Lysanthus und die zehn Tenöre

5  25.05.2007

Pro:
Gigantische Stimmen, tolle Atmosphäre, viele Emotionen

Kontra:
Jedes gute Konzert neigt sich dem Ende zu

Empfehlenswert: Ja 

Lysanthus

Über sich: Hallöchen!!! Ich wünsche allen, die einen neuen Lebensabschnitt angefangen haben viel Glück!! Und st...

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Liebe Leser/ innen,

ich hätte es nicht für möglich gehalten; Ciao hat meinen Produktvorschlag angenommen und nun kann ich über ein unvergeßliches und grandioses Konzert berichten, welches ich am 20.05.2007 in der Bielefelder Stadthalle genießen durfte.

Die Rede ist von:

~ The Ten Tenors ~

" Here´s to the Heroes" Tour 2006/2007

~ Gliederung ~

- Vorwort
- Wer sind die Ten Tenors
- Die Lieder
- Eine kurze Vorstellung der Bielefelder Stadhalle
- Die Show und meine Gefühle
- Veröffentlichungen der Tenöre
- Mein Fazit


~ Vorwort ~


Vor einigen Wochen kam mein bester Freund und Arbeitskollege auf mich zu und fragte, was wir denn unserer Freundin zu ihrem 50.Geburtstag schenken sollte. Upps! Fast vergessen! Ich stotterte, dass ich mir ja noch gar keine Gedanken gemacht hätte und ob er denn schon eine Idee hätte.
Neben einigen Kleinigkeiten schlug er ein Konzertbesuch der zehn Tenöre vor.
Mhm, ich hatte noch nie etwas von diesen Klangwundern gehört und schaute erstmal etwas skeptisch. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung in welche musikalische Richtung sich dieses Konzert bewegt. Mein Freund wusste es auch nicht so wirklich, war aber überzeugt, dass wir unserer Freundin eine Freude damit machen würden.
Von dieser Logik war ich zwar nicht überzeugt, aber aus Mangel an anderen Ideen stimmte ich zu.
Eine Woche später präsentierte er mir die Rechnung, für eine Karte bezahlte ich 40€, in meinen Augen ein durchaus annehmbarer Preis, die Sitzplätze lagen ziemlich weit vorne und aus vergangenen Besuchen in der Stadthalle wußte ich, dass man von dort aus gute Sicht auf die Bühne hatte.
Je näher die ganze Sache rückte, desto mulmiger wurde mir. Ich hatte nicht wirklich die größte Lust auf diesen Abend und vorsichtshalber googlte ich auch nicht nach den zehn Tenören. Hätte dort nämlich irgendetwas gestanden, was mir negativ ins Auge gesprungen wäre, dann hätte ich im Vorfeld bestimmt eine heftige Migräne bekommen:-)

Trotz aller Bedenken haben wir drei den wundervollsten und emotionalsten Abend seit langem erlebt!
Ich hoffe, dass ich auch nur ansatzweise in diesem Bericht beschreiben kann, was wir erlebt haben und wie ergreifend es war!
Auf geht's!


~ Wer sind die "Ten Tenors"

Die folgenden Informationen habe ich aus mehreren Quellen bezogen, da ich leider nicht die Möglichkeit hatte diese zehn schnuckeligen Jungs privat auszuquetschen:-)

Die unkonventionelle Gründung der zehn Tenöre fand schon 1995 in Australien statt.
Anlässlich des Jubiläums eines großen TV Senders wurden am Queensland Conservatorium
zehn talentierte Tenöre angefordert. Gesagt, getan!
Es fanden sich zehn, völlig unterschiedlich aussehende junge Männer zwischen Mitte zwanzig und Mitte dreißig, mit fantastischen Stimmen.
Nach einigen, mehr oder weniger professionellen Auftritten, wurde die Resonanz immer größer.
1998 machten die Musiker aus ihrer Passion einen Full Time Job.
Sie traten nicht nur in Australien auf, sondern eroberten auch Neuseeland. 2002 traten sie als Überraschungsgast bei den Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest in Kiel auf und durchbrachen alle Schallmauern. Von da an ging es stetig bergauf. Sie veröffentlichten ein Album nach dem Nächsten. Der nächste Schritt war es in Amerika Fuß zu fassen. Auch dieses gelang den zehn Jungs auf Anhieb. Inzwischen sind sie fast ununterbrochen auf Tournee und haben alle Kontinente erobert.
Seit 2006 sind sie mit der "Here´s to the Heroes" Tour unterwegs.

