So macht Fernsehen Spaß!
28.07.2006
Pro:
Gutes Bild dank Röhre, viele Anschlüsse, viele Konfigurationen, 16zu9
Kontra:
Anschlüsse für externe Lautsprecher fehlen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Bedienung
Zuverlässigkeit
mehr
 N8wind
Über sich:
Solange hier nicht die Qualität der Berichte zählt, sondern in welcher Seilschaft man ist, hab ich k...
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Ich fange den Bericht jetzt mal mit dem Fazit an. Sozusagen als Schnellüberblick für Eilige. Dann braucht nur weiterzulesen, wer genaueres wissen will. Also: ich bin froh, dass ich diesen Fernseher gekauft habe. Mit der Qualität und den Leistungen bin ich zufrieden, mit dem Preis sowieso. Mit der Bedienungsanleitung komme ich trotz Mängeln zurecht. Gut aussehen tut das Gerät auch. Und auch mit der Ausstattung fühle ich mich mit Ausnahme der fehlenden Lautsprecheranschlüsse gut versorgt. -<>-<>-<>- Wie es zu dem Kauf kam -<>-<>-<>-
Ich bin Bild- und Tontechniker bei einer Fernsehanstalt, und nicht nur ich, sondern auch unsere Bildingenieure und alle Leute, die nicht unbedingt verkaufen müssen, sondern statt dessen über Qualität reden dürfen, finden, dass bisher immer noch Bildröhren den Flachbildschirmen in der Bildqualität überlegen sind. Da ich das so sehe, dass ein Fernseher dazu da ist, ein Bild zu machen, bin ich nicht allein berufsbedingt der Meinung, dass eine gute Bildqualität das A und O an einem Fernseher ist. Somit kam für mich summa summarum nur ein Röhrenfernseher in Frage, um meinen etwas altersschwach gewordenen Fernseher abzulösen. Selbstverständlich wollte ich bei dieser Gelegenheit gleich einen 16:9 Fernseher erwerben, da das das zukünftige Bildformat des Fernsehens werden wird. Vielleicht an dieser Stelle ein paar Grundsätzlichkeiten zu 16:9... Natürlich kann man auch auf einem herkömmlichen 4:3 Fernseher 16:9-Sendungen schauen. Jeder kennt aber wohl die schwarzen Balken, die dabei oben und unten das Bild begrenzen. Da man ja das ganze Bild sehen möchte, das 16:9 Bild aber breiter ist als das 4:3, gibt es halt nur die Möglichkeit, das Bild in ganzer Breite, aber gleichzeitig in verringerter Höhe zu gucken. Bei einem 16:9 Gerät haben wir das umgekehrte Problem: Da das 4:3 Bild schmaler ist, wird bei 4:3 Sendungen auf einem 16:9 Gerät die volle Höhe gezeigt, aber dadurch hat man nun schwarze Balken nicht mehr oben und unten, sondern links und rechts. Es ist aber nun falsch, anzunehmen, dass es deswegen egal ist, welches Bildformat der Fernseher hat, da man beim "falschen" Format eh immer irgendwo Balken hat und dass man deswegen ruhig auch einen großen 4:3 Fernseher nehmen kann, um 16:9 Sendungen zu schauen. Das 16:9 Bild wird nämlich zur Darstellung auf einer 4:3 Mattscheibe in sogenanntes Letterbox umgewandelt. Das heißt: die volle Anzahl von 576 Zeilen des Bildes wird auf 432 heruntergerechnet und dann oben und unten wieder auf 576 aufgefüllt - und zwar mit den bekannten schwarzen Balken. Daraus folgt, dass das "Netto"-Bild eine schlechtere Qualität bekommt, weil die Auflösung nur noch 432 Zeilen statt 576 Zeilen beträgt. Die volle Auflösung und Qualität eines 16:9 Bildes ist also nur auf einem 16:9 Bildschirm gegeben. Ich verbrachte also einige Zeit damit, nach einem 16:9-Röhrenfernseher zu suchen, wobei es mir fast, aber eben nur fast egal war, was er kosten würde, und gleichzeitig war das Angebot an 16:9-Röhrenfernsehern schon recht dürftig geworden war. Ein
