Erfahrungsbericht über

The Witcher (PC-DVD)

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Es gibt kein Gut und Böse...

5  01.01.2009

Pro:
s .  Bericht

Kontra:
s .  Bericht

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Grafik

Sound

Multiplayer:

Bedienung

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ruts91

Über sich: Momentan mehr CIS-Leser als Selber-Schreiber. ;-) +++ Ich bewerte immer noch nur Berichte, die mich ...

Mitglied seit:10.06.2006

Erfahrungsberichte:51

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 61 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gestern habe ich es endlich geschafft: "The Witcher" ist durch! Ein wirklich geniales Spiel kann ich nur sagen, aber immer der Reihe nach...

Eine Anmerkung zu Beginn: Die sogenannte "Enhanced Edition" wurde auch neu auf den Markt gebracht, unter eben diesem Namen. Käufer der originalen "The Witcher"-Version bekommen dieses Update allerdings gratis, wenn sie sich den zugehörigen Patch von der Homepage herunterladen.

Inhalt:
I Kaufort, Preis
II Verpackung
III Systemanforderungen, Installation
IV Handbuch
V Grafik und Sound
VI Story
VII Steuerung, Einstieg, Bildschirmaufbau
VIII Kampfsystem
IX Charakterentwicklung, Alchimie
X Sonstiges
XI Enhanced Edition

I Kaufort, Preis

Erworben habe ich "The Witcher" beim Amazon Marketplace vor etwa drei Monaten. Ein Privatanbieter gab sein gebrauchtes Spiel für knappe 19€ an mich weiter. Mit den drei Euro Versandkosten kam ich auf 22€ Gesamtpreis. Im Nachhinein war zwar die Bedienungsanleitung etwas verknickt, aber ansonsten alles in tadellosem Zustand.

II Verpackung

Wenn Ihr nach unten scrollt könnt Ihr Euch drei Bilder anschauen, wie die Verpackung aussieht: Eine normale PC-DVD-Hülle mit dem "The Witcher" Einleger. Dieser ist in roten Farbtönen gehalten. Eine Zeichnung des Hexermedaillons schmückt die Vorderseite, darunter sind die typischen Herstellerlogos (in diesem Falle von Bioware, CD Projekt und Atari) und das USK-Siegel (keine Jugendfreigabe) angebracht.
Auf der Rückseite kann der geneigte Käufer ein Bild des Namensgebers des Spiels entdecken: Hexer Geralt von Riva hält einen blutigen Haken in die Kamera und guckt recht unfreundlich aus der Wäsche. Darüber der Werbespruch "Es gibt kein Gut und Böse, nur Entscheidungen und Konsequenzen". Zwei Preisträger-Logos sind hier ebenfalls untergebracht ("ign.com Best of 3 2007 Winner" und "Gamespot E3'07 Editor's Choice Finalist"), sowie drei Ingame-Screenshots. Natürlich fehlt auch nicht das Wichtigste: die Systemanforderungen.

III Systemanforderungen, Installation

Mindestsystemkonfiguration:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP Service Pack 2, Vista
Prozessor: Intel Pentium 4 mit 2,4 Ghz oder AMD Athlon 64 + 2800
RAM: 1024 MB RAM für Windows XP, 1536 MB für Vista
Grafikkarte: 128 MB Grafik-RAM oder mehr mit Direct-X9- und Vertext Shader-/Pixel Shader 2.0 Unterstützung (NVIDIA GeForce 6600 oder ATI Radeon 9800 oder besser)
Freier Festplattenspeicher: 8,5 GB freie Festplattenkapazität
Soundkarte, Lautsprecher oder Kopfhörer
8-fach DVD-ROM-Laufwerk

Empfohlen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP Service Pack 2, Vista
Prozessor: Intel Core 2 Duo (Dual Core), vergleichbarer AMD-Prozessor oder besser
RAM: 2048 MB RAM
Grafikkarte: 256 MB Grafik-RAM oder mehr mit DirectX9- und Vertex Shader-/Pixel Shader 2.0 Unterstützung (NVIDIA GeForce 7900 oder besser mit 512MB RAM)
Freier Festplattenspeicher: 8,5 GB freie Festplattenkapazität
Soundkarte, Lautsprecher oder Kopfhörer
8-fach DVD-ROM-Laufwerk

Meine Konfiguration:
Betriebssystem: Windows Vista
Prozessor: AMD Athlon(tm) 64 X2 Dual Core Processor 4400+, 2300 MHz, 2 Kern(e), 2 logische(r) Prozessor(en)
RAM: 3 GB
Grafikkarte: NVIDIA GeForce 8400
(Auflösung: 1440*900)