Das Repertoire ist so vielfältig und interessant, wie die zehn Tenöre selber.
Sie singen aus bekannten Opern und Operetten und führen Coverversionen von bekannten Künstlern und Bands vor. Inzwischen richtet sich ihre Aufmerksamkeit darauf, immer mehr eigene Kompositionen in ihr Programm einfließen zu lassen. Für die aktuelle Tour haben sie sich mit dem Filmkomponisten und Grammygewinner John Barry und dem Texter Don Black zusammengetan. Ersterer ist für mindestens zwei James Bond Songs verantwortlich, welche die zehn Tenöre, neben fünf anderen Songs von Berry, mit auf ihrem Album haben. Don Black hat fast alle James Bond Songtexte geschrieben und ist für die großen Erfolge Andrew Lloyd Webber´s zuständig.

Auf die Songs aus dem Album "Here´s to the Heroes" möchte ich gleich noch näher eingehen, inzwischen fragt sich der Leser doch bestimmt, wie sich die zehn Tenöre stimmlich überhaupt anhören. Das fragte mich ein Freund am nächsten Tag auch und ich musste erstmal überlegen, wie ich das am besten beschreiben kann.
Die zehn Tenöre singen, wie man dem Namen entnehmen kann, in traditioneller Art und Weise. Sie beherrschen alle Stimmlagen:

- Tenor ( hoch)
- Bariton ( mittel)
- Bass ( tief)

Es gibt bestimmt noch einige Zwischennuancen, da ich aber kein Musikprofi bin, kann ich an dieser Stelle nicht mehr aufzählen.
Durch dieses Talent, den zehnstimmigen Effekt und die besondere Darstellung bietet sich dem Zuschauer ein fantastischer Genuß für die Sinne.
Die Verteilung der Stimmen und die Mimik der Tenöre lassen selbst Opernklassiker in einem neuen Licht erstrahlen, die moderneren Stücke verlieren durch den "Operngesang" nicht an Wirkung, sondern stellen sich dem Zuschauer in einem völlig neuem Licht dar.

Seit sich die zehn Tenöre gefunden haben, hat es schon einige Neu- und Umbesetzungen gegeben. Auf Tournee sind immer ein bis zwei Ersatzsänger mit dabei, falls es zu Krankheit oder Urlaub kommen sollte.
Hier kommen jetzt die Zehn, die während der aktuellen Tournee zu bewundern sind:

- Shannon Brown
- Drew Graham
- Craig Hendry
- David Kidd
- Liam McLachlan ( Mein persönlicher Favorit!)
- Stewart Morris
- Adrian Phillips
- Jason Short
- Steven Sowden
- Dion Molinas
- Dominic Smith ( Ersatz)

Immer mit dabei auf der Bühne, ein Drummer, ein Bassist ( der gleichzeitig auch Cello spielt) und ein Pianist:

- Dr. Steven Baker ( Piano) abwechselnd mit
- Michael Manikus ( Piano)
- Chris Pearson ( Bass)
- Nick Hatch ( Drums)

Ein unverkennbares Merkmal der zehn Tenöre: Sie treten immer einheitlich gestylt in schwarzen Anzügen auf! Das hat sich die Marke "Hugo Boss" zu nutzen gemacht und sponsert die Tenöre seit geraumer Zeit.
Doch trotz Einheitsstyle bietet sich dem Auge genug Abwechslung. Ob klein oder groß. Dick oder dünn. Lange Haare oder kurze Haare. Piercing oder Glatze....
Die Tenöre bestechen einfach durch Authentizität und Charakter, die kraftvollen Stimmen und der selbstbewußte Auftritt macht jeden Einzelnen von ihnen zum "Prom of the Night"!

