The Live Anthology (Deluxe Boxset) (Box-Set) - Petty, Tom & The Heartbreakers

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The Live Anthology (Deluxe Boxset) (Box-Set) - Petty, Tom & The Heartbreakers

Rock - 4 - CD - Label: Universal - Vertrieb: Universal - Veröffentlicht am: 27. November 2009 - EAN: 602527249773

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Erfahrungsbericht über "The Live Anthology (Deluxe Boxset) (Box-Set) - Petty, Tom & The Heartbreakers"

veröffentlicht 13.06.2011 | Pengoblin
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Erfahrungsberichte : 126
Vertrauende : 9
Über sich :
"Dies sind meine Überzeugungen und Grundsätze. Wenn Sie Ihnen nicht gefallen - ich hab' auch noch andere." (Groucho Marx)
Ausgezeichnet
Pro Auswahl der Stücke: viele Stücke jenseits der Studioalben, Sound o.k.
Kontra Ausstattungstechnisch etwas primitiv
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Lebendige Werkschau des Entspanntesten unter den U.S.-Superstars"

INTRO – TOM PETTY & SEINE HERZENSBRECHER

Tom Petty, der nun schon seit über 30 Jahren aus dem unlangweilig-und-trotzdem-radiotauglichen Bereich der u.s.-amerikanischen Rockmusik nicht wegzudenken ist, mag nicht der Glamouröseste unter den Gitarrenhelden sein. Allerdings wirkt er wie einer der entspanntesten Stars der Szene, wie einer, der im Wesentlichen die gleiche Musik auch allein im heimischen Hobbykeller machen würde statt auf einer Riesenbühne. Ihm fehlen größtenteils die stadiontauglichen großen Gesten eines 80er-Jahre-Bruce Springsteen, und man muss von hier aus schon ein wenig hinter die Musik schauen, um die Künstlerfigur Petty überhaupt wahrzunehmen: ich möchte behaupten, fast jeder, der in Europa überhaupt Musik hört, kennt IRGENDeinen Petty-Song, selbst wenn ihm der Name womöglich gar nicht geläufig ist. In den U.S.A. genießt er ja seit langem schon Lebendlegendenstatus.

Tom Pettys Musik, die sich mit nur wenigen Ausnahmen stets im griffigen 3-5-Minutenformat und in den Parametern klassischer Rockbandformation (Gesang, A- & E-Gitarre(n), Keyboards, Bass, Schlagzeug, zuweilen Mundharmonika) bewegt, wurzelt spürbar stark in diversen Gattungen – Blues, Country, Folk, Rock'n'Roll, aber auch in dem 60er-Jahre-Pop, der in den Radios lief, als Petty (Jahrgang 1950) am Beginn seiner musikalischen Sozialisation stand. Aus all diesen Quellen schöpft Petty und hat einen eingängigen, dennoch markanten Sound geschaffen, der naheliegenderweise vor allem durch seinen recht unverwechselbaren nasalen Gesang geprägt ist. Stets steht die Melodie im Vordergrund, das damit verbundene Erzählen einer Geschichte, und der Bandsound trägt die Angelegenheit. Solistische Ausbrecher kommen vor und sind willkommen, haben sich aber unterzuordnen.

Die Texte behandeln meist Alltagsthemen – glückliche und unglückliche Liebe ("Alright for Now", "A Woman in Love (It's Not Me)"), erzählen von Unterwegssein und Ankommen ("Into the Great Wide Open", "Runnin' Down a Dream"), seltsamen Begegnungen und kleinen Episoden um Menschen in der Stadt ("Something Big") –, ab und an gibt es auch mal humoristische Anflüge ("Zombie Zoo", "Spike"). Von zartballadesk ("Wildflowers") bis zu treibend-rockig ("Out in the Cold") ist alles dabei; Petty verbindet diese verschiedenen Stimmungen durch seinen Stil zu einer Einheit, die – für mich ganz persönlich – vor allem ein ganz bestimmtes Lebensgefühl verbreitet, ein ruhiges, geerdetes Betrachten der Dinge (eine seiner schönsten Balladen ist ganz diesem Gefühl gewidmet: "Southern Accents"). Das bedeutet keine Abgeklärtheit und schließt intensives Leben nicht aus, und so z.B. wird auch von echter Wut ("Change the Locks") und echter Traurigkeit ("Louisiana Rain") gesungen, aber es sind eben Erfahrungen des normalen Typen von nebenan und keiner Kunstfigur (wobei man bei dieser Art Songs natürlich nie weiß, wo da Autobiographisches mitmischt).

