Im Wald lauern die Monster
01.09.2006
Pro:
Unterhaltsamer, spannender und unheimlicher Film mit interessanter Geschichte und tollen Charakteren
Kontra:
Einige Längen, ein bisschen zu viel "Gesülze"
Empfehlenswert:
Ja
 Cuchulainn1981
Über sich:
Wichtige Änderung: Ich habe beschlossen, die Vielschreiber (mehrere Berichte pro Tag) aus meinem CIS...
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Im Moment sehe ich mir öfter mal an, welche DVDs die Bücherei in Saarbrücken so anbietet, und siehe da, teilweise sind richtig gute dabei. Oder Filme, die ich schon seit längerer Zeit sehen wollte. Am Samstag fiel mir ein Film der zweiten Kategorie in die Hand. Ob ich ihn auch zur ersten zähle, werdet ihr in diesem Bericht erfahren. Es handelt sich um "The Village". Handlung: -------------- Über einem kleinen Dörfchen Ende des 19. Jahrhunderts liegt dunkles Geheimnis. Kahle Bäume, eine einsame Glocke und dahinter liegen die Häuser im Nebel. Wolken hängen am Himmel und halten das Sonnenlicht ab, tauchen die Siedlung in ein beständiges und bedrohliches Zwielicht. Die Bewohner leben in Angst und Schrecken vor den "Unaussprechlichen", dämonenartigen Wesen, die im Wald um das Dorf herum lauern.
Im Moment greifen sie das Dorf nicht an, dafür müssen die Dorfbewohner den Wald meiden. Sollte doch einmal jemand die Grenze überschreiten, rächen sich die Dämonen. Diesen Pakt haben die Dorfältesten mit den Monstern geschlossen und sie achten darauf, dass niemand das Abkommen bricht. Rot ist die böse Farbe, sie lockt die Unaussprechlichen an und sollte ebenfalls vermieden werden. Gelb jedoch ist eine Schutzfarbe. Eines Tages unterbreitet der junge Lucius den Ältesten einen Vorschlag: Er möchte den Wald durchqueren und in die nächste Stadt gehen, um Medikamente zu besorgen. Denn zur Zeit sterben noch Menschen an heilbaren Krankheiten. Doch die Ältesten sind dagegen. Lucius läuft dennoch einige Schritte in den Wald, und prompt dringen die Unaussprechlichen in das Dorf ein und jagen den Bewohnern eine schreckliche Angst ein. Noch hinterlassen sie nur Warnungen.
Zu dieser Zeit verliebt sich die blinde Ivy in Lucius. Alles scheint in bester Ordnung, die beiden wollen heiraten. Doch der geistig zurückgebliebene Noah, der ebenfalls in Ivy verliebt ist, sticht Lucius nieder. Lucius überlebt, aber seine Verwundung ist sehr schwer. Ohne Medikamente aus der Stadt wird er sterben. Ivy beschließt, sich trotz ihrer Blindheit den Unaussprechlichen zu stellen und den Wald zu durchqueren. Meinung zum Film: -------------------------- Das letzte Mal habe ich über "The Descent" geschrieben, der auch in die Kategorie Horrorfilm
Bilder von The Village - Das Dorf (DVD)
fiel. Allerdings habe ich mich über das Gemetzel geärgert. Bei "The Village" hatte ich die Hoffnung, dass hier vielleicht mehr Wert auf die Atmosphäre gelegt wurde. Denn die Situation bietet wieder mal viele Möglichkeiten für einen richtig unheimlichen Film. Dazu sind meiner Meinung nach keine Blutbäder notwendig.
Der Regisseur M Night Shyamalan hat ja schon in anderen Filmen wie "The sixth sense" und "Signs" gezeigt, dass er auch ohne Blutbäder Spannung erzeugen kann. Also hatte ich auch Hoffnung bei diesem Film. Und tatsächlich. Es wird Spannung aufgebaut ohne unnötige Action und sinnlose Blutbäder. Man sieht nicht einmal die Monster oft. Aber gerade dadurch wird die Spannung erhöht, denn man weiß eigentlich nichts genaues über die Wesen, über ihre Ziele und ihre Herkunft. Die ganze Situation des Dorfes mutet ein wenig skurill an. Eine Siedlung inmitten eines von Monstern bevölkerten Waldes. Warum haben sich die Menschen überhaupt hier niedergelassen? Diese und weitere Fragen und Geheimnisse sind es, die den Film reizvoll machen.