In dem Programmheft findet man zu jedem Tenor einen kleinen Steckbrief, banale Frage zwar, doch bringt es einem den Charakter der Tenöre doch ewas näher.
Ich war z.B. völlig erstaunt zu lesen, dass einige der Tenöre privat schon die härtere Gangart bezüglich ihres Musikgeschmackes einlegen. Da wird dann viel Metallica oder Judas Priest gehört. Der Steckbrief vermittelt einem das Gefühl, das die Jungs durchaus auf dem Boden geblieben sind, diese Tatsache verstärkt sich durch den Eindruck, den ich im Konzert gewonnen habe. Da wird dann schon mal rumgeblödelt oder sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, wenn ein besonders schwieriger Part gut gesungen wurde.
Auch werden die Ansagen zu den einzelnen Liedern mit viel Humor gemacht.
Rundum eine sympathische Truppe!

~ Die Lieder ~

Hier kommt nun eine Auflistung der Lieder, die an diesem Abend gesungen wurden:

- Here´s To The Heroes ( Der mit dem Wolf tanzt, John Barry und
Don Black)
- You Only Live Twice ( James Bond)
- Buongiorno Principessa ( Komponiert von Nicola Piovani)
- Largo Al Factotum ( Rossini, Der Barbier von Sevillia)
- Vesti La Giubbia ( Leoncavallo; Pagliacci ( veristische Oper))
- Au Fond Du Temple Saint ( Die Perlenfischer von Georg Bizet)
- There´ll Come A Day ( John Barry, Don Black; Out of Africa)
- We Have All The Time In The World ( John Barry, "Im
Geheimdienst Ihrer Majestät", James Bond)
- Les Choristes (Die Kinder des Monsieur Mathieu, Musik:
Bruno Coulais)
- Il Gladiatore ( Gladiator, Hans Zimmer)
- Just To See Each Other Again ( John Barry,DonBlack,
Neukomposition)
- Places (John Barry, Don Black; Out of Africa)
- Tick All The Days Off One By One ( John Barry, Don Black,
Neukomposition)
- Who Wants To Live Forever ( Brian May, Queen)
- Bohemian Rhapsody ( Freddy Mercury, Queen)
- In My Life ( Paul McCartney, John Lennon)
- Nessun Dorma ( Puccini)
- Now We Are Free (Hans Zimmer, Gladiator)
- The Boxer ( Simon& Garfunkel)
- Australien Folk Song Medley ( Botany Bay, Moreton Bay, A
thousand Miles away, Waltzing Matilda)
- Bee Gee´s Medley ( You Should Be Dancing, How Deep Is
Your Love, Night Fever, Stayin´Alive)
Und als Zugabe:
- Nena, 99 Luftballons!!!

Auf die einzelnen Lieder gehe ich dann in dem Konzertteil ein!

~ Die Bielefelder Stadthalle ~

In diesem Abschnitt möchte ich Euch gerne den Veranstaltungsort etwas näher bringen.
Nach der Eröffnung, 1990, sorgte die Stadthalle für einige Diskussionen unter der Bevölkerung. Konnte man doch nicht nachvollziehen, wie horrende Mengen an Steuergeldern in dieses Projekt gesteckt wurden. Nach und nach kühlten sich die Gemüter jedoch ab und die stärksten Gegner haben heute eine Abokarte für das große Fest der Volksmusik.
Das Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg& Partner entwarf ein riesiges Veranstaltungszentrum in Form eines großen, weißen Dampfschiffes( Diese Tatsache habe ich erst Jahre später bemerkt, nachdem es mir gesagt wurde), dessen Bug sich Richtung Innenstadt ausrichtet.