Damit lief das Spiel vom Ersten bis zum Dritten Akt auch auf recht hohen Einstellungen ziemlich flüssig (dazu später mehr).
Eine Warnung ist noch aufgedruckt:

Nicht ausreichende Prozessoren: AMD Duron Serie, AMD XP+ Serie, Intel Celeron Serie
Nicht unterstützte Grafikkarten: S3 Colt, S3 S27, S3 S8

Soweit die Infos zum System. Die Installation läuft völlig problemlos ab, danach wird mir vorgeschlagen, das Spiel auf den neuesten Stand zu bringen. Inzwischen sind vier Patches erschienen, darunter die "Enhanced Edition", auf die ich weiter unten noch eingehe. Man muss aber nicht alle laden, im Letzten sind die vorangegangenen mit drin.
Die Patches müssen von der offiziellen Website (www. thewitcher.com) geladen werden, allerdings sind die Download-Seiten auf Polnisch und als Deutscher versteht man nicht besonders viel. Wenn man ein bisschen nachdenkt, kommt man aber schnell darauf, was zu tun ist: einfach auf den Knopf drücken, der nach "Download" aussieht und schon klappt der Rest von allein.
Der Patch besteht aus zwei Teilen (gilt für 1.4 = Enhanced Edition wegen der neuen Sprachausgabe). Wenn schließlich alles geladen

Bilder von The Witcher (PC-DVD)
  • The Witcher (PC-DVD) Verpackung1
  • The Witcher (PC-DVD) Verpackung2
  • The Witcher (PC-DVD) Verpackung3
  • The Witcher (PC-DVD) Screenshot1
The Witcher (PC-DVD) Verpackung1
Verpackung - Vorderseite
ist, klickt man nur noch auf die gerade heruntergeladene Datei, der Installer startet und es funktioniert wieder alles wie gewohnt.

IV Handbuch

Während der Installation hat man ja gerne mal Langeweile und was bietet sich da eher an, als sich durch das Handbuch zu wühlen? Dem Witcher liegt ein 80-seitiges Handbuch bei, in dem das Spiel meiner Meinung nach sehr gut erklärt wird. Allerdings wurden bei den Bildbeschreibungen teilweise die Übersetzungen vergessen, sodass z.B. das Inventar auf Englisch und das Alchimiefenster auf Spanisch beschriftet wurde. Im Spiel selbst stellt dies allerdings keine großen Probleme dar, weil die meisten Buttons sowieso selbsterklärend sind.
Das Handbuch beginnt mit einem Ausschnitt aus einer Geschichte vom Autor des Buchzyklus, auf dem "The Witcher" beruht, Andrezej Sapkowsi, dem folgt ein Vorwort der Entwickler, eine Vorstellung der wichtigsten Orte und Personen und gibt dann eine Antwort auf fast jede Frage, die während des Spielens (bzw. davor) auftaucht. Sogar eine komplette Übersicht über die verschiedenen Charakter-"Skills" wurde in Tabellenform mit abgedruckt. Alles in Allem also ein Handbuch, das sich sehen lassen kann und das jedem Anfänger überaus gute Dienste leistet.