Auch die Angriffe der Monster selbst sind ohne großartige Action inszeniert. Sie finden im Dunkeln statt, man hört Fauchen und Schritte, die Dorfbewohner fliehen in Scharen in ihre Keller. Am nächsten Tag findet man die roten Zeichen der Unaussprechlichen, die Warnungen. Die Atmosphäre ist bedrückend und Furcht einflössend. Wir sehen sehen Fackeln am Wegesrand. Ihr spärliches Licht erhellt den Weg nur schwach und direkt dahinter lauert der Wald. Man kann sich nur zu leicht vorstellen, dass jeden Moment ein Unaussprechlicher daraus hervorstürmt. Die Angst vor dem Wald und den darin lebenden Wesen wird vor allem am Anfang sehr geschürt. Die Spannung wird auch durch die Kamera vergrößert, denn sie verharrt oft an einer Stelle oder bewegt sich nur langsam. Ständig hört man ein Knacken im Wald, Schritte und Geräusche, die von den Unaussprechlichen kommen könnten. Und man erwartet jeden Moment ein Vieh, das aus dem Wald springt und einen Dorfbewohner anfällt. Außerdem befindet sich die Siedlung fast im ganzen Film in einem nebligen Zwielicht, wenn es nicht gerade Nacht ist. In den wenigen fröhlichen Szenen scheint die Sonne, doch schnell wendet sich das Blatt meist wieder. Das Wetter unterstreicht die bedrohliche Atmosphäre nur noch.
Die Bilder sind in den meisten Szenen nicht besonders farbenfroh, was auch die Stimmung des Film unterstreichen soll. Immer scheint eine Wolkendecke über dem Dorf zu hängen; viele Szenen spielen nachts oder bei Dämmerung. Doch der Film bietet noch mehr. Er beschäftigt sich sehr stark mit den Charakteren, allen voran mit Ivy, Lucius und Noah. Und die Leistungen der drei Schauspieler sind absolut überzeugend. Bryce Dallas Howard beispielsweise spielt Ivy und stellt die Blindheit der jungen Frau absolut überzeugend dar. Auch der geistesgestörte Noah (Adrien Brody) und der ruhige aber mutige Lucius (Joaquin Phoenix) werden beeindruckend gespielt. Der Film kann auch gleichzeitig als eine Charakterstudie über diese Figuren angesehen werden.
Was mich persönlich ein wenig gestört hat, ist das "Gesülze", wie ich es so gerne nenne. Für meinen Geschmack war die Zahl der Romanzen doch etwas hoch. Das ist ein Thema, das ich nur in wenigen Filmen schätze. Mir wären weitere Wald- und Nachtaufnahmen lieber gewesen. Aber glücklicherweise nimmt auch die Romantik nicht überhand. Auf jeden Fall machen die Romanzen den Film stellenweise etwas langatmig. Die DVD: ------------- Das Thema Bild- und Tonqualität ist schnell abgehandelt. An beidem gibt es nichts zu meckern. Absoluter Stand der Technik. Einwandfrei. Was statt dessen mehr Grund für Beschwerden gibt, ist die Verpackung der DVD.
Was tut man, wenn man sich für eine DVD interessiert? Das gleiche wie bei Büchern oder bei CDs. Man sieht sich die Rückseite an und erhofft sich dort eine Zusammenfassung des Inhalts - eine richtige. Und was lesen wir auf der Verpackung dieser DVD? Ich darf mal zitieren: "Als sich der junge Lucius (Joaquin Phoenix) in Kitty (Bryce Dallas Howard) verliebt und mit ihr Covington verlassen möchte, bricht er mit seinem Vorhaben ein ungeschriebenes Gesetz."