Auf den ersten Blick (bzw. auf das erste Hören) ist seine Musik damit relativ gleichformig; bei einigen seiner Alben fällt es zunächst schwer, die Songs auseinanderzuhalten. Wer Grenzgängerisches sucht, dem ist Petty schnell zu langweilig - und an manchen Tagen geht mir das mit ihm auch so. Allerdings sind bei aller Eingängigkeit Pettys Arrangements meist sehr ausgetüftelt und sorgfältig produziert, und an manch anderen Tagen ist es ein großer Genuss, den so leicht dahingeworfenen Stücken bewusst zuzuhören und etwas völlig Neues zu entdecken in einem Song, den man schon seit 15 Jahren kennt und beim Autofahren, Teppichverlegen oder Zähneputzen unzählbar oft gehört hat.

Die Heartbreakers – vor allem Mike Campbell (Gitarre) und Benmont Tench (keyboards) - sind über Jahrzehnte hinweg und mit nur geringen Unterbrechungen und personellen Wechseln Tom Pettys musikalische Dauerbegleiter. Bekannt ist auch seine häufige Zusammenarbeit mit Jeff Lynne (ELO) und Stevie Nicks (ex-Fleetwood Mac), zu erwähnen sind auch die beiden Alben, die Petty als einer der Traveling Wilburys (u.a. mit Roy Orbison, George Harrison und Bob Dylan) aufnahm.

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DIE LIVE ANTHOLOGY

Paradoxerweise (oder nicht?) ist die Musik Pettys bei aller Zurückhaltung in punkto Effekthascherei absolut ideales Konzertmaterial, und diese Zusammenstellung ist eine wunderbare Aneinanderreihung von Beweisen dafür.

Die Aufnahmen umfassen die 26 Jahre von 1980 bis 2006, und es ist schon erstaunlich, wie wenig sich die ältesten von den jüngsten Mitschnitten unterscheiden: TP&H haben ihren früh gefundenen Sound nur unwesentlich geändert, weil er sich als sehr schön zeitlos erwiesen hat. Abwechslung gibt es durch die sehr verschiedenen Stimmungen und Wurzeln der Songs genug, ohne dass (wie z.B. bei Springsteens großem Livedokument "1975-1985") diese durch die nachhörbare Veränderung der Musiker und neue Bandkonstellationen zustandekäme. Daher stört es – zumindest mich - auch wenig, dass die Reihenfolge der Anthologie sich um die Chronologie keinen Deut schert und munter zwischen 1980, 2006 und anderen Jahren hin und her springt.

Die erste der CDs ist etwas über 60min, die drei anderen jeweils etwas über 50min lang, somit ergeben sich rd. 220min TP&TH. Zu bemerken ist noch, dass diese Anthologie sehr viel Material enthält, dass keinem der regulären Studioalben entnommen ist. Petty spielt offenbar live auch gerne mal Coverversionen, und einige davon begegneten mir hier zum erstenmal.

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AUSSTATTUNG UND SOUND

Die Aufnahmen sind durchweg ziemlich gut und homogen, es handelt sich also um kein soundmäßig zweitklassiges Archivmaterial. Ich bin kein HiFi-Fetischist (die mögen da anderer Ansicht sein), aber als qualifizierter Hörer finde ich, dass die Musik selbst sehr frisch und klar rüberkommt. Negativer Gegenpol ist fast durchweg das sehr distanzierte Publikumsgekreisch. Sämtliche Aufnahmen sind offenbar in sehr großen Hallen erfolgt, und ich finde das ein wenig schade, denn eine intimere Atmosphäre hätte das Ganze noch sehr intensivieren können.