V Grafik und Sound

Ich startete zum ersten Mal den Witcher und genoss ganz wie sich das gehört, das kinoreife Intro. Ein Klick auf "Neues Spiel" brachte mich sofort mitten ins Geschehen. Das Spiel beginnt mit einer Videosequenz, die die Ankunft Geralts in Kaer Morhen (der Hexer-Festung) zeigt. Dazu später in der Sektion Story.
Die Grafik fand ich persönlich sehr ansprechend. Die Figuren sind schön gestaltet und passen perfekt zur Hintergrundhandlung bzw. zur Spielwelt insgesamt. Mit der Enhanced Edition wurde auch das Problem, in den Gassen später auf lauter Klone zu treffen, entschärft: Die Einwohner bekamen neue Kleidungsstücke spendiert und unterscheiden sich jetzt deutlicher voneinander. Die Welt an sich ist ebenfalls sehr schön gestaltet, die Grundstimmung wird an keiner Stelle von irgendeinem Detail durchbrochen. Meiner Meinung nach ändert auch ein Herunterregeln der Grafik nichts daran, obwohl man z.B. Gräser ganz ausschalten kann. Für mich alles sehr gut gelöst in diesem Punkt.
Die Kampfanimationen sind flüssig, aber nicht auf den jeweiligen Gegner abgestimmt,d.h. wenn Geralt auf einen Ertrunkenen einschlägt, kippt der eventuell plötzlich um, ohne dass man ihn "physisch" getroffen hat. ;-) Schlimm ist das nicht, beim Kämpfen achtet man normalerweise sowieso auf andere Sachen (mehr unter "Kampfsystem").
Die Musik ist stimmig und unterstreicht den jeweiligen Charakter des Levels bzw. der Landschaft. In Gasthäusern wird die Laute gezupft, wenn ein Kampf beginnt, kommt das Kampf-Thema um das Ganze ein bisschen aufregend zu gestalten. Ich habe allerdings die Kampfmusik nach der Hälfte des Spiels ausgestellt, weil es einfach immer dasselbe Stück ist und mir das irgendwann auf den Keks ging. In den Optionen wird aber auch differenziert zwischen "Musik" und "Kampfmusik", weshalb das Ausstellen keine Probleme machte.
Charaktere, mit denen Geralt in Dialog tritt, sind voll vertont. Dabei sind in der Enhanced Edition u.a. die Stimmen von "Monk" (Bodo Wolf) oder "Dr. House" (Klaus-Dieter Klebsch) vertreten. Durch die Bekanntheit der Stimmen wird aber auch leider häufiger deutlich, dass dieselben Sprecher für mehrere Rollen hinter dem Mikro standen, was für etwas Verwirrung sorgt bis man sich daran gewöhnt hat.
(Für die Korrektheit der Sprechernamen übernehme ich keine Garantie - ich hatte nur das Gefühl, eben diese erkannt zu haben. ;-) )

VI Story

Man spielt den Hexer Geralt von Riva - wer ist das? Nun, das weiß er selbst nicht, denn Geralt hat leider sein Gedächtnis verloren. In der Gegend um Kaer Morhen (die schon erwähnte Hexer-Feste) lesen ihn einige andere Hexer auf und bringen ihn in die Burg. Lange verschnaufen kann er dort nicht: einige Banditen, angeführt von einem "Professor" genannten Schurken und einem mysteriösen Zauberer, greifen die Festung an. Trotz heftiger Gegenwehr gelingt es ihnen, einige der äußerst wichtigen Hexergeheimnisse aus dem Labor von Kaer Morhen zu stehlen - und dabei töten sie auch noch einen Junghexer. Geralt macht sich auf, die Bande zu fassen. Die Spur führt ihn zur Hauptstadt Wyzima...

Ich spielte das Spiel auf dem leichten Schwierigkeitsgrad, einfach weil ich mich lieber auf eine gute Geschichte statt auf harte Kämpfe konzentriere. Und ich wurde nicht enttäuscht: Ständig wird der Spieler mit neuen Puzzlestücken und Handlungssträngen bombardiert, die alle vor allem eins sind - genial! Die Geschichte von den Salamandra (so wird die Angreifer-Gruppe im weiteren Spielverlauf bezeichnet) ist nur ein Handlungsstrang von vielen. Dazu kommen z.B. die Geschichte um den Rassismus in Temerien - ein Krieg zwischen den Menschen und den Anderlingen (Elfen, Zwerge...) steht kurz bevor; für welche Seite entscheidet Ihr Euch? - oder die Geschichte um einen kleinen Jungen namens Alvin, der plötzlich ohne Vormund dasteht und für den irgendwo eine neue Unterkunft gefunden werden muss.
Aber ich möchte nicht zu viel verraten; am meisten Spaß macht immer noch das Selbst-Erleben - und vor allem das Selbst-Entscheiden! Denn die Entscheidungen, die immer mal wieder von Geralt getroffen werden müssen, beeinflussen den Spielfluss und die -richtung ganz gewaltig.