Irgendwo ist es schon ein Kunst, in einem einzigen (!) Satz drei (!) gravierende inhaltliche Fehler zu machen. Denn Lucius liebt Kitty eben nicht und möchte mit ihr auch nicht Covington verlassen. Wie auch, wenn er im Sterben liegt? Ich persönlich stelle mir das weniger einfach vor. Und wenn man schon Kitty an dieser Stelle aufschreibt, hätte man wenigstens die richtige Schauspielerin nennen können. Auch das ist nicht geschehen, denn Bryce Dallas Howard spielt die blinde Ivy. Wobei man auch sagen könnte, es handelt sich um die richtige Schauspielerin, denn schließlich sollte hier Ivy stehen. Na ja, lassen wir das philosphieren und widmen uns wieder der DVD. Nachdem wir also drei schwere Fehler entlarvt und uns darüber lustig gemacht haben, wollen wir mal prüfen, ob wir noch mehr solcher Lacher finden. Sehen wir uns mal die Extras an:
- Making of: Es ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die sich einzeln anspielen lassen. In diesem interessanten Making of geht es unter anderem um die Musik, die Ausbildung der Schauspieler (Vorbereitung auf das Leben Ende des 19. Jahrhunderts - ja, da war vieles anders. Wirklich!), die Monster, Drehorte, ... - Entfallene Szenen: Der Regisseur erzählt zuerst etwas über die Szenen. Dann bekommen wir sie zu sehen und erfahren danach, warum sie schließlich doch nicht ins endgültige Werk aufgenommen wurden.
- Tagebuch von Bryce Dallas Howard: Die Schauspielerin erzählt in ihrem Tagebuch von den Dreharbeiten. - Fotogalerie: Was soll ich hierzu sagen? Bilder. Irgendwie nicht so prickelnd.
- M. Nights Home Movie: Ein kleiner Film aus der Jugendzeit des Regisseurs. Den kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Ich hatte den Eindruck, dass die Produzenten noch irgendwas auf die DVD quetschen wollten. Weitere Informationen zur DVD:
- Sprachen: Deutsch, Englisch - Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch - Tonformate: dts 5.1, Dolby Digital 5.1 - Bildformat: 16:9, 1:1,85 - Lauflänge: ca. 103 Minuten Fazit: ------- Von diesem Film habe ich im Vorraus viel gehört. Er soll unheimlich und spannend sein. Das war er stellenweise auch, allerdings wurde die Geschichte teils auch etwas in die Länge gezogen. Es gibt nicht viel Gewalt, so dass der Film auch für schwächere Gemüter geeignet ist. Der Film hat zum Beispiel einer Freundin sehr gut gefallen, die schon geringe Gewalt in Filmen nur schwer aushält.
Das soll aber nicht heißen, dass "The Village" langweilig ist. Wenn man Blutbäder unbedingt braucht, damit einem ein Film gefällt, dann ist dieser nicht geeignet. Aber jeder andere kann ihn durchaus spannend und unterhaltsam finden. Das Gesülze an einigen Stellen ist etwas nervtötend, aber noch in erträglichem Umfang. Alles in allem handelt es sich um einen durchaus empfehlenswerten Film, der mit einer interessanten Auflösung aufwarten kann. Man darf natürlich kein Werk erwarten, das mit "The sixth sense" mithalten kann. Dennoch handelt es sich um einen netten Film für verregnete Sommer- oder Winterabende (bloß nicht mitten am Tag bei schönem Wetter ansehen :) ).
Gut, das wars von mir. Ich bedanke mich fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und möchte euch jetzt nicht von der Flucht vor den Unaussprechlichen abhalten.
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13.01.2011 22:10
Ich fand den Streifen richtig langweilig! Aber so verschieden sind die Geschmäcker :-) greetz@knopfi
28.01.2007 22:34
hm. fand ihn durchwachsen. aber ich sehe in anbetracht des fabelhaften joaquin phoenix großzügig darüber hinweg *schmacht* *sabber* *lechz* .... *lach*
23.12.2006 10:01
Ich finde auch, daß der Film Längen hat, trotzdem ist er gut und spannend...LG D.