The Grudge (2004)

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Blutiger Unterkiefer auf dem Boden

4  19.09.2006 (19.10.2006)

Pro:
spannend; klasse Effekte

Kontra:
Zeitbrüche

Empfehlenswert: Ja 

Eminencia

Über sich: Vielen Dank! / Ich schreibe hauptsächlich über Filme, Bücher und Videospiele. Ab und an verirren sic...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 114 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Filmkritik zu:

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THE GRUDGE - Der Fluch

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"Blutiger Unterkiefer auf dem Boden"


Wenn es um den Horrorfilm "The Grudge" geht, lese ich immer so etwas wie:
"Wer die Ring-Trilogie bzw. das amerikanische Remake-Double mag, der wird auch diesen Film lieben!"

Gerne lasse ich mich von solch delikaten Worten ködern, hege ich doch eine ganz besondere Faszination für die Ring-Filme, besonders für die amerikanischen Neuverfilmungen. Also konnte ich es mir natürlich auch nicht entgehen lassen, mal einen Blick in das US-Remake von "The Grude" zu werfen.
Mein Jugend-Liebling "Buffy" bzw. deren Darstellerin Sarah Michelle Gellar spielt mit - ein Grund mehr, den Film zu sehen, aber gewiss nicht der einzige oder ausschlaggebende.

Wie es sich gehört, sah ich mir den Film nachts zur monströsen After-Ghost-Hour an, ganz allein und im Dämmerlicht.
Vielleicht… ja vielleicht… hätte ich es etwas anders machen sollen, hätte auf meinen - dieser Tage eh viel zu hohen - Blutdruck Acht geben sollen und ein wenig mehr Licht und Ablenkatmosphäre schaffen sollen.

Denn was ich sah, bannte mich.

Und wenn mich ein Horrorfilm bannen kann, saugt er mich in sich auf, komplett und ohne Rückhalt. Jede Faser meines Körpers vibriert dann mit den Sounds, atmet mit dem Odem der Figuren und durchleidet tausend Schrecken…

"The Grudge" war für mich zu keiner Minute langweilig. Das kann ich schon mal vorausschicken. Die Zeit verflog enorm schnell. Ich war überrascht, dass 1 ½ Stunden so rasant vorüber gehen können.
Währenddessen ereignete sich im Film Folgendes:

Die junge Japanerin Yoko betreut alte Leute in ihrem Zuhause. Als sie wieder einmal nach einer Dame schauen will, geschieht in deren Haus Seltsames. -
Anderswo in Japan stürzt sich ein Amerikaner vom Balkon, wie ferngesteuert. -
Dann taucht Karen (Sarah Michelle Gellar) auf der Bildfläche auf. Aus Liebe zu ihrem Freund folgte sie ihm nach Japan und versucht nun, sich dort zurechtzufinden. Eines Tages soll sie Yoko vertreten, die sich nicht bei der Arbeitsstelle rückgemeldet hat.
Als Karen das Haus aufsucht, gehen dort abermals merkwürdige Dinge vor. Sie findet einen kleinen Jungen namens Toshio in einem Kleiderschrank. Auch kommt sie hinter den Grund der tiefen Verstörtheit der zu betreuenden alten Dame: Im Haus spukt der Geist einer toten Frau herum. -
Todesfälle ereignen sich bzw. haben sich in der Vergangenheit (längst) ereignet. Der Film springt beim Erzählen ein wenig ungeschickt zwischen den Zeiten umher, schafft es dadurch aber, einen tieferen Blick in die Historie des verfluchten Hauses zu vermitteln.
Der Zuschauer wird mehr und mehr in das grausame Geheimnis eingeweiht, das die Präsenz vom kleinen Jungen und der Geisterfrau ausmacht.

Zugegeben: Die harschen Chronologiebrüche tun dem Film nicht besonders gut. Es bedarf schon einiges an Umdenken, wenn plötzlich ganz andere Gesichter auftauchen und man sich zeitlinienmäßig umorientieren muss. Aber wenn dem Zuschauer dies gelingen mag, kann er "The Grudge" als wirklich gelungenen Horrorfilm genießen.