VII Steuerung, Einstieg, Bildschirmaufbau

Bei der Steuerung kann zwischen drei verschiedenen Modi gewählt werden: der hohe und der niedrige Isometrische Modus unterscheiden sich nicht wirklich viel voneinander. Im hohen Modus ist die Kamera weiter von Geralt entfernt, aber gesteuert wird in beiden mit der Maus. Soll Geralt zu einer bestimmte Stelle laufen, klickt man diese auf dem Boden an. Soll es ein langer Dauerlauf werden, hält man die Maustaste gedrückt und Geralt läuft weiter (man muss also nicht andauernd auf eine neue Bodenstelle klicken um in Bewegung zu bleiben). Das erfordert am Anfang etwas Einarbeitung, geht dann aber erstaunlich gut und einfach.
Die dritte Perspektive, der "Über-die-Schulter-Modus" (ÜDS), lässt den Spieler das Geschehen über Geralts linke (bzw. wahlweise rechte) Schulter verfolgen. Gesteuert wird in dem Fall mit den WASD-Tasten und der Maus. Wenn man die Maus bewegt, bewegt sich auch Geralts Sichtfeld. Durch eine Art Fadenkreuz in der Bildschirmmitte visiert man die jeweiligen Ziele an (s. Screenshot).
Ich benutze eigentlich nur den Isometrisch-niedrigen Modus. Mit ÜDS komme ich überhaupt nicht zurecht, wahrscheinlich wegen dieser Fadenkreuz-Handhabung. ;-)
Zu Beginn des Spiels startet das Tutorial: Ich soll den Angriff auf Kaer Morhen abwenden. Dabei werden mir Schritt für Schritt die Grundlagen beigebracht: wie ich mich bewege, wie ich kämpfe, welchen Kampfstil ich für welchen Gegner verwende usw. Dafür wird das Spiel regelmäßig pausiert und es erscheinen grüne Pop-Ups auf dem Bildschirm. Jedes Hilfsfenster wird mit einem Screenshot verdeutlicht, sodass kaum Fragen offen bleiben. Spielt man das Spiel nicht zum ersten Mal, lassen sich die Hilfen in den Optionen ausschalten. Alle Tipps kann man sich auch später noch einmal im Journal ansehen.

Der Bildschirm ist wie in den meisten RPGs aufgebaut: in der Mitte sieht man Geralt und seine Umgebung, oben links die Gesundheitsanzeige und das Hexermedaillon, darunter die getragenen Waffen (bis zu vier) und die dazugehörigen Kampfstile zur schnellen Anwahl. In der Mitte links findet man die Trank-Schnellplätze, in denen man (je nach Rüstung) ein bis drei Tränke zur Schnellauswahl platzieren kann. Unten links schließlich findet man die fünf Hexerzeichen (eine Art Zaubersprüche), vorausgesetzt Geralt hat bereits alle erlernt.
In der rechten oberen Ecken befindet sich eine Minikarte vom aktuellen Ort, eine Sonnenstandsanzeige (wenn man mit dem Mauszeiger darüber fährt, erfährt man die ungefähre Uhrzeit im Spiel) und die Schaltflächen für das Journal-, Held-, Karten-, Options- und Alchimiefenster. Der Button für die Alchimie erscheint allerdings nur im Meditations-Modus.
Das Journal ist übrigens eine Art Questlog, in dem man Aufgaben, Ungeheuerwissen, Trankformeln und Notizen zu wichtigen Personen sammelt.

VIII Kampfsystem

Soll Geralt einen Gegner angreifen, sollte man zuerst das richtige Schwert auswählen: Das Stahlschwert benutzt Geralt gegen vernunftbegabte Wesen (Menschen, Elfen etc.) und normale Tiere (z.B. Wölfe). Das Silberschwert setzt er gegen Ungeheuer und andere Verirrungen der Natur ein.
Als zweites wählt man nun den entsprechenden Kampfstil, von denen es drei pro Schwert gibt. Im starken Kampfstil schlägt Geralt zwar langsam, aber dafür umso kräftiger zu. Er ist gut geeignet für schwer gepanzerte Gegner, allerdings gegen schnelle und wendige unbrauchbar. Dafür gibt es den schnellen Kampfstil, bei dem Geralt sein Schwert viel schneller bewegt und auch flinke Widersacher trifft. Im Gegensatz zum starken ist der schnelle Kampfstil gegen gepanzerte Gegner unbrauchbar. Zuletzt gibt es noch den Gruppenkampfstil, den man einsetzen sollte, wenn man von Gegnern nur so umzingelt ist - je mehr Feinde Geralt auf einmal trifft, desto höher ist der Schaden, von daher ist der Gruppenstil gegen einzelne Gegner ziemlich nutzlos.
Ist soweit alles vorbereitet, klickt man den jeweiligen Gegner an und Geralt geht auf ihn los. Ein Kampf wird in mehrere Hiebsequenzen eingeteilt. Endet die erste Sequenz, wird der Mauszeiger zu einem brennenden Schwert. Wenn man genau zu diesem Zeitpunkt klickt, beginnt Geralt mit der zweiten Sequenz usw. Die Sequenzen bauen aufeinander auf, und jede ist stärker als die vorangegangene.
Neben dem Schwertkampf ist es Geralt möglich, Zeichen einzusetzen, eine Art von Zaubersprüchen, die verschiedene Auswirkungen auf den Gegner haben. Das Zeichen Igni z.B. setzt Gegner in Brand, während das Zeichen Aard die Feinde von Geralt weg stößt. Geralt kann zwischen fünf verschiedenen Zeichen wählen. "Bezahlt" werden die Zauber mit Ausdauer. Eine gelbe Leiste unterhalb der Gesundheitsleiste zeigt an, wie viel Ausdauer das jeweilige Zeichen benötigt und wie viel Geralt im Moment hat.
Der letzte Kampfaspekt sind die Hexer-Tränke, die Geralt einnehmen kann um z.B. Lebenspunkte zurückzugewinnen. Diese Tränke können beliebig kombiniert werden, allerdings steigern sie Geralts Toxizität (mit anderen Worten bekommt er Vergiftungs-Erscheinungen). Die grüne Toxizitäts-Leiste unter der Ausdauer-leiste zeigt an, wie viele Tränke Geralt noch verkraften kann, bevor er sich selbst umpustet.