Die Ausstattung ist an sich ganz hübsch – ein stabiler Pappschuber mit einem schmalen Booklet und den vier CDs, diese auch jeweils einzeln in einem eigenen bedruckten Pappschuber, alles stabil und hübsch gemacht – aber 'de luxe' wäre etwas völlig anderes. Das Booklet enthält außer der üblichen Auflistung, wann was aufgenommen und welches Instrument von wem gespielt wurde, und ein paar Thank You's nix. Für das kleine Geld, das mich die Box gekostet hat (12 Euronen), ist das völlig o.k., aber es ist auch kein Pluspunkt, sondern das Beste, was mit geringstmöglichen Mitteln erreicht werden konnte.

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DAS WICHTIGSTE: DIE TRACKS

Ich möchte jetzt keinen Roman zu jedem Song ablassen (wer soll denn das auch lesen…), werde aber meine Eindrücke und Privatwertungen sammeln und hier und da ein paar Stichworte beifügen:

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CD 1

1.: Ladies and Gentlemen... – Zweiminutenintro ohne Musik. Wer's noch nicht wusste, bekommt nun nochmal gesagt, wer gerade die Bühne betreten hat.

2.: Nightwatchman – "I'm the nightwatchman, I make the rounds, keep my nose to the ground …". Aufgewärmt wird mit dem ein und anderen Klassiker aus den frühen 80ern, hier ein schönes Midtempo-Stück von dem Album Hard Promises. 3/5

3.: Even the Losers – Noch etwas weiter zurück und zum Klassiker von 1979, dem Album "Damn the Torpedoes" geht es hiermit. "Baby, even the losers, get a little bit of pride, they get lucky sometimes…" mag nicht der originelle Überflieger sein, aber es ist ein weiterer schöner Song, der die Verortung der frühen Heartbreakers "irgendwo zwischen den Byrds und den Beatles" rechtfertigt. Absolut nicht der Schlechteste unter den 2.517.438 Songs über problematische Liebe auf diesem Planeten. 3/5

4.: Here Comes My Girl – Aus der gleichen Zeit. Abhängen in einer miefigen Kleinstadt, und der einzige Trost ist das tolle Mädchen neben einem: auch kein neues Thema, aber Pettys entspannt kumpelhafte Art, einem das zu erzählen, geht runter wie ein Feierabendbierchen. 3/5

5.: A Thing About You – Wieder flotter und stimmlich recht spaßig kommt dieser Song daher, aus dem ich mehr 60er Jahre herauszuhören glaube, aber vielleicht ist das nur meine Privatassoziation. Macht Laune! 4/5

6.: I'm in Love – Das klingt, als sei es ein älteres, samtigruhiges Van Morrison-Stück, was nicht der Fall ist, aber als Stilhinweis mag es genügen. Kein Favorit von mir, aber ganz nett. 3/5

7.: I'm a Man – "I'm a Man! That spells m – a – n … ". Schöne Abwechslung zum ranschmusigen Vorgängerstück und ein schönes Beispiel dafür, wie geeignet der Heartbreakers-Sound für die frische Adaption allen möglichen Materials ist. Das hier erinnert mich freundlich an einiges von den Yardbirds, inkl. Harmonika. 3/5

8.: Straight Into Darkness – Noch so ein Petty-Klassiker, das Favoritenstück von Long After Dark und von 1982, wenn ich das korrekt im Kopf habe. Da das damalige Studioalbum editionstechnisch in den letzten Jahren etwas stiefmütterlich behandelt wurde (und zwischenzeitlich dann auch mal gar nicht erhältlich war), ist es schön, dieses gelungene Ankommen des Rock'n'Roll in den 1980ern hier wiederzufinden. 4/5

