Ihre friedlichen Tage sind gezählt.
14.08.2006
Pro:
interessant . gute Schauspieler
Kontra:
teils nicht sehr gute Extras, teils zu merkwürdig und teils Spannungsabfall
Empfehlenswert:
Nein
 Satine16
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:59
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 238 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dieser Bericht ist über die DVD "The Village - Das Dorf". Wieder einmal handelt es sich um eine DVD meines Bruders, so dass ich ihn mir kostenlos anschauen konnte :). Vorher hatte er mir schon einiges über den Film erzählt und mich neugierig gemacht. Dies ist übrigens mein 50ter Bericht. 1) Der Inhalt ************* Im kleinen Dorf Corvington im 1897 gehen merkwürdige Dinge vor. Die Unaussprechlichen überschreiten wieder die Grenze des Waldes und treiben sich im Dorf herum, sie warnen die Leute. Es hat sich einer in den verbotenen Wald gewagt. Die Unaussprechlichen sind scheinbar Monster, sie tragen rote Umhänge und haben fürchterlich lange, scharfe Krallen. Lucius möchte in die Stadt. Er kennt sie nur vom Erzählen und hofft, dadurch etwas gutes für das Dorf tun zu können. Um in die Stadt zu kommen, muss man allerdings den Wald der Unaussprechlichen durchqueren. Das Dorf ist in Panik, als die Unaussprechlichen kommen und die Leute verstehen gleich: jemand hat sich in den Wald hineingewagt. Aufrichtig wie er ist, gibt Lucius es zu. Der ist derweil mit Ivy zusammen gekommen, einem blinden, aber schnellen Mädchen, die mit einem etwas beschränkten Jungen, Noah, befreundet ist. Ivys Schwester Kitty dagegen heiratet gerade. Doch mitten in der Hochzeitsfeier kommen die Unaussprechlichen und hinterlassen grausame Taten. Dann wird Lucius Verlobung mit Ivy bekannt und alle freuen sich, bis auf einen. Nun ist sie gezwungen in den Wald zu gehen und den Unaussprechlichen zu entkommen...
2) Die Schauspieler *********************** Joaquin Phoenix spielt Lucius Hunt Lucius redet nicht viel. Er denkt es ist besser nur dann etwas zu sagen, wenn es nötig ist. Dadurch wirkt er auf alle sehr verschlossen. Doch Ivy kann ihn aufweichen. Er möchte unbedingt in die Stadt und scheint keine Angst vor den Unaussprechlichen zu haben. Er möchte Ivy unbedingt vor allem beschützen. Lucius Hunt wird von Joaquin Phoenix gespielt, der zu meinen Lieblingsschauspielern gehört. Er verkörpert Lucius glaubhaft, sodass man ihn so weit versteht. Dadurch, dass er nicht viel redet, wirkt er ein wenig geistig beschränkt - wie der Rest des Dorfes, doch wenn er dann spricht kommen recht vernünftige und bedachte Worte heraus. Das hat Joaquin Phoenix sehr gut darstellen können. Seine Leistung war meines Erachtens die beste dieses Films. Weitere Filme mit ihm: Gladiator (2000), Army go home (2001), Signs - Zeichen (2002), Hotel Ruanda (2004) und Walk the Line (2005).
Bryce Dallas Howard spielt Ivy Walker Ivy ist zwar blind, doch kann sie Farben, zum Beispiel Augen bestimmter Leute sehen. Zum Beispiel die
Bilder von The Village - Das Dorf (DVD)
von Lucius. Durch ihre Blindheit muss sie mit einem Stock laufen, damit sie weiß wo Hindernisse liegen und dadurch wirkt sie ebenfalls beschränkt, wozu ihre etwas einfache Sprechweise noch beiträgt. Insbesondere wenn sie mit dem tatsächlich beschränkten Noah spricht. Bryce Dallas Howard spielt sehr gut. Es muss recht schwierig sein, sich vorzustellen man sei blind, sie hat das Herumgefuchtel mit dem Stock ganz authentisch rübergebracht, auch wenn ich das manches Mal recht komisch fand. Weitere Filme von ihr sind: Der Grinch (2000), Book of Love (2004), und Das Mädchen aus dem Wasser (2006).Adrian Brody spielt Noah Percy Noah ist geistig behindert. Er scheint ungefähr auf dem Level eines 5 oder 6 jährigen zu sein. Dadurch handelt er sich andauernd Ärger ein und Ivy ist seine einzige richtige Freundin. Er macht andauernd die selben Fehler, da er nicht begreifen kann, was nun falsch war und so bringt er die Böse Farbe, die Farbe, die die Unaussprechlichen anzieht: Rot, in das Dorf - mehrfach. Er lacht häufig in sehr unangebrachten Situationen und freut sich, wenn die Unaussprechlichen das Dorf aufsuchen. Er selbst war auch schon im Wald und hat dort Beeren gepflückt. Diese Rolle muss für Adrian Brody sehr schwer gewesen sein, denn häufig sagt und tut er ganz unangebrachte, absurde und lächerliche Dinge. Er hat Noah überzeugend gespielt und lässt einen Mitleid mit ihm haben. Denn im Dorf hat er es wirklich nicht leicht. Weitere Filme mit Adrian Brody: Summer of Sam (1999), Der Pianist (2002, hat einen Oscar dafür bekommen), und King Kong (2005).
