Nun bin ich nicht unbedingt der absolute Experte für Outdoor-Erlebnisse und Camping. Beides aber stand mir bevor - und da war ich ausgesprochen dankbar für den Tipp eines Bekannten, der mir davon abriet, für anstehende Übernachtungen eine normale Iso-Matte zu verwenden. Vielmehr riet er mir zu dem hier vorzustellenden Produkt, das seiner Meinung nach einen geruhsamen Schlaf auch im Zelt garantieren sollte.
Der Kauf
Kaum hatte ich den Tipp erhalten, machte ich mich im Internet auch schon auf die Suche und war erstaunt über die dort angebotene Produkt-Vielfalt. Da mir der Outdoor erfahrene Bekannte aber dringend dazu geraten hatte, das "Original"-Produkt zu erwerben und von nachgemachten Schlaf-Gelegenheiten die Finger zu lassen, folgte ich diesem Rat und wählte einer der größeren Varianten der Ruhe-Matte. Für das Modell mit einer Liegefläche von 196 mal 63 Zentimetern (gefunden bei Amazon) wurde ich stolze 79,95 Euro los. Immerhin kamen keine Versandkosten seitens der liefernden Firma kraxel Handels GmbH dazu.
Das Aussehen
Geliefert wurde meine Therm-A-Rest in einer Plastik-Verpackung. Die Matte war stramm aufgerollt und enstprechend rund. Im ausgerollten Zustand sieht sie zunächst fast wie eine Luftmatratze, bestehend aus nur einer Kammer, aus. Mit gut 1,5 Kilogramm bringt die Liegestätte durchaus auch einiges Gewicht auf die Waage, im nutzbaren Zustand ist sie etwa fünf Zentimeter dick. Die Oberseite der Matte/Matratze besteht zu 100 Prozent aus Polyester, die Unterseite zu 100 Prozent aus Nylon-Taffeta. Ach ja, das von mir ausgewählte Modell ist dunkelblau - andere Farben sind allerdings auch erhältlich.
Der Hersteller
Cascade Designs, 4000 1st Avenue South, Seattle, WA 98134 USA, Internet: www.cascadedesigns.com
Die Geschichte
Die sich selbst aufblasbaren Matratzen wurden in den frühen 1970-er Jahren von zwei früheren Boeing-Ingenieuren erfunden, die selbst überzeugte Rucksack-Reisende waren. Neben den bekannten Matratzen bietet das Unternehmen inzwischen auch eine große Auswahl an Schlafsäcken an.
Meine Meinung
Die Erfindung als solche scheint perfekt für Outdoor zu sein: In gepacktem Zustand hat diese Matte die Maße 66 mal 14 Zentimeter, nimmt also nicht viel Platz weg. Und da ja inzwischen selbst die überzeugtesten Camper auf Bequemlichkeit setzen, ist es doch schön, die Matte einfach nur ausrollen und das Ventil öffnen zu müssen - sie bläst sich ja allein auf und ist innerhalb weniger Minuten benutzbar.
Natürlich musste ich das Ganze zunächst im heimischen Wohnzimmer ausprobieren. Und das war auch gut so, denn das selbständige Aufblasen der Matte dauerte und dauerte - mehrere Stunden. Und selbst dann hatte sie immer noch nicht die Konsistenz, um dem zugegebenermaßen leicht übergewichtigem Möchtergern-Camper einen angenehmen Schlaf zu garantieren. Als der sich nämlich auf seine Neuerwerbung legte, drückte der Körper die Luft zur Seite und die Hüfte machte Bekanntschaft mit dem eher als hart zu bezeichnenden Fußboden.
Die beigelegte Bedienungsanleitung erklärte allerdings, dass vor allem beim erstmaligen Gebrauch das selbstätige Aufblasen lange dauern kann, was daran liegt, dass die Matte werksseitig sehr stramm aufgerollt ist. Zudem besteht die Möglichkeit, durch ganz profanes Pusten ins Ventil zusätzliche Luft in die Matte einzufüllen. Genau das wurde natürlich gemacht - und zwar nicht zu knapp. Irgendwann aber schien die Matte endlich so auszusehen, dass ich vernünftig darauf ruhen konnte und ein zweiter Liege-Anlauf wurde unternommen - mit Erfolg! Jetzt wirkte die Unterlage wirklich gemütlich, nicht zu hart, nicht zu weich. Darauf würde sich also schlafen lassen - auf jeden Fall wesentlich besser als auf einer dieser allseits bekannten dünnen Iso-Matten. Nach dem ersten Versuch also sollte die Matte wieder eingerollt werden. Dazu ist es erforderlich, die Luft wieder über das Ventil am Kopfende heraus zu drücken. Das erwies sich als gar nicht einmal so einfach und nahm wiederum einige Zeit in Anspruch, von der ich hoffte, ich würde sie auch bei meinen anstehenden Camping-Abenteuern entbehren können.
Gut, dass ich die Matte zuvor ausprobiert hatte! Beim nächsten Mal nämlich klappte das mit dem Selbst-Aufblas-Mechanismus wesentlich besser und ich musste nur ein ganz wenig Lungenkraft einsetzen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, während einige meiner Mitreisenden noch laut darüber fluchten, dass das bei ihren Matten ja nun gar nicht klappen würde - da hatten also andere Menschen es versäumt, den Erst-Versuch im heimischen Wohnzimmer zu unternehmen, was mich als alten Profi in Sachen Therm-A-Rest nun natürlich nur milde lächeln ließ.
Geschlafen habe ich auf der Matte übrigens hervorragend, fast wirkt sie wie eine Matratze. Und den Vergleich mit Iso-Matten oder Luftmatratzen muss dieses Produkt nun ganz gewiss nicht scheuen. Natürlich muss wesentlich mehr Geld dafür bezahlt werden als für konventionelle Camping-Liege-Unterlagen - aber dieses Geld, das habe ich am eigenen Leib erfahren, ist gut investiert, denn ein erholsamer Schlaf ist mir zumindest doch eine Menge wert. Geblieben sind letztlich übrigens nur die Probleme beim Zusammenrollen der Matte - einige Minuten dauerte das jedes Mal. Ansonsten aber war ich mit meinem Einkauf hoch zufrieden und kann die enstprechenden Modelle allen nur empfehlen, die auch außerhalb der eigenen vier Wände einen erholsamen Schlaf suchen.
Fazit: Erholsamer Schlaf ist möglich, aber kostet auch Einiges
09.11.2011 17:21
interessant ;)
25.06.2011 00:15
*lach* ich hätte wahrscheinlich nicht vorher getestet ^^
18.06.2011 13:32
Ein guter Tipp... wie unbequem habe ich schon in stickigen Zelten auf schwitzigen Luftmatratzen ausgeharrt ;-) Gruß, Juke