9.: Breakdown – Die Version von "Pack up the Plantation!" war etwas intensiver, diese ist dafür etwas kompakter und gradliniger. Hat beides seine volle Berechtigung und ist auch eines der lässig-kraftvollsten Stücke Pettys. Klare 5/5

10.: Something in the Air – Ich stehe eigentlich nicht besonders auf diesen Klassiker, völlig egal, von wem er gecovert wird (z.B. von Fish). Diese Version wird immerhin durch das mitreißende Pianospiel von Benmont Tench versüßt. 3/5

11.: I Just Want to Make Love to You – Auch hier weiß ich gar nicht recht, von wem eigentlich das Original dieses Bluesrocks [?] stammt; die mir bislang vertrauteste Variante ist eine recht rauhbeinig-rauchstimmige Version von Roger Chapman. Die kann Petty hier schon stimmlich nicht ganz einholen, aber hörenswert ist es durchaus. 3/5

12.: Drivin' Down to Georgia – Angenehm flott geht es weiter mit einem Stück zum Scheiberunterkurbeln und Losdüsen. Von denen haben TP&TH ja einige sehr schöne Exemplare zu bieten, und das hier ist ein weiteres. 4/5

13.: Lost Without You – Wieder langsamer, ein tiefer Griff in die Bluesabteilung der Gefühlsgewühlskiste – hat bei mir noch nicht so recht gezündet. Eines dieser Lieder, zu denen man sich am besten in den Nieselregen stellt, dann ist es stimmig. 3/5

14.: Refugee – "It don't make no difference to me, baby, everybody's had to fight to be free, you see, you don't have to live like a refugee…" Definitiv ein schon unter "Hymne" einzustufender Dauerfavorit der TP-Playlist und klare 5/5.

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CD 2

1.: Diddy Wah Diddy – Das muss von einem sehr entspannt-groovenden Konzertabend stammen. Musikalisch ist diese Einlage ja so gar nicht meine Baustelle, aber das Ganze wird von der Band so coollässig und mit Spaß serviert, dass ich es mir trotzdem gerne mal anhöre. 3/5

2.: I Want You Back Again – Die etwas munterere mittelflotte Version des Themas aus "Lost Without You", dezent spannungsvoll und rund. 4/5

3.: Wildflowers – "You belong among the wildflowers…"; ein wunderbar erdiges, zartes Liebeslied vom gleichnamigen Album. 5/5

4.: Friend of the Devil – Ein freundlicher, trotz federleichter Folkausflug mit einem sehr ohrwurmigen Refrain "Set out runnin', but I take my time / A friend of the devil is a friend of mine…". Das Original ist übrigens von Grateful Dead. Fußmitwippfähig. 4/5

5.: A Woman in Love (It's Not Me) – Mit schönem Pianovorspiel setzt ein weiterer TP-Klassiker ein, der sich auch quasi von selbst singt. 4/5

6.: It's Good to Be King – Hier zu einer ganz relaxten 12min-Version ausgebaut, ist dies eines der wohl bekanntesten und angekommensten Stücke Pettys. Schon die Länge lässt erkennen, dass er hier deutlich vom Studiooriginal abweicht und auch mal das rein Instrumentale nach vorne treten lässt. Überhaupt bin ich auf der "Live Anthology" sehr angetan davon, vor allem von Keyboarder Benmont Tench herrlich lockere und lässige Soloeinlagen serviert zu bekommen, die im Studioformat offenbar untergehen. Auch Mike Campbells Leadgitarre darf mal aus dem Käfig. 5/5

7.: Angel Dream (No. 2) – Pettys Soundtrack zu dem Film "She's the One" entnommen, ist das hier ein schöner ruhiger kurzer Gegensatz zum ausladenden "It's Good to be King". 4/5

