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Dieser Bericht ist der Beginn meiner Tibet-Reihe. Mit dieser Reihe möchte ich neben den Buchberichten auch umfassend über Tibet informieren. Vorab möchte ich die Frage behandeln ob Tibet nun immer schon ein Bestandteil Chinas war - wie China behauptet - oder ein unabhängiger Staat war als ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von templerthomas über Tibet / Kazuyoshi Nomachi 14.03.2008
Produktbewertung des Autors:
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durchschnittlich
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
grandiose Aufnahmen, gute Einführung in die Tibet - Thematik
Kontra:
keine
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Vorwort:
Dieser Bericht ist nun leider sehr aktuell...
Dieser Bericht ist der Beginn meiner Tibet-Reihe. Mit dieser Reihe möchte ich neben den Buchberichten auch umfassend über Tibet informieren. Vorab möchte ich die Frage behandeln ob Tibet nun immer schon ein Bestandteil Chinas war - wie China behauptet - oder ein unabhängiger Staat war als die chinesischen Truppen Tibet besetzten. Ich möchte damit alle an Tibet interessierten Leser informieren, dieser Teil wird auch im Buch angesprochen -wenn auch in kürzerer Form. Ich denke jeder der sich mit Tibet beschäftigt sollte aber diese Hintergründe kennen, auch bevor man Bücher über Tibet kauft.
Wer sich dafür nicht interessiert kann den Teil ja überspringen - die Infos und meine eigene Meinung zu einem der besten Bücher über Tibet folgen nach der Punktierung.....
Die Geschichte Tibets/Chinas bis 1912
Die chinesische Regierung behauptet nach wie vor, daß Tibet "historisch ein untrennbarer Teil des chinesischen Hoheitsgebietes ist.
Die chinesische Regierung greift zur Untermauerung der Theorie Tibet habe schon immer zu China gehört weit zurück. Im 7. Jahrhundert hatte sich der tibetische König Songtsen Gampo eine chinesische Prinzessin aus Chang´an (heute Xi´an) zur Frau genommen. In Beijing glaubt man, deshalb sei der Anschluß Tibets an China perfekt.
Abgesehen von der Absurdität, sich auf eine so weit zurückliegende Situation zu berufen und die dazwischenliegende historischen Entwicklungen einfach zu ignorieren, bleibt es eine Tatsache das auch die Behauptungen Beijings abstrus sind, denn: Unter der Herrschaft des Königs Songtsen Gampo (617-649 n.Chr.) hatte Tibet Teile von Westchina annektiert und die Kaiser der Tang-Dynastie zu Tributzahlungen verpflichtet. Zudem mußte der Tang-Kaiser Tai Tsung die obgenannte Tochter dem tibetischen König zur Frau geben. In der heutigen offiziellen chinesischen Interpretation wird diese Heirat als das Bestreben des Kaisers Tai Tsung, die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Nachbarn zu festigen, und als Beginn der "nicht abbrechenden" kulturellen Beziehungen zwischen China und Tibet dargestellt. Damit soll der Anschluß Tibets an China perfekt gewesen sein.
Dass tibetische Streitkräfte im 8. Jahrhundert Westchina besetzten und die damalige Hauptstadt Changán (heute Xián) zerstörten, einen neuen Kaiser einsetzten und erneute Tributzahlungen durchsetzten , mutet für einen "angeschlossenen" Staat doch recht eigentümlich an. 1717 eroberten die Dsungaren - im westlichen Zentralasien angesiedelte Nomaden - Lhasa. Nach der chinesischen Darstellung rückten Qing-Soldaten nach Lhasa vor, vertrieben die Dsungaren und richteten eine Garnison ein. Von 1751 an unterstand dann Tibet angeblich schließlich ganz der Regierung in Peking. Die Dsungar-Mongolen wurden tatsächlich jedoch von einer tibetischen Armee unter der Führung von Miwang Pholha Sonam Tobgyal und Khangchennas aus Tibet vertrieben. Die chinesische Armee war lediglich Geleitschutz für den Dalai Lama.
In Lhasa waren lediglich zwei zivile Repräsentanten des Kaisers und eine Garnison mit Militärkommandant. Ihre Aufgabe bestand nur darin, als neutrale Beobachter die tibetische Regierung zu beraten.
"In der Praxis waren sie kaum mehr als Beobachter mit der Aufgabe, über die Geschehnisse in Lhasa nach Peking zu berichten. es war nicht ihre Aufgabe, aktiv Anteil an der Regierung Tibets zu nehmen." Mit der Zeit begannen die Mandschus allerdings ihren Einfluss in der tibetischen Regierung auszudehnen. Eine Stärkung ihrer Position in Tibet erfolgte nach zwei Einfällen der nepalesischen Gurkhas in Tibet (1788 und 1792), die erst mit Hilfe der kaiserlichen Truppen besiegt und aus Tibet vertrieben werden konnten. Die Mandschus, dies muss jedoch betont werden, mischten sich nur in die Außenpolitik Tibets ein. In Bezug auf die internen Angelegenheiten genoss die tibetischer Regierung volle Handlungsfreiheit. Tibet wurde damals zu einem Protektorat der Mandschu-Kaiser unter tibetischer Verwaltung. Das Protektorat wurde ohne tibetische Opposition errichtet. Es gab weder einen Vertrag noch Notenwechsel.
Der englische Historiker Robertson schreibt dazu: Die "Oberherrschaft" der Mandschu-Kaiser über Tibet kam nicht durch die Eroberung Tibets zustande, "sondern durch eine geschickte Anpassungspolitik, und daß es auch diesmal ein nichtchinesischer Kaiser Chinas war, der die Verbindung mit Tibet hergestellt hatte". Angesichts der zunehmend schwächeren Position Chinas als Halbkolonie nach dem ersten Opiumkrieg (1840/1842) vermochten die Mandschu-Kaiser in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihrer Protektoratspflicht gegenüber Tibet kaum mehr nachzukommen. Es ist unbestritten, daß ab Mitte des 19. Jahrhunderts die wirkliche Macht in Tibet von der tibetischen Regierung unter der Führung des Dalai Lama ausgeübt wurde.
Da Tibet ein stark religiös orientiertes Land war, begrenzte es seine externen Beziehungen auf das Minimum. Auch die geographische Lage trug dazu bei. Diese Isolation wurde von den Mandschus im 19. Jahrhundert ausgenützt, indem sie die Oberhoheit über Tibet beanspruchten. Nach außen hin gaben sie vor, China vertrete Tibet in außenpolitischen Angelegenheiten.
Diese der historischen Realität nicht entsprechende Behauptung Chinas verwirrte die übrige Welt. So wußte Großbritanien im 19. Jahrhundert nicht richtig, mit wem es in Angelegenheiten von Handelsbeziehungen und Grenzregelungen betreffend Tibet zu verhandeln habe.
Als Großbritanien erstmals eine Expedition nach Tibet entsenden wollte, willigte China ein, Tibet verbot sie jedoch. China war machtlos dagegen. 1890 verhandelte Großbritanien mit der Mandschu-Regierung Chinas über die Grenze zwischen Tibet und Sikkim, das damals britisches Protektorat war. Die tibetische Regierung weigerte sich, dieses Abkommen anzuerkennen, mit der Begründung, Verträge mit China seien über Tibet nicht verbindlich. China war wiederum hilflos. Die britische Regierung in Indien erkannte zunehmend den schwindenden Einfluß der Mandschu-Regierung in Tibet.
Verärgert über diesen Zustand schrieb 1903 der damalige Vizekönig von Indien, Lord Curzon, an den britischen Staatssekretär, daß die "chinesische Souzeränität über Tibet eine verfassungsmäßige Affektiertheit und eine politische Mythe gegenseitiger Bequemlichkeit beider Parteien" sei. 1910 nahmen chinesische Truppen Lhasa ein und der 13. Dalai Lama floh nach Indien. Doch schon 1911 wurde die Mandschu-Chíng-Dynastie von den Nationalchinesen unter der Führung von Dr. Sun Yatsen gestürzt. Noch im gleichen Jahr vertrieben die Tibeter die chinesischen Soldaten und die zwei Ambane, die Repräsentanten der Mandschu. Ungeachtet dessen daß die Chinesen die Mandschus, die China während 200 Jahren beherrscht hatten, als fremde Eindringlinge betrachtet und in diesem Sinn vertrieben hatten, erhob die Republik China Anspruch auf Tibet.
Tibet 1912-1950 und der völkerrechtliche Status Tibets
"Nach dem Sturz der Mandschu-Herrschaft und der Vertreibung der chinesischen Truppen aus Tibet durch Vermittlung der nepalesischen Regierung im Jahre 1912 fiel für Tibet auch die Substanz der alten Bindung dahin. Kurz nach seiner Rückkehr aus dem indischen Exil nach Lhasa verkündete der XIII. Dalai Lama im Jahre 1913 die Unabhängigkeit des tibetischen Staates." Von 1913 bis 1950 war Tibet de facto ein freies Staatsgebilde, das allen Kriterien für die Existenz eines unabhängigen Staates genügte. Aus tibetischer Sicht war das Land unabhängig. Doch trat Tibet weder dem Völkerbund noch der UNO bei und kümmerte sich nicht um internationale Anerkennung. Wie war also der völkerrechtliche Status Tibets?
Rechtslage: Gemäss internationalen Rechts ist ein souveräner Staat dann existent, wenn sein Gebiet von seinem Volk und seiner Regierung effektiv kontrolliert wird und er in der Lage ist, internationale Beziehungen einzugehen.
Territorium: Das historische, kulturelle und ethnische Gebiet Tibets erstreckt sich von der Mc-Mahon-Linie im Westen und Süden bis zu Kunlun und Altyn Tagh im Norden und Dhartse-dho (Tachien-lu) im Osten. Das ganze Gebiet umfasst rund zwei Millionen Quadratkilometer.
Volk: Die sechs Millionen Tibeter bilden ethnisch, kulturell, sprachlich und geschichtlich ein eigenständiges Volk, das sich von seinen Nachbarvölkern eindeutig unterscheidet.
Regierung: Die tibetische Regierung in Lhasa unter der Führung des Dalai Lama war die unangefochtene Herrscherin über Tibet. Seit der Unabhängigkeitserklärung durch den 13. Dalai Lama im Jahr 1913 bis 1950 hat China weder Macht noch Autorität irgendwelcher Art in oder über Tibet ausgeübt.
Bell, Großbritaniens politischer Beamter in Sikkim und zugleich zuständig für Tibet, sowie eine weltbekannte Autorität in Sachen Tibet, weist ausdrücklich darauf hin, daß seit 1912 jegliche chinesische Kontrolle über Tibet aufgehört habe. Tsung-lien Shen und Shen Chi-liu, beide Vertreter der nationalchinesischen Regierung in Lhasa, die 1949 Tibet verlassen mußten, berichten, daß Lhasa seit 1911 in allen faktischen Bereichen eine völlige Unabhängigkeit genossen habe. Richardson, der als diplomatischer Leiter zunächst der britischen und später der indischen Mission in Lhasa insgesamt acht Jahre in Tibet verbracht hat, bestätigt ebenfalls, daß Tibet bis zur kommunistischen Invasion 1950 völlige De-facto-Unabhängigkeit genossen habe. Als Ausdruck der tibetischen Unabhängigkeit zu dieser Zeit wird auch die Tatsach gewertet, daß die tibetische Regierung im Februar 1940 ein Amt für auswärtige Angelegenheiten errichtete.
Die von der tibetischen Regierung verfolgte Neutralitätpolitik während des Zweiten Weltkrieges unterstreicht zudem ihre volle Handlungsfreiheit und die Unabhängigkeit Tibets. Das Anliegen Chiang Kai-sheks, strategische Fernstraßen zur Nachschubversorgung zu bauen, wurde negativ beschieden. Seit der Unabhängigkeitserklärung durch den 13. Dalai Lama im Jahre 1913 bis zur völkerrechtswidrigen Annexion Tibets durch die VR China im Jahre 1951 ist Tibet ein vollständig unabhängiger Staat gewesen.
Bis zur gewaltsamen Einverleibung Tibets in die VR China war Tibet de facto, wie auch de jure absolut unabhängig.
Dies ist durch die Internationale Juristenkommission in ihrem Gutachten zur Tibet-Frage von 1960 auch bestätigt worden. "Tibet demonstrated from 1913-1950 the conditions of statehood as generally accepted under international law. Darin stellt sie fest, dass Tibet im Jahre 1949/50, als es von China gewaltsam besetzt wurde, die Kriterien für einen selbständigen Staat erfüllt habe: ein Volk mit einem eigenen Territorium und einer eigenen funktionierenden Regierung in diesem Territorium. Nach der Kommission war Tibet "…at the very last de facto an independent State." Diese Feststellung ist außerdem vom Wissenschaftlichen Fachdienst des Deutschen Bundestages in seinem Gutachten von 1987 bestätigt worden.
Am 7.10.1950 marschierte die rotchinesische Armee in Tibet ein und besetzte somit einen unabhängigen Staat.
"Tibet ist ein natürlicher Bestandteil Chinas. Die tibetische Frage ist ausschließlich ein innerchinesisches Problem... Fremde Einmischung wird nicht geduldet werden." Mit dieser Verlautbarung hielt die Regierung in Beijing die übrige Welt fern. Es war die Erfüllung eines uralten chinesischen Traums. China hatte ständig versucht eine Art Lehnsherrschaft oder nomineller Macht in Tibet auszuüben. Dies war jedoch niemals gelungen. Obwohl die Waagschale der Macht hin- und herschwankte, hatte China ganz Tibet niemals besetzt oder beherrscht. Es gab auch näherliegende Gründe für den chinesischen Angriff. Tibet bedeute für China Land, unerschlossene Bodenschätze und eine militärstrategisch gesehen uneinnehmbare Position.
Es gab auch ein politisches Motiv, das - aus damaliger Sicht - allen anderen äußerste Dringlichkeit verlieh: Erfüllt vom Sieg, nach einem 20 Jahre andauernden Kampf mit den Kuomintang, betrachtete die Führung der Kommunistischen Partei Chinas es als ihre ureigenste historische Aufgabe, alle unterdrückten Völker zu "befreien" und sich an die "Befreiung der letzten Gebiete" Chinas, zu denen auch Tibet gehörte, zu machen. In Tibet einer Nation mit einer Regierungsform, die seit ihrer Einführung unverändert geblieben war, sahen sie ein Land, das reif war für die Revolution. Dabei versäumten sie es, die Theorie an der Realität zu orientieren.
Obwohl Tibet die Behauptung Chinas zurückwies, Tibet sei schon immer eine chinesische Provinz gewesen, und sich an die Vereinten Nationen wandte, fand Tibet nirgendwo Unterstützung.
Einzig El Salvador verurteilte den Übergriff der Chinesen, die übrigen Mitglieder der Vereinten Nationen enthielten sich der Stimme.
Die meisten TibeterInnen nannten die Chinesen nur Tenda Gyamar, "die rotchinesischen Feinde der Religion" und waren betrübt dass sie in Tibet einmarschierten. Doch die Chinesen fanden anfänglich auch Unterstützung vor allem unter den ärmeren Schichten der Bevölkerung, die keineswegs Anhänger der Feudalherrschaft waren, und noch mehr unter den progressiven Kreisen der Führungsschicht; deren Kollaboration mit der Volksbefreiungsarmee wurde jedoch von den traditionellen Schichten - vor allem aus der zum "Inneren" Tibet gehörenden Khampa-Region im Grenzgebiet zwischen Tibet und Sichuan - als Verrat betrachtet.
Am 23.5.1951 wurde die tibetische Regierung gezwungen, ein "17-Punkte-Abkommen" zu unterschreiben, in dem die "Befreiung" Tibets akzeptiert wurde. China hatte sich darin die außenpolitische Vertretung Tibets und das Recht verbriefen lassen, zur Grenzsicherung Truppen in Tibet zu stationieren. Tibet verlor mit der Unterzeichnung des 17-Punkte-Abkommens die (de facto) Unabhängigkeit. China deklarierte Tibet als einen Teil der Volksrepublik China, ohne dass nun auch nur ein Staat widersprach.
(Quellen: Andreas Lorenz, China- Unsichtbare Grenze, in Der Spiegel, Nr. 31, 29.07.2002, Seite 109 Gyaltsen, Gyaltag, Die Geschichte des tibetischen Volkes, Seite 14f. und Seite 18, aus: DU Nr. 7/1995 Dietsch, Klaus; Pansegrau, Erhard, China, Seite 157 Hool, Catherine: Die chinesische Tibetpolitik unter besonderer Berücksichtigung der Jahre 1976-1988, Seite 29 International Commission of Jurists: Tibet and the Chinese People´s Republic. A report to the International Commission of Jurists by its Legal Inquiry Committee on Tibet, Seite 5)
BUCH
Autoren:
Kazuyoshi Nomachi 1946 in Mihara, Bezirk Kochi geboren, studierte Nomachi Fotografie bei Takashi Kijima. Seit 1971 ist er freiberuflicher Fotograf. Seine Fotografien wurden in zahlreichen japanischen und internationalen Zeitschriften, zum Beispiel in Life oder im Stern veröffentlicht.
Er erhielt mehrere Auszeichnungen wie den Silver Award der National Press Photographers Association, den Ken Domon Award und den Kodansha Culture Award. Er bereiste mehrmals die Sahara, die Halbinsel Sinai, Zentralasien und die Nilregion. 1989 folgte er den Spuren des legendären Langen Marsches, die 6000 Meilen weite Route, die die Volksbefreiungsarmee während des chinesischen Bürgerkriegs durch die Provinzen Shengshi und Kansu zurücklegte. Innerhalb der letzten Jahre verbrachte er viele Monate in Tibet, machte dort grandiose Aufnahmen, von denen die eindrucksvollsten in diesem Buch zusammengestellt wurden. Ein Teil der im Buch erschienen Fotografien kann man auf seiner Homepage http://www.nomachi.com/index_en.html anschauen.
Ulli Olvedi die 1942 geborene, in München lebende Publizistin und Journalistin hat Kazuyoshi Nomachis Texte für dieses Buch übersetzt, bearbeitet und zudem neue Texte geschrieben. Ulli Olvedi ist selbst Buchautorin mehr Infos dazu auf ihrer Homepage: http://www.ulli-olvedi.gmxhome.de/
Daten
Gebundene Ausgabe: 197 Seiten Verlag: Frederking & Thaler; Auflage: 5. A. (September 2003) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3894055154 ISBN-13: 978-3894055158 Größe und/oder Gewicht: 28,2 x 28 x 2 cm (also kein Taschenbuch:-) Preis: 19,90 Euro
Inhalt:
Vorwort des 14. Dalai Lama Einführung Tibet - Land der Berge Gesang des Milarepa Die kosmische Achse: Mein Pilgerweg Der tibetanische Buddhismus Leben mit den Yaks Die Geschichte Tibets Exil Interview mit dem 14. Dalai Lama Nachwort Zeittafel
Kurzbeschreibung des Verlages
Fünf Reisen nach Tibet unternahm der japanische Fotograf Kazuyoshi Nomachi in den Jahren von 1988 bis 1993. Sie führten ihn in die extremen Landschaften des besetzten Landes, wo Menschen nur durch eine völlig ungebrochene Verbindung mit der Natur überleben können. Er hat in seinen Bildern die ungeheure Weite und Klarheit des Hochlandes eingefangen, die das geistige Leben dieses Volkes geprägt haben. Und er dokumentiert mit zutiefst berührenden Aufnahmen die unauslöschliche spirituelle Hingabe der Tibeter.
"Langbeschreibung" von mir und eigene Meinung
Das Buch beginnt mit einem sehr stimmigen Vorwort des Dalai Lama. In diesem Vorwort erklärt der Dalai Lama seinen Zukunftstraum von Tibet - eine entmilitarisierte und demokratische autonome Friedenszone.
Es folgt eine Einführung durch Kazuyoshi Nomachi über Tibet und den tibetischen Buddhismus. Es folgt eine illustrierte Karte des alten Tibet sowie eine chinesische Karte des geteilten Tibet (die Aufteilung des einsmals unabhängigen Tibets in die Autonome Region Tibet und die Abspaltung großer Gebiete an die chinesische Provinz Quinghai und eines kleinen Teiles an die Provinz Yunnan) Dann folgt Tibet- Land der Berge, eine Erklärung der klimatischen Bedingungen und der Geographie Tibets und der wunderschöne Text "Gesang des Milarepa".
Und dann kommen endlich die großartigen Aufnahmen von Kazuyoshi Nomachi.
Passend beginnend mit der Nordseite des heiligen Berges Kailash bei Sonnenaufgang. Es folgen eine grandiose Aufnahme des als unheilvoll geltenden Rakastal Sees südlich des Kailash, die Südseite des Kailash und Aufnahmen von Pilgern auf dem Weg zum Berg Kailash. Besonders die Aufnahmen der Pilger waren für mich sehr eindrucksvoll. Der Autor schafft es dabei "Kleinigkeiten" gekonnt in den Mittelpunkt zu stellen etwa das Lächeln eines Pilgers bei einer kurzen Pause zwischen den Niederwerfungen oder die gelungene Abfolge der Fotografien (etwa eines Pilgers bei seinen Niederwerfungen, wie er sich auch konsequent auf Felsen wirft, keine Abkürzung nimmt und auch schwierige Teile des Weges "geht")
In die kosmische Achse, mein Pilgerweg und der Tibetische Buddhismus erzählt der Autor erzählt der Autor nochmals vom tibetischen Buddhismus, seinen Beweggründen nach Tibet zu reisen und den Schwierigkeiten in Tibet (etwa als die chinesischen Grenzpolizisten durch die angeblich "falsche Haltung" des tibetischen Dolmetschers verärgert wurden und das Team so zwei Nächte in einer Provinzstadt festsaß)
Es folgen grandiose Aufnahmen tibetischer Nomaden, des Weidelandes in Kham und Aufnahmen vom Mount Everest. Wieder sind die Aufnahmen eine fotografische Meisterleistung.
In Leben mit den Yaks folgt eine Erklärung der Lebensweise der Nomaden, gefolgt von Aufnahmen des Mönlam Festes (besonders beeindruckend die Fotos von den Sakraltänzen), von Pilgern und Mönchen.
Die Geschichte Tibets erzählt die Geschichte Tibets vom 7. Jahrhundert bis in zum Ende des 20. Jahrhunderts. Das Resumee des Autors bleibt aber leider aktuell - Tibet stirbt.
Die ebenfalls grandiosen Aufnahmen von Kloster Ruinen und von den Chinesen zerstörten Statuen, allein diese Fotos strafen die Lügen der Chinesen vom "befreiten Tibet".
Abschließend begibt sich der Autor nach Dharamsala - dem Zentrum der Exiltibeter, beschreibt das Leben der Tibeter dort (auch mit Interviews) und zeigt wieder beeindruckende Fotos der Exil-Tibeter, des Dalai Lama und von Details wie Sandmandalas.
Abgerundet wird dieses perfekte Buch durch ein gelungenes Nachwort, eine Zeittafel und ein Interview mit dem Dalai Lama über dessen Leben und seine Vorstellungen von der Zukunft.
Dieses Buch ist daher dreifach zu empfehlen - für alle die Fotografie lieben, für alle die sich für Tibet interessieren und für alle die sich für politische Zusammenhänge interessieren. Da ich alle 3 Interessen in mir vereine ist dieses Buch für mich perfekt.