Seine Wirkungskraft erzielt der Streifen vor allem durch seine brillant in Szene gesetzten Gruseleffekte:
Hierbei ist es nur zeitweilig subtiles Grauen, das dem Film Charakter gibt. Oftmals sind es vielmehr sichtbare Grässlichkeiten, die ihm Substanz verleihen.
Erscheint Toshio in der einen Minute noch wie ein normaler kleiner Junge, wirkt er in der nächsten Szene monströs und unheilbringend.
Die Geisterfrau ist permanent unheimlich und gefährlich.
Wie in den Ring-Filmen definiert sich vieles über die Mimik und Gestik der Fluchgestalten. Ihre Augen sind nicht von dieser Welt, absolut unmenschlich und kaum zu ertragen. Ihre Gesichtszüge sind verzehrt - wenn man überhaupt von Gesichtszügen reden kann.
Auch die Bewegungen der schaurigen Figuren sind unnatürlich und nicht menschlich.
Neben diesen Grusel-Effekten wurde auch ein wenig in das Splatter-Döschen gegriffen.
"The Grudge" verzichtet nicht auf Blut, ertränkt damit aber niemanden, setzt eher auf fürchterliche körperliche Deformierungen und Versehrtheiten.

Man könnte nun meinen, dass sich der Film lediglich durch seine heftigen Bilder definiert. Dem ist aber nicht so.
Es ist vor allem die latente Spannung, die sich dem Zuschauer schwer auf den Magen legt:
Jeder, der das betreffende Haus betreten hat, ist verflucht.
Da im Laufe des Films recht viele Leute in das Haus hineingehen, kommt man aus dem Bangen kaum wieder hinaus - wird überhaupt irgendwer überleben?

Eine andere Frage, die sich im Laufe des Films ergibt, ist:
Was hat den Unmut der Geister erweckt?
Es gibt so etwas wie eine Antwort. Ob sie befriedigend ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Mir persönlich rutschen die Schlussszenen leider zu sehr ins Unwahrscheinliche, ja fast Schmalzige ab, sind alles in allem aber okay.

In "The Grudge" sind übrigens mehr bekannte Schauspieler als Sarah Michelle Gellar zu sehen. Ich habe einige bekannte Gesichter wiederentdeckt:
Beispielsweise spielt Bill Pullmann einen amerikanischen Professor, der in Japan Universitätsdozent ist - und hat eine gravierende Rolle.
Am Schauspiel gibt es generell nichts zu mäkeln. Mir persönlich geht die Synchronfassung allerdings mächtig auf die Nerven. Der starke Dialekt der Japaner ist meiner Meinung nach zu dick aufgetragen und zieht die Figuren ein wenig ins Lächerliche.

Die Soundeffekte und die Musikuntermalung waren hingegen mal wieder ganz nach meinem Geschmack. Sich anbahnende Spannung wird tonmäßig markiert - mir stellt sich dann immer gleich sämtliches Körperhaar auf.

Die Einzel-DVD-Fassung kommt zweisprachig daher. Ich rate wie immer die englische Originalspur an - quasi schon aus Prinzip.
Als Features sind ein etwa 20minütiger Blick hinter die Kulissen, 11 Minuten Interviews mit den Darstellern sowie ein paar Textseiten mit Schauspielerinfos zu beschauen. Das alles interessiert mich aber nicht. Mich hätten dann schon eher Outtakes oder alternative Enden erfreut.

Fazit: Horrorfans MÜSSEN sich diesen Film anschauen!
Filmfreude können's ja zumindest mal probieren…

- - -

© Eminencia / Divalein, 19.09.2006
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SkateAemKei

SkateAemKei

02.11.2006 02:10

Fand den ganz gut, aber habe mich diverse male übelst erschreckt ^^ Aber der Ton im Kino war auch sehr laut aufgedreht ^^ Greetz Moe

Dr_Labude

Dr_Labude

27.10.2006 00:07

Mannomann, wann habe ich eigentlich zuletzt einen Horrorfilm gesehen ?

N-Key

N-Key

07.10.2006 01:30

UHAHA....ich hätte es lassen sollen :-D dieses geräsuch was die fluchtussi immer macht...uhaha...da schauderts mir doch echt! naja...wenigstens war er eher durch spannung hart un nich durch schockeffekte^^

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