8.: Learning to Fly – "I'm learning to fly, but I ain't got wings / Comin' down is the hardest thing." Fast ein wenig zu oft gehört, weil es das für mein Gefühl häufigstgespielte Lied Pettys im deutschen Radio ist, genieße ich hier die Auffrischung durch eine reduzierte, vom Publikum getragene, souveräne Version. Da wurden Feuerzeuge hochgehalten. Einfach ein runder Song, Punkt. 4/5

9.: Mary Jane's Last Dance – Seinerzeit in Deutschland wohl eher durch das Drumrum bekannt (Gastauftritt Kim Basingers als Leiche im Musikvideo, die Deutungsmöglichkeiten als Drogensong, der angebliche Klau des Songs durch die Red Hot Chili Peppers, den Petty selbst im Unterschied zu vielen seiner Fans mit einem Achselzucken und der Bemerkung abtat, so sei das im Rock'n'Roll, da klinge eben vieles sehr ähnlich), ist Mary Jane's Last Dance eine elegante, hinreißend rätselhafte Geschichte mit einem lässig-einschmeichelnden Rhythmus, der hängenbleibt. 4/5

10.: Mystic Eyes – Geniales, spaßig-intensives Van Morrison-Cover und einer meiner klaren Favoriten der Sammlung. Wer diese Art kleinen Liebeswahnsinnsanfall nicht nachvollziehen kann, war nie wirklich 'verknallt'. 5/5

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CD 3

1.: Jammin' Me – Klassischer eingängiger Radiorock vom Feineren. Gutgelaunte 4/5

2.: The Wild One, Forever – Trotz des besonders schönen Titels keiner meiner Favoriten, dieses ältere Midtempostück bleibt bei mir einfach nicht hängen. Es ist eines der etwas austauschbareren Petty-Stücke. 3/5

3.: Green Onions – Ah, dieses wundervolle coole 60er-Jahre-Alleinunterhalterkeyboard, ich finde diese swingende Instrumentaleinlage herrlich. Nicht zuviel davon, aber das gerne, zumal wegen der munteren Gitarrenornamente. Hat was von Stevie Ray Vaughan. 4/5

4.: Louisiana Rain – Eines dieser Stimmungstief-im-Regen-Songs mit Geige und Harmonika im Hintergrund, die man bereits nach dem ersten Hören schon ewig zu kennen glaubt. Trotzdem: gefällt mir etwas besser als 'The Wild One, Forever'. 3/5

5.: Melinda – "When I get four hundred dollars, I'm off to see Melinda…" Zur Hälfte einer der nicht so sehr häufigen kompositorischen Beiträge von Keyboarder Benmont Tench, entsprechend gibt's ein sehr perlendes Pianosolo. Freundlich-manisch und zugleich gutgelaunt. 4/5

6.: Goldfinger – Gitarrentechnisch etwas unbesondere, aber runde und muntere Instrumentalversion der vielleicht berühmtesten aller James Bond-Melodien. Nette, recht überraschende Einlage. 3/5

7.: Surrender – Ein in der Studioversion jahrelang verschollenes Stück (das Masterband verschwand vor Veröffentlichung des dazugehörigen Albums – Damn the Torpedoes –, weil aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit dem Label die Band ihre Masterbänder vorsichtshalber aus dem Studio mitnahm und sie – in diesem Fall – verlegte), das zum Ausgleich dafür live wohl oft gespielt wurde/wird. Midtempo, schönballadesk, nett. 3/5

8.: Dreamville – Neues Stück (vom Album Last DJ), altes Thema, die Erinnerung an die Kleinstadt der Jugend, eine im Grunde ganz einfache Folkmelodie mit einem etwas aufgepeppteren Arrangement. Klingt nach netter Serienmelodie. 3/5

