Einleitung:
Ich besitze den Thermaltake Polo 735 nun schon seit Dezember 2004, und habe ihn erst letzte Woche wieder mit einer neuen CPU gepaart. 5 Jahre in der schnelllebigen IT Branche sind nun doch einen Bericht wert hab ich mir gedacht.
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Erfahrungsbericht von ForlornSailor über Thermaltake POLO 735 Extreme 3 in 1 cooler Prozessorkühler 02.01.2010
Produktbewertung des Autors:
Verarbeitung
ausgezeichnet
Pro:
Extrem guter Lüfter, super Kühlleistung, passt auf viele CPUs
Kontra:
laut unter hoher drehzahl, schwer
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Einleitung:
Ich besitze den Thermaltake Polo 735 nun schon seit Dezember 2004, und habe ihn erst letzte Woche wieder mit einer neuen CPU gepaart. 5 Jahre in der schnelllebigen IT Branche sind nun doch einen Bericht wert hab ich mir gedacht. Gekostet hat mich der Thermaltake Polo 735 damals 24 €, und das ist so ziemlich die Obergrenze die ich bereit bin, für einen CPU Kühler auszugeben. Warum damals die Wahl auf den Polo 735 fiel, weiss ich heute noch genau, bzw. es zeigte sich, dass ich mit der Einschätzung genau richtig lag. Der Polo 735 wurde als "All in one" Kühler beworben, sprich, er passte auf damals alle aktuellen Intel und AMD Sockel. Ich baute damals ein Sockel A/462 AMD System mit der Top CPU Athlon XP 3200+. Die neuen Sockel 754 und 939 waren grade draussen, und ich wusste, es würde nicht lange dauern, da würde so ein System auch bei mir zu hause werkeln. Mit Hinblick auf die Zukunft wollte ich einen Kühler anschaffen, den ich auch weiterhin nutzen kann, und der auch dann leise bleibt und gut kühlt. Deswegen sollte es ein Vollkupfer Kühler werden. Ich fasse die weitere Nutzung kurz zusammen : 2006 ging es auf Sockel 939 mit einem AMD Athlon 4000+, 2007 ein Sockel 939 Athlon x2 4200+ und damit der erste Dual Core, und seit einer Woche ein Sockel 939 Athlon 3200+.
Lieferumfang:
Thermaltake liefert seine CPU Kühler oft in einem Pyramiden Plastik Blister, so auch im Falle des Polo 735. Praktischerweise ist er wiederverschliessbar, denn man benötigt nicht alle Teile zum Betrieb, und so habe ich die Verpackung aufbewahrt um die restlichen Teile nicht zu verlieren. Wie schon gesagt ist der Polo 735 ein Kühler für mehrere Sockel, und so findet sich für jeden Sockel eine eigene Befestigungsvorrichtung.
In der bebilderten Anleitung kann man gut sehen, welche Teile man für sein System benötigt, und diese dann am Kühler befestigen.
Weiterhin liegen 2 Lüftersteuerungen bei, ein grosser Knopf den man vorne in einem DVD/CD Laufwerksschacht befestigen kann, und ein kleiner, der an die Rückseite in einen PCI Slot gehört. Es gibt weiterhin einen Temperaturfühler, der optional angeschlossen werden kann.
Logischerweise ist natürlich der Kühler selbst, der Lüfter sowie ein mit dem Thermaltake logo gestantzer Lüftergrill enthalten.
