Thirteen Days

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Die Welt am Abgrund!

5  02.04.2001 (18.07.2004)

Pro:
gute Schauspieler, spannend, authetisch

Kontra:
keine

Empfehlenswert: Ja 

Nilote

Über sich: Mal kurz reinschau - "sommerliche" Grüße an Alle :-)

Mitglied seit:15.12.2000

Erfahrungsberichte:69

Vertrauende:259

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 274 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Man kann durchaus sagen, dass die Welt am Rande des 3. Weltkrieges stand. Durch zahlreiche Spannungen zwischen den Supermächten war die Lage bereits sehr angespannt, aber mit der Stationierung von 32 Mittelstreckenraketen (Sandahl-S4-Atomraketen) durch die Russen auf Kuba begann die Eskalation. Somit waren unmittelbar vor der Küste Amerikas Atomraketen stationiert und es gab eine direkte Bedrohung.

Dem Regisseur Roger Donaldson ist es gelungen diese 13 Tage der Atemlosigkeit eindrucksvoll zu verfilmen. Ihm gelingt es dabei die damalige Situation sehr realistisch wiederzugeben. Vor allem bewälltigt er die Schwieriegkeit Der Film wird aus der Sicht des Sicherheitsberater Kenneth P.O'Donnel (gespielt von Kevin Kostner) geschildert.

Vor allem geht es in dem Film um die hoch explosiven Gespräche hinter den verschlossen Türen des Weißen Hauses. Präsident John F. Kennedy (gespielt von Bruce Greenwood) berät insgesamt 13 Tage darüber, wie Amerika reagieren soll. Sicherlich kann man kritisch anmerken, dass der Film sehr wortgewaltig geworden ist, aber gerade diese Debatten zeigen recht realistisch die große Problematik und Gefahr der damaligen Zeit.

Auslöser dieses Konfliktes war die Errichtung sowjetischer Raketenbasen auf Kuba in der Bucht von St. Chritsobal. Experten waren sich einig, dass die von ihnen fotografierten Basen mit 16 bis 24 Abschussrampen in etwa 14 Tagen einsatzbereit wären.

Die Sowjetunion wollte mit den Raketen zum einen Kuba vor einem erneuten Angriff schützen und sich zum anderen einen strategischen Vorteil gegenüber den USA in der Berlin-Krise verschaffen. Bei einer Invasion der Amerikaner wären sowjetische in Westberlin einmarschiert.

Aus diesem Grund wurde der amerikanische Plan zur Vernichtung der Raketen und Abschussrampen auch zurückgelegt. Als Alternative wurde eine Blockade Kubas erwogen. Am 22. Oktober forderten die USA die Sowjetunion auf, die Raketenbasen abzubauen und verhängte eine Quarantäne gegen Kuba. Die Sowjetunion sah diese schlicht als Piraterie an, weshalb der Konflikt zu eskalieren drohte und ein offener Krieg nicht mehr ausgeschlossen schien.

John F. Kennedy verkündete in einer landesweiten Fernsehansprache, dass er die Russen mit einer Seeblockade zum Rückzug zwingen wolle. Daraufhin bricht in ganz Amerika Panik aus, da die Bevölkerung mit einem Krieg rechnet. Das Volk stürmt die Lebensmittelläden und deckt sich mit dem nötigsten ein.

Hinter den Türen des Weißen Hauses wird heftig diskutiert und verhandelt. Kennedy will auf gar keinen Fall einen Dritten Weltkrieg riskieren. In dem Film wird immer wieder die nervenaufreibende Stimmung im Weißen Haus deutlich gemacht. Sicherlich ist dieser Film weniger etwas für reine Actionfans, denn der Film ist doch relativ Dialoglastig, was ihn jedoch noch mehr Authenzität verleit.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass der Film immer wieder in seinen Szenen zwischen schwarz-weiß Bildern und Farbbildern wechselt, da einige Szenen Originalmaterial aus dieser Zeit sind. Ich denke, dass dieser Film auf jeden Fall sehenswert ist, da er sehr authentisch ist und die Schauspieler die gesamte Situation sehr gut vermitteln können.

Im Nachhinein wurde die Stationierung der Raketen auf Kuba im Übrigen als Fehler angesehen, da das globale Kräfteverhältnis damals sehr zuungunsten der Sowjetunion ausfiel und sich daran nicht änderte. Statt dessen vervielfachte sich lediglich die Gefahr einer nuklearen Katastrophe um ein vielfaches. Die Krise wurde zum Wendepunkt des Kalten Krieges.

In der Folgezeit verständigten sich beide den Weg zur Rüstungskontrolle und zu einer weltweiten Entspannungspolitik. Bereits im Juni 1963 wurde der erste Abschluss von Rüstungskontrollvereinbarungen gemeldet. Vorerst ging es dabei jedoch nicht um die Verminderung bereits vorhandener Potentiale, sondern die Verbreitung von Kernwaffen einzudämmen.

Zudem sollten die Nukleartests eingeschränkt werden. Um die Gefahr einer erneuten Krise zu minimieren wurde der "heiße Draht" eingeführt. Schnelle und zuverlässige Nachrichtenverbindungen waren notwendig, um mehr Sicherheit durch bessere Informationen zu schaffen. Im August wurde ein weitere Vertrag unterzeichnet, mit dem Kernwaffentests eingeschränkt werden sollten. Des weiteren wurde mit dem Nichtverbreitungsvertrag die Zahl der Atommächte in einem überschaubaren Rahmen behalten.

Trotz der vielen langen Dialoge und der Tatsache, dass Action eine untergeordnete Rolle spielt, ist dieser Film für mich absolut sehenswert. Gerade die extreme Spannung, die durch die verbalen Auseinandersetzungen entsteht ist grandios. Vor allem Greenwood und Kostner überzeugen mit ihrer Darstellung gänzlich. Gerade Mimik und Gestik sind in diesem Film von großer Bedeutung und man nimmt beiden Schauspielern ihre Rollen absolut glaubwürdig ab. Allerdings wirken dadurch auch einige Szenen zu langatmig und man wünscht sich vor allem von Kostner mehr Dynamik. Diese Rolle hätte man mit diesem Schauspieler noch stärker ausprägen können.

Gelungen und auch realistisch finde ich die Gesamtdarstellung der damaligen Krisensituation, wenngleich natürlich immer nur Teilaspekte in dem Film untergebracht werden könne. Die Historiker unter uns werden sicherlich einige Personen und Ereignisse vermissen, die durchaus wichtig gewesen wären. Allerdings befürchte ich auch, dass der Film dann zu langatmig und zu stark zu einer Dokumentation verkommen wäre.

Erstaunlich und angenehm finde ich auch, dass der extreme Patriotismus vieler amerikanischer Filme hier keine zu großen Ausmaße annimmt. Aber überzeugt euch selber!

[ Wenn Euch etwas an dem Beitrag fehlt und er nicht den Maßstäben entspricht, bitte ich aus Fairnessgründen um einen Kommentar. Ich werde dann versuchen, Ergänzungen vorzunehmen! Danke! ]

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
DLG1285

DLG1285

01.09.2004 13:11

Werde nur den Film wahrscheinlich auch auf DVD kaufen... LG --- DLG1285

MusikerFranky

MusikerFranky

29.05.2004 23:11

Von diesem Film hab ich noch net gehört... Aber SH-Bericht! Liebe Grüße. Franky.

Dr.Claudia

Dr.Claudia

17.05.2004 12:25

Den hab ich leider immer noch nicht gesehen ... LG, Claudia

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