9.: Spike – Ah, wieder ein Klassiker, der genüsslich-sarkastische Song über einen Punk und was der so in einer typischen Bar zu hören bekommt – "Oh, we got another one, just like the other ones / Another bad ass, another troublemaker / I'm scared, ain't you boys scared? / I wonder if he's gonna show us what bad is? / Boys, we gotta man with a dog collar on / You think we oughta throw ol' Spike a bone?" Ideales Bühnenfutter, da gibt's nix. 4/5

10.: Any Way You Want It – Eine schöne flotte 60er Jahre-Hommage (Original: Dave Clark Five) zum Mitgrölen. 4/5

11.: American Girl – Das war, glaube ich, die allererste Single Tom Pettys, und der muntere Poprocksong geht auch heute noch gut ins Ohr. Nicht sehr nachhaltig, aber schön schmissig, besonders live. 4/5

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CD 4

1.: Runnin' Down a Dream – Das Überholspurstück vom Full Moon Fever-Album ist natürlich sehr dankbar für eine Liveumsetzung und spielt sich quasi von selbst. Sehr flott. Geht ab wie Zäpfchen, tiefergelegtes. 4/5

2.: Oh Well – Der schon häufig von diversen Größen (z.B. Joe Jackson) gecoverte schmissige Peter Green- bzw. Fleetwood Mac-Klassiker war nie ein besonderer Favorit von mir, aber zum Sound von TP&TH passt er hervorragend. Nette Liveeinlage. 3/5

3.: Southern Accents – Eine sehr ruhige Liebeserklärung an den u.s.-amerikanischen Süden (Petty ist ja in Florida geboren) vom gleichnamigen Album. Dazu könnte man auch die Bilder von einem dieser alten Jack Daniels-Werbespots zeigen. Im Grunde ist an Melodie und Text nicht viel dran; der Song ist so rund und aus einem Guss, dass ich nicht mal sagen kann, warum er mir eigentlich gefällt. In Florida werden bestimmt dazu Feuerzeuge geschwenkt. Ach, was soll's: 4/5

4.: Crawling Back to You – Typisch Petty: geht sofort ins Ohr und in anspruchsvolleren Momenten aus dem anderen gleich wieder heraus, weil einfach so gar nichts Verfrickeltes an dem guten Stück dran ist. In anderen Momenten treffen dann Melodie und Sound voll ins Schwarze. 3/5

5.: My Life / Your World – Das stammt von jener unsäglich hässlich umhüllten LP "Let Me Up (I've Had Enough)", aber nun gut, vor "Southern Accents" konnte man jedes Albumcover Pettys eh nur ignorieren. In der Studioversion gefiel es mir damals mit am besten von dem Album; diese Version wirkt zunächst etwas unbesonders dagegen, aber die Gitarre verleiht dem Ganzen dann doch gegen Ende einen netten Dreh. 3/5

6.: I Won't Back Down – Das Stammpublikum erkennt offenbar die so unscheinbaren Intros zu den Stücken auf Anhieb; so auch hier: gegenüber der Studioversion etwas leiser und gebremst (ohne den Jeff Lynne-Effekt, sage ich mal), verliert das Stück etwas an Drive, aber es gewinnt an Ausstrahlung.

7.: Square One – Vom neueren Petty-Soloalbum Highway Companion. Nicht das Charismatischste der Stücke dieses Albums, aber in schöner Songwritertradition. 3/5

8.: Have Love Will Travel – Ein gebremst enthusiastisches Stück vom ebenfalls neueren Album "The Last DJ". Songwriting in den offensichtlich mittleren Jahren, das mich irgendwie beharrlich an Fleetwood Mac erinnert. 3/5

9.: Free Fallin' – Es muss schwer sein, einem Stück, das so perfektpoliert ist wie die Studioversion von diesem hier, live etwas Neues abzugewinnen. Meist machen TP&TH das über Soloeinlagen oder bewusste Reduktionen auf das Akustische; nur hier gestatten sie sich mal das Schwelgen in der Eigendynamik des Songs, ohne groß etwas zu variieren. Manchem mag das zu routiniert-abgespult vorkommen, aber ich finde, es verliert auch nichts. 4/5

