Auch Luc Besson greift mal daneben!
09.10.2004
Pro:
ein neuer Hauptdarsteller is born . . .
Kontra:
Handlung ist total schwachsinnig, Regiefehler, Schnittfehler, noch nicht mal als Persiflage ein Knaller
Empfehlenswert:
Nein
 +
Über sich:
Ich les das... was mich interessiert und mir gefällt. Kein pedantischer Gegenleser, aber wenn es sic...
Mitglied seit:30.04.2000
Erfahrungsberichte:323
Produktvideos:1
Vertrauende:203
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 141 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich hab selten so einen blöden Film gesehen, mal von The Fast and the Furios abgesehen, dasmöchte ich mal vorweg schicken. Wenn man an den Film allerdings ran gegangen wäre und hätte vorher gesagt, ich sehe ihn als Persiflage auf Action-Streifen, hätte ich vielleicht ein wenig anders empfunden, aber so reihte sich Regie-Fehler an Regie-Fehler und die Story war so unendlich platt... na ja, aber da der Film ja sonst ganz gute Kritiken bekommen hat, scheine ich mal wieder mit meiner Meinung etwas aus der Rolle zu fallen...! * ABOUT * A * BOY *:
Frank Martin ist Kurierfahrer und transportiert hauptsächlich illegale Sachen. Allerdings hat er so seine Regeln, denn im Prinzip weiß er oft nicht was er transportiert. Doch anhand der Summen die man ihm bezahlt, ist es klar, dass es nicht besonders legal sein kann. Seine 3 Regeln sind unumstößlich und sie lauten wie folgt:
1) Ein Deal ist ein Deal ? der Plan wird nicht geändert 2) Frage niemals nach Namen
3) Öffne niemals das Paket Im Prinzip ist das auch schon die ganze Story zumindest das, was noch verständlich ist.
Die 3 Regeln werden schnell klar, als Frank mit seinem BMW der Transporter für einen Banküberfall ist. Obwohl die 4 Bankräuber schon im Auto sitzen, die Alarmsirenen dröhnen, bleibt Frank lässig und cool und erklärt, dass der Deal geändert wurde und er so nicht fahren werde. Er habe mit 3 Personen gerrechnet und das würde 285 kg Körpergewicht ausmachen, nicht mit 4 Personen. Die Stoßdämpfer wären so kalkuliert und außerdem könne er mit dem zusätzlichen Gewicht nicht so fahren, man würde also erwischt werden. Auch eine Pistole am Kopf lässt ihn ruhig bleiben, schließlich erschießt der Kopf der Bande Mitglied Nummer 4. Frank erledigt den Deal und fährt nach Hause in sein Haus am Meer. Bald bekommt er Besuch vom Kommissar, denn die Bankräuber sind mittlerweile geschnappt worden, weil sie mit dem nächsten Fluchtautofahrer in eine Einbahnstraße gebogen sind.
Der Kommissar misstraut Frank und dass es bei ihm immer so ordentlich aussehe, zischt aber wieder ab. Dann bekommt Frank einen neuen Auftrag in einer Kneipe und er macht einen Fehler. Bei einer Reifenpanne schaut er in den Kofferraum in dem das Paket liegt, das sich bewegt. Er macht das Paket kurz auf, heraus kommt eine Frau, er schlitzt ihr das Pflaster auf dem Mund auf, gibt ihr kurz was zu trinken und verstaut sie wieder im Kofferraum. Irgendwann macht das Paket Ärger und will auf die Toilette. Natürlich entwischt sie zunächst, aber der tolle Frank fängt sie heroisch wieder ein und liefert sie in der Nähe von Frejus ab. Er bekommt dort gleich einen weiteren Auftrag und als er während seiner einkalkulierten Pause an einer Tankstelle ist, explodiert sein Auto, weil man spitz bekommen hatte, dass er das Paket geöffnet hat.