weiterhin haben mitgespielt: William Hurt .... Edward Walker Sigourney Weaver ... Alice Hunt Brendan Gleeson .... August Nicholson Judy Greer .... Kitty Walker
3) Die DVD-Extras *********************
a) Making off The Village - Das Dorf Das Making off ist in mehrere Teile unterteilt. Es wird berichtet über: Die Dreharbeiten, Das Casting, das Ausbildungslager, Schnitt und Ton, Die Filmmusik, und die Unaussprechlichen. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde. In Interviews mit dem Regisseur, beteiligten Menschen und Schauspielern, Ausschnitten des Films und Szenen hinter den Kulissen erfährt man vieles zum Dreh und zur Entstehung des Films. Es ist sehenswert und bietet Interessierten einige Hintergrundinfos, allerdings sind diese etwas oberflächlich. Ein bisschen mehr hätte nicht schaden können. Man kann alles auf einmal anschauen, oder einzeln die Abschnitte auswählen. b) Zusätzliche Szenen Es gibt vier zusätzliche Szenen. Man kann sie alle auf einem Mal ansehen oder einzeln. Vor der Szene erzählt der Regisseur M. Night Shyamalan, wo im Film die Szene aufgetaucht wäre und welche Situation vorherrscht, sodass man weiß, was los ist. Hinterher erzählt er, warum die Szene herausgeschnitten wurde. Es sind eigentlich sogar 5 Szenen, zwei kleine wurden unter "Vor der Hochzeit" zusammengefasst. Die Szenen sind teilweise gut, die Hälfte hätte gut in den Film hineingepasst, die anderen sind zurecht herausgeschnitten worden. Sie sind also zur Hälfte sehenswert, ich freu mich ja immer über Dinge wie zusätzliche Szenen auf einer DVD.
c) Bryces Tagebuch Dieses Extra zeigt im Hintergrund viele Szenen vom Film oder von den Aufnahmen, Hinter den Kulissen und so. Dann fliegen immer wieder Textzeilen über das Bild und Daten. Bryce Dallas Howard hat während der Dreharbeiten Tagebuch geschrieben, oder zumindest sieht es so aus, und ließt nun daraus vor. Es beginnt mit dem Tag, an dem sie ihre Rolle bekam, bis zum aller ersten Sehen des Films. Sie schildert wie ihre Rolle Ivy ihr immer mehr ans Herz wuchs und sie langsam für sie real wurde, wie schön die Dreharbeiten waren und dass sie alles gar nicht wirklich glauben kann. Es ist zwar schön gestaltet und aufwendig gemacht, aber es ist eigentlich nicht mehr als eine Lobrede. Bis auf ein paar lustige oder auf interessante Details erfährt man nicht grundlegend viel zum Film. Dennoch ist es sehenswert. d) M. Nights Home Video Dieses Extra ist wirklich gelungen. Am Anfang erklärt der Regisseur etwas dazu: Auf jede seiner DVDs packt er einen Film, den er früher als Kind selbst gedreht hat. Hier gibt es einen kleinen Spot, der wohl ein Abendteuer sein sollte. Mich erinnert die Verkleidung ein wenig an Indiana Jones. In der Hauptrolle: M. Night selbst. Es ist wirklich witzig, denn man kann ihn sehr gut erkennen. Die Geschichte ist nicht so ganz verständlich und die Qualität miserabel, aber es ist wirklich amüsant und äußerst sehenswert.
e) Die Fotogalerie Die Fotogalerie kann man entweder als Diashow abspielen, oder selbst mittels Pfeilen von einem Bild zum nächsten bewegen. Ich finde es etwas unsinnig, beide Methoden auf die DVD zu packen, stattdessen hätte man gerne noch ein paar andere Sachen hinaufnehmen können, zum Beispiel Outtakes. Es sind insgesamt 38 Fotos, von denen keines wirklich atemberaubend ist. Sie zeigen meistens den Dreh einer Szene mit Schauspieler und die ganzen Kameras und die Ausrüstung drum herum, oder auch das Team bei der Arbeit. Man kann sie sich mal ansehen, aber es sind keine Hammerfotos dabei.
