The Transporter

Erfahrungsbericht über

The Transporter

Gesamtbewertung (38): Gesamtbewertung The Transporter

 

Alle The Transporter Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


 


Nicht Diesel, nicht Bond – der „Transporter“!

3  09.05.2003 (10.05.2003)

Pro:
Statham, Autojagden, Spezial - Humor, ACTION

Kontra:
Auch nur Coolness und Action… Story und Logik sind totale Nebensache

Empfehlenswert: Ja 

Longasc

Über sich: Ich bin ziemlich weg hier. Danke an alle, die meine Berichte gelesen haben. Eine Rückkehr möchte ich...

Mitglied seit:04.06.2001

Erfahrungsberichte:178

Vertrauende:121

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 157 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nachdem Vin Diesel enorm viel Erfolg hatte als rülpsender Proll-Agent Triple-xXx, Halle Berry einen immer actionlastiger werdenden Pierce Brosnan-Bond begleiten durfte…

… lässt auch Luc Besson (Das 5. Element) nicht locker und präsentiert uns mit „THE TRANSPORTER“ seine Art, wie man einen toughen Typ in ähnlichem Gewerbe in Szene setzt.

Regie führte bereits 2002 der mir völlig unbekannte Louis Leterrier, heraus kam ein nun auch in unsere Kinos gekommener Nachzügler desselben Action-Genres. Frank Martin (Jason Statham) liegt irgendwo zwischen der Rüpelhaftigkeit eines Vin Diesel und dem Gentleman-Image eines James Bond.

Der Film kann in vielerlei Hinsicht gewaltig punkten, irritierte und enttäuschte mich jedoch dennoch in einigen Dingen.

<●●> … DAS ETWAS ANDERE CHAFFEURSLEBEN … <●●>

Der „Transporter“ Frank Martin (J. Statham) darf gleich zu Beginn zeigen, was zählt: Regeln.
Als Fluchtwagenfahrer und Transporteur diverser brisanter Frachten verdingt er sich.

Dabei richtet er sich EISERN nach folgenden Regeln:
1. Der Plan wird NIEMALS GEÄNDERT!
2. KEINE FRAGEN!
3. KEINE NAMEN!
4. Öffne NIEMALS das Paket!
5. Brichst du die Regeln, bist du TOT!

Sein erster Job, den wir erleben, demonstriert das überdeutlich: Banküberfall. Vier maskierte Männer springen in den Wagen des pünktlich auf die Minute vor der Bank eintreffenden Martin. Der fährt jedoch nicht los: Der Plan sprach von drei Begleitern. Er erläutert den angesichts der Polizeisirenen immer nervöser werdenden Ganoven, was alles passieren kann, wenn der Wagen mehr wiegt als geplant, wie viel mehr Sprit er benötigt, wie dadurch das Risiko geschnappt zu werden für alle steigt… bis diese entnervt den vierten Mann erschießen und aus dem Auto kippen, da er ihnen seelenruhig erklärt, er weiß als einziger den Code für die Zündung seines Spezialwagens, eines schwarzen BMW 735i, der seine Nummernschilder rotieren und wechseln kann auf Knopfdruck, quasi ein Bondmobil light ist.

Danach folgt eine optisch und kameratechnisch exzellent inszenierte Verfolgungsjagd durch die Stadt und über eine Berg/Küstenstraße. Hier KRACHT es optisch und soundtechnisch nur so! Ich war ausgesprochen angetan!

In Sicherheit gebracht, geben die Gauner dem in schwarzen Chaffeursanzug mit Krawatte gekleideten Frank etwas mehr als den vereinbarten Lohn und bitten ihm, sie nach Avignon zu fahren… Frank lehnt ab, der Plan wird nicht… alles klar?

Er gibt ihnen das überschüssige Geld wieder, die drei fliehen gehetzt in einem geklauten Wagen weiter. Wenig später sehen wir bei Frank zuhause, wie die Polizei einen total kaputten Wagen in Avignon zeigt… die Gangster haben sich selbst in die Bredouille gebracht durch ihre Missachtung der Verkehrsregeln, sie hätten eben nicht versuchen sollen, genauso weiter zu fahren wie ihr Fluchtfahrer… hier zeigt sich die spezielle Form des schwarzen Humors, die den Film auszeichnet.