Frank rächt sich und überfällt die Auftraggeber, rettet den Paketinhalt, die Asiatin Lai unwissentlich mitsamt dem an ihr gefesselten Bürostuhl und entkommt mit einem Luxusauto von Lais Peiniger und seinem vermeintlichen Mörder. Lai meint er sei in große Scheisse geraten, sie bleibt trotzdem bei ihm. Während er schläft schaut sie alte Fotos von ihm, als er noch bei der Armee war und gutes getan hat. Am nächsten Morgen hat sie Muffins gebacken und den Tisch gedeckt und schon steht wieder der Kommissar vor der Tür. Sie gibt sich als Köchin aus, als dieser Frank sagt, dass man sein Auto gefunden habe, explodiert.... Dem Kommissar wird eine fadenscheinige Geschichte erzählt und kaum ist er weg, wird mit Raketenwerfern aufs Haus geballert.
Frank und Lai retten sich durch einen unterirdischen Kanal direkt ins nächste geheime Haus von Frank und suchen dann den Kommissar zu einem Pflichttermin auf. Dort hinterlassen sie eine Spur zu Lais Peiniger. Frank und Lai stürzen zu eben diesem, als Frank dort niedergeschlagen wird und die Polizei ihn als vermeintlichen Schurken mitnimmt. Man sieht jetzt, dass Lais Vater hinter allem steckt, Lai auf der Spur nach einem Menschenhändlerring ist und ein Container mit 400 Asiaten im Hafen ankommen soll. Nun lässt der Kommissar Frank frei, der macht sie mit Stetoskop und Ballermaterial als Einzelkämpfer auf an den Hafen, hört die Container ab und kämpft sich durch die Massen, überlebt andauernd, springt auf einen Container-Truck, tötet den Bösewicht und landet am Strand.....
(ACHTUNG * HIER FOLGT DAS UNBEEINDRUCKENDE ENDE) Lai erschießt ihren Vater, der Frank erschießen will und die Polizei kommt und Leute verlassen den Container.
* ABOUT * THE * STORY *: Was für ein hirnrissiger Quatsch, alleine schon von der Story her. Die Umsetzung ist dann aber wirklich grottenschlecht. Dauernd treten üble Regiefehler auf. Zum Beispiel als das Haus mit Raketenwerfern beschossen wird, springen die zwei ja sehr behände in eine Art überdimensionalen Suppentopf, der nach unten offen ist, ins Meer führt und dann zu Franks zweitem Haus.
Wenn man mal die Unwahrscheinlichkeit ausser Acht lässt, dass in diesem Suppentopf eine geheime Sauerstoff-Flasche mit 2! Anschlüssen ist, dann fragt man sich spätestens in der nächsten Szene, woher die beiden nun die Schwimmflossen bekamen und wann sie sie angezogen haben. Davon gibt?s noch ein paar Film-Bugs mehr, die alle recht amüsant sind, man achte einfach mal auf die Nummernschilder, auf Kleidungsstücke usw. Da Luc Besson Regie geführt hat, hatte ich eigentlich wesentlich mehr erwartet. Auch als nachher die Leute aus dem Container springen, ist man überhaupt nicht gerührt, sondern denkt nur, ach ja, die Regieanweisung war, drück dem Statist 204 mal eine Tasche in die Hand und leg Statist 312 eine Decke um die Schultern.
Am Lächerlichsten ist die Szene in dem Busbahnhof mit dem Öl. Frank kippt Schmieröl aus, reisst sich Pedale von einem Fahrrad runter, mit denen er im Öl bestehen kann und macht alle platt. Allerdings auf eine so kuriose Art, dass es entweder aussieht, als würde ein fünfjähriger kämpfen (man rutsche mal eben galant durch eine Riesenöllache) oder ein Kindskopf hätte Regie geführt. Als er letztendlich im Wasser landet und einer Leiche Sauerstoff abzapft, gipfelt für mich das Ganze in einem Warum hab ich mir das nur angetan. Die Dialoge sind oft dümmlich, die Handlung vorhersehbar, es besteht keinerlei Spannung. Alleine die Action-Fahrszenen am Anfang dürften Auto-Fahr-Film-Anschauer begeistert haben. Vor allem der Sprung von der Brücke auf den Auto-Transporter und der Abgang vom Auto-Transporter.