Bilder von Thomson 32 WB 642 S
Online-Kauf kam dabei für mich nicht in Frage, da ich vor dem Kauf unbedingt das Bild mal sehen wollte, ob es auch gut ist, und das ist bei einem Onlineangebot ja wohl ausgeschlossen. Am 19.07. wurde ich dann endlich im MediMax in Düsseldorf fündig. Da stand dieser Thomson und wurde als Restposten für 399,- € angeboten - sogar inclusive passendem Standfuß, der als Regal für Videorekorder, DVD-Spieler, usw. gestaltet ist! Da ich mir im Laden das Bild ansehen konnte (besonders das 4:3 Bild, bei dem es wie schon gesagt, seitlich schwarze Balken gibt. Und da muss man darauf achten, dass die Ränder auch gerade sind und nicht schief oder wellig - denn senkrechte Ränder sind mit einer Bildröhre wesentlich schwieriger hinzubekommen als waagerechte) und für gut befand, schlug ich direkt zu, denn das war nach meinen bisherigen Sondierungen ein super Angebot (angeblich war das Ensemble sogar von 999,- € herabgesetzt, aber solche Angaben sind ja immer mit Vorsicht zu genießen). Der Standfuß wird übrigens zerlegt geliefert und muß mit Ikeabana, der schwedischen Möbelsteckkunst, selbst zusammengebaut werden. Das war mit der beigelegten Anleitung aber relativ einfach, wenn auch bei 30° Hitze recht schweißtreibend, denn da der Fuß wegen des Gerätegewichts (s. unten) ziemlich massiv ausgeführt ist, sind da relativ schwere Teile zu handhaben.
-<>-<>-<>- Beurteilung -<>-<>-<>- Das ist schnell gesagt: ich finde die Bildqualität sehr gut - Kontrast, Helligkeit, Schärfe und vor allem, wo die Flachbildschirme schwächeln: die Tonwertabstufungen. Die senkrechten Kanten bei 4:3 Bildern sind fast makellos. Übrigens IST das Gerät wörtlich genommen ein Flachbildschirm: die Bildröhre hat einen ebenen Bildschirm - das Gerät selber ist nur kein Flachgerät (s. technische Daten). Das Gerät ist schmuck, gerade in Kombination mit dem passenden Standfuß. Des weiteren ist für mich positiv, dass das Gerät 4 AV-Anschlüsse für externe Geräte hat. Das ist wichtig, wenn man in einer Gegend wohnt, wo Fernsehen nur noch per DVB-T und/oder Satellit empfangen werden kann, denn dafür braucht man ja externe Receiver. AV1 und AV2 sind Ein- und Ausgänge und als Scartbuchsen an der Rückseite des Gerätes ausgeführt. AV3 ist nur ein Eingang, ist aber wahlweise als Scartbuchse an der Rückseite oder S-Video/Cinch-Buchsen an der Vorderseite zu benutzen. AV4 ist ein Satz aus 5 Cinchbuchsen für Videokomponenten und Audio an der Geräterückseite. Dort gibt es auch noch 3 Audioausgänge (Cinch), und zwar 2 für L/R und einen für einen externen Subwoofer. Last not least gibt es vorne noch einen Kopfhöreranschluss für 3,5 mm Klinkenstecker.
Oh Gott, was soll ich denn jetzt alles über die Fernbedienung und über die Funktionen des Fernsehers schreiben? Das wird ja ein abendfüllender Bericht... Und wenn ich erst einmal einsteige, dann komme ich am Ende von Hölzchen auf Stöckchen... Ich versuche, mich auf das wichtigste zu beschränken. Funktion "Erstinstallation" - geschenkt: Sprachauswahl sinnvoll, aber beim Empfang per Satelliten- oder DVB-T-Receiver nervt der automatische Ur-Suchlauf, der dann eh nix findet, nur.