Noch deutlicher wird dieser, als Frank seinen nächsten Auftrag erhält: Von seiner Professionalität und Diskretion begeisterte Gangster heuern ihn an, ein Paket abzuliefern. Dieses entpuppt sich als eine hübsche Chinesin (Shi Qu), und ist für einige der Humor-Highlights des Films verantwortlich:

So bricht Frank die Regeln, er öffnet das Paket… zieht ein Riesenmesser, das sie sehr erschreckt, doch schneidet ihr nur eine Lücke in den Knebel, um ihr etwas Wasser einzuflößen. „Pippi“ darf die Dame angeleint erledigen, damit sie nicht in den Kofferraum macht, dabei versucht sie zu fliehen – doch Frank schnappt sie wieder.

Auf dem Rückweg zum Wagen begegnet er mit ihr über den Schultern zwei Polizisten, denen er sie gleich mal zuwirft und die beiden niederknüppelt, um sie dann erstmal mit ihr wieder im Kofferraum zu verstauen…

Ja, so was passiert, wenn man die Regeln bricht... meint Frank! :-)

Er liefert das Paket ab, und erhält gleich den nächsten Auftrag - der ihn sein Auto kostet, denn… die Jungs merken, dass er das „Paket“ geöffnet hat. Und sprengen ihn deshalb mit einer Bombe fast in die Luft. Aber leider erwischt es nur die zwei verschnürten Cops im Auto und die Karre selbst, Frank war gerade „Pippi“ an der Tankstelle…

…so etwas lässt er sich nicht bieten, geht zurück, legt bis auf den abwesenden Boss fast alle um, klaut einen Ersatz-Wagen, in dem sich das „Paket“ befindet. Als er sie entdeckt, nimmt er sie dann wegen ihrem Gejammer erstmal mit nach Hause.

Die Folge: Der Vater der Dame ist Menschenschmuggler… sie findet das widerlich. Derzeit werden in einem Container hunderte von Chinesen nach Frankreich geschmuggelt. Franks Haus wird mit MG-Feuer und Raketenwerfer SEHR eindrucksvoll zerlegt, die beiden fliehen… unter anderem klaut Frank noch ein landwirtschaftliches Nutzflugzeug („Ich machte keine Touristen-Rundflüge.“ <Frank zieht Colt> „Ich bin kein Tourist…“) und schlägt sich in einer Art Schlammcatchen in einer Öllache auf dem Boden einer Fabrik, auf einem Lastwagen, unter Wasser… ACTION SATT, optisch/visuell perfekt inszeniert!

Die Story und wie es endet ist hier nicht mehr so wichtig… sie ist sowieso von Anfang an nur Beiwerk zu den Actionszenen!

<●●> … STORY ZUR ACTION ODER ACTION ZUR STORY … <●●>

Humor und Action satt werden geboten. Wie bei Triple-xXx leidet jedoch die Story und die Logik in einem Maße, das an totale Verachtung grenzt. Und so ist es auch: Die Story ordnet sich rasanter Action, coolem Humor und der Notwendigkeit für den weiteren Action-Verlauf unter. Das ist aber nicht zwangsläufig schlecht, sondern verwehrt nur eine bessere Bewertung.

Ich kann den Film sonst nur loben: Steyr AUG Sturmgewehre, Raketenwerfer, effektvolle Explosionen und Autostunts mit brillianter Kameraführung, toller Humor teilweise, der aber auch Geschmackssache ist… viel für das Herz des Actionfreunds. Aber es scheint, als hätte man die Story für die Action geschrieben. Nicht umgekehrt.

Auch optisch gibt es einige Kleinigkeiten zu bemängeln: Shu Qi ist in Asien eine bekannte Schauspielerin und Fummelfim-Darstellerin. Trotzdem darf sie selbst in Sexszenen nicht den BH ablegen, was MANN schon etwas bedauerlich findet, Jason Statham darf ja auch seinen muskelbepackten Oberkörper präsentieren. Auch fehlt mir der nötige Kick: Bei Kelly Hu, die (Hin-)Seherin aus „Scorpion King“ oder Deathstryke aus „X-Men 2“, fielen mir fast die Stielaugen aus. Vielleicht gibt es ja etwas mehr von Shu Qi in der extended DVD-Version ab 18? :-)

Der Sound ist recht verhalten, Explosionen wummerten schon schöner im Kino, der Soundtrack ist der Filmhandlung angepasst und hat keine Melodie, also nichts für Soundtrack-Fans.

