The Transporter

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Pulverrauch und Dummys

3  15.05.2003

Pro:
Erste Hälfte des Films

Kontra:
Zweite Hälfte des Films

Empfehlenswert: Ja 

Posdole

Über sich: "Gier!" Mein neuer Kriminalroman, Books on Demand ISBN 978-3-8448-1556-6, Paperback, 312 ...

Mitglied seit:26.09.2000

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 113 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was wird hier eigentlich transportiert? Nun das, was im Kino sehr oft transportiert wird – eine Illusion. Die Frage ist nur, wie gut diese Illusion verkauft wird. Luc Besson, dessen „Leon, der Profi“ und „Das fünfte Element“ zu den herausragenden Illusionen der Kinogeschichte gehören, schrieb das Drehbuch für „The Transporter“ und drückte es Louis Leterrier in die Hand. Ich kenne das Drehbuch nicht. Was Leterrier gemeinsam mit Action-Spezialist Corey Yuen jedoch in Zelluloid verwandelten, ist ein Mix aus Versatzstücken aller möglichen Genre, eine Mahlzeit, deren Zutaten nicht so richtig aufeinander abgestimmt sind. Am Schluss sehnte ich mich nach Bruce Willis und „Die Hard“.

Dabei lässt sich der Anfang von „The Transporter“ ganz gut an. Der Turmspringer und Schauspieler Jason Statham spielt den wortkargen, kampferfahrenen, sprich beim Militär geschulten Einzelgänger Frank Martin, der illegale Transporte sauber, verschwiegen und zuverlässig gegen entsprechend gute Bezahlung durchführt. Frank soll zwei Kriminellen zur Flucht verhelfen. In seinem Auto sitzen dann aber drei. Frank, prinzipientreu, verlangt Einhaltung der Abmachung. Der Bandenführer erschießt kurzerhand einen seiner Leute; erst jetzt fährt Frank los. Später erfährt er aus dem Fernsehen, dass die beiden anderen von der Polizei festgenommen wurden. Hätten sie sich an die Verkehrsvorschriften gehalten, hätte sie niemand bemerkt. Das ist der Ausgangspunkt des Drehbuchs: Frank ist fest davon überzeugt, dass bei Einhaltung aller Regeln im Gewerbe alles seinen guten Lauf nimmt. Dann jedoch kommt ihm etwas in die Quere. Die junge Chinesin Lai (Qi Shu). Frank soll eine Fracht bei einem gewissen Wall Street (Matt Schulze) abliefern. Was er erst später bemerkt: Die Fracht heißt Lai.

Gegen seine Prinzipien gibt er Lai etwas zu trinken, verhindert einen Fluchtversuch der jungen Dame und liefert sie bei Wall Street ab. Der jedoch findet heraus, dass Frank vom Inhalt der Fracht Kenntnis hat, und versucht Frank ins Jenseits zu befördern. Irgendwie kann es Frank nicht dulden, Lai ihrem Schicksal zu überlassen. Er rettet sie, sie verliebt sich in ihn, macht ihm Frühstück und so weiter.

Soweit so gut, und bis etwa zur Mitte des Films entfaltet Leterrier eine durchaus ansehnliche Mischung aus Action und Komödie, in der Statham, Qi Shu und der beredte Inspektor Tarconi (François Berléand) für Spannung und Humor sorgen. Dann allerdings wird alles ganz anders: Leterrier lässt ein Feuerwerk los, und der Rest des Films erschöpft sich in blindwütiger Action, Massenschlägereien, Explosionen und Verfolgungsjagden en masse, ganz nett gemacht, wenn auch nicht besonders neu. Die Figuren degenerieren zu charakterlosen Typen, insbesondere Matt Schulze spielt einen Bösewicht, dessen Bosheit eher einem mittelmäßigen Comic entspringt. Der Plot verkommt zum Allerwelts-Klischee. Es geht um Menschenhandel en gros. Der Rest der schauspielenden Crew erfüllt lediglich die Rolle von statistischen Nullnummern, filmischen Dummys. Der Spaß des Anfangs ist weg gepustet. Im wahrsten Sinn des Worts löst sich alles in Pulverrauch auf. Und auch die anfangs sehenswerten Ansätze der Liebesgeschichte zwischen Frank und Lai zersetzen sich in Mittelmäßigkeit.

Wer auf „pure Action“ abfährt, ist mit „The Transporter“ ganz gut bedient. Wer mehr will, sollte den Film meiden.

Wertung: 5 von 10 Punkten

The Transporter
(The Transporter)
Frankreich, USA 2002, 94 Minuten
Regie: Louis Leterrier, Corey Yuen

Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Musik: Stanley Clarke
Director of Photography: Pierre Morel
Schnitt: Nicolas Trembasiewicz
Produktionsdesign: Hugues Tissandier
Hauptdarsteller: Jason Statham (Frank Martin), Shu Qi (Lai), Matt Schulze (Wall Street), François Berléand (Tarconi), Ric Young (Mr. Kwai), Doug Rand (Anführer), Didier Saint Melin (Boss), Tonio Descanvelle, Laurent Desponds, Matthieu Albertini (Schläger), Jean-Yves Bilien (kleiner Schläger), Jean-Marie Paris (großer Schläger)

Offizielle Homepage: http://www.transporter.web.de
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0293662

© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yesup

yesup

17.08.2010 01:34

Der Film läuft gerade auf Kabel1. Es ist zwar kein wahnsinnig origineller Film, aber sehr stylisch und spannend in Szene gesetzt. Besser ein purer Actionfilm als eine gequirlte Scheisse wie lynch die seit jahren dreht, wo man alles reininterpretieren kann, aber mE nicht zwigend muß

Dotab

Dotab

23.05.2003 21:56

Wenn man sich an alle Regeln hält, geht auch nicht schief ??? Homo Faber für Arme???

Shue

Shue

23.05.2003 09:31

Diesen Film wollte ich sehen, als das Cinestar unsere Taschen durchsuchen wollte. Bin ja aus Protest wieder gegangen (siehe Bericht), aber habe sicher nicht allzuviel verpasst...

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