IX Charakterentwicklung, Alchimie

Natürlich sammelt Geralt auch Erfahrungspunkte, steigt im Level auf und bekommt dafür sogenannte Talente, unterteilt in Bronze, Silber und Gold. Um seinen Charakter entwickeln zu können und alchemistische Tränke zu brauen, muss man sich zu einem Lagerfeuer oder in ein Gasthaus begeben, wo Geralt in den Meditationsmodus wechseln kann.
Im Held-Fenster bekommt man eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten, seine Talente einzusetzen. Bekommt man im Spielverlauf noch mehr als genug Bronze-Talente, muss man bei den Silber-Talenten schon überlegen, wie man sie einsetzt. Bei den goldenen schließlich ist eine sehr gute Überlegung angeraten, von denen gibt es nicht sehr viele.
Geralt kann sich in den Hauptattributen Stärke, Gewandtheit, Ausdauer und Intelligenz fortbilden, ein bestimmtes Zeichen verbessern oder einen Kampfstil mit einem seiner Schwerter - alles ist möglich. Viele Möglichkeiten, sich zu "verskillen" gibt es nicht; normalerweise schafft man das Spiel auf jede Art irgendwie (Forenrecherche ;-) ). Ich habe vor allem die Hauptattribute ausgebaut, einige Talente in den Schwertkampf gesteckt und gegen Ende zwei Zeichen etwas verbessert; damit gab es nie Probleme.
Um Tränke zu brauen benötigt Geralt zwei Sachen: eine Formel und die Zutaten. (Man kann auch experimentieren, wenn man möchte; gute Ideen hält Geralt dann - nach dem Selbstversuch - automatisch im Journal fest). Jeder Trank braucht als Grundstoff einen starken Alkohol, dem man dann die Zutaten hinzufügt. Während die Alchimie im einfachen Schwierigkeitsgrad eine nette Beigabe ist, ist sie im schweren Modus bereits überlebenswichtig.
Im späteren Spielverlauf (die passende Talentverteilung vorausgesetzt) kann Geralt auch Öle und Bomben basteln, mit denen er sein Schwert einreiben und so z.B. die Gegner vergiften bzw. mit den Bomben in Furcht versetzen kann.

X Sonstiges

Hier noch einige Informationen, die ich bei manchen Spielen gerne im Voraus hätte.

In "The Witcher" kann an fast jedem Ort gespeichert werden, solange sich Geralt nicht in einem Kampf befindet. Die Speicherplätze sind nicht vorgegeben, man kann so viele anlegen, wie man möchte. Außerdem kann in den Optionen eine Schnellspeichertaste festgelegt werden, die bei einem Druck automatische einen neuen Speicherpunkt erstellt.

Eine nette Gaudi für zwischendurch: die neuen Informationen im Journal über Monster, Orte und Figuren zu lesen, macht richtig Spaß. Man bekommt viele Hintergrundinfos, Kampftaktiken und mehr. Und da neue Infos mit einem roten "!" markiert werden, übersieht man auch nicht so schnell etwas Neues.