Das Gerät bietet verschiedene Möglichkeiten der Ton- und Bildeinstellungen. * Mono, Stereo und Kanal 1/2 * verschiedene Tonmodi zum Aufpeppen des Stereoeffekts * Dynamic-Bass-Funktion zur Anhebung der Bässe * graphischer 5-bandiger Equalizer * voreingestellte Klangprofile (Sprache, Musik, flach, ...) * Für den Fall, dass man den Ton lieber über eine externe Stereoanlage hören will, kann man die eingebauten Lautsprecher bzw. den Subwoofer abschalten * Extramenü für separate Einstellungen für den Kopfhörerton * ... *
Insgesamt muss ich sagen, dass der Klang, die Tonqualität mit den eingebauten Lautsprechern nicht gerade überwältigend ist. Aber das ist bei Fernsehern ja immer so. Ein Fernsehergehäuse ist eben seltenst akustisch hochwertig konstruiert. Deshalb hatten wir bei dem alten Fernseher auch richtige Lautsprecherboxen daneben stehen, damit war der Klang wesentlich besser. Bei diesem Gerät geht das leider nicht, denn erstens hat es keine Anschlüsse für externe Lautsprecher (nicht zu verwechseln mit den externen Audioausgängen - an denen könnte man natürlich Aktivboxen betreiben, wenn man Aktivboxen hätte) und zweitens ist das Gerät so breit (s. weiter unten) dass da kaum noch externe Boxen neben passen. * vorgefertigte Profile für Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farbe (Film, Studio, Sport, Kamera, ...)* natürlich kann man diese Werte auch persönlich, einzeln einstellen * verschieden einstellbare Rauschunterdrückung * verschiedene Bilddarstellungsmodi (Progressive Scan, 100 Hz oder HiPix) * Farbtemperatur * Schön: man kann die Bildlage einstellen, d.h.: das Bild rechts oder links herum rotieren, um es genau senkrecht auszurichten * ... *
Nicht zuletzt kann man natürlich auch das Bildformat umschalten: zwischen 4:3 und 16:9 natürlich, dazwischen gibt es aber auch noch ein paar Zoom-Modi. Mit "Zoom 16:9" kann man z.B. ein 4:3 Bild auf volle Schirmbreite zoomen. Klar, dass dabei die oberen und unteren Bildbereiche abgeschnitten werden. Das bietet sich daher eher für Sendungen an, die eh im Letterboxformat gesendet werden, also schon "von Haus aus" oben und unten eh nur schwarze Balken haben. Das Bild wird dabei natürlich aufbereitet, denn sonst würde man im Zoom ja eine gröbere Zeilenstruktur sehen. Ich muss sagen, dass mir diese Aufbereitung bisher gut gefallen hat, denn man sieht keine negativen Begleiterscheinungen, die theoretisch dazu gehören, wie Schärfeverlust oder Schlieren. Des weiteren hat der Fernseher eine Kindersicherung * Videotext mit div. Funktionen * eine Uhr, die vom Videotext getaktet wird, und die auch eine Weckerfunktion hat * Programmübersicht: eine Art elektronische Programmzeitung, die ihre Informationen aus dem Videotext extrahiert * eine Bild-im-Bild Funktion, auch wieder mit verschiedenen Modi * zu den AV-Anschlüssen kann man einstellen, mit welcher Art von Signal sie besaftet werden (RGB, S-Video, FBAS) und man kann sie mit Namen versehen.