10.: The Waiting – Der Opener von "Hard Promises" und einer meiner Favoriten der älteren Playlist des Meisters. Auch keine großen Variationen, aber kurz vor Schluss eben eines der Lieder, die sonst einfach gefehlt hätten. 4/5

11.: Good, Good Lovin' – Das kurze Stück atmet 60er, Jive and Rock'n'Roll und erweist sich im Grunde als munteres Intro zum folgenden Rausschmeißer. 3/5

12.: Century City – Der gute alte Rock'n'Roll, besagter schöner flotter Rausschmeisser ohne viel drumrum. Bei einem kompletten Konzertmitschnitt hätte ich hier die fehlenden Ermüdungserscheinungen der Band gelobt, aber bei einem Zusammenschnitt hat das nicht wirklich Sinn. Egal: meine Ohren mögen's. 3/5

13.: Alright for Now. "… so sleep tight, baby, unfurrow you brow. You know I love you, We're alright for now." Nach rund 220min schließt die Anthologie für mich perfekt mit einem kurzen akustischen Liebeslied, dessen unspektakuläre Vollkommengelungenheit wieder mal keiner wegdiskutieren kann. Sanfte Dreipunktlandung. 5/5

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FAZIT

Ich bin sehr zufrieden. In allen für mich wirklich wesentlichen Kategorien überzeugt mich die Anthologie: die Auswahl der Songs ist sehr gut gelungen (selbst bei vielen Künstlern mit ähnlich umfangreicher Playlist wird ja zu oft der Schwerpunkt auf den Hits und 'sicheren' Klassikern belassen) und das macht die Box reizvoll auch für den, der schon vieles von Tom Petty sein eigen nennt.

Auch vom anderen offiziellen Livematerial setzt sich die Auswahl in reizvoller Weise ab. Der Sound ist m.E. völlig o.k., und bis auf das zuweilen etwas nervende Publikumsgekreisch aus den Riesenhallen, in denen die Konzerte offenbar stattfanden, ist auch diesbezüglich die Mischung rund. Ein originelleres Drumrum (Booklet, Verpackung) wäre nett gewesen, aber ich will vor allem diese Musik hören und keinen Petty-Würdigungsschrein ausstaffieren, insofern ist das für mich zweitrangig..

Während mich seinerzeit die Werkschaubox "Playback" sehr geärgert hat – der Pettyfan bezahlte zu über 50% für unveränderte Doppelungen von schon gängigen Alben, für den (Noch)Nichtpettyfan war die Box zu überdimensioniert und waren auch die Zugaben zu speziell –, finde ich, dass hier der Editionsgedanke stimmt: lieber den Inhalt "de luxe" und bei etwas schlichter Verpackung für wenig Geld zu kriegen, als mauen Inhalt hinter aufgepumptem Design für das Dreifache. Klare Empfehlung, gerne auch als Petty-'Einstiegsdroge'. Zugleich ist es dem europäischen TP-Freund ein Trost dafür, dass Petty außerhalb der U.S.A. schon sehr lange keine Konzerte mehr gegeben hat.

Und jetzt freue ich mich auf die gerade georderte neuere Petty-Soloscheibe "Highway Companion" und das sehr gelobte "verspätete" Debutalbum der Pre-Heartbreakers-Formation "Mudcrutch".

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • manuelmama veröffentlicht 20.06.2017
    BH
  • calimero1111 veröffentlicht 10.01.2012
    alles drin
  • jaros veröffentlicht 30.06.2011
    prima gemacht, Gruß!
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Produktdaten : The Live Anthology (Deluxe Boxset) (Box-Set) - Petty, Tom & The Heartbreakers

Produktbeschreibung des Herstellers

Rock - 4 - CD - Label: Universal - Vertrieb: Universal - Veröffentlicht am: 27. November 2009 - EAN: 602527249773

Haupteigenschaften

Titel: The Live Anthology (Deluxe Boxset)

Künstler: Petty, Tom & The Heartbreakers

Komponist: .

