Thirteen Days

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Als unsere Eltern den Atem anhielten...

4  08.11.2001 (12.11.2001)

Pro:
Geschichte pur

Kontra:
Keine darstellerischen Qualitäten

Empfehlenswert: Ja 

Drea-2170

Über sich: Bay. Bee. Pause.

Mitglied seit:11.12.2000

Erfahrungsberichte:118

Vertrauende:79

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer sich diesen Film ansieht, muss darauf gefasst sein, dass ihn hier lediglich eine verfilmte Geschichtsabhandlung erwartet. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber: Wer sagt denn, das Geschichte nicht ungemein spannend sei…


Der Inhalt:

Das Jahr 1962 : John F. Kennedy ist Präsident der Vereinigten Staaten und baut gerade mühsam sein, nach dem "Schweinebucht-Fiasko" vor Kuba lädiertes, politisches Image wieder auf. Das Wettrüsten mit der UdSSR läuft auf vollen Touren. Beide Supermächte testen ihre neu entwickelten Atomwaffen und beäugen kritisch die Vorgehensweisen der "Gegner".

In dieser Zeit entdeckt ein U 2 – Aufklärungsflugzeug auf Kuba russische Aktivitäten – allem voran die Stationierung von gegen die USA gerichteten Langstreckenraketen, welche bequem jede Großstadt in den Staaten vernichten könnten.

Umgehend beginnen im Stab um JFK hektische Aktivitäten, welche sich umso schwieriger gestalten, weil die Angelegenheit bezüglich der angespannten politischen Lage nicht an die Presse und somit an die Öffentlichkeit getragen werden soll. Aus diesem Grund wird der Krisenstab um Kennedy auch möglichst klein gehalten und besteht nur aus JFK selbst, seinem Bruder und Staatssekretär Robert Kennedy, dem Politberater Kenneth O’Connell und den Vertretern und Befehlshabern der Navy, Army und der Luftwaffe.

Doch selbst dieser relativ kleine Stab ist sich in der weiteren Vorgehensweise sehr uneinig.
Die Kennedys und O’Connell bevorzugen eine weitestgehend diplomatische Lösung ohne große Verluste von Menschen und Material. Diese Einstellung werten viele Politgegner als Schwäche und Feigheit des Präsidenten.

Die Militärs jedoch würden am liebsten sofort "losschlagen" und sämtliche Raketenstellungen auf Kuba mit einer Überraschungsangriffswelle vernichten. Doch da während dieser Aktionen vermutlich auch viele Kubaner und russisches Bodenpersonal getötet werden würde, wäre ein sofortiger, höchstwahrscheinlich atomarer, Rückschlag der Sowjetunion die Folge. Auch das Landen von Bodentruppen wäre gefährlich, weil eine Vielzahl amerikanischer Soldaten vermutlich ihr Leben lassen müsste. Zudem besteht bei einer Invasion Kubas die Gefahr, dass die UdSSR sofort als Gegenmaßnahme das politisch ebenso wichtige Berlin besetzen würde.

Und so entschließt sich Kennedy mit viel Gegenwind aus den militärischen Reihen, zu einer Seeblockade Kubas, was bedeutet, das sämtliche, Kuba ansteuernde, russische Frachtschiffe von der Navy kontrolliert werden und abgewiesen werden, falls sich Waffen an Bord befinden. Diese werden jedoch teilweise von russischen U-Booten begleitet, wie sich später herausstellt, was die Kontrollen erschwert.

Als die Situation sich zuzuspitzen droht, scheint sich via privater Mittelsmänner eine Lösung anzubahnen: Der russische Präsident Chrustschow signalisiert durch einen Freund inoffiziell eine Gesprächsbereitschaft über eine friedliche Lösung mit gegenseitigen Zugeständnissen. Dieses wird Tags darauf von einem Schreiben, ebenso inoffiziell, bestätigt, jedoch durch ein weiteres Schreiben, dessen Inhalt Züge des Politbüros aufweist, gleich wieder dementiert. Dieses führt zu einer weiteren großen Unsicherheit, da man nicht sicher ist, welches der beiden Schreiben nun politisch relevant ist.

Ferner wächst der Druck der UNO auf die USA. Die militärischen, einseitig erscheinenden Aktivitäten werden nämlich mit wachsendem Unmut von dort beobachtet. Ebenso drängen die Vertreter der US-Streitkräfte Kennedy zu härteren Maßnahmen. Und immer mehr Informationen scheinen an die Öffentlichkeit durchzusickern.