All das wird natürlich mit der Fernbedienung gehandhabt. Wie bei zeitgenössischen Geräten üblich, kann man am Gerät selber außer ein- und ausschalten praktisch nichts mehr machen. Auf der Fernbedienung gibt es eine Taste "Menü" und ein paar dazugehörige weitere Tasten, mit denen man die Welt der Einstellmenüs und Untermenüs betreten und sich in dieser austoben kann. Daneben bietet die Fernbedienung "die üblichen Verdächtigen": Programmwahltasten (als 10ertastatur und als +/- Wippe) * Stummschaltung * Lautstärkewippe * Videotext * Freeze * mehrere Tasten zum Umgang mit der Bild-im-Bild-Funktion * Licht (dann werden einige Tasten von unten beleuchtet * Standby * Tasten für die Programminformation * Interessant ist die Taste "Presets": damit kann man ein funktionsreduziertes Schnellmenü für Bild- und Toneinstellungen aufrufen. Dann gibts es natürlich 2 Tasten, um die verschiedenen Bildformate (4:3, Zoom, 16:9, usw.) durchzuzappen. Auf der Fernbedienung sind auch Tasten für die Bedienung eines Videorekorders vorhanden, denn - man höre und staune - die Fernbedienung ist angeblich eine Universalfernbedienung und lässt sich mit Hilfe von in der Bedienungsanleitung angegebenen Herstellercodes auch zur Bedienung etlicher Videorekorder, DVD-Spieler, Receiver u.ä. verwenden. Das habe ich allerdings bisher noch nicht getestet. Jedenfalls ist auch noch eine Tastengruppe vorhanden, um zu wählen, welches Gerät man jetzt gerade bedienen will. Auffällig fand ich, dass es keine Tasten mehr gibt, um die Bildwerte Helligkeit, Kontrast und Farbe direkt zu regeln. Das geht nur über das Menü. Ich halte das für eine Art Fortschritt, denn diese Regelungsmöglichkeiten habe ich an einem Fernseher seltenst benutzt. Bei den Bildformaten ist mir positiv aufgefallen, dass es an diesem Gerät NICHT diese unsägliche Zoomfunktion gibt, die ein 4:3-Bild auf 16:9 aufbläst, indem es dies einfach in die Breite zieht, aber in der Form, dass die Bildmitte richtig formatiert bleibt und die seitlichen Bildbereich gestreckt werden. Das habe ich schon an einigen anderen Geräten gesehen und finde das Ergebnis entsetzlich.
Die Bedienungsanleitung ist ein Taschenbuch im A4-Format und ca. 1,5 cm dicke, weil sie 15sprachig ist. Deutsch kommt nach Französisch gleich an 2. Stelle (Englisch erst an 4., ätsch!) und umfasst 25 Seiten. Im Prinzip beschreibt sie alle Bedienungsmöglichkeiten des Gerätes und ist durchaus verständlich, aber ich finde, bei einigen Punkten könnte sie ruhig etwas genauer beschreiben, worum es überhaupt geht. Z.B.: statt zu erläutern, was ein Bilddarstellungsmodus von 100 Hz genau bedeutet, steht dort nur: "Verbessert die Farbwiedergabe". Aha, schön, aber habe ich dann doch mehr von, wenn ich einfach selber alles ausprobiere, als wenn ich die Bedienungsanleitung zu Rate ziehe. Dieses Prinzip der Oberflächlichkeit taucht in der Bedienungsanleitung noch an einigen anderen Stellen auf, leider auch bei dem wichtigen Punkt der Bildformate. Meiner Meinung nach sollte man dem Nutzer an dieser wie an anderen Stellen schon etwas technischen Hintergrund geben, damit er weiß, was er da überhaupt tut. -<>-<>-<>- Technische Daten -<>-<>-<>-
Bildschirmdiagonale = 82 cm (32") Gehäuseabnessungen = H 65,9 cm / B 90,4 cm / T 57,7 cm. Das ist schon ein Riesenkasten, der durchaus Aufstellungsprobleme bereiten kann. DA sind Flachbildschirme durchaus im Vorteil. Vor allem kommt noch - im wahrsten Wortsinne - hinzu: Gewicht = 55 kg Diese Werte sind aber ein systembedingter Nachteil, bei Röhren-16:9s geht das leider nicht anders. Audio-Musikleistung = 2 x 20 W (L/R) + 1 x 40 W (Subwoofer) Betriebsleistung = 125 Watt Eine Angabe zur Leistungsaufnahme im Standby habe ich leider nicht gefunden. -<>-<>-<>- Verabschiedung -<>-<>-<>-
So, jetzt hab ich keinen Bock mehr, noch mehr zu schreiben. Sicher habe ich das eine oder andere vergessen, aber ich denke, man hat sich ein Bild von dem Produkt machen können und vielleicht kann man nachvollziehen, warum mein Fazit so positiv ist. Es grüßt: der N8wind :-)
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29.07.2006 19:22
Klasse Bericht,klasse Fernseher. LG Hannelore
28.07.2006 09:20
Für den Preis ein echtes Schnäppchen und dann noch inkl. Rack. Ich hätte auch direkt zugeschlagen !!!! Gruß OverAndOut
28.07.2006 03:04
Info pur - was soll ich sagen - "bh". ;o) LG Thomas