Das individuelles Raumkonzept bietet eine hohe Multifunktion, die Gesamtkapazität läßt 4.500 Besucher zu.
Ein großer Saal ( 2.200 Personen) und ein kleiner Saal ( 1.000 Personen) stehen für diverse Veranstaltungen zur Verfügung, des weiteren bietet das Gebäude noch 10 Konferenzräume und großzügig angelegte Foyerflächen an.
Ein direkt angebundenes Parkhaus bietet beste Möglichkeiten das Auto gut unterzubringen!
Das Konzert der Ten Tenors fand in dem großem Saal statt, ein schlichter Raum, der gut isoliert ist und keinerlei Dekoration aufweisen kann. Für den Klang vielleicht ganz gut, doch für das Auge eher langweilig. Lobend erwähnen mus ich auf jedenfall, dass ich während keiner bis jetzt besuchten Veranstaltung, Probleme mit der Luft hatte! Klimaanlagen sorgen für frische Luft und die Raumtemperatur ist im normalen Bereich!
Die Halle beeindruckt mit den aktuellsten Ton-, Licht-, Projektions-, und Bühnentechniken.
Durch nationale und internationale auftretende Künstler muß sich die Stadthalle nicht hinter anderen Veranstaltungsorten verstecken.
Falls Ihr Interesse habt, unter :

www.Stadthalle-Bielefeld.de

findet Ihr noch mehr Informationen.

~ Die Show und meine Gefühle ~

Es war soweit, nach langem Anstehen vor der Halle standen wir im Foyer und ich war erstaunt zu sehen, welch gemischtes Publikum vertreten war. Von der alten Damen mit Krückstock bis hin zu jungen Mädels, die eifrig ihre Australienflaggen schwangen, war alles dabei. Männchen und Weibchen waren gleichermaßen vertreten, in festlicher Abendrobe oder in lässiger Jeans.
Nachdem ich mir ein Programmheft kaufte ( Puh, 5€ !) eilten wir zu unseren Plätzen.
Schnell gefunden und wirklich zufrieden, da wir in unmittelbarer Nähe zur Bühne saßen, parkten wir unsere Hintern und begutachteten erst einmal die Bühne.
Eigentlich gab es nicht viel zu sehen, ich hatte mich im Geist schon auf ein dekoratives Bühnenbild gefasst gemacht, doch man sah lediglich das aufgebaute Schlagzeug, das Klavier und das Bass. Hinter unserem Stuhlabschnitt war ein Mischpult aufgebaut, dieses diente dazu die Orchestermusik einzuspielen. Im Nachhinein stellte ich für mich fest, dass die Orchestermusik, Gott sei Dank vom Band kam, ich habe bei einem zurückliegenden Auftritt des Russischen Staatsballetts einmal hören dürfen, wie es sich anhört mit Liveorchester und ich kann sagen, dass die Stadthalle dafür nicht unbedingt geeignet ist.
Die Wände und die Bühne sind komplett in Schwarz gehalten, somit ist gewährleistet, das die Lichteffekte besonders gut zu Geltung kommen.
Im Hintergrund spielte leise Gitarrenmuik und ich konnte mich erst mal in mein Programmheft vertiefen. Nebenan saß meine Freundin und quatschte, was das Zeug hielt
( Italienerin;-))
Nach einigen Minuten wurde es dunkel, die Musik von " Here´s to the Heroes" wurde eingespielt und man sah im Dunklen die Musiker auf die Bühne kommen.
Und dann kamen die Tenöre!
Sie kamen, sangen und siegten!
Die Tenöre formierten sich in einer langen Reihe, wurden geschickt von den Scheinwerfern angeleuchtet und sobald der erste Ton den Mund verließ wurde es mucksmäuschenstill im Saal! Meine Nackenhaare stellten sich auf und ich bekam eine dicke Gänsehaut, der Klang, der mein Ohr erreichte, war von so einer Reinheit und Klarheit, wie ich es das letzte mal auf CD gehört habe.
Immer abwechselnd sang ein Tenor die Strophe, während die anderen den Choral bildeten.
Ich schaute mir die Tenöre an und automatisch macht man sich ein Bild von den Menschen.
Nehmen wir als Beispiel David Kidd, ein barttragender, knuffeliger Teddybär mit ein paar Pfunden zuviel. Als er an der Reihe war, erwartete ich eine tiefe, volle Stimme. Und was war? Er machte den Mund auf und sang in einer so hohen Tonlage, dass sich die gerade beruhigende Gänsehaut erneut aufstellte!
Ich war vom ersten Lied an völlig fasziniert. Als sich das Lied dem Ende zuneigte überlegte ich krampfhaft, ob man auf so einem Konzert nach den Liedern applaudiert?!
Bei Depeche Mode habe ich durchgängig gestanden und gegröhlt, dass wäre hier wohl nicht so angebracht.
Nun, die Frage erledigte sich von allein, kaum war der letzte Ton verklungen, tobte der Saal!
Ohne Pause ging es weiter zum nächsten Lied, eines von den Opernklassikern.
Diese beiden Lieder waren nun sehr ruhig, trotzdem haben die Tenöre es geschafft durch ihre Mimik und ihre spezielle Art des Singens, Leben in die Musik zu bekommen.
Ich schaute gebannt auf die Bühne und konnte mich nicht satt sehen an soviel "Australienpower" !
Nun folgte eine kleine Rede von Craig Hendry, in einwandfreiem Deutsch, gespickt mit einem süßen Akzent, begrüßte er das Bielefelder Publikum, machte einige Scherze und stellte die Tour und die Lieder vor.
Geschickt, mit einer gut einstudierten Choreographie, stellten sich die Tenöre in eine neue Formation und das nächste Lied begann.
Liebe Leser, ich kann Euch nicht mehr genau sagen in welcher Reihenfolge welches Lied gesungen wurde, aber im ersten Teil der Show wurden die ganzen Klassiker vorgetragen.
Beim Figaro brachten die Tenöre das Publikum mit ihrer Performance zum Lachen. So dargestellt, als wenn sie gegenseitig ein Wettsingen veranstalten würden, eiferten sie gegeneinaner an, um sich zu überbieten.

