Leonardo Dicaprios Reifeprüfung!
12.10.2001
Pro:
Darsteller, Regie, Bilder
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
„Scandal“-Regisseur Michael Caton-Jones lief nach seinem bedingt erfolgreichen Abstecher ins Komödienfach mit „Doc Hollywood“ (1991) mit seinem vierten Film, einem authentischen Coming-of-Age-Drama aus den US-50ern, das auf Tobias Wolffs hochgelobten Memoiren basiert, wieder zur Höchstform auf, dank der großartigen Schauspieler. Die alleinerziehende, vom Leben nicht gerade verwöhnte Mutter Caroline Wolff (Barkin) und ihr schwieriger Sohn Tobias (DiCaprio) ziehen ziellos durch das Amerika der 50er, bis 1957 der anscheinend herzensgute Witwer Dwight Hansen (De Niro) um ihre Hand anhält. Sie heiratet ihn, um der Erziehung ihres Jungen willen. Doch dann entpuppt sich Dwight als tyrannischer Spießer...
„This Boy’s Life“ basiert auf der Autobiographie von Tobias Wolff, die 1989 in den USA wegen ihrer unsentimentalen Erzählweise großes Aufsehen erregte und mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem „Time Book Award for Biography“. Leonardo Dicaprio, der zuvor in mehreren TV-Serien spielte und sein Leinwanddebüt in „Critters 3“ (1992) gab, bewährte sich in dieser kraftvollen, packenden, mitreißenden, excellenten Charakterstudie als ernstzunehmender Schauspieler. Lange bevor DiCaprio, der im folgenden Jahr eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller für „Gilbert Grape“ bekam und als romantischer Held der 1997er Kassenerfolge „Titanic“ und „Romeo & Julia“ zu dem Superstar seiner Generation avancierte, lieferte er hier ein beeindruckendes, bewegendes und höchst glaubwürdiges Debüt in seiner ersten Hauptrolle ab.
Seine bereits renommierten Co-Stars Robert De Niro und Ellen Barkin geben ebenso eindrucksvolle, preisverdächtige Vorstellungen: De Niro glänzt einmal mehr durch die füchterliche Intensität, die er in seine excellent gezeichnete Figur bringt inkl. dem nordwestlichen Akzent im Original, und die Szenen mit DiCaprio sind wahrlich großartig, bei denen sich der Newcomer als überraschend ebenbürtig zeigt und den großen De Niro mit seinem frischen Spiel fast an die Wand spielt. Barkin hat in dem wuchtigen Vater-Sohn-Krieg eine relativ passive Rolle. Sie läßt den Tyrannen gewähren, da sie glaubt daß dies so richtig sei. Barkin widerlegt, so sexy wie eh und je, die Annahme der Kritiker, sie könne nur sexy Blondinen spielen wie in „The Big Easy“ (1986). Die Co-Besetzung besteht aus gut gecasteten jungen Gesichtern.
Regisseur Caton-Jones verzichtet vorwiegend auf dramaturgische Tricks und Sentimentalität und verläßt sich auf die Kraft der emotional packenden Geschichte. Einige Kritiker bemängelten, daß diese außerordentlich gelungene, werkgetreue Literaturverfilmung oftmals die von Wolff schön detailliert erzählte Story vereinfache und etwas grob auslege, wodurch die Zeitsprünge in der Story etwas auf den Magen schlage. Der gemeine Zuschauer, der das Buch nicht gelesen hat, wird sich angesichts der mitreißenden Inszenierung daran nicht stören und es als notwendigen Umstand ansehen, der beim Übertrag von dem einen zum anderen Medium geschieht, ja gar geschehen muß.
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22.10.2001 18:40
Vor kurzen hab ich den Film gesehen. Ich fand den einfach nur irre und bin nun verzweifelt auf der Suche nach dem Buch. Meine Bewertung ist deswegen nur ein *** HiLFREiCH *** weil ich der Ansicht bin, dass du den Inhalt doch etwas detaillierter wiedergeben solltest. Diese 5 Zeilen würden nicht reichen, mich von dem Film zu überzeugen, wenn ich ihn nicht kennen würde. Liebe Grüsse <-FrankY-> :)
13.10.2001 02:53
Hey Süßa, der kleine Leo macht mich noch ma fertig, der ist sooooo süß
12.10.2001 23:45
hab den film gesehn wo er mal bei prosieben lief und fand ihn auch total klasse!