Breche niemals Deine Regeln.
07.06.2003 (08.06.2003)
Pro:
Action, Action, Action, Jason Statham
Kontra:
Story, Logik, Charaktere
Empfehlenswert:
Ja
 BillMaplewood
Über sich:
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Das ist das oberste Gesetz des Ex-Elitesoldaten Frank Martin (Jason Statham) in seinem neuen Gewerbe. Frank ist Transporter, er transportiert alles überallhin, solange die Regeln eingehalten werden: Ändere niemals einen Deal, frage nie nach Namen und öffne nie ein Paket. Regeln, die Frank immer einhält, egal was kommt. So darf ein vierter Bankräuber bei einem Überfall, bei dem Frank als „Transporter“ der Bankräuber engagiert wurde, nicht mitkommen, denn es waren nur drei ausgemacht. Frank bleibt solange vor der Bank stehen, bis der überzählige Bankräuber per Kopfschuss „entfernt“ wurde. Doch auch Frank ist nur ein Mensch und bricht irgendwann seine Regeln. Als er feststellt, dass sich in seinem neusten Paket ein Mensch befindet, gibt er der jungen Dame etwas zu trinken und von da an, hat er die Chinesin Lai (Shu Qi) am Hals. Genauso wie seine Auftraggeber, die ihm nun nach dem Leben trachten und genauso, wie den cleveren französischen Kommissar Tarconi (Francois Berleand), den es schon länger interessiert, welchem Gewerbe Frank nachgeht. M E I N U N G °°°°°°°°°°°°°°° Action, Action und Action das verbindet man unter anderem mit dem Namen Luc Besson, aber oft auch eine großartige Story, die aus einem Film mehr macht als einen puren Action-Streifen (wie bei „Léon, der Profi“ oder „Das fünfte Element“).
Bei „The Transporter“ steht auf dem Paket auch der Name „Luc Besson“, doch wenn man dieses Paket öffnet, entdeckt man eine Mogelpackung: Luc Besson ist nur Produzent und Teil-Drehbuchautor, die Regie überlies er den Herren Louis Letterier (vor diesem Film ohne jegliche Regie-Erfahrung) und Corey Yuen (der bisher als Regisseur einiger eher mittelmäßiger Hong-Kong-Action-Streifen eher weniger, aber, als der für die Kampfszenen Verantwortliche bei Filmen, wie „Kiss of the Dragon“ und „Romeo must die“, schon stärker aufgefallen ist). Und Letterier und Yuen machten aus einem Film, der ein Besson-Streifen hätte werden können, einen reinen Action-Film. Logik, Realismus und Story bleiben schon nach wenigen Minuten auf der Strecke. Da springt Frank mit seinem Auto von einer Brücke direkt in die freie Lücke eines Autotransporters, da bekommt er ohne jeglichen Grund plötzlich ein weiches Herz und stellt sich dann auch noch für einen Profi selten dämlich an, so dass seine „Fracht“ entfliehen kann. Auf seiner Flucht vor den Killern, die daraufhin hinter ihm her sind, hat er natürlich für jede etwaige Eventualität vorgesorgt und ist somit immer wieder bestens ausgerüstet. Die Story ist machohaft, der Held Frank schlägt nicht zurück, weil die „Bösen“ das Mädchen haben, nein, er schlägt zurück, weil sie sein Auto zerstört haben und eine Charakterisierung der Personen ist nicht ersichtlich. Dazu entpuppt sich mit dem Verlauf der Story beinahe jede beteiligte Person als ein Martial Arts Experte, was auch nötig ist, damit man möglichst viele „Fights“ dem Zuschauer bieten kann.
Dies alles müsste eigentlich dazu reichen den Film zu verteufeln und schnellstmöglich zu vergessen, aber: Der Film hat was. Er hat zwar keine Story und keine Logik, aber er hat Action von der ersten bis zur letzten Minute. Die Minuten ohne Action kann man fast an einer Hand abzählen. Diese Action ist auch grundsolide inszeniert, was wohl ein Verdienst von Corey Yuen ist, der mit Martial Arts auch große Erfahrung hat. Die Martial Arts, die Special Effects und die atemberaubenden Verfolgungsjagden sind die Pluspunkte des Films, dessen Showdown fast eine halbe Stunde dauert. Und dazu Jason Statham! Statham, der bisher als Darsteller vor allem in den beiden Guy Ritchie Filmen „Bube, Dame, König, grAS“ und „Snatch“ auf sich aufmerksam machte, schafft es den wortkargen Einzelgänger Frank Martin glaubhaft darzustellen und sorgt sogar mit seinen wenigen Sätzen für das ein oder andere schmunzeln. Die restlichen Darsteller fallen dagegen deutlich ab, Shu Qi sieht immerhin recht gut aus und Francois Berleand kann als Kommissar den Film um ein paar wenige Dialoge bereichern, über den Rest sollte man lieber den Mantel des Schweigens breiten.
F A Z I T °°°°°°°°°°°°°°° Martial Arts, Verfolgungsjagden und Schießerein, einfach Action, Action und Action, wer darauf steht, wird sich mit „The Transporter“ anderthalb Stunden prächtig unterhalten, sofern er es verschmerzen kann, dass sowohl Logik als auch Story ein sogar für das Genre eher unteres Niveau haben. 6 Pakete auf meiner 10er Skala!
D A T E N °°°°°°°°°°°°°°° Titel Deutschland: The Transporter Originaltitel: The Transporter Frankreich/USA 2002, FSK 16, Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Jason Statham (Frank Martin), Shu Qi (Lai), Matt Schulze (Wall Street), François Berléand (Kommissar Tarconi), Ric Young (Mr. Kwai) Regie: Louis Leterrier, Corey Yuen Produzenten: Luc Besson, Steve Chasman Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen Musik: Stanley Clarke Kamera: Pierre Morel Schnitt: Nicolas Trembasiewicz Produktionsdesign: Hugues Tissandier
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N °°°°°°°°°°°°°°° Offizielle Homepage: http://www.transporter.web.de Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0293662
Online Film Datenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=25754 © Björn Becher 2003
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14.06.2003 23:08
Irgendwie kommt mir der Film bekannt vor; aber nicht unter dem Namen. cu TH
12.06.2003 11:24
„Louis Letterier (vor diesem Film ohne jegliche Regie-Erfahrung)“...der junge Mann ist einen Regie-Lehrling und Ziehsohn von Luc Besson.....kommt aber nicht an dessen Klasse heran. Na ja, die Messlatte lag ja auch sehr hoch.....Nikita, Leon, Taxi, 5.Element und Im Rausch der Tiefe sind halt schwer zu toppen. Der Onkel Besson hatte wohl auch keine Lust ein richtiges Drehbuch zu schreiben. Trotz allem wieder eine umfassende Filmkritik. Rya Steini....p.s. wenn man dir deinen gepflegten 7er zerschrottet, würdest du auch greisgrämmig. p.p.s. das der Hauptprotagonist immer einen Ausweg/Notfallplan hat ist kein Wunder.....er war vorher beim Militär und da wird einem das eingeimpft.
10.06.2003 11:47
hmm, mein Freund will den unbedingt sehen, ich irgendwie nicht. Und ich bin irgendwie jetzt nicht überzeugter davon geworden, dass man den Film unbedingt im Kino geschaut haben müsste....