Was mich neben der total hirnrissigen Story total genervt hat, war die total unpassende Musik. Habt ihr vielleicht schon mal kurz in Family-Date reingezappt? Da kommt doch irgendwann immer so ein Typ mit dem Lügendetektor. Wenn der mit dem Finger in die Kamera zeigt, geht die Musik los und so war hier die Musik die ganze Zeit. Während den Kampfszenen mit 2 Äxten dm, dm, dm, während der Ölszene dum , dum, dum. Normaler Weise fällt mir Musik nur auf, wenn sie wirklich schön oder passend ist, siehe Titanic oder Moulin Rouge, aber gestern ist mir das erste Mal wirklich bewusst aufgefallen, wie nervig sie auch durchgehend sein kann. Der einzige Grund, warum dieser Film 2 * bekommt, ist der Hauptdarsteller Jashom Statham, den ich zum ersten Mal gesehen habe und der mich von der schauspielerischen Leistung wirklich sehr beeindruckt hat. Er spielt die Person Frank so gut es eben das Drehbuch zulässt und für mich wäre er eine ideale Bond-Besetzung.
* ABOUT * THE * CREW *: Darsteller: Jason Statham (Frank Martin) Shu Qi (Lai), Matt Schulze (Wall Street), François Berléand (Tarconi) Ric Young (Mr. Kwai) Doug Rand (Anführer) Didier Saint Melin (Boss)
Stab: Regie: Louis Leterrier Produzenten: Luc Besson, Steven Chasman Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen Filmmusik: Stanley Clarke Kamera: Pierre Morel Schnitt: Nicolas Trembasiewicz Ich hatte eine Leih-DVD aus der Bücherei, die keine Zusatzfeatures hatte, die ich aber meist eh nicht schaue, weil die Zeit zu knapp ist und ich froh bin, wenn ich einen Film am Stück schaue.
Die Zusammensetzung der Crew und das Ergebnis enttäuscht schon sehr. Besson hatte mit dem Meister für Kampfszenen Cory Yuen bereits bei Kiss of the Dragon zusammen gearbeitet und ihn nun wieder in das Projekt mit einbezogen. Die Dreharbeiten müssen trotzdem schwierig gewesen sein, denn Statham spricht nur Englisch, Shu Qi brauchte einen Dolmetscher und Berléand ist der englischen Sprache nur recht begrenzt mächtig. Was mich erstaunt hat, war der Aufwand, den der Film anscheinend auch sonst gemacht hat. Zum Beispiel waren an der Autobahnszene am Schluß über 300 Leute gleichzeitig von Nöten, um das Ding in den Kasten zu bekommen. Dann war das Haus von Frank Martin ein Nachbau von 14 Metern Höhe, der professionell von Georges Demetrau in die Luft gejagt wurde, er gehört übrigens zu den bekanntesten Pyrotechnikern. Die Feuerkugel bei der Explosion hatte einen Durchmesser von über 20 Metern!
Schade, dass bei so viel Aufwand nicht mehr rausgekommen ist!
Bilder von The Transporter
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für The Transporter
|
|
17.08.2010 01:35
Der Film läuft gerade auf Kabel1. Es ist zwar kein wahnsinnig origineller Film, aber sehr stylisch und spannend in Szene gesetzt. Jedem seine Meinung, aber ich weiß nicht was den Film so groß von reinen Actionknallern wie Stirb langsam oder Rambo untershceidet
21.10.2004 21:42
Fand den Film sehr unterhaltsam. Trotz abweichender Meinung natürlich s.h. Alles begründet und sehr ausführlich. :-)
15.10.2004 16:01
Ja, der Jason... den finde ich ja seit "Lock, Stock and two smoking Barrels" total cool, und er wäre auch der Grund für mich gewesen, mir den Film anzusehen. Vielleicht besser nicht...? lg, petra