Da man im Spiel nicht unbedingt stets genug Geld hat, gibt es zwei Minispiele, die Geralts Gehalt aufbessern können: Würfelpoker und Faustkampf. Im Faustkampf schlägt sich Geralt wie der Name vermuten lässt mit einem anderen Kerl um eine gewisse Geldsumme. Die Chance zu verlieren tendiert dabei gegen Null...
Was wirklich viel Spaß macht ist das Würfelpokern - aber ich will da gar nicht zu viel verraten. Nur das Eine: es hat einen Suchtfaktor wie Teufel. ;-)

Was mir gerade auffällt, was ich noch gar nicht erwähnt habe: Geralt bekommt unterwegs immer mal wieder die Gelegenheit, mit einigen weiblichen Personen ein Stündchen den Schauplatz zu wechseln. Zur "Belohnung" gibt es dann Sammelkarten mit nackten Weibern drauf...

Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sind natürlich auch noch eine gesonderte Erwähnung wert - ich fand es sehr gut, dass ich zwischen drei verschiedenen Stufen wählen durfte.

Dem "Witcher" liegt übrigens noch eine Beigabe in Form einer DVD von der Band Nightwish bei, auf der das Video zu ihrem Song "Amaranth" enthalten ist. Meiner Meinung nach kann man sich das mal anhören, so schlimm ist es nicht. ;-)

Negative Kritik gibt es aber auch noch: Bei mir kam es im Händlerviertel im dritten Akt zu erheblichen Performance-Problemen, ebenso im Tutorial. Plötzliches Geruckel und alle paar Schritte muss nachgeladen werden. Woher das kommt, weiß ich leider nicht, und ich bin auch nicht die einzige, die davon berichtet. Vor allem im Händlerviertel bekommen viele Leute Probleme.

Im dritten Akt und danach kam es dann auch dazu, dass mein Spiel mehrmals abstürzte. Nach zwei Tagen voller Abstürze hatte ich es satt, alles nochmal neu installiert (inkl. Patch) und seitdem ging es - aber ganz absturzfrei ist das Spiel leider immer noch nicht, zumindest bei mir. Öfters Zwischenspeichern lohnt sich also.

XI Enhanced Edition

Wie gesagt bekommt man als Käufer der Originalversion die "Enhanced Edition" gratis als Patch-Download, für mich ein Segen! Die meiner Meinung nach wichtigste Neuerung ist das neue Inventar - war früher alles zusammen in vier unübersichtlichen Kästen untergebracht, werden Alchimie-Zutaten und der Rest jetzt getrennt. Außerdem wurde eine automatische Sortierfunktion eingefügt.
Neben dem Inventar wurde auch die Sprachversion erneuert - es sind jetzt neue, meist passendere und berühmtere Sprecher involviert. Die Dialoge haben einen besseren Ausdruck bekommen; in der alten Version hatte ich oft das Gefühl, jemand hätte den Sprechern einen Satz hingelegt und gesagt: "Sprech das mal." ohne den Zusammenhang (und die damit richtige Betonung) zu kennen. Dieser Eindruck ist in der Neufassung fast gänzlich verschwunden.
Die Kampfanimationen wurden überarbeitet, und das sieht auch schön aus. Mehr aber auch nicht.
Außerdem wurden mit der "Enhanced Edition" zwei neue und einzeln spielbare Abenteuer mitgeliefert: "Nebeneffekte" und "Der Preis der Neutralität". Davon wollte ich gestern den "Preis der Neutralität" anspielen, hatte aber nach fünf Minuten keine Lust mehr, weil es keine Sprachausgabe dafür gibt. Wer darüber hinweg kommt, hat aber eventuell seinen Spaß - ich hatte keinen. ;-)

So, das war so ziemlich alles, was mir zum Hexer eingefallen ist - im Großen und Ganzen ein wunderbares Spiel, nur die Abstürze sind mir teils auf den Keks gegangen. Aber dafür kann ich diesem Epos einfach keinen Stern abziehen, weil er einfach genial ist, und so bekommt "The Witcher" von mir die volle Punktzahl.

Frohes Neues Jahr!

© ruts91 - 01.01.2009

Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Rollersfan

Rollersfan

02.02.2009 12:18

Ich hoffe, Du hattest es bequem....*bh nachreich* ;o) LG!

Rollersfan

Rollersfan

01.02.2009 11:58

Das ist zwar überhaupt nicht meine Welt, aber Du hast so informativ und ausführlich geschrieben, dass ich DIch bitten muss, auf meiner bh-Wartebank Platz zu nehmen....es kann sich nur um Stunden handeln ;o) LG!

KruegerChristine

KruegerChristine

17.01.2009 11:10

Ausgezeichneter Spiele Bericht - BH und LG Günter

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