Genre: Rock

Schlagworte: Classic Rock & Pop; Mainstream; Pop international; MOR (Middle of the Road); Alternative

Medium: CD

Set-Inhalt: 4

Veröffentlichungsdatum: 27. November 2009

Label: Universal

Vertrieb: Universal

EAN: 602527249773

Titel auf CD 1

1.: Ladies and Gentlemen... (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

2.: Nightwatchman (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

3.: Even the Losers (Live at Hammersmith Odeon, London / 1980)

4.: Here Comes My Girl (Live at Hammersmith Odeon, London / 1980)

5.: A Thing About You (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

6.: I'm in Love (Live at Wembley Arena, London / 1982)

7.: I'm a Man (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 2006)

8.: Straight Into Darkness (Live at Wembley Arena, London / 1982)

9.: Breakdown (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

10.: Something in the Air (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 1993)

11.: I Just Want to Make Love to You (Live at Maple Leaf Gardens, Toronto / 1995)

12.: Drivin' Down to Georgia (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 1993)

13.: Lost Without You (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 1993)

14.: Refugee (Live at Irvine Meadows, California / 1983)

Titel auf CD 2

1.: Diddy Wah Diddy (Live at the Fillmore, San Francisco / 1997)

2.: I Want You Back Again (Live at the Fillmore, San Francisco / 1997)

3.: Wildflowers (Live at Maple Leaf Gardens, Toronto / 1995)

4.: Friend of the Devil (Live at the Fillmore, California / 1997)

5.: A Woman in Love (It's Not Me) (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

6.: It's Good to Be King (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 2006)

7.: Angel Dream (No. 2) (Live at the Vic Theatre, Chicago / 2003)

8.: Learning to Fly (Live at Bonnaroo Music and Arts Festival, Tennessee / 2006)

9.: Mary Jane's Last Dance (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 2006)

10.: Mystic Eyes (Live at the Greek Theatre, California / 2006)

Titel auf CD 3

1.: Jammin' Me (Live at the Fillmore, San Francisco / 1997)

2.: The Wild One, Forever (Live at Hammersmith Odeon, London / 1980)

3.: Green Onions (Live at the Fillmore, San Francisco / 1997)

4.: Louisiana Rain (Live at Wembley Arena, London / 1982)

5.: Melinda (Live at Uno Lakefront Arena, New Orleans / 2003)

6.: Goldfinger (Live at the Fillmore, San Francisco / 1997)

7.: Surrender (Live at Irvine Meadows, California / 1983)

8.: Dreamville (Live at Grand Olympic Auditorium, Los Angeles / 2002)

9.: Spike (Live at Portland Civic Stadium, Oregon / 1986)

10.: Any Way You Want It (Live at Irvine Meadows, California / 1983)

11.: American Girl (Live at the Cow Palace, San Francisco / 1983)

Titel auf CD 4

1.: Runnin' Down a Dream (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 2006)

2.: Oh Well (Live at Bonnaroo Music and Arts Festival, Tennessee / 2006)

3.: Southern Accents (Live at Stephen C. O'connell Center, Florida / 2006)

4.: Crawling Back to You (Live at the Greek Theatre, California / 2005)

5.: My Life Your World (Live at Blossom Music Center, Ohio / 1987)

6.: I Won't Back Down (Live at the American Museum of Natural History, New York / 2007)

7.: Square One (Live at Umb Bank Pavilion, Missouri / 2006)

8.: Have Love Will Travel (Live at Saratoga Performing Arts Center, New York / 2002)

9.: Free Fallin' (Live at Irvine Meadows, California / 2005)

10.: The Waiting (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

11.: Good, Good Lovin' (Live at the Forum, Los Angeles / 1981)

12.: Century City (Live at the Spectrum, Philadelphia / 1980)

13.: Alright for Now (Live at Maple Leaf Gardens, Toronto / 1995)

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