4) Daten zum Film / zur DVD ******************************* Regisseur: M. Night Shyamalan (The Sixth Sense, Signs, Das Mädchen aus dem Wasser) Drehbuch: M. Night Shyamalan USA 2004 Originaltitel: The Village Länge: 103 Minuten FSK: ab 12 Jahren freigegeben Sprachen: Deutsch / Englisch Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch Ländercode: 2 Dolby Digital 16: 9 1: 1,85 Geeignet für alle Bildschirmformate Touchstone Pictures
5) Meine abschließende Meinung ************************************** Dieser Film ist wirklich merkwürdig. Zum einen scheinen all diese Bewohner des Dorfes ein klein wenig dumm zu sein. Oder besser gesagt unwissend. Sie leben sehr einfach in bäuerlichen Verhältnissen und sind täglich damit beschäftigt, für ihre Familien zu sorgen. Irgendwie haben sie mich ein wenig an die Amish erinnert, bloß ohne den allzu stark christlichen Teil. Eigentlich kann man sie fast schon als Heiden bezeichnen, schließlich bieten sie den Unaussprechlichen Oper dar, um sie zu besänftigen und tragen in der Nähe des Waldes gelb-beige Umhänge, deren Farbe ich wirklich abstoßend fand. Es sah aus, wie das Ergebnis, wenn man mit einem Pinsel mit dunklen Farbresten ins Gelb des Tuschkastens geht. Ein wenig auch wie Senf. Es wurde die neutrale Farbe genannt. Die im Gegensatz zum Rot stand. Das war ein weiteres sehr merkwürdiges Phänomen des Films. Rot war verboten, denn es hieß es würde die Unaussprechlichen anziehen. Diese trugen selbst rote Umhänge. Dadurch waren sie etwas unglaubwürdig, denn welche Monster tragen denn schon Kleidung? Die Monster waren also auch ein wenig merkwürdig. Die ganze Geschichte ist recht skurril. Dennoch unterhält sie. Zwischenzeitlich ist die Spannung etwas weg, und man denkt: geht das hier bald mal irgendwie weiter? Aber dann, als es in den Wald geht, leider erst etwas spät, wird die Spannung wieder stärker. Dadurch dass die Geschichte teils absurd ist, kommt unfreiwillig Humor mit ins Spiel. Ich fand es manches Mal lustig, wenn es sich um das allzu naive Dorfvolk ging. Dies war wohl weniger beabsichtigt, macht den Film aber nicht überaus schlecht. Also die Geschichte war in Ordnung, die kleinen negativen Aspekte verzeihlich und deshalb nicht sonderlich abwertend. Die Schauspieler sind alle sehr ernsthaft bei der Sache, und liefern glaubwürdige Darstellungen. Joaquin Phoenix war gut wie immer, Bryce Dallas Howard hat eine überzeugende Blinde dargestellt und Adrian Brody war sehr gut als etwas zurückgebliebener Trottel. Der Film sollte die Unschuld eines Dorfes und die Flucht vor dem Bösen darstellen, indem der Wald und die Stadt und die Unaussprechlichen als das Böse dienten. Er zeigt gleichzeitig auch Mut und Stärke gegenüber dem Unbekannten und den aufrichtigen Umgang unter einander. Der Film war zwar wirklich merkwürdig, aber sehenswert. Ich werde die DVD zwar sicher erst mal nicht noch einmal sehen, aber dass ich sie gesehen habe bereue ich nicht. Für Interessierte ist der Film sicher sehenswert.
Zur DVD: Die Bild- sowie die Tonqualität war auf dem Fernseher einwandfrei. Es gibt keinerlei Grund zu Beanstandung. Auf meinem Laptop sah das anders aus, aber das liegt ja am Gerät. Das Menü der DVD ist sehr schön im Stil des Films gestaltet und mit der Filmmusik unterlegt, die übrigens wunderschön war und sehr gut hineingepasst hat. Sie wertet den Film auf jeden Fall deutlich auf. Die Extras sind teilweise gut. Das Making-off, die zusätzlichen Szenen und das Home Video sind sehr sehenswert. Der Rest ist in Ordnung, aber nicht sonderlich interessant. Die DVD hat 9,99 bei Karstadt gekostet und ich finde, dass man für diesen Preis schon bessere DVDs mit einer besseren Ausstattung erhält. Dennoch ist der Preis noch in Ordnung. Wahrscheinlich ist es das Beste, diese DVD einfach aus der Videothek auszuleihen, anstatt sie sich zu kaufen. Denn es ist ein Film mit mehreren Aha-Effekten, die beim zweiten Mal ansehen schon nicht mehr so funktionieren und den Film dann ein wenig langweilig machen. Eine Empfehlung spreche ich also nicht direkt aus, aber gebe der DVD vier Sterne für eine interessante, etwas andere Unterhaltung und teilweise ganz sehenswertes Bonusmaterial. Vielen Dank für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare!
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01.09.2007 13:39
Ich fand den Film beim ersten Gucken sehr spannend. Würde ihn aber auch nicht noch mal gucken ... Grüße, Sarah
26.07.2007 10:33
Ein wirklich toller und ausführlicher Bericht, der absolut ein BH verdient hat. LG K.-H.
03.07.2007 17:32
den film fand ich persönlich ganz okay, die musik dagegen war klasse.