Als die Songs vom Film "Gladiator" präsentiert wurden, hatte ich wirklich Pipi in den Augen,
Man ist so hingerissen, hört einem Tenor zu, während er die Strophe singt und man weiß ganz genau: Gleich kommt der Refrain und alle stimmen mit ein. Wenn man in diesem Moment die Augen schließt, ich bin mir sicher, so fühlt sich das Paradies an!

Während der einzelnen Lieder wurde viel mit der Lichttechnik gearbeitet, verschiedene Farbnuancen bei den jeweiligen Liedern unterstrichen die Stimmungen. Teilweise wurden Schattenbilder an die Wände geworfen und vermittelten somit eine passende Atmosphäre.
Nach einer Stunde, mehreren Liedern und einigen, gut gehaltenen Reden der Tenöre, gab es eine kleine Pause. Die nutzte unsere Freundin um uns im Schnelldurchlauf die italienischen Klassiker zu übersetzen! Schon praktisch sowas! :-)

Nach der Pause wurden die fetzigeren Stücke präsentiert. Das Autralien Folksongmedley hätte spätestens zu dem Zeitpunkt jeden Zweifler überzeugt, dass die Jungs wirklich von Down Under kommen. Sie haben mit soviel Stolz gesungen, dass mir das Herz überging. Das war die erste Version von Waltzing Matilda, die mir wirklich gut gefallen hat.

