für mich viel zu sehr wie Rohbau und einfach "zu neu" und das war ich von Horrorfilmen, die in einem Haus spielen, nicht so gewohnt und da wollte irgendwie nicht die Stimmung aufkommen - ich brauch halt knarrende Treppen und klemmende Türen ^^ Trotzdem: "The Grudge" weiß echt zu erschrecken, zu gruseln und zu verwundern.
Ansonsten hat der Film aber einen entscheidenden Nachteil. Wahre Spannung die Handlung betreffend gibt es einfach nicht. Das Problem war für mich, dass dem Zuschauer die Hintergründe der Morde nicht vorenthalten werden bzw. man sieht gleich zu Anfang einen Mord nach dem anderen und weiß viel zu schnell, was mit den Bewohnern des Hauses passiert ist. Schon nach kurzer Zeit gibt es eigentlich nur noch eine Frage, die sich stellt: Wer als nächstes? Oder bestenfalls noch: Wieso sind die Geister böse? Denn ansonsten kann man sich die Hintergründe schnell denken. Und was jeweils als Nächstes passiert, ist auch meistens klar: irgendwer wird gekillt. Vorher wird derjenige aber noch durch endlos lange Gänge oder durch das große, moderne Haus gejagt. Hier zeigt sich jedoch ein weiteres Problem dieses Films, denn wenn die Personen irgendwie zumindest den Ansatz eines Charakters hätten, dann könnte man mitfiebern. Allerdings muss ich hier leider sagen, dass keine einzige der Personen näher charakterisiert wird, alle bleiben irgendwie hohl und deswegen fiebert man auch nicht so mit, wie das bei einem guten Horrorfilm eigentlich sein sollte. Person X wird unter der Bettdecke gekillt? Schön... die nächste Szene bitte. Und so nimmt einen auch das Ende nicht wirklich mit; man nimmt es hin, denkt sich seinen Teil dazu, lächelt - und weint den Protagonisten keine Träne nach. In dieser Hinsicht hat mich auch Sarah Michelle Gellar ein wenig enttäuscht, denn bei "Buffy" hat sie Gefühle immer ganz gut rüber gebracht und bei "The Grudge" nimmt man ihr gegen Ende des Films nicht mal die eigentlich begründete Trauer ab. Die anderen Schauspieler sind auch nicht erwähnenswert und Bill Pullman war einfach zu kurz dabei, als dass ich jetzt sagen könnte, dass er hervorgestochen wäre; aber er war auf jeden Fall schon mal überzeugender als Sarah Michelle Gellar. Mit japanischen Schauspielern ist das sowieso so eine Sache für mich, denn meistens blicke ich da irgendwann nicht mehr durch, wer denn nun wer ist. Allerdings gibt es bei "The Grudge" relativ wenige japanische Schauspieler und die sterben sowieso fast alle - für die Handlung also egal, ob man mitbekommt, wer welche Rolle hat. Am Ende überlebt sowieso keiner. Ein weiteres Manko ist, dass die Handlung nicht chronologisch erzählt wird, sondern ständig von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück springt. Da ich darauf erstmal nicht vorbereitet war, war ich sehr verwirrt und selbst jetzt bin ich mir noch nicht 100%ig sicher, was nun wann passiert ist. Ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass damit wohl die fehlende Handlung etwas vertuscht werden sollte, denn man ist erstmal eine ganze Weile mit dem Ordnen der Szenen beschäftigt und merkt erst nach dem Film, dass eine wirkliche Handlung gar nicht vorhanden ist.
Und noch etwas gab es, was mich den ganzen Film über gestört hat. Man hat sich bei "The Grudge" einfach zuviel von "The Ring" abgeschaut. Der weibliche Geist zum Beispiel hat dieselben langen, schwarzen Haare und die leeren Augen und "Bewegungsart" wie das Mädchen Samara bei "The Ring". Zudem gibt's auch bei "The Grudge" eine Blondine, die in der Vergangenheit eines Hauses herumwühlt. Alles in allem fehlt bei "The Grudge" jedoch der interessante Hintergrund, wie ich finde bzw. der Zuschauer ist keinem Geheimnis auf der Spur. Die FSK von 16 Jahren finde ich übrigens gerechtfertigt, obwohl man relativ wenig Blut sieht. Der Film ist psychisch gesehen aber doch nicht ganz ohne und ein abgerissener Unterkiefer ist auch nicht jedermanns Sache. Zudem denke ich, dass sehr empfindliche Menschen schnell mal den totalen Verfolgungswahn kriegen und sich nach jedem Geräusch im Zimmer umdrehen werden, von daher ist ab 16 doch gut. Ich sag nur: "Chrrrrrrr…" - HINTER DIR !!! ;-)
Fazit: *~*~* Ich empfehle euch einfach mal "The Grudge", aber nur mit 3 Sternen. Ich fand den Film jetzt weder sonderlich toll noch schlecht. Gruselig ist er allemal und ich bin auch mehr als einmal erschrocken, jedoch bietet die Handlung an sich wenig Überraschungen. Der Ansatz ist zwar gut, aber der Geschichte fehlt ganz einfach der Hintergrund und die Figuren lassen den Zuschauer kalt, denn es gibt nicht eine Person, mit der man sich identifizieren kann. Und das heißt für mich auch, dass ich nicht mitfiebern kann und dann wiederum finde ich einen Film nicht wirklich spannend. Für einen netten Videoabend mit Freunden ist "The Grudge" aber sicher keine schlechte Wahl!
Achtung! Das Ende… +++++++++++++++++ In dem Haus spielte sich ein paar Jahre zuvor eine Familientragödie ab: eine japanische Mutter und Ehefrau verliebte sich in ihren amerikanischen Professor und als der Ehemann das Tagebuch mit den vielen Herzchen etc. findet, bringt er erst seine Frau und sein Kind und dann sich selbst um. Der Professor bringt sich am Anfang des Films um, da er glaubt, alles sei seine Schuld. Letztendlich ist das Ende vom Lied, dass die Geister der Familie nun für alle Ewigkeit in diesem Haus herumspukt und Leute killt und sie sind böse, da sie einem bösem Verbrechen zum Opfer gefallen sind (japanische Legende). Am Ende sind alle tot. … diesen Hintergrund bekommt man übrigens meiner Meinung nach viel zu früh im Film serviert bzw. es überrascht einen nicht und den ganzen Film geht es nur darum, das herauszufinden, aber die Geister werden nicht bekämpft, es wird keine Lösung gesucht… und das nimmt dem Film eine ganze Menge Spannung.
Liebe Grüße!
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22.08.2007 21:18
Den Film habe ich auch gesehen und bei einigen Szenen fast einen Herzanfall bekommen xD
09.09.2005 00:49
Werd ich mir mal merken ... es werden sicher noch viele lange, ungemütliche Abende kommen, an denen man prima DVDs schauen kann ... :-) Liebe Grüße, Marion
02.09.2005 22:13
also ich fand den film sehr.. langweilig irgendwie :/