Und während beide Supermächte schon beinahe die Finger auf den "roten Knöpfen" haben entschließt sich Kennedy zu einem militärischen Schritt, nicht ohne seinen Bruder Robert zu einem letzten klärenden Gespräch mit dem sowjetischen Botschafter zu schicken, um der UdSSR ein letztes diplomatisches Angebot zu machen...


Fazit:

Informativ und unterhaltend (wenn ich das in Anbetracht der damaligen, brisanten Lage schreiben darf.).

13 Tage amerikanische Geschichte. Gutes Material für den Unterricht, aber mit Sicherheit kein cineastisches Highlight.

* * * *


Weitere Infos und Eindrücke (dürfen bei Desinteresse "überscrollt" werden !!!):


FILM-FACTS:

Laufzeit: 139 Minuten
F S K: ab 12 Jahren


Darsteller:

Kevin Costner (Kenneth O’Connell)
Bruce Greenwood (J F K)
Steven Culp (Robert Kennedy)
Weitere: Ed Lauter, William H. Macy u. v. m.


Die darstellerische Leistung kommentiere ich hier lieber nicht weiter. Sämtliche Darsteller wurden vermutlich hauptsächlich wegen der optischen Ähnlichkeiten mit den Figuren ausgewählt und wirken daher schauspielerisch eher blaß. ABER: Die Ähnlichkeiten sollen verblüffend sein, wie mir meine Mom versicherte.


Meine Eindrücke:

Bei "Thirteen Days" hatte ich eigentlich eine reißerische Verfilmung mit Polit-Thriller-Kawumm erwartet. Dem ist aber nicht so. Was wir sehen, ist eine filmische Abhandlung der Ereignisse aus amerikanischer Sicht. Wurde hier stellenweise ein sehr "Anti-Sowjetisches"-Image aufgebaut, so schwindet das in den letzten Minuten des Filmes endgültig, als der sowjetische Botschafter zu Bobby Kennedy sagt, dass die "Russen" auch nur Menschen sind und eine nicht minder große Angst vor dem Atomkrieg haben. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kleiner Tip:

Hilfreich war es für mich, dass ich mir diesen Streifen zusammen mit meinen Eltern angesehen habe. So bekam ich gleichzeitig viele weitere Infos zum damaligen Geschehen, bei dem unsere Vorgängergeneration hautnah dabei war. Und aus diesem Grunde empfehle ich jedem, der diesen Film sehen will, ihn sich nach Möglichkeit mit Leuten anzusehen, die in dieser Zeit schon ein politisches Bewußtsein hatten und somit die Lage aufmerksam verfolgt hatten. Ich fand es hochinteressant, die Eindrücke meiner Eltern von damals zu hören (mein Vater z. B. war zu diesem Zeitpunkt beim Bund und inoffiziell war die Truppe in Alarmbereitschaft !!!), denn vorher war die "Kuba-Krise" nie ein Gesprächsthema bei uns.

Und da nölt man immer, wenn die "Alten" von den guten, alten Zeiten reden…vielleicht werden wir in 30 Jahren unseren Kindern von der (hoffentlich) glücklich überstandenen Terror-Krise berichten.

In diesem Sinne,

liebe Grüße und viel Erfolg Euch allen,


Andrea

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ihmchen

Ihmchen

28.05.2002 12:33

Ich versuche meiner Tochter auch geschichte nahezubringen (eins meiner Hobbys), ist aber leider nicht einfach... Klappt nur wenn ein Bezug zum Tagesgeschehn da ist als Vergleich. Dieser Film ist IMHO enorm gelungen und sehr wichtig- für die Jugned, obwohl die leider wohl kein Interresse daran hat/hatte. No Sex, No Drugs and no Handy... Gruss Frank

Jonnycheck

Jonnycheck

15.11.2001 18:52

Jetzt langt's! Bei der Qualität die Du hier regelmässig ablieferst, bleibt mir gar nichts anderes übrig als dich endlich in mein NdV aufzunehmen. Das haste nu davon ... *g*

Jonnycheck

Jonnycheck

15.11.2001 18:52

Jetzt langt's! Bei der Qualität die Du hier regelmässig ablieferst, bleibt mir gar nichts anderes übrig als dich endlich in mein NdV aufzunehmen. Das hast nu davon ... *g*

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