Danach ging es ruhiger weiter. Die Tenöre setzten sich, strategisch gut durchdacht, auf ein paar Stufen und zwei von ihnen saßen auf Barhockern weiter im Vordergrund.
Simon& Garfunkel: The Boxer!
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem meiner Wimperntusche die totale Niederlage drohte. Ein kurzer Blick nach links, ok, sowohl meine Freundin, wie auch mein Freund hatten ebenfalls beide feuchte Augen.
Während aller Coversongs von wirklich unsterblichen Künstlern, habe ich gedacht, dass diese Versionen die jeweiligen Künstler bestimmt stolz gemacht hätten.
Zuckerbrot und Peitsche!
Die Tenöre wissen genau, wie sie das Publikum in ein Wechselbad der Gefühle schicken können.
Nun folgte das Medley der Bee Gees! Die Zehn nahmen wieder Aufstellung in einer Reihe und schmetterten los! Und wie! Nicht nur, dass alle zehn wirklich grandios die hohen Töne erreichten, nein, sie schwangen ihre Hüften und zeigten ein Rythmusgefühl, das man sonst eher selten bei zehn Männern gleichzeitig finden kann. Jetzt war es um das Volk geschehen, alle sprangen auf, klatschten und tanzten was der Platz her ließ. Man sah den Tenören an, dass sie selber auch viel Spaß an dieser Darbietung hatten.
Als bekennender Queen Fan kamen nun meine beiden Favoriten des Abends:
Who Wants To Live Forever und Bohemian Rhapsody.
Ersteres hat mich natürlich wieder zu Tränen gerührt, Erinnerungen und Emotionen kamen hoch und ich saß einfach nur still auf meinem Platz und ließ meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Die Stimme klang so original, dass man zeitweilig das Gefühl hatte einen direkten Nachkommen von Freddy Mercury auf der Bühne zu haben.
Gespannt war ich auf Bohemian Rhapsody, ein wirklich vielseitiges Lied, dass viele Stimmlagen und unterschiedliche Atmosphären miteinander verbindet.
Was soll ich sagen, die Tenöre haben dieses Lied mit einer Leichtigkeit und einer Begeisterung präsentiert, die einfach unglaublich war. David Kidd hat den Solopart übernommen und zeigte ein so grandioses Talent die tiefen Tonlagen zu treffen und abzurocken, dass der ganze Saal wieder gezwungen war aufzustehen und mitzurocken!
Trotz der Länge dieses Liedes war ich unendlich traurig, als es vorbei war.
Nach einer weiteren, guten Stunde verabschiedeten sich die Tenöre von uns, nicht ohne gebührend Lob für die Musiker einzuheimsen, die wirklich eine Höchstleistung vollbracht haben an diesem Abend. Der Drummer hat meine vollste Hochachtung für seine Leistung!
Unter Standing Ovation gingen die zehn Götter von der Bühne, doch ich als regelmäßiger Konzertgänger bemerkte natürlich, dass die Musiker durchaus auf ihren Plätzen geblieben waren. Nun, ich schloß mich den Zugaberufen an und natürlich kamen die Tenöre wieder zurück. Das Spiel wurde dann dreimal wiederholt und beim letzten Mal überraschten mich die Tenöre wirklich!
Welche Melodie streichelte meine verwöhnten Ohren da? Ja, genau! NENA! Der Klassiker jeder 80er Jahre Party! 99 Luftballons!
Jetzt hielt es sogar die Damen mit den Krückstöckern nicht mehr auf ihren Plätzen!
Die Tenöre sangen das Original und mit dem Akzent hörte sich das Lied so witzig an, dass ich wirklich lachen musste, sie fegten dabei über die Bühne, dass ich mich wirklich gefragt habe, wo die Jungs diese Energie nach zwei Stunden Show hernehmen!
Vier der Jungs holten hinter der Bühne riesige Ballons hervor und schossen sie ins Publikum, es war eine super Stimmung und ein krönender Abschluß!
Die Tenöre luden das Publikum nach der Show noch zu einer Autogrammstunde ein, auf die ich schweren Herzens verzichtet habe;-)
Voller Emotionen und neuer Eindrücke gingen wir zum Auto und ich dankte meinem Freund auf Knien, dass er uns diese Karten besorgt hat.