So schneidet der Transporter doch recht mager ab: Etwas mehr als klassische Hausmanns-Baller/Prügel/Autofahr-Action pur bieten schon die X-Men, der Hulk ist auch bald im Kino los, und Altmeister Schwarzenegger wird auch bald zeigen, was „schöner terminieren“ ist. Ganz zu schweigen von Matrix: Reloaded.

Es wird sich zeigen, ob auch diese Filme den Irrwegen eines Triple-xXx oder Frank Martin folgen: Interessante Szenarien wie in „Die Klapperschlange“ mit Kurt Russell oder Action mit Story wie in „Demolition Man“, „Judge Dredd“ oder „Terminator II“ scheinen in Hollywood in Vergessenheit geraten zu sein. Grandiose Actionschnipsel alleine machen keinen grandiosen Film aus.

Wenn ich Action satt will, dafür gibt es genügend Computerspiele… doch interessanterweise legt man in dieser Branche immer mehr wert auf Atmosphäre und gescriptete Storylines auch bei Shooter-Spielen. In Hollywood geht man scheinbar den anderen Weg!

<●●> … FAZIT … <●●>

Da wundert es nicht, dass außer mir nur noch acht Mann, davon sechs männlich, sich „The Transporter“ angetan haben. Aber eine gute Alternative zum x-ten Adam Sandler-Film und einem over-actenden Jack Nicholson in einer Komödie mit Instant-Comedy-Charme ist es allemal. Der etwas andere Humor des Films hat mir sehr gut gefallen. Trotzdem bleibt es ein storytechnisch langweiliger und nur durch rasante Action am Leben erhaltener Film.

Interessant auch, das er erst jetzt ins Kino kam: Verständlich, denn gegen Bond und Triple-xXx hätte er wohl allemal den kürzeren gezogen. Trotzdem für Actionfans sehens- und empfehlenswert!

THE TRANSPORTER (92min, ab 16 Jahren)
Regie: Louis Leterrier (2002)
Buch: Luc Besson & Robert Mark Kamen
Jason Statham - Frank Martin
Shu Qi - Lai
Matt Schulze - Wall Street
François Berléand - Tarconi
Ric Young - Mr. Kwai

http://us.imdb.com/Title?0293662
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr_Labude

Dr_Labude

06.04.2004 19:59

Erstmal zum bericht. Mir wird eigentlich zuviel vom Film erzählt. Wenn ich den Film nicht schon gesehen hätte, hätte ich jetzt den Eindruck, ich muß es auch nicht mehr tun. Dann hätte ich die für einen Actionfilm beachtliche Atmosphäre, die Besson zaubert, verpasst. Ich fand nämlich, dass den ganzen Film eine ziemlich gute Ironie durchzieht. Und die Hauptdarstellerin wird man notfalls doch im Internet oben ohne finden.

ownerofmyheart

ownerofmyheart

26.06.2003 10:23

Schöner Bericht :) Mir hat der Transporter eigentlich auch ganz gut gefallen! Aber wie du schon sagst... die Story fehlt leider etwas :) Liebe Grüße Ownerofmyheart

bauernjung

bauernjung

23.06.2003 14:19

Es gibt ja leider auch nicht viele Actionfilme wo die Story auch gut ist. Es wiederholt sich immer alles. Schöner Bericht! Wie immer! Gruß, bauernjung

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Ähnliche Angebote
The Transporter The Transporter (DVD) The Transporter (DVD)
The Transporter The Transporter ​(DVD) The Transporter ​(DVD)
Hitmeister.de Buch. de Amazon.de Marketplace DVD
€ 10,50 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 7,99 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 2,69 *

Händler kann Preis
erhöht haben

Versandkosten: 1.​90
mehr
Versandkosten: 3,00
mehr
Versandkosten: 3.​00
mehr
 zum Shop  zum Shop  zum Shop
Hitmeister.​de Buch.​ de Amazon.​de Marketplace DVD
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 689 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (99%):
  1. Dr_Labude
  2. LadyBlofeld
  3. LP13
und weiteren 153 Mitgliedern

"hilfreich" von (1%):
  1. Slavio

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.