Wir haben einen Kater, unseren Chico. Er ist ein sehr ruhiges Tier und so gut wie kaum krank. Bis auf einige Ausnahmen.
Da er eben sehr ruhig ist, so gar nichts anstellt und nicht wie ein Wildfang durch die Wohnung hechtet, wie so viele Katzen, habe ich immer ein Auge auf ihn wenn er sich dann doch einmal bequemt sich zu bewegen. Sei es nun zum Kuscheln, Fressen oder ob er seine Toilette aufsucht.
Sylvester 2003/2004 passierte nun folgendes:
Chico ging sehr eigenartig in Richtung Katzentoilette. Ziemlich steifbeinig, muß ich sagen. Ich beachtete es erst gar nicht so recht. Erst als er nach 10 Minuten (10 Minuten können unendlich lang sein) immer noch nicht aus seiner Toilette erschien fing ich an mir Gedanken zu machen.
Ich sah nach und bemerkte das unser Kater in ziemlich verkrampfter, fast pressender Haltung in seiner Toilette stand und ganz verängstigte Augen hatte.
Nach einiger Zeit meiner Beobachtungen kam er ganz stockbeinig heraus, blieb aber vor besagter Toilette sitzen, mochte sich gar nicht bewegen.
Ich nahm ihn dann hoch, drehte ihn leicht auf meinem Arm, so dass ich seinen Bauch sehen konnte, und mußte zu meiner Überraschung feststellen dass der Penis leicht blutig war.
Da Chico aber eine pressende Haltung in seiner Toilette eingenommen hatte dachte ich es wäre eine Verstopfung, wie Katzen sie auch manchmal haben und betastete seinen Bauch.
Dieser fühlte sich aber völlig normal an, keinerlei Verhärtungen.
Es war Sylvesternacht, hatte der Kater sich erschreckt? Dadurch verkrampft?
Wäre auch eine Möglichkeit gewesen.
Ich ließ Chico wieder vorsichtig herunter und beobachtete ihn nun intensiv und natürlich aufgeregt. Ich machte mir Sorgen.
Ganz langsam und stockbeinig ging er zur Couch. Suchte warme Plätze auf, kuschelte sich hinein, aber immer mit einem ängstlichen Blick. Wir merkten, wenn man ihm die Hand auf den Unterbauch hielt dass es ihm besser zu gehen schien.
Immer und immer wieder ging er zu seiner Toilette und verkrampfte sich dort.
Sylvester war nun vorbei und unser Kater bewegte sich wieder normal. Ich schob alles auf den Jahreswechsel.
Was mich allerdings sehr verwunderte das er 2 mal auf die Couch machte, sein kleines Geschäft.
Nur 2 mal und dann war es wieder gut.
Heute wissen wir was er hatte, er hatte eine Blasenentzündung.
Inzwischen weiß ich auch das Erkrankungen der Harnorgane bei Katzen nicht selten sind und bei Nichtbehandlung führen sie zum Tod.
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Blasenentzündung
Die Blasenentzündung (Cystitis) kommt bei männlichen und weiblichen Tieren relativ häufig vor. Eine Erkältung kann sie auslösen, auch Reizungen duch Blasensteine oder besondere Ernährungs- und Trinkgewohnheiten.
Es fällt auf, daß die Katze oft und in kleinen Potionen Urin absetzt. Das kann an ungwohnten Orten, außerhalb der Katzentoilette, erfolgen. Eine Verwechslung mit dem neurotischen Protestharnen ist möglich.
Im Gegensatz zum Protestharnen ist der Harnabsatz bei der Blasenentzündung schmerzhaft. Die Katze preßt dabei, maunzt und leckt sich den Penis oder die Scheide.
In schweren Fällen wird der Urin, besonders die letzten Tropfen, blutig.
Das merkt man, wenn das Bächlein auf einer Katzentoilette mit heller Streu abgegeben wurde, auch sonst auf hellem Untergrund. Schwierig wird es bei Katzen, die draußen herumstreifen. Das schmerzhafte Pressen könnte schließlich ebenfalls auf die -seltenere- Verstopfung hindeuten.
Eine leichte bis mittelgradige Blasenentzündung quält die Katze, ist aber nicht unbedingt gefährlich. Ein solcher Patient sollte warm gehalten werden. Anstatt komplizierter Bestrahlungsapparate empfehle ich dafür den menschlichen Schoß und die menschliche Hand. Wenn man dabei ein Glas Glühwein trinkt wird von der menschlichen Hand bald die ideale Temperatur abgestrahlt.
Auch vieles Trinken ist für den Patienten ein hervorragendes Hausmittel, nur wird sich die Katze nicht zu einer Bierkur bewegen lassen....*gg*.
Zwangstränkung scheidet natürlich aus.
Man kann der Katze ihr Lieblingsgetränk hinstellen.
Mag sie gesüssten Tee oder eine leichte Fleischbrühe?
Probiert es ruhig aus. Klares Wasser sollte aber immer danebenstehen.
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Ich hoffe dass ich Euch ein wenig helfen konnte.
Immer wieder stelle ich fest dass sehr viele Menschen Haustiere halten, aber über die Krankheiten ihrer Lieblinge gar nicht Bescheid wissen.
Ganz zufällig habe ich diesen Themenbereich hier entdeckt und habe bislang nur einen Bericht entdecken können.
Ich werde wohl öfter nun in dieser Rubrik erscheinen und Euch meine Erfahrungen mitteilen.
Ich freue mich schon auf Eure Kommentare und wünsche euch einen schönen Tag.
LG spensti
01.04.2004 12:10
Ich mag ja lieber Hunde, Katzen sind nicht so mein Ding. Aber Dein Bericht ist wirklich sehr hilfreich. Gruß ageeye
29.03.2004 20:01
Wie schön das endlich noch jemand in der Kategorie schreibt. Hatte sie damals bei Ciao beantragt ;-) Es stimmt, Erkrankungen der Harnorgane sind sehr häufig. Katzen können leider ihren Urin stark konzentrieren dank ihres Wüstenerbes oder besser leider :-( und es stimmt auch, dass viele Tierbesitzer viel zu wenig Ahnung haben. Bei Krankheiten ist es mir ja noch klar, da man sich nicht grundlos zu allem informiert, das macht keiner und ist normal. Aber ich finde es schade, dass viele sich auch nicht mit den Bedürfnissen eines Tieres auseinandersetzen, z.B. artgerechte Fütterung und dergleichen. Das könnte einige Krankheiten im Vorfeld verhindern oder das Risiko verringern. Dein Bericht ist auf jedenfall klasse! Sei lieb gegrüßt, Nicki
29.03.2004 15:07
Katzen sind nicht ganz mein Gebiet, aber auf jedenfall ein schöner Bericht! mfg anisette