~ Veröffentlichungen der Ten Tenors ~

CDs:

- 1998 Tenorissimo
- 1999 Colours
- 2001 Untied ( Australien& Neuseeland)
- 2002 One Is Not Enough ( Untied für Europa)
- 2004 Larger Than Life
- 2005 Tenology
- 2001/2005 A Not So Silent Night
- 2006 Here´s To The Heroes

Video/ DVD:

- 2000 Colours ( VHS, Australien& Neuseeland)
- 2002 One Is Not Enough ( DVD Europa)
- 2004 Larger Than Life ( DVD USA, Kanada& Australien)
- 2006 Here´s To The Heroes- A Night With The Ten Tenors (
Deutschland)


Ich gestehe, ich habe direkt am Montag nach dem Konzert die aktuelle CD und die DVD gekauft! Die DVD kann ich uneingeschränkt empfehlen, sie wurde im Hamburger Schauspielhaus aufgezeichnet und bietet haargenau das selbe Programm, welches wir gesehen haben!
Sowohl CD, wie auch DVD reichen bei weitem nicht an das Originalerlebnis heran. Wenn man die Tenöre einmal live gesehen hat, gibt man sich nie wieder mit weniger zufrieden.
Trotzdem lohnt sich ein intensiveres Reinhören!
Wenn ich die CD höre, gehört dazu ein romantischer Abend, mit allen sich zu erfüllenden Klischees!

~ Mein Fazit ~

Liebe Leser/innen,
ich freue mich wirklich, wenn ich mit diesem Bericht Eure Aufmerksamkeit bis zum Ende halten konnte.
Aus meinen dargestellten Erlebnissen geht ganz klar hervor, dass ich zu einem Fan der Ten Tenors geworden bin!
Mich begeistert das Talent der Jungs, die Stimmgewalt, die sie unter perfekter Kontrolle haben und die charismatische Ausstrahlung jedes einzelnen Sängers.
Von der hochtrabenden Arroganz so manch eines Superstars sind sie weit entfernt, man merkt ihnen an, dass sie sich selber nicht immer ganz ernst nehmen und trotzdem liefern sie eine professionelle Bühnenshow, die ohne erkennenswerte Macken und Patzer präsentiert wird.
Während meiner Forschungen im Netz bin ich auf viele Meinungen gestoßen und auch hier zeigt sich mal wieder: Entweder man liebt die Tenöre oder man hasst sie.
Mitunter werden sie bei der Fachpresse mit einer Fußballmanschaft aus zehn Mittelstürmern verglichen oder als eine seichte Boyband betitelt.
Fakt ist: Man muss sie, meiner Meinung nach, live gehört haben, um sich ein wirkliches Bild machen zu können!
Selten hat es eine Aufführung geschafft, mich in so abwechselnde emotionale Stimmungen zu bringen.
Und in diesem Sinne schlage ich Euch eine Hörprobe im Netz vor:

www.libri.de/shop/action/produktDetails/5838238/the_ten_tenors_here _s_to_the_heroes.html

Unter diesem Link könnt Ihr mal reinschnuppern und Euch eventuell ein Bild machen!
Ich wünsche viel Spaß und bedanke mich für Lesungen, Kommentare und Bewertungen!


Lysanthus
~~~~~~~~


Quellennachweis:
www.wikipedia. de
www.thetentenors.com
www.stadthalle-bielefeld.de

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Dr.Claudia

Dr.Claudia

22.05.2009 14:57

Von mir ein bh inkl. der Anmerkung, dass man in Bielefeld anscheinend nicht nur gut essen gehen kann :-) LG Claudia

anne7539

anne7539

09.01.2009 17:53

Und auch hier ein BH nachgereicht, für einen Spitzenbericht. Klasse. LG Anne

noname_6032

noname_6032

02.11.2008 06:34

Fantastisch.

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