Technische Daten:
Sockel 478 - Intel P4 Prescott 3.6GHz Sockel A/462 - AMD Athlon XP up to 3200+ Sockel 754/939 - AMD Athlon 64 Heatsink Ausmasse : 82mm x 65.6mm x 49mm (66 Kupferlamellen) Gewicht : 732 g Fan Geschwindigkeit : 2000 ±10% RPM bei 20oC , 5500 ±10% RPM bei 55oC Fan Ausmasse : 80x80x32mm Max. Air Flow : 26.50CFM at 20oC, 72.92CFM at 55oC Max. Air Pressure : 3.29mmH2O at 20oC , 9.06mmH2O at 55oC Noise : 21dBA at 2000RPM - 48dBA at 5500RPM Bearing Type : 2 Ball Bearing Power Input - 0.96~5.40W Lebensdauer : 80,000 Stunden Power Connector : 4 Pin
Verarbeitung & äusserer Eindruck:
Im ersten Moment denkt man : Boah ist der schwer. 732 gr sagt das Datenblatt, und damit ist der Polo 735 einer der schwersten Kühler seiner Zeit, und auch heute sind viele leichter. Die verarbeitung ist sauber, der Kupferbodes ist sehr eben aber nicht poliert, so dass leichte unebenheiten bleiben.
Installation:
Ich hab den Kühler bestimmt 5x auf und ab montiert, auf verschiedenen Sockeln. Egal auf welchem System, die Installation geht schnell und Problemlos, auch dank der sehr gut bebilderten Anleitung.
Am leichtesten ging es auf dem AMD Sockel 462/A , dort muss man nur die Metalhalterung an die Nasen vom Sockel einhaken und die Sicherung per Hand umlegen. Für die Montage auf dem AMD 754 und AMD 939 braucht man einen Schraubenzieher, und die Plastikhalterung am Mainboard, an der sonst die Kühler befestigt werden, muss abgeschraubt werden. In die blanken Schraubenlöcher kommen nun direkt die Halterungen für den Kühler, die nur festgeschraubt werden müssen.
Dann muss man sich für eine der 3 Arten entscheiden, wie der Lüfter geregelt werden soll:
- Man kann mit einem Jumper die Kontakte überbrücken, so dass der Lüfter ungeregelt auf voller Drehzahl läuft. Absolut nicht ratsam, später dazu mehr. - Man kann eine der beiden manuellen Lüftersteuerungen anschliessen, die werden direkt an den Lüfter gesteckt und von dort zum Gehäuse geführt. - Man schliesst den mitgelieferten Temperaturfühler an, den man zwischen CPU und Kühler klemmt, dann regelt sich der Lüfter nach der CPU Temperatur.
Im Betrieb:
Bei meinem ersten Einbau hatte ich mich dafür entschieden, den Lüfter ungesteuert laufen zu lassen - ein ganz grosser Fehler, nach wenigen Minuten schraubte ich den Rechner wieder auf. Auf 5500 Umdrehungen ähnelt der Klang einer Flugzeugturbine oder einem Staubsauger, ich übertreibe hier wirklich nicht, es ist unglaublich laut.
Der zweite Anlauf mit der Lüftersteuerung lief dann schon viel besser. Dreht man den Lüfter auf 2000 umdrehungen runter, ist er sehr angenehm leise, und aus dem Gehäuse so gut wie nicht wahrnehmbar. 21dba, die Thermaltake angibt, hauen da hin. Ab 3000 Umdrehungen nimmt man ein leises Beschleunigungsgeräusch war, dass mich persönlich noch nicht stört. Alles was über 3500 Umdrehungen geht, bezeichne ich dann als laut, es übertönt alle anderen Geräusche aus dem PC bei weitem.
Aber was sagt die Temperatur? Die erste CPU auf der der Polo 735 sass war ein richtiger Hitzkopf, der AMD XP 3200+ Barton auf dem Sockel 462. Mit andern Kühlern war die CPU schon kaum unter 60° zu halten unter last, mit dem Polo 735 ergab sich nun ein total neues Bild: Lässt man dem Lüfter freien Lauf, oder schliesst den Temperatursensor an, hält der Polo 735 die CPU deutlich unterhalb 50°, konzentriertes Arbeiten ist aber bei der Lautstärke nicht möglich.
Dreht man den Lüfter auf ~2500 Umdrehungen, ist er leise, aber die CPU pendelt sich bei ~60° ein. Ein Silent Betrieb mit 2000 Umdrehungen war nicht möglich, langsam aber sicher kletterte die Temperatur immerweiter und nach ca. 2 Stunden meldete sich bei 68° das Mainboard mit warnenden Pieptönen, dass die Überhitzung droht.
Die Jahre vergingen, ein neues System kam, der Polo 735 bliebt. Es wurde nun ein AMD 64 4000+ auf dem Sockel 939, und mit dieser CPU kam der Kühler hervorragend aus! Silent Betrieb 2000 Umdrehungen, niemals mehr als 40°, so lies es sich leben. Hier konnte man auch ohne bedenken den Temperatursensor einsetzen, ohne mit Hörschäden rechnen zu müssen.
2007 war die Zeit der dual cores, und der 4000+ musste einem dual core AMD 64 x2 4200+ weichen. Hier hab ich sofort gemerkt, diese CPU erzeugt doch deutlich mehr abwärme als der 4000+. Ein absoluter Silent Betrieb hatte wieder zur Folge, dass über die Zeit langsam aber sicher die Temperatur immer weiter steigt, bis zum Überhitzen brachte ich es hier nicht, aber 58° kamen vor. Die meiste Zeit hatte ich den Lüfter auf ~2700 Umdrehungen, da bliebt die CPU bei rund 43°-44°und die Lautstärke war akzeptabel.
Ende 2009, der x2 4200+ ist nun auch Geschichte (verkauft), und ich dachte mir: geben wir dem Polo 735 ein Rentner-dasein ohne viel Anstrengungen: er sitzt seit 2 Wochen auf einem AMD 64 3200+. Was soll man sagen, die CPU hat unter last 32°, der Lüfter steht auf Anschlag minimal Drehzahl, sprich 2000, und gibt keine störenden Geräusche von sich.
Etwas negativ fällt auf, dass der Kühler sehr schnell verstaubt. Man hat dann eine geschlossene Staubdecke direkt auf den Kupferlamellen unterhalb des Lüfters. Interessanterweise ändert das kaum etwas an der Kühlleistung. Ich hab den Polo 735 dennoch regelmässig entstaubt. Vermutlich trägt die bauweise, besonders die extrem engen Kupferlamellen, zum schnellen einstauben bei.
Fazit:
Mein persönliches Resumee ist einwandfrei: Ein Lüfter für 4 CPUs, was ich da über die Jahre gespart habe, hät ich mir selber nicht geträumt. Besonders überraschend ist, dass der Lüfter nachwie vor leise arbeitet! Die meisten Lüfter werden über die Jahre immer lauter, der von Thermaltake verbaute scheint von besonders hoher Güte zu sein.
Die Kühlleistung ist auch heute noch absolut ausreichend, wenn man bedenkt, dass einige der CPUs nicht mal geplant waren, als ich den Polo 735 gekauft habe, und trotzdem gibt es keine Probleme mit Installation und Betrieb.
Lautstärke wäre sicherlich ein Kritikpunkt, aber: Da man mehrere möglichkeiten hat den Lüfter zu regeln, und die 5500 Umdrehungen wirklich niemals im normalen Betrieb gebraucht werden, sehe ich hier kein Manko. Interessant wäre sicherlich zu schauen, wie weit man beim Übertakten mit dem Polo 735 kommt. Denn da ist extrem viel Luft nach oben, habe ich gemerkt.
Ein kleiner Tipp zum schluss: Den Polo 735, bzw. den baugleichen Venus 12 gibts aktuell für 5 € im Thermaltake eigenen Shop - für das Geld findet ihr keinen besseren Kühler! Nur aufpassen, dass er in euer System passt, denn er ist nicht mehr der jüngste ;)
Pro: gute Verarbeitung, gute Leistung, guter Preis Kontra: macht bei hoher Drehzahl extrem viel Krach, nur für alte Sockel
Bei der Recherche für die aktuellen eBay-Preise für den Kühler bin ich wieder auf faszinierendes gestoßen. Da hat jemand den Kühler samt XP 3200+ für 86 Euro verkauft. Ich hab für die Hälfte gleich noch ein Board dazu bekommen. Mal abgesehen davon, dass m ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich