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Wohlgemerkt einem Truthahn in menschlicher Gestalt, der auf den Namen Del Griffith hört und als Vertreter für Duschvorhangringe durch die amerikanische Provinz reist. Diese zugleich bemitleidenswerte und nervende Figur wird vom talentiertesten Dicken gespielt, den Hollywood zur Zeit (leider häufig in minderwertigen Streifen) beschäftigt: John Candy, hier in seiner besten Rolle seit "Splash - Jungfrau am Haken" zu bewundern. Er ist der fleischgewordene Alptraum jedes Flug-, Zug- und Busreisenden. Ohne sich aufdrängen zu wollen, tut er doch ständig nichts anderes; vor lauter Einsamkeit und Kommunikationsbedürfnis merkt er nicht, wie sehr er seiner Umgebung den Nerv tötet. Sein ganz spezielles Opfer in John Hughes' amüsantem Road-Movie: der gelackte Manager Neal Page. Steve Martin ist nach seinem US-Erfolg "Roxane" in einer neuen Paraderolle zu sehen. Hier hält er sich mit seinen wohlbekannten Ticks und Macken zurück, spielt den passiven Partner und gibt John Candy Gelegenheit, sein schauspielerisches Können erstenmal richtig unter Beweis zu stellen. Was nicht heißen soll, daß Martin bei seinen großen Szenen nicht zum Schreien komisch ist. Wie Neal Page und Del Griffith zu unfreiwilligen Reisegenossen werden, das hat John Hughes mit witziger Genauigkeit chronologisch festgehalten. Erst wird der Flughafen von Chicago wegen eines Schneesturms geschlossen und die Maschine aus New York in den Mittelwesten umgeleitet. Dann eine haarsträubende Taxifahrt, eine quälende Nacht in einem schmierigen Motel (man stelle sich John Candy und Steve Martin gemeinsam in einem Doppelbett vor!) inklusive Diebstahl und stinkender Socken. Schließlich verpaßte Anschlüsse, nicht vorhandene Mietwagen und zuletzt der Brand einer Lokomotive: Es sieht so aus, als sollten es die beiden nie bis nach Chicago schaffen. Aber irgendwann, nach unzähligen (für den Betrachter) urkomischen Zwischenfällen, gelangen sie doch noch in ihre Heimatstadt. Zwei Fremde, die sich anfangs spinnefeind gewesen sind, haben unterwegs Verständnis füreinander entwickelt und behandeln sich zuletzt gar mit gegenseitigem Respekt. Auf dem Bahnsteig einer Chicagoer U-Bahn-Station trennen sich schließlich ihre Wege. Oder doch nicht? Wer die Angewohnheit hat, schon während des Abspanns den Fernseher abzuschalten, der sollte diesmal wirklich bis zum Schluß bleiben (und hoffen, daß dieser vom Sender auch ausgestrahlt wird). Sonst verpaßt er/sie nämlich einen der besten Gags des ganzen Films. John Hughes' erster Abstecher ins Erwachsenenleben ist zwar kein profundes Meisterwerk geworden, aber eine gelungene, manchmal anarchische Satire.
Vielleicht irre ich mich da, aber soweit ich weiß ist John Candy schon seit ein paar Jahren tod, und deswegen nicht mehr in Filmen vertreten. Aber da würde ich mich nur zu gerne irren.
mfg
24.08.2002 18:52
Es bricht mir immernoch das Herz, wenn Martin in der Bahn sitzt und sich erinnert. Und dazu noch die traurige Musik. Einfach genail der Film.
08.12.2000 14:51
Vielleicht irre ich mich da, aber soweit ich weiß ist John Candy schon seit ein paar Jahren tod, und deswegen nicht mehr in Filmen vertreten. Aber da würde ich